Umgang mit Diabetes

Das Diskussionsforum für alle Themen, die die Pflege betreffen, Fragen Tipps, Anregungen etc alles ist willkommen...
Antworten
Benutzeravatar
Kruerex
Beiträge: 881
Registriert: Mo 1. Nov 2010, 21:04
Kontaktdaten:

Umgang mit Diabetes

Beitrag von Kruerex » Di 20. Sep 2016, 19:43

Hallo

Ich bin gerade etwas auf den "Antizucker-Trip"

Der Film "Voll Verzuckert" gab mir dann den Rest 8)

Und da kommt man ja dann auch ins Grübeln.

Kenne das nun so:
Bew. hat Diabetes , bekommt sein Insulin(oder Tabletten) - Rest wurscht .

Das kann es jetzt aber nicht sein oder?
Zählt ein "Och , mit 70 darf man ruhig essen was man will " oder "Willst nun dem alten Menschen auch noch das Essen nehmen?" immer?

Natürlich möchte ich nun keine Leben total umkrempeln , aber wir versorgen ja x Folgekrankheiten und dann stelle ich Herrn xy zum Frühstück Weißbrot mit Nutella und Marmelade hin , Mittagessen auch nicht das gesündeste mit fett Nachtisch , zum Kaffee immer schön Plätzchen/Kuchen und abends wieder Weißbrot mit was süssen plus Puddings usw....

Irgendwie finde ich das nicht ok - nicht jeder kommt ins Heim und hat nur noch ca 1 Jahr......

Und ihr so? ;o)


Liebe Grüße
Kruerex

silberfee47
Beiträge: 49
Registriert: Sa 10. Sep 2016, 12:19

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von silberfee47 » Mi 21. Sep 2016, 08:06

:D kruerex
Kenne das nun so:
Bew. hat Diabetes , bekommt sein Insulin(oder Tabletten) - Rest wurscht .
wie wahr - wie wahr

wenn ich jetzt gehässig wäre ! würde ich glatt sagen: der Anteil von alten und kranken menschen wird in den nächsten jahren sehr hoch werden, also.... je eher ein bett wieder frei wird.... :mad:

sorry, aber da kann ich nur sarkastisch werden - schimpf, motz, mecker - einige heime haben immer noch nicht kapiert, das eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig ist ! insbesondere bei Diabetes ! :(
die sind immer noch am :sc hlaf

es lohnt sich immer mal wieder in den Häusern daraufhin zu weisen - ab und an fruchtet es ja


ich lebe mein leben in wachsenen ringen, die sich um die dinge ziehen - den letzten werde ich wohl nicht erringen - aber versuchen will ich ihn. MGorki

resigniert
Beiträge: 318
Registriert: Mi 6. Feb 2013, 20:35

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von resigniert » Mi 21. Sep 2016, 09:56

ich arbeite im KH - Diabetisches Fußsyndrom
viele alte Menschen mit Diabetes werden bei uns behandelt. Sie bekommen das Essen, welches ihnen schmeckt, egal ob süß oder fett. Ca. 50% werden vom Ernährungsteam betreut, da die Pat. nicht gut ernährt sind.
Allerdings machen wir uns auch die Arbeit, die BZ-Werte bis zu 5/6x in 24 Stunden zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Wo ist das Problem?
Hauptsache sie essen und kommen auf genügend Kcal.



Benutzeravatar
pegean
Beiträge: 3142
Registriert: So 12. Okt 2003, 13:51

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von pegean » Mi 21. Sep 2016, 16:23

Bew. hat Diabetes , bekommt sein Insulin(oder Tabletten) - Rest wurscht
Nein der Rest ist nicht wurscht.
Sehe heute noch die Küchenleitung jubeln als es hieß es gibt keine Diabetikerkost mehr .
Heute dürfen Diabetiker alles essen .Natürlich gilt auch hier wie für alle anderen
in Maßen nicht in Massen .
Und es funktioniert bestens .

LG


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

Benutzeravatar
Kruerex
Beiträge: 881
Registriert: Mo 1. Nov 2010, 21:04
Kontaktdaten:

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von Kruerex » Mi 21. Sep 2016, 17:07

Jep....Gott sei Dank sind die Zeiten von Fruchtzucker (sagte man meiner Oma...nur noch Fruchtzuckersachen) und Diäten vorbei.

Davon rede ich doch garnicht.

Weißbrot mit Nutella?
Und jetzt nicht weil Bew. so darauf steht , sondern weil heute mal ne Runde geschmiert wird und Weißbrot ja eh besser zu kauen ist.

Es ist alles erlaubt zu essen - aber doch ausgewogen oder?

Wenn ich sehe , dass morgens der Kaffee für die bettlägerigen fertiggemacht wird : alle Zucker/Milch

Kann mir doch keiner erzählen , dass plötzlich alle so ihren Kaffee trinken.....vorallen die mit Diabetes...


Aber genauso diese Saftautomaten.
Süßstoffwasser....für alle , schön bunt


Ich finde Essen so wichtig - gerade in Heimen , was haben die Bew. denn noch?


Und dann sowas.....


Liebe Grüße
Kruerex

resigniert
Beiträge: 318
Registriert: Mi 6. Feb 2013, 20:35

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von resigniert » Mi 21. Sep 2016, 17:18

Aber dies hat nichts mit Diabetes zu tun, sondern mit nicht auf die Bewohnerwünsche eingehen.



Benutzeravatar
Kruerex
Beiträge: 881
Registriert: Mo 1. Nov 2010, 21:04
Kontaktdaten:

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von Kruerex » Mi 21. Sep 2016, 17:24

Solange Bew geistig noch fit ist bestimmt.

Ich rede von Leuten mit Demenz/Diabetes...(ok, auch von dem Rest , war gerade bissel in Fahrt)

Wenn ich jetzt mal wahllos an einen Wohnbereich denke....18 Bew, davon 3 oder 4 die noch entscheiden können was sie essen oder nicht - restlichen 14 haben mind die Hälfte Diabetes.

Egal - gibt für alle gleich....

Irgendwie....


Liebe Grüße
Kruerex

silberfee47
Beiträge: 49
Registriert: Sa 10. Sep 2016, 12:19

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von silberfee47 » Mi 21. Sep 2016, 19:25

ich arbeite im KH - Diabetisches Fußsyndrom
hi resigniert, genau das ist es ja. Altenheim ist da etwas anderes.
und 5/6 x pieksen - AUA - nein danke.


ich lebe mein leben in wachsenen ringen, die sich um die dinge ziehen - den letzten werde ich wohl nicht erringen - aber versuchen will ich ihn. MGorki

Benutzeravatar
Elfriede
Beiträge: 808
Registriert: Sa 2. Aug 2014, 17:19
Beruf: KrSr
Einsatz Bereich: ambulante
Wohnort: Nds/HB

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von Elfriede » Mi 21. Sep 2016, 21:13

... und wer bezahlt 5-6x pieksen?
Ne´AVO kriegst Du dafür sicher nicht - und falls doch, bei der Kasse nicht durch.
Schon mal geguckt, was BZ-Stixe (Messsensoren) kosten ?
Ist genau wie bei den Druckern : Das Gerät bekommst Du nachgeworfen, aber an den Farbpatronen hebst Du Dir einen finanziellen Bruch.



resigniert
Beiträge: 318
Registriert: Mi 6. Feb 2013, 20:35

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von resigniert » Mi 21. Sep 2016, 21:56

ich schrieb ja Krankenhaus - wir versuchen die Pat. einzustellen. Anschließend sind so häufige kontrollen dann nicht mehr notwendig, hoffentlich



Suse2
Beiträge: 1924
Registriert: Mi 21. Dez 2005, 19:56
Beruf: AP - PDL - Stellv. HL
Einsatz Bereich: Seniorenheim
Wohnort: NRW
Interessen: Lesen, Schwimmen, Stricken

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von Suse2 » Mi 21. Sep 2016, 22:40

kann mich da nicht anschließen,
wir haben 4 BW mit intensivierter Insulintherapie
5 x Sticksen, 4 - 5 x spritzen
und es gibt keinerlei Verordnungsprobleme
ich bestelle einmal im Quartal den Quartalsbedarf
dann schleppt die Apo sich 'nen Wolf
und die Schränke lufen über...
aber es gibt keine Diskussionen über den Bedarf


ja....im Heim!!!
und es gibt für alle Bewohner sie Mahlzeiten in Buffetform


Auch wer nicht zählen kann, zählt mit!
Auch wer nicht sprechen kann, hat was zu sagen!
Auch wer nicht laufen kann, geht seinen Weg!

resigniert
Beiträge: 318
Registriert: Mi 6. Feb 2013, 20:35

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von resigniert » Mi 21. Sep 2016, 23:37

@Suse2, Klasse!



Skjaldar
Beiträge: 72
Registriert: Fr 31. Mai 2013, 12:51

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von Skjaldar » Di 11. Okt 2016, 12:00

Wir haben bei uns einen "kuriosen Fall".

Eine Bewohnerin bekommt Basalinsulin, Morgens wie Abends.

Wenn der BZ einen bestimmten Wert überschreitet, soll Humaninsulin nachgespritzt werden. Das Problem ist, wir sollen lt. AVO nur einmal die Woche, Abends messen.

An jenem Abend ist der BZ meist über dem vorgeschriebenen Wert, und wir spritzen zw. 1ner und 12 Einheiten nach. Mehr war meist nie Notwendig.

Gespräche mit dem Hausarzt sind Ergebnislos. Kommentar des Arztes; "Die Werte sind eh nicht Aussagekräftig"

Ich vertrete aber auch die Meinung, wenn jemand nach Wert gespritzt wird, ist es ja eigentlich "irrelevant" was er isst.

Der BZ sollte dann ja fast immer in einem "gesunden" Bereich sein, und Folgeschäden minimiert sein.

Mit einer gesünderen Ernährung wäre es natürlich nicht in dem Maße notwendig, Insulin zu spritzen, oder Medis zu geben!

LG

Skjaldar



stormrider
Beiträge: 218
Registriert: Sa 1. Jul 2006, 15:34

AW: Umgang mit Diabetes

Beitrag von stormrider » Di 11. Okt 2016, 12:45

Manmanman bei solchen Diagnosen krieg ich die Krise.
Es würde vielen Diabetikern sehr helfen, wenn man endlich mal die alten Zöpfe in Bezug auf Diabetikerernährung abschneiden könnte.

Und nein, ein Diabetiker darf nicht alles essen, nämlich all das nicht was Kohlehydrate ab einer gewissen Menge beinhaltet. Die klassischen Angaben der DGE sind schlichtweg eine Katastrophe. Kein Wunder, dass so viele Diabetiker ihre Werte nicht wirklich im Griff haben. Und nein, hiermit meine ich nicht die unehrlichen Menschen, die behaupten, auf ihren BZ zu achten und sich in Wirklichkeit an nix halten.

Da ich keine Bock auf eine längere Diskussion habe, schreibe ich hier nur rein, dass ich es schaffe, mein HBA1 im Normbereich zu halten, ohne Tabletten und ohne Insulin. Das erreiche ich durch Ernährungsumstellung auf lc.

Mein Problem ist, dass ich eine enorm hohe Resistenz habe, gegen die die klassischen Blutzuckermedikationen ziemlich machtlos sind und ich Insulin in sehr hohen Dosierungen spritzen müßte um eine Wirkung zu erzielen. Trotz Behandlung kann es immer noch vorkommen, dass dann bei meinen BZ-Werten eine 3 vorweg steht und da meine ich jetzt keine Werte in den 30ern.

Das passiert immer dann, wenn ich mich an die Richtlinien der DGE halte anstatt an meine eigenen die ich im Laufe der Zeit entwickelt habe.



Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste