Frage Hydrocolloidverband

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dancehall
Beiträge: 57
Registriert: Di 24. Jun 2008, 20:44

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von dancehall »

Hallo Gast444,

ich schließe mich da Fibula an :-) Auch wir schneiden das Material passend zu. Erstmal wegen der wie o.g. benötigten Größe, und zum Zweiten, um wirtschaftlich mit dem verordneten Material umzugehen. Die Hydrokolloidverbäde sind ja nicht gerade billig und werden nicht großzügig verschrieben. Man muss oft mit dem, was man hat auskommen. Daher nicht verschwenderisch damit umgehen :-)
Liebe Grüsse,
dancehall


"...man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (Antoine de Saint Exupery)

babona
Beiträge: 19
Registriert: So 8. Jun 2008, 12:12

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von babona »

Hallo,
meines Wissens nach darfst du sie zerschneiden. Und das sie nicht mehr steril ist macht nur dann nicht so viel wenn es eine Kontaminierte Wunde ist.
Wenn die wunde sauber ist solltest du auf jeden Fall steril arbeiten.

Babona



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Kati123
Beiträge: 1707
Registriert: Sa 28. Jul 2007, 14:25

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von Kati123 »

Hallo,

es ist wichtig, dass Du genau schaust, was Du zurechtschneiden möchtest. Normale Hydrokolloidplatten wie z.B. Comfeel sind durchgehend homogen beschichtet, es stellt also keinen Fehler dar, wenn du sie auf die Größe anpaßt. Es gibt allerdings auch Hydrokolloide, die in einem kleinen Feld in der Mitte eines antiallergenen Pflaster untergebracht sind, dann ist ein Zerschneiden nicht sinnvoll. Hydrokolloide laufen auch nicht aus o.ä. Sie reagieren mit der Wundfeuchtigkeit und sind erstaunlich zäh ( wer schonmal versucht hat, Comfeel aus einer Wunde zu bekommen, der weiß, was ich meine ). Zum Thema Sterilität mal eine Anmerkung: Eine Wundauflage soll immer mindestens 1 cm über den Wundrand ragen, somit wäre die Schnittstelle nicht auf der Wunde, zudem ist das Hydrokolloidpflaster an der Klebefläche mit einer Schutzfolie versehen, die natürlich erst vor dem Aufbringen auf die Wunde entfernt wird. Wer dann auch noch weiß, dass eine Wundbehandlung steril durchgeführt werden muß, der arbeitet ohnehin mit sterilen Instrumenten ( dazu gehört auch die Schere ).

Die Frage, die sich stellt ist vielmer: Dürfen die "Reste" nach dem Zurechtschneiden noch verwendet werden ? Diese liegen immerhin Tage in einer geöffneten Verpackung mit offenen Schnittstellen herum und sind der Luftfeuchtigkeit ausgesetzt.
Lt. Coloplast ( meine letzte Fortbildung ) dürfen diese Auflagen nicht mehr verwendet werden. Aber auch hier steht wohl das Abwägen zwischen Wirtschaftlichkeit und Profit im Vordergrund

Sinnvoller wäre hier eine intensive Zusammenarbeit mit den Apotheken, die u.U. sich auch mal mit den Ärzten in Verbindung setzen, wenn man andere Größen sinnvoller verwenden kann. ( so ist das bei uns... )

Liebe Grüße Kati

PS: Jede Wunde wird steril versorgt. Es kann doch nicht sein, dass man eine infizierte und kontaminierte Wunde unsteril versorgt, weil es da ja nicht so schlimm ist, weil sie sowieso schon kontaminiert ist. Gerade hier ist es wichtig sie nicht noch weiter zu kontaminieren, um die Infektion einzudämmen --> erst dann ist übrigens eine Behandlung mit Hydrokolloiden möglich !
Zuletzt geändert von Kati123 am Mo 30. Jun 2008, 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: vergessen...


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Benutzer 1685 gelöscht

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von Benutzer 1685 gelöscht »

Off-Topic:

hallo Fibu,
[quote]Du das mit den alten BTM Pflastern (Durogesic), da war das so (ist heute auch nichtmehr der Fall).
[/quote]
es ist nachgewiesen, dass bei Generika die Wirkstoffe nicht gleichmässig verteilt sind. Auch geben diese den Wirkstoff nicht gleichmässig ab. (Deshalb bei Generika beim Einstellen mit Morphinpflastern oft Übelkeit)

Nur so zur Vollständigkeit und Info
Sophie



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Kati123
Beiträge: 1707
Registriert: Sa 28. Jul 2007, 14:25

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von Kati123 »

@Fibula: die geöffneten Verpackungen sind nicht deshalb so schlimm, weil dann die zerkleinerten Wundauflagen unsteril werden könnten ( wie gesagt, die Schnittstelle ist weit außerhalb der Wunde und die sterile Fläche ist mit einer Folie geschützt. ), sondern vielmehr weil diese Wundauflagen mit Feuchtigkeit reagieren, so auch mit Luftfeuchtigkeit ( leg mal eine Wundauflage wie Comfeel im Sommer ein paar Stunden offen hin ).

Ich habe nochmals mit verschiedenen Herstellern telefoniert und diese sagen, dass die Wundauflagen verkleinert werden dürfen, aber nicht in der Verpackung aufgehoben werden dürfen.

Übrigens war es ganz lange Zeit Usus, dass die Salbengazen wie Urgotüll etc. zerschnitten wurden und in der offenen Verpackung verblieben. Das fand ich viel schlimmer ( gerade auf Fetten sitzen gerne Bakterien ).

Und Thema Schere: Zumindest desinfiziert sollte die Schere sein, indem sie in einem Instrumentendesinfektionsbad lag. Übrigens kann man sich zur Wundversorgung Einmalmaterial mitliefern lassen. Hier gibt es sterile Pinzetten, sterile Scheren etc. und die kosten nicht viel, werden meistens sogar von den Kassen übernommen, weil die Wundtherapie ärztlich Verordnet ist und diese Instrumente Teile der Therapie sind. Man muß sie nur bestellen.

Ich berate zur Zeit 4 Einrichtungen als Wundtherapeutin und KEINE wußte, dass Hilfsmittel verordnungsfähig sind. Alle haben immer brav Octenisept, sterile Handschuhe, Pinzetten etc. übers Haus gekauft. Die Kassen freuts.

Gruß Kati


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Gutzeit
Beiträge: 109
Registriert: Do 12. Apr 2007, 12:32
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AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von Gutzeit »

KEINE wußte, dass Hilfsmittel verordnungsfähig sind. Alle haben immer brav Octenisept, sterile Handschuhe, Pinzetten etc. übers Haus gekauft. Die Kassen freuts.
Wußte ich bis eben auch nicht, danke für die Info.
Also wenn der Doc Wundverband verordnet bzw. die Wunde da ist und die Therapie dazu verordnet wird, kann ich als Patient auf das drumherum (Octenisept wenn nötig + sterile Schere+Pinzette oder sterile Handschuhe) bestehen. Noch eine Frage dazu: was mache ich, wennd er Doc diese typischen Sachen: Braunol, Betaisidona oder schlimmer Rivanol rezeptiert?

Gruß Gutzeit



Benutzer 1685 gelöscht

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von Benutzer 1685 gelöscht »

Hallo Kati,

ist ja interessant

kannst du bitte mal genau schreiben, was auf dem Rezept stehen muss, damit es verordnungsfähig ist. Bei uns wird das Octanisept nämlich auf Privatrezept ausgestellt



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Kati123
Beiträge: 1707
Registriert: Sa 28. Jul 2007, 14:25

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von Kati123 »

@Gutzeit: Ärzte sind nur schwer zu überzeugen... weil studiert... und allwissend.... und nur selten belehrbar.... Aaaaaber: Wenn man ihnen plausibel die Vorteile einer modernen Wundversorgung auf den Tisch legt, dann können auch sie nicht mehr anders: meistens geht der Weg über den finanziellen Aspekt, denn moderne Wundversorgung ist durch die längere Verweildauer der Wundauflagen auf der Wunde effektiv günstiger, Hautschonender und wissenschaftlich belegt auch schneller, weil nicht jeden Tag die neu gebildete haut runtergerissen wird. Die Wunde kommt zur Ruhe und heilt von unten her. Im Internet gibt es tolle Vergleiche zu moderner und herkömmlicher Wundtherapie.

@Sophie: Ich würde da gerne mal den Hausarzt fragen mit dem ich zusammenarbeite. Er erklärte mir, dass bei einer Wundversorgung immer das komplette material verschrieben wird. Viele Ärzte machen das natürlich nicht wegen Einsparungen im Budget. Ich hake da mal nach, ob es irgendwo eine Gesetzesstelle gibt, in der man sowas belegen kann. Ich mach mich schlau.

Gruß kati


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Benutzer 1685 gelöscht

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von Benutzer 1685 gelöscht »

Off-Topic:

Hallo Fibu,

ich klär dich mal auf ;-)

[quote]es ist nachgewiesen, dass bei Generika die Wirkstoffe nicht gleichmässig verteilt sind. Auch geben diese den Wirkstoff nicht gleichmässig ab. (Deshalb bei Generika beim Einstellen mit Morphinpflastern oft Übelkeit)

Nur so zur Vollständigkeit und Info
Sophie

[/quote] das war auf die BTM Pflaster bezogen. Du hast oben geschrieben, dass man auch diese nun teilen könne, indem man sie mit der Schere halbiert.
Und dabei hat man eben festgestellt dass das bei Orginalpräparaten gut klappt, aber eben nicht bei Generika, da in diesen Pflastern der Wirkstoff nicht gleichmässig verteilt ist. Deshalb kann es beim Einstellen auf Morphium bei Generikapräparaten (ob geteilt oder nicht) eher zu Übelkeit kommen.

Ich hoffe ich konnte den Nebel etwas lichten.

Sonnige Grüsse
Sophie



D_in_CH
Beiträge: 240
Registriert: Mi 2. Aug 2006, 20:26

AW: Frage Hydrocolloidverband

Beitrag von D_in_CH »

Aaaalso:
Zerschneiden darf man Hydrocolloide, sowie auch eine Hydrofaser( mit und ohne Ag) oder Alginat.
Niemals zerschneiden darf man Kohleauflagen, Wundauflagen anderer Art (kombinierte mit Hydrocolloid mit saugenden Materialen, dann suppt es raus).
Klar ist indem Fall natürlich, das hier steril gearbeitet wird.

Wie macht es dann ein Heim mit Sterilgut? Wenn kein Autoclav vorhanden ist?
Flüssige Lösung? Oder Sterilgut zukaufen?

Aufheben von zerschnittenen Auflagen habe ich mit seit einiger Zeit abgewöhnt. Wenn ich nicht das passende bekomme, ist das nicht mehr mein Problem!!
Zuschneiden wenn nötig, der Rest - entsorgen!!
Nebst dem rechtlichen Aspekt, wenn mal jemand auf den Gedanken kommen sollte...

Meine Ausbildung gilt auch schon als "älter" (Examen02). Da war nie die Rede von zerschneiden BTM, das war ein no-go!
So wie Tabletten teilen, die nicht dafür vorgesehen sind.
Oder Handschuhe desinfizieren.
Oder Medibecher spülen, geht schonmal gar nicht.
.
.
.
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Die Kostenberechnung kann man auch selbst machen, wenn nichts mehr fruchtet.
Wir immer für moderne Wundversorgung aufgehen.

Ach ja, @Kati123:
Du hast in Deiner Aufzählung über Ärzte was vergessen! Ärzte sind von Haus aus steril. Zumindest mal im häuslichen Bereich!!!

Netten Gruss

Christine


ACHTUNG, ein bisschen böse:
Ich möchte mal im Schlaf sterben, wie mein Opa.
Nicht kreischend und schreiend, wie sein Beifahrer

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