Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Alles zum Beruf Pflege was nicht mit der Pflege direkt zu tun hat.
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wuselchen
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Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von wuselchen »

Hallo,

also ich hab das Angebot bekommen eine Weiterbildung zu machen. Mein Arbeitgeber zahlt die Kosten der Weiterbildung.
Die Fahrkosten nur in Höhe einer Fahrkarte, man hat mir geraten die Fahrtkosten auf meine Kappe zu nehmen und diese dann am Ende des Jahres bei der Einkommenssteuerklärung mit geltend zu machen. Meine Fragen:

1. Wisst ihr, ob ich die kompletten Fahrtkosten von der Steuer dann
absetzen kann oder wie beim Arbeitsweg nur einfach? Sind immerhin ca.
150 km 2x die Woche.

2. Was ist so üblich, wie lang verpflichtet man sich für den Arbeitgeber, gilt
das dann erst nachdem die Weiterbildung abgeschlossen ist?

3. Kann ich "verlangen" das mein Urlaub dann in die Ferien geplant wird, denn
die Schule die ich besuche macht ja nur zu Schulferien zu.

Gibt es noch was worauf ich achten müsste?

Für Tipps wär ich euch dankbar.

Lieben Gruß

wuselchen



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Kati123
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AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von Kati123 »

Hallo Wuselchen,

grundsätzlich würde ich solche Dinge immer schriftlich festhalten lassen.
Bis zu einer Höhe von etwas über 11000 Euro ( das ist zumindest mein letzter Stand ) kann lt. Arbeitsgericht der AG gar nicht auf eine Verpflichtung bestehen. Selbst wenn Du unterschreibst, kann Dir da nichts passieren. Schön ist es natürlich, wenn man es macht, aber das ist nur meine Meinung.
Die Fahrtkosten sind soweit ich weiß nur einfach absetzbar, wobei ich mich da mal erkundigen würde, wie das ist, wenn der AG es nicht zahlt, aber die Weiterbildung ja möchte, vielleicht gehört es dann zu den Kosten für die Weiterbildung.

Ich würde darauf achten, dass festgehalten ist, ob der AG Dich freistellt und ob die Stunden der Freistellung in die Kosten eingerechnet werden. Es gibt AG, die diese Zeit ( 2x wö à 7 Stunden z.b. ) einrechnen, da Du ja dann nicht verfügbar warst. Das würde ich auf jeden Fall vorher klären, da gab es für einige Kollegen von mir schon ein böses Erwachen, als sie dann wechseln wollten und der AG wollte plötzlich 15000 Euro zurück haben.
Schau, dass die Zeiten der Verpflichtung nicht unverhältnismäßig sind. Für eine große Weiterbildung wie PDL oder WBL sind ca. 3 Jahre ok.
Frag auch nach, wie es danach ausschaut, wenn Du z.b. nicht mehr in Deinem Beruf arbeiten könntest und solltest das Geld zurückzahlen müssen ( wie sind die Rückzahlungsstufen, fällt der Betrag pro Monat oder mußt Du während der 3 Jahre beispielsweise den gesamten Betrag zurück zahlen )
Was passiert, wenn du zwischendurch feststellst, dass du abbrechen möchtest... etc.

Immer alles schön schriftlich festhalten. :D


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wuselchen
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AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von wuselchen »

Hallo Katie,

also es ist die Weiterbildung zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie. Kosten belaufen sich auf 3200€. Man sagte mir ich bin freigestellt. Die Frage ist nur ob ich die Stunden dann in meiner Freizeit aufbringe oder ob freigestellt heißt das mir die Stunden ( 6,5 Stunden in der Woche) auch auf meine Arbeitszeit angerechnet werden?!



Benutzer 204 gelöscht

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Beitrag von Benutzer 204 gelöscht »

Wenn der AG Dich hin schickt und auch die Kosten übernimmt dann solltest
Du für den Tag auch die Stunden der WB als Arbeitszeit gut geschrieben bekommen .Bei uns würde dann in Deinem Fall WB und unter dem WB 6,5h
stehen.
Auch Deine Urlaubswünsche müssten eigentlich berücksichtigt werden.

Aber wie Kathie schon schrieb alles per Vertrag niet-u.nagelfest machen.

LG



wuselchen
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AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von wuselchen »

So, hab dann doch nochmal ein paar Fragen:

Meine PDL war über den Preis ziemlich schockiert. Sie rechnete mit 2000€ für so einen Kurs. Nun gut.

Es gibt ja nun verschiedene Anbieter, bei fast allen heißt es Fachpflege für Gerontopsychiatrie. Der eine Anbieter hat nur 400 Stunden, der andere dann mal 500 und die Königsklasse ist dann mit 720 Stunden berechnet.
Irgendwo habe ich mal gelesen das es da Unterschiede gibt. Mit dem großen Stundenanfang wäre man befähigt eine gerontopsychiatrische Abteilung zu leiten, quasi eine WBL und nur dieser wäre angeblich staatlich anerkannt.

Kann mich jemand von euch aufklären?

Auch wird, so wie meine PDL heute sagte, bei diesem Preis die Fahrkosten nicht übernommen. Nunja, gibt ja noch die Möglichkeit das dann von der Steuer abzusetzen. Da ich mir nicht sicher war habe ich auch gleich über verdi mal nachgefragt wieviel und was ich absetzen kann, hier mal die Antwort:

Wenn Sie mit dem PKW zur Weiterbildungsstätte fahren, können Sie 0,30 ? für den gefahrenen km ansetzen, Sie müssen den vom Arbeitgeber steuerfrei erstatteten Betrag gegenrechnen.

So nun mal meine Frage: Heißt "ansetzen" das ich die vollen Fahrkosten zurück bekomme oder ist es dann eher so wie beim Arbeitsweg, das ich zwar die vollen Kilometer ansetzen kann aber nur einen Teil (fiktiv: 25%) zurück bekomme?

So ich hoffe mal das ihr mir weiterhelfen könnt, telefonisch erreiche ich leider niemanden bei dem Lohnsteuerservice von verdi



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Kati123
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AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von Kati123 »

jaaa, ich kann Dir den Unterschied erklären. :D

Es gibt Kurse mit ca. 400 Stunden, dann bist Du ganz normale Fachpflegerin für Gerontopsychiatrie. Bei einem Kurs ab 720 Stunden hast Du die staatliche Anerkennung, die Du z.b. brauchst, um eine solche Station führen zu dürfen. Dies findest Du in den QPR unter Anforderungen des Personals für Stationen mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt.

Eine solche Ausbildung läuft meist ca. 2 Jahre, es kommt aber darauf an, wo du sie machst und wie ( Vollzeit oder Fernkurs ).
Mit staatlicher Anerkennung kannst Du zwischen 3000 und 5000 Euro rechnen. Du kannst es aber auch per Fernkurs machen, dann liegst Du bei ca. 2500 Euro ( über FIDA z.b. ).
Anbieter für Fernkurse sind z.b. FIDA GmbH oder DfbK ( hier mit Fördermöglichkeit durch Meisterbafög )
Anbieter für Vollzeitkurse sind z.b. IWK oder Rauhe Haus ( sehr gute Ausbildung )

Wo kommst Du denn her ?

Es gibt übrigens Anbieter, die Dir nur Grundwissen vermitteln ( ca. 200 Stunden ), das kannst Du Dir getrost schenken, denn das hast Du bereits in Deiner Ausbildung alles gelernt. Nur so als Tip.


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wuselchen
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AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von wuselchen »

Hallo Katie,

ja dankeschön genauso habe ich das auch gehört. Und wenn dann will ich ja schon was richtig machen :)

Ich wohne in Hessen, im Main-Kinzig-Kreis.
Hab jetzt eben nur die Main-Akademie in Aschaffenburg mit dem Stundenumfang so wie ich es haben will.

Hab grad mal bei Fida geschaut, deren Kurs ist aber auch nur über 400 Stunden.

Rauhe Haus hört sich wirklich sehr gut an, ist nur unrealistisch da es ja in Hamburg ist. Und wenn meine PDL jetzt schon über den Preis stöhnt.....


Lieben Gruß



Benutzer 204 gelöscht

AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von Benutzer 204 gelöscht »

Hallo Wuselchen !

Hier noch ein Angebot :
Hier gibt es den Grundlagen u.Egänzungskurs.

LG



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greeneyed
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Registriert: Fr 19. Jun 2009, 09:54

AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von greeneyed »

[quote=""Kati123""]Bis zu einer Höhe von etwas über 11000 Euro ( das ist zumindest mein letzter Stand ) kann lt. Arbeitsgericht der AG gar nicht auf eine Verpflichtung bestehen. Selbst wenn Du unterschreibst, kann Dir da nichts passieren. [/quote]

Hallo Kati!

Kannst du das bitte belegen?

Gruß



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Kati123
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AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von Kati123 »

Jap, da gibt es ein Präzidenzurteil... ich suchs Dir raus :D


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Benutzer 204 gelöscht

AW: Wie verhandelt man richtig wenn Arbeitgeber eine Weiterbildung finanzieren will/soll

Beitrag von Benutzer 204 gelöscht »

Hier ein Urteil weiß aber nicht ob es das gewünschte ist :
LG



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