PH = Scheisseputzer

Alles zum Beruf Pflege was nicht mit der Pflege direkt zu tun hat.
pflegeassi
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PH = Scheisseputzer

Beitrag von pflegeassi » Mi 2. Nov 2005, 17:19

Hallo

Ich habe ein riesiges Problem und weiss nicht wie ich damit umgehen soll.
Vielleicht habt ihr Erfahrungen gemacht und könnt damit umgehen.


Ich bin Pflegehelfer mit einer Ausbildung im Rettungsdienst.
Ich habe also sehr gute kenntnisse in der Notfalldiagnostik und Erstversorgung etc.
Nun ist dies für PH ja nicht gerade üblich.

Meine Nachtschwester freut sich sehr darüber. Auf Rundgängen weiss sie es zu schätzen wie selbständig ich arbeiten kann.
RR messen, BZ messen etc. Sie weiss auch dass ich mich immer wieder zurückvergewissere bevor ich etwas tue.

ZB eine Pat hatte plätzlich verwaschene Sprache, kaltschweiss, schwindelgefühl.
habe RR gemessen und BZ. RR 100/80 Pu 70 rythm, BZ 49 mg %

Habe meine Nachtschwester angerufen die auf andrer Station bei Infusionswechsel war.
Gab ihr die Daten durch und fragte ob ich Traubenzucker geben darf.
Sie sagte ja und das wars.
Ist das nun schlimm für nen PH ? Ich hab nun mal die erweiterten kenntnisse.
Kann man das nicht zu Gunsten der patienten nutzen?
Ich mach ja keine eigenen handlungen die niemand erfährt.
Geben keine medis, nehme kein Blut ab....

Bei meiner Stationsleitung ist es eher schwierig.
ZB war sie heute auf Stationsleitersitzung.
ein patient ist gestürzt.Er stolperte über seine eignen Füsse. Keine Anzeichen etwas internistischen. der pat war ansprechbar und orientiert. Äusseret keine Schmerzen und es war nichts tastbar. Meine Leitung wollte informniert werden wenn sich etwas ereignet. Ich wollte sie also anrufen in der sitzung und sie über den sturz informieren.
um ihr ein genaues Übergabe-Bild zu machen, hab ich RR gemessen um ihr diesen Wert durchzugeben.
Danach macht sie mich zur sau. Ich bin ja ur PH und darf keinen RR messen.
Ich solle ihr nur den Sturz mitteilen. Sie wäre sicherlich nicht gekommen und hätte gemessen. Was wäre gewesen wenn er dann aber sehr nieder gewesen wäre ?
Ist es nicht auch für den Pat besser, wenn auch der PH Vitalwerte messen kann und eine bessere qualifiziertere Übergabe machen kann über den geschehenen Vorfall ?

meine Schichtleitung argumentierte: ich kenne deine Fähigkeiten, aber die andren Helfer wären benachteiligt weil sie das nicht können/dürfen.
Muss der pat dies ausbaden ?
Mir wäre das als Pat egal, wer meinen RR misst. Hauptsache es wird dann fachlich gehandelt und der Helfer alarmiert dann fachpersonal und versorgt mich bis zu dessen eintreffen richtig.

Ich bin ratlos.

Mir wurde das RR messen nun offiziell untersagt. Wenn jemand stürzt soll ich nur die PDL oder Stationsleitung informieren. Die machen das weitere.

Ich bin für die GP da und für eseen eingeben so ungefähr....
sonst nix



Soleille
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Beitrag von Soleille » Mi 2. Nov 2005, 17:38

Das Problem teilt sich in zwei Teile ,den menschlichen und den sachlichen.
Sachlich gesehen hast du in dem Moment ,wenn man dir untersagt,den RR zu messen,auch nicht mehr die Verantwortung für die Folgen.
Menschlich ist dieses Kompetenzgerangel unschön, leider aber wohl üblich in manchen Häusern.
Anscheinend können nicht alle mit deinen Fähigkeiten umgehen,fürchten vielleicht auch Konkurrenz?
Gibt es keine Stellenbeschreibungen bei Euch?
Vielleicht gibt es hier die Möglichkeit,deine Kenntnisse und Fähigkeiten mit aufzunehmen?
Ansonsten :
Qualifizieren - Ausbildung und Examen machen.
Sonst wird der Frust wohl bleiben.

I



pflegeassi
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Beitrag von pflegeassi » Mi 2. Nov 2005, 17:56

in der stellenbeschreibung steht es nicht näher beschrieben.

Ja examen würd ich ja gern machen....wenn da der prüfungsstress und das finanzielle net wäre.



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chaos_queenxxx
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Beitrag von chaos_queenxxx » Mi 2. Nov 2005, 20:23

Hi! Ich kann aus meiner Sicht nur dazu sagen,dass ich im Sommer meinen Abschluss als PH gemacht habe.Wir haben in der oder zur prüfung Sachen,wie RR u.Puls messen,BZ Kontrolle durchführen und auch Injektionen durchgenommen,die uns in der Prüfung abgenommen wurden.Demnach kann und darf ich dies auch bei uns ganz offiziell,abgesegnet durch die PDL,bei uns im Heim durchführen.
Es gibt da auch im Kollegium keine Schwierigkeiten,oder gar mit der Stationsleitung.Ganz im Gegenteil sogar!Sie findet es gut!!
Bin demnach jetzt im zweiten Ausbildungsjahr,mache also den Abschluss als examinierte Kraft.
Kann mich meiner Vorrednerin nur anschließen und Dir den Rat geben,den Abschluss ebenfalls zu machen!! Auch wenn es finanziell vielleicht ein wenig eng werden wird.Es gibt aber auch Finanzierungsbeihilfen...



pflegeassi
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Beitrag von pflegeassi » Mi 2. Nov 2005, 20:50

hm.... naja.. sie sagt immer PH dürfen das nicht.
und das würde man auch mit der einjährigen Prüfung nicht dürfen



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Rüdiger
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Beitrag von Rüdiger » Mi 2. Nov 2005, 21:40

Hallo pflegeassi!

Die Argumentation in deinem Heim kann ich nicht nachvollziehen. Wenn Du in der ambulanten Pflege arbeiten würdest, dann müsstest Du das sehr wollen können und auch müssen. Da kannst Du nicht erst die PDL anrufen und fragen, dann musst Du es können, genau wie im Rettungsdienst. Ich bin in der selben Situation gewesen wie Du (Sani und nun Pflege). Obwohl es finanziell eng war, ich habe die Schule gemacht und bin dieses Jahr fertig geworden. In der Ausbildung hat mir die Erfahrung vom RD sehr wohl etwas genutzt und Du lernst nichts komplett Neues in der Krankheitslehre, Du erweiterst nur Dein Wissen. Also hast Du einen Vorteil.

Hast Du mal einen Patienten im RD nach einem epileptischen Anfall versorgt? Du hast sicher alles darüber gelernt (Zungenbiss, Nachschlafphase etc.). Ich habe auch einige versorgt, aber erst in der Altenpflege habe ich einen live erlebt (von Anfang bis Ende). Vorher kannte ich auch nur das Ende mit Schlafphase. Und Du hast einen Blick für Notfälle (z. B. Schlaganfallsymptome) und weißt was zu tun ist. Außerdem bist Du sicher Stressresistent, zumindest sollte man bei der Arbeit im RD die Nerven behalten können. Ich denke, für einen Stationsalltag ist das doch ein großer Vorteil. Ich kann Dir nur empfehlen, mach die Schule, Du würdest Dich nur ärgern und Du hast nach der Ausbildung auch andere Möglichkeiten.

Gruß Rüdiger


Die Sachsen haben sich zur Unterscheidung den Titel "Freistaat" zugelegt. Als wenn man die nicht an der Sprache unterscheiden könnte. Lothar de Maiziere, Jurist und Politiker

Janina83
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Beitrag von Janina83 » Do 3. Nov 2005, 09:15

Guten Morgen!! Also das ist ja wieder echt der Knaller. Ich würde zu deiner PDL gehen und sie darum bitten, dir einen "Leistungskatalog für PH" zu geben. Dann weißt du was du machen darfst und was nicht. Die Betriebe schließen ja mit den krankenkassen verträge ab, wo auch geregelt wird, wer was tut (So ist es zumindest in meinem vorherigen betrieb gewesen). Und bei uns haben die PH selbstverständlich RR,Puls etc. gemessen, da sie ja auch allein vorort waren (ambulant). Ich habe keine Ahnung, wie es nun in einem Heim ist, aber warum sollte es da anders sein. Ob nun ambulant oder stationär. Man ist ja dadurch auch nichts besseres.
LG, Janina


Liebe Grüße, Janina :)

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Beitrag von doedl » Do 3. Nov 2005, 09:40

Hallo Pflegeassi

rechtlich gesehen ist es so: alles, was Du in Theorie und Praxis gelernt hast, darfst Du- von der Verantwortung her gesehen- auch durchführen.

Wie die betriebsinternen Regelungen aussehen, ist eine andere Frage- allerdings ist Pflegehelfer auch nicht Pflegehelfer!!

Gruß Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

t-rex
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RE: PH = Scheisseputzer

Beitrag von t-rex » Do 3. Nov 2005, 12:51

Nee, nee

anstatt happy zu sein, daß mal jemand der "nur PH" ist, super fit drauf ( so manch ex AP kann sich da 'ne Scheibe von abschneiden ). Nein da wird einem noch Ärger gemacht.
Wir haben einige PH bei uns, und die dürfen einiges, u.a. RR, Insulin usw.
Schade, daß du ein solches Theater hast.

:evil: grüße siese :evil:


:liebe verliebt und verheiratet :evil:

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Beitrag von pflegeassi » Sa 5. Nov 2005, 15:35

ich finde halt das Argument auch traurig:

es wäre für die anderen PH ungerecht, weil die sowas nicht können/dürfen.

Sollen sie es lernen wenn sie es wollen....

Ich finde es geht um den Pat/Bew.
Und eine Übergabe an die Fachkraft geht leichte und ist effektiver wenn ich schon Vitalwerte habe.

Was kann bei RR schon falsch gemacht werden ?
Manschette auf 300 knallen ?
Bin ja net ganz doof.....

habe beim MDK angefragt, sie sagen auch es soll das Heim froh sein, dass die Bewohner im Noitfall auch vom Hilfpersonal gut versorgt werden können. Man muss halt dann nur die fachkraft nachalarmieren.

was ich eh immer getan habe....



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doedl
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AW: PH = Scheisseputzer

Beitrag von doedl » Mo 20. Feb 2006, 19:22

Hallo Alle

das Machtgerangel ist nicht irgendwo her entstanden, sondern durch Vorgaben von aussen. Ich werde NIE vergessen, dass ich mal einen Pflegestandard Hautschutzspray erstellt habe- nicht weil ich leicht bekloppt bin und Pflegehelfern nicht zutraue, dass sie den Deckel abnehmen und den Salbenspray auf den Po und nicht in die Augen sprühen, sondern weil vom MDK kam- keine Behandlungspflege von Pflegehelfern, schon zweimal nicht ohne Standard und Einweisung. Meine liebe Pflegehelferin Helga....., ein absolut "alter" Hase lachte sich erstmal schlapp, als ich ihr erklärte, warum das Papier zustande kam.

Im SGB XI steht- steht unter der ständigen Verantwortung einer ausgebildeten Pflege-Fachkraft- daher wird viel abgeleitet.

Pflegehelfer als Schichtleitung- da hätte ich Bauchgrummeln, genauso wie bei der Aussage "viele...arbeiten mindestens genau so gut wie jede examinierte Fachkraft. Klar kennen sie ihren Pflegealltag, aber in Notfallsituationen, die nicht alltäglich sind und wo sie eben keine Praxis gesammelt haben, da kommts schon noch auf erlerntes Wissen an, um richtig zu handeln.

Es ist ziemlich einfach, den Kenntnissen der einzelnen Helfer gerecht zu werden; man muss sich halt mal die Mühe machen aufzulisten, was jeder so kann, sich davon überzeugen, dass es richtig durchgeführt wird (natürlich schriftlich, gg) und dann solls gut sein.

Lieben Gruß

Doedl



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Lena V.
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AW: PH = Scheisseputzer

Beitrag von Lena V. » Do 23. Feb 2006, 17:55

ich stimme haihappen voll und ganz zu. Behandlungspflege liegt nur in der Kompetenz der ex. AP. Ich meine ich lerne doch nicht um sonst 3 lange harte Jahre, um dann das gleiche zu machen wie ne Helferin. Kein Wunder wenn die Pflege keinen guten Ruf hat und es heißt das kann ja jeder, wenn wir uns alles aus der Hand nehmen lassen. NAtürlich kennen sich Helfer gut aus, wenn sie 20 jahre lang gearbeitet haben, aber sie wissen nciht die hintergründe, welches Symptom auf was hindeutet, was wann wie zu behandeln ist (Pflegediagnosen). Ich will Helfe rnet schlecht machen, es gibt auch exn wo ich mir denk wo ham die denn ihrn Abschluss gemacht. Aber wir müssen den Stand der Pflege aufwerten. Die Bew haben ein recht auf Professionelle Pflege (diese kann nicht von einer Helferin gewährleistet werden).

liebe Grüße

Lena :D


Lebe Liebe Strahle :D

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