Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Bietet Pflegebedürftigen, Angehörigen, Mitarbeitern, ehrenamtlich Engagierten, Berufsbetreuern und allen die Zeuge von Verletzungen der Menschenwürde sind, die Möglichkeit darüber zu berichten sowie Rat und Unterstützung einzuholen. Positive Beispiele und Vorbildhaftes kann hier ebenfalls hervorgehoben werden.
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querfeuer
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AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von querfeuer »

Hi DollscheVita,

herzlichen Dank für diesen wertvollen und hilfreichen Link, aber auch für deine anderen Worte. Ich habe gleich erst mal in dieses Forum reinschnuppern müssen, es ist ungleich vielfältiger, scheint aber eine wirklich tolle Sache zu sein.

Dir eine gute Zeit und einen gesunden Start in eine erfolgreiche Woche,

take care, querfeuer

P.S.: ein "Dankeschönblümchen" wird noch angehängt
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Rerum cognoscere causa

Jutti
Beiträge: 2783
Registriert: So 12. Mai 2002, 21:52
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AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von Jutti »

Hi @ all
Ich bitte alle Poster in diesem Thread, vor allen Dingen Ronja19650, sachlich zu bleiben. Beleidigungen dulde ich nicht in einem Thread, der ausgerechnet über Gewalt geht.
Hier ist ein User derartig unsachlich angegriffen worden, das ich den Thread schließen werde, wenn nun nicht Ende ist mit der Zickerei
Ich erwarte, das sich bei Querfeuer entschuldigt wird.
Ich entschuldige mich jedenfalls dafür, das User in meinem Unterforum dich so unsachlich angemacht haben, Querfeuer.
Sorry
Gruß
Jutti



ronja19650
Beiträge: 111
Registriert: So 12. Nov 2006, 14:07

AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von ronja19650 »

Tja dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig.
Sollte ich mich im Ton vergriffen haben, entschuldige im mich bei dem user dafür.

Ronja19650



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querfeuer
Beiträge: 19
Registriert: So 18. Nov 2007, 07:26

AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von querfeuer »

Hi zusammen,

ist schon ok, ich bin stabil und robust genug, es auszuhalten, keine psychischen Schäden dadurch zu erleiden. Die Entschuldigungen sind angekommen und werden akzeptiert, nun kann sich hier wieder jeder dem eigentlichen Thema widmen.

Take care und ruht in euch selbst, querfeuer
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Rerum cognoscere causa

Jutti
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AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von Jutti »

Jut, dann stelle ich nun mal ne Runde Sekt auf den Tisch, ich muss eh noch einen ausgeben auf mein bestandenes Diplom

Proooooooooooost


Und Namaste, Querfeuer,ggg
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Zephalagie
Beiträge: 764
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AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von Zephalagie »

ich nehme meine Äußerungen zurück



Venus
Beiträge: 72
Registriert: Di 5. Dez 2006, 17:24

AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von Venus »

Hmmm ...

Wo fängt Demenz an, wo hört Orientiertheit auf? Was sind die Auswirkungen des Heimlebens (mit Reizarmut, Abhängigkeiten, Ausgeliefert sein, etc.)? Was ist böse und was ist im Prinzip "Angriff ist die beste Verteidigung"?

Es geht, so glaube ich, auch und vielmehr darum, wie kann ich mich professionel und adäquat abgrenzen und wie schaffe ich es, mich NICHT in die Situation verstricken zu lassen, wie kann ich meinen Job gut händeln?

VLG Nadya



Mr.Biber
Beiträge: 50
Registriert: Mi 23. Jan 2008, 17:05

AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von Mr.Biber »

Heiligs Blechle,das geht ja gut zur Sache hier :)

Zum Thema.
Als ich mit meiner Ausbildung begonnen habe, hätte ich auch nicht damit gerechnet, geschlagen, beschimpft, bespuckt, verflucht und mit Besteck beschmissen zu werden (um einen kleinen Teil zu nennen)
Doch denke ich nicht, dass der Pflegende ganz und gar machtlos ist.
Sicherlich ist es ganz natürlich, dass von uns erwartet wird, höflich und freundlich zu sein. Doch sollte man bedenken, dass auch wir nur Menschen sind, die ihre Belastungsgrenzen haben (beim Einen sind sie höher, beim Anderen niedriger). Ist diese Grenze erreicht, so sehe ich keinerlei Probleme, den Bewohner/die Bewohnerin, ganz klar darauf aufmerksam zu machen, dass solch ein von ihm/ihr gezeigtes Verhalten respektlos und inakzeptabel ist, und von mir in dieser Form nicht weiter mit der gewohnten Höflich- und Freundlichkeit zu rechnen ist.
Natürlich brülle ich die Bewohnerin nicht in Grund und Boden, doch kann es vorkommen, dass ich durchaus einen etwas schärferen Ton anschlage.

Die Diskussion, inwieweit es böse Menschen gibt, inwiefern diese etwas dafür können usw. lasse ich nun außen vor. Ich denke, das könnte man in einem Philosophiethread einmal durckauen ;)

Wir hatten einmal einen Bewohner (geistig orientiert), der massiv psychisch gewalttätig wurde, hauptsächlich gegen Frauen, welche er auch sexuell belästigte, und das Pflegeteam gegeneinander ausspielte.
Ab einem gewissen Punkt jedoch wurde von der WBL eingeschritten, welche ihn ganz klar zurechtwies und notfalls die Konsequenzen (in Absprache mit der Heimleitung) aufzeigte. Das funktionierte einige Zeit, doch zog das Team nicht immer am selben Strang, und so ging es wieder von vorne los.
Im Endeffekt wurde die Heimleitung eingeschaltet, die PDL, und der (verflixt...wie heißt das nochmal?) Betriebsrat, und der Bewohner wurde, salopp gesagt, aus dem Heim geworfen.

Ich denke, in solchen Dingen ist ein gutes Team sehr wichtig, ebenfalls eine PDL, die ihren Aufgaben nachkommt; grundsätzlich auch ein gutes Klima im Heim.

Gast08 schrieb:
Nur wird immer davon gesprochen, dass Gewalt von Seiten der Pflegekräfte ausgeht --- aber nie anders herum.
Natürlich, das kommt auch in den Medien wesentlich besser.
Zudem haben die Leute, die dieser Meinung sind, grundsätzlich keine Ahnung (behaupte ich mal). Da lächel ich doch nur müde :)

Peter


"Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen."
Guy de Maupassant

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Kati123
Beiträge: 1707
Registriert: Sa 28. Jul 2007, 14:25

AW: Pflegekräfte werden oft Opfer von Gewalt

Beitrag von Kati123 »

Moin,

ich lese schon einige Zeit hier mit und mache mir im Stillen meine Gedanken dazu. Ich habe in 15 Jahren Pflege schon einiges erlebt und muß gestehen, ich habe mich auch in meinen Reaktionen verändert. Ich denke, man muß einfach ehrlich zu sich selbst sein. Es gibt Bewohner, ob nun dement oder nicht, die sind mir total sympathisch, da würde ich anders auf solche Aktionen reagieren, als Menschen, die ich vielleicht eher unsympathisch finde. Mal ein kleines Beispiel: Ich hatte eine Bewohnerin, an die ich mich noch heute mit einem Lächeln zurückerinnere, obwohl sie uns beschimpft hat, öfter mal mit Sachen beworfen hat oder gerne auch mal die Hand hob oder nach uns trat. Aber sie war so zierlich und "tattrig", dass ich dies nicht als Gewalt wahrnahm. Ich sah darüber hinweg, weil ich sie so niedlich fand, wenn sie sauer war. Hingegen hatte ich einen Bewohner, von ich wußte, dass er seine Frau früher mißhandelt hat, der obszöne Bemerkungen machte und in meinen Augen einfach nur eklig war ( mein eigenes Empfinden ). Er hat mich nie angerührt oder geschlagen, er hat einfach nur von früher erzählt und Bemerkungen gemacht und ich fühlte mich sehr unter Druck, weil ich wütend war. Ich hatte Schwierigkeiten bei ihm ruhig zu bleiben, deshalb gab ich ihn als Bezugskraft ab.
Es gibt kein Patentrezept, ich habe mir immer vorgenommen, einfach Mensch zu sein. Das heißt, ich reagiere menschlich, nicht wie eine Maschine, lächle nicht einfach Emotionen weg, sondern sage, dass ich so nicht behandelt werden möchte. Bei Dementen habe ich die Erfahrung gemacht, dass es auch hier ankommt. Oft habe ich festgestellt, dass die Menschen sich auch mal nach einer Auseinandersetzung sehnen. Sie geben deutliche Signale und sofern ich das Gefühl habe, dass sie verstehen, was sie gerade wollen, dann reagiere ich auch dementsprechend. Ich sehe mich wohl auch als Dienstleister, aber vorwiegend als Mensch. Und wenn es mir zu heftig wird, dann sage ich es anständig, dass ich so nicht weitermachen möchte. Aber Gewalt ist ja nicht nur offensichtlich zu finden. Viele Menschen strafen einen ja auch mit Nichtachtung, Schweigen, Abwenden, Blicken etc. Das finde ich teilweise schlimmer, als eine eindeutige Reaktion, auf die ich reagieren kann.

Ich möchte auch mal ganz kurz auf das Thema "Umgang mit Dementen" eingehen, da ich nun seit 9 Jahren als Gerontofachkraft arbeite. Sicherlich ist jeder Mensch individuell und manche sind auch nicht zu erreichen, aber mir hat es sehr wohl geholfen, dass ich eine Weiterbildung gemacht habe und Techniken zur Prävention, Kommunikation und zum Konfliktmanagement erlernt habe. Früher war ich ungeduldig und hab alles abgetan. Heute stehe ich mit einem ganz anderen Selbstbewußtsein den Menschen gegenüber. Ich höre zu, nehme mich völlig zurück, entschäfe so Situationen, die mich vor jahren noch zur Weißglut gebracht hätten. Heute verzweifeln eher die Provokateure an mir :D .

Trotzdem sollte jede Pflegekraft offen mit der Thematik umgehen. Ich möchte nicht wissen, wieviele Pfleger schweigen aus Angst vor Konsequenzen und dummem Gerede. Oft habe ich erfahren, dass sich über Kollegen lustig gemacht wurde, weil sie auf "Ablehnung" gestoßen sind. Dabei war es nicht der Kollege, der etwas falsch machte, sondern die Kollegen, die dieses Verhalten der Bewohner unterstützten.

Gruß Kati


Menschen mit Phantasie langweilen sich nie :hehe

Altenpflege - come in & burn out... :D

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