Kollegin beschwerte sich bei PDL und zieht alle mit rein

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Thassadar
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Kollegin beschwerte sich bei PDL und zieht alle mit rein

Beitrag von Thassadar » Di 18. Jul 2017, 07:56

Eine Kollegin (KPH, seit 30 Jahren im Haus, vor knapp 2 Jahren auf unsere Station zwangsversetzt worden) hat sich vor kurzem bei der PDL über einige Missstände in unserem Team beschwert und hat damit erreicht, dass der Pflegedirektor bei unserer nächsten Teambesprechung dabei sein wird.
Der Anlass war wohl, dass sie ihrer Meinung nach zu viele Patienten zugeteilt bekommen hatte und dann auch noch von anderen Examinierten kontrolliert und auf Fehler hingewiesen wurde.
Beispielsweise hat sie vorgebracht, dass die Stationsleitungen des Öfteren nicht mit in die Pflege gehen, weil sie angeblich zu viele administrative Aufgaben zu erledigen hätten. Das ganze Team sei deshalb so unzufrieden, dass uns die Leute weglaufen würden. Ausserdem würden sich einige so aufspielen, als hätten sie was zu sagen, wenn keine Leitung im Dienst ist und es würden sich ja eh immer dieselben Leute die leichtesten Patienten rauspicken.
Das alles habe ich nur vom Hörensagen mitbekommen, weil sie mich als nicht vertrauenswürdig einstuft, allerdings hat sie mir gegenüber geäussert, dass sie Frau genug ist um bei der Teambesprechung alle namentlich zu benennen, die sich jemals über irgendwas beklagt haben und sie dazu zu bringen, vor der PDL dazu Stellung zu beziehen. Ansonsten würde sie der PDL verraten, dass wir eine Kaffeekasse auf Station haben, welche dann eingezogen würde.
Sie ist der Meinung, dass ihr altes Team so viel besser war, auch mal zusammengehalten hat wenn es hiess sich gegen die Leitung durchzusetzen und wir würden ja alles mit uns machen lassen. Da Frage ich mich einerseits, warum ihr altes Team sie dann nach 30 Jahren abserviert hat (Station wurde verkleinert, Leitung musste 4 Leute auswählen, die versetzt werden).
Andererseits weiss ich nicht, wie man sich in der Situation verhalten soll. Ich denke jeder regt sich mal auf und moppert rum oder denkt, wenn die Leitung sich nicht den A..... am Schreibtisch plattsitzen würde hätte ich einen Patienten weniger zu versorgen. Aber wer weiss, was sie da alles noch auf den Tisch bringt, was man irgendwann mal im Affekt gesagt hat und soll dann vor der PDL, den Leitungen und dem gesamten Team spontan Stellung dazu beziehen.... Sie erwartet jetzt, dass wir ihr dankbar sind, weil sie denn Anfang gemacht hat, indem sie alles angesprochen hat, was ihrer Meinung nach falsch läuft und wir sollen jetzt alle für sie in die Bresche springen, damit die nicht alleine als die Dumme dasteht.



resigniert
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Re: Kollegin beschwerte sich bei PDL und zieht alle mit rein

Beitrag von resigniert » Di 18. Jul 2017, 09:51

So wie sich das anhört (liest), ist eine Stationsbesprechung wohl notwendig und eine gute PDL könnte sie, da Stationsfern, gut moderieren.
Bereitet euch auf die Besprechung vor, aber unemotional! professionell. Also Fakten notieren - nicht Emotionen.
Schaut euch die Stellenbeschreibung einer SL an - zumindest in den Krankenhäusern die ich kenne, ist die Leitung mit Leitungsaufgaben voll ausgelastet.
Wenn ihr die Fakten zusammengestellt habt, sucht die Defizite und dann sucht Lösungsmöglichkeiten und notiert sie.
Wenn das Team (ist es eins?) sich so vorbereitet hat und evtl. noch einen Sprecher benannt hat (der das schriftliche Unterstützungversprechen des Teams bekam) kann die Teambesprechung kommen.
Wenn ihr kein Team seit, lernt ihr dadurch evtl. eins zu werden. Team zu sein, heißt aber nicht, alles vom Anderen zu dulden, es heißt auch, ehrlich Missstände anzusprechen, unemotional, sachlich, ohne die Person anzugreifen, aber eben die Person darauf anzusprechen - nicht hinter deren Rücken abzulästern!

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