"Übergriffig"

Alles zum Beruf Pflege was nicht mit der Pflege direkt zu tun hat.
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Elfriede
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"Übergriffig"

Beitrag von Elfriede » Sa 9. Sep 2017, 21:35

Was ist "Übergriffig" ?

Klar! Es geht um unangepasstes Verhalten des Bewohners/Patienten gegenüber der Pflegekraft.
Aber woher soll der Patient/Bewohner wissen, was angemessen ist, wenn die eine Pflegekraft ein
Verhalten akzeptiert und sich geschmeichelt fühlt, und die Kollegin der nächsten Schicht auf den
Alarmknopf drückt ?



resigniert
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Re: "Übergriffig"

Beitrag von resigniert » Mo 11. Sep 2017, 18:29

es gibt auch recht häufig "Übergriffig" von PP zu Bewohner/Patient. Da gehts dann oft um Bevormundung

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*Angie*
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Re: "Übergriffig"

Beitrag von *Angie* » Di 12. Sep 2017, 00:33

Da wäre dann thematisch wohl mal ein Team-Gespräch fällig, in dem klare, für alle Pflegekräfte geltende Regeln im Umgang mit besagtem Bewohner besprochen und festgelegt werden?
» Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht. « (Albert Schweitzer)

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Elfriede
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Re: "Übergriffig"

Beitrag von Elfriede » Di 12. Sep 2017, 21:12

Moin *Angie* !
Team-Gespräche, Dienst- oder Fallbesprechungen sind bezahlte Arbeitszeit und/also "Igitt, wie pfui!"
So etwas regelt man in der ambulanten - in der Pause oder nach Feierabend - per Handy.

Moin resigniert !
Woher soll die PP denn wissen, dass das nicht normal/Firmenstandard/Unternehmenskultur ist ? Schliesslich gehen GF und PDL genauso respektlos mit ihr um !
Es gibt keine dummen Fragen - nur dumme Antworten.

überflüssig
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Re: "Übergriffig"

Beitrag von überflüssig » Mi 13. Sep 2017, 07:03

Moin Elfriede,
was willst du denn nun wissen?

Ein guter Vorschlag kam von *Angie*...oder nicht?
Der geht nicht weil...ja weil halt?

Bezahlte Arbeitszeit ist „igitt“ für den AG weil die AZ für die tägliche Arbeit schon zu knapp kalkuliert ist?
Oder ist sie „igitt“ für die AN? Weil?

Welcher AN merkt nicht, wenn er von der GF + PDL respektlos behandelt wird?

resigniert
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Re: "Übergriffig"

Beitrag von resigniert » Mi 13. Sep 2017, 18:05

Für mich als Person und berufl. GuK ist Bevormundung eines Menschen, der Pflege benötigt, aber nicht unter Betreuung steht, immer ein No Go. Egal was meine PDL, SL oder Kollegen machen. Die Würde des Menschen ist ...? unantastbar.
Ich bevormunde auch betreute Personen nicht, es gibt da aber Einschränkungen, je nach Betreuungsbereich

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Southpaw
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Re: "Übergriffig"

Beitrag von Southpaw » Do 21. Sep 2017, 19:01

"Übergriffig" würde ich eher als tatsächliches Zugreifen bewerten, meinst du das auch? Kommt dann auf die berührte Körperstelle an. Bislang gab es da "nur" zwei mehr oder weniger recht deutliche, sexuell motivierte Griffe nicht-dementer Patientinnen an meinen Intimbereich. Ich habe das nicht überbewertet, aber halt später etwas aufgepasst. Dagegen war mir der Griff an den angeblich "muskulösen" Oberarm völlig egal bzw. vielleicht sogar motivierend für's Gym. ^^ Die Grenze muss jede Pflegekraft selbst setzen. Diskretion ist dafür meiner Meinung nach ein Muss, also die interne Absprache hinter verschlossenen Türen, dass andere Pflegekräfte nur noch das Zimmer betreten. Bewohner/Patienten sollten die Chance bekommen, nach Fehltritten ihr Gesicht zu wahren. Kommt halt immer auf den Einzelfall an.

Was Worte angeht, habe ich eine ziemlich dicke Haut und kann mir in schlimmeren Fällen herrationalisieren, warum ein Patient vielleicht das ein oder andere gesagt hat. Als Bewohner/Patient ist man in einer schwierigen Situation und manche haben halt komische Ventile zur Stressbewältigung. Schwierig da professionell zu bleiben, aber meines Erachtens ein Ziel für jede Pflegekraft.

Mir ist, in schulischen Themengespräche und in der Praxis (sogar bei Examinierten), aufgefallen, dass viele Pflegekräfte Worte auf die Goldwaage legen, absolut keinerlei Wissen über Deeskalation haben oder alles als willkommene Einladung sehen, sich mal wieder richtig aufregen zu können. Ich kann den Reiz an Drama und der emotionalen Hormonparty durchaus verstehen, aber es ist anstrengend - für die ruhigeren Kollegen, für die Patienten und ... für mich. :mrgreen: Langsam gewöhne ich mir sogar (Selbst)Ironie ab, weil so viele dem bloßen Wort unendliches Gewicht verleihen.

Ich sehe bis jetzt für mich keine Möglichkeit, dass jemand mit Worten bei mir übergriffig werden könnte, wobei die sog. Schimpfkanonade ja notwehrrechtlich durchaus mit dem Zufügen eines Nasenbeinbruchs beantworten werden kann (ohne Gewähr). ^^

Ok, etwas abgeschweift, nur um nicht für meine Klausur lernen zu müssen, haha. Antwort auf deine Frage: Der Bewohner/Patient kann es nicht konkret wissen, bis er die individuelle Grenze nicht erreicht hat. Aber Pflegekräfte sollten das Wissen und den Rückhalt im Team haben, um Übergriffigkeit zu bewältigen. Viele Menschen testen gerne die Grenzen anderer Menschen aus. Das ist mit jeder unterschiedlichen Person immer wieder ein Spiel von Neuem.

Um das interessante Thema näher zu besprechen, bräuchte man evtl. Fallbeispiele.

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