zusatzkasse

Pflege- und Sozialrecht.
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make-my-day
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zusatzkasse

Beitrag von make-my-day » Mi 6. Okt 2010, 20:01

hallo,
mal eine frage an die rechtsprofis

in meiner zeit hab ich bei einem meiner arbeitgeber in eine zusatzversorgungskasse schön brav eingezahlt, jetzt nachdem ich schon jahre da weg bin, den job auch derzeit nicht ausübe...ja was passiert denn da mit dem geld das ich da eingezahlt habe??? ich hab auch nie wieder was von denen gehört...(zvk)

erhellt mein nicht-wissen... :D



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johannes
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AW: zusatzkasse

Beitrag von johannes » Mo 28. Feb 2011, 17:21

Die ZVK ist eine sog. betriebliche Altersversorgung.

1. es handelt sich um eine AG-Leistung
2. nach den gesetzlichen Regelungen entsteht eine sog. Unverfallbarkeit nach 5 Jahren ab Beitragsleistung.
3. Erst nach diesem Zeitraum bleiben die erworbenen Ansprüche für den AN
auch nach Kündigung des Arbeitsverhältnisses erhalten
4. die ZVK wird üblicherweise mit einem bestimmten Prozentsatz vom Brutto gezahlt, meist kommen da nur ca, 40 - 50 € mtl. Beitrag zusammen. Dementsprechend niedrig ist auch die zu erwartende Zusatzrente.
5. Bei Rentenzahlung fallen nach meinem Kenntnisstand Kranken- und Pflegekassenbeiträge an.
6. Steuer fällt nur dann an, wenn der Einkommensfreibetrag im Monat überschritten wird (bei einer Pflegekraft in aller Regel nicht zu erwarten)

Anders verhält es sich mit der durch den AN geleisteten Zusatzversorgung. Diese muß in jedem Fall dem AN vom AG angeboten werden!

1. Diese ist eine AN-Versicherung und daher unabhängig vom jeweiligen Arbeitsverhältnis von Anfang an unverfallbar.
2. Diese wird in der gewünschten Höhe vom Brutto des AN abgezogen
3. Für den vereinbarten und gezahlten Beitrag fallen zu diesem Zeitpunkt keine Steuern und keine SV-Beiträge an.
4. Die ersparten St- und SV-Beiträge machen ca. 30-33 % der Beitragssumme aus. Von 150 € Beitrag sind somit nur ca. 100 € aufzubringen.
5. Ab Rentenbeginn werden nur Kranken- und Pflegekassenbeiträge fällig (prozentual) wie bei der Altersrente.
6. Steuer fällt nur dann an, wenn der Einkommensfreibetrag im Monat überschritten wird (bei einer Pflegekraft in aller Regel nicht zu erwarten)
7. Es sollte darauf geachtet werden, daß

a) bei Tod vor Renteneintritt die eingezahlten Beiträge an den Folgebegünstigten (nach sich selbst) incl. Verzinsung ausgezahlt werden (nicht jeder macht darauf aufmerksam, daß das möglich ist)
b) die Rentengarantiezeit mind. 15 Jahre beträgt (sie tritt dann in Kraft, wenn der Anspruchsberechtigte vor dieser Zeit verstirbt und bedeutet, daß die Rente in voller Höhe an die Hinterbliebenen bis zum Ablauf dieser 15 Jahre weitergezahlt wird - alt. als Einmalzahlung mit Abschlag)
c) daß eine Beitragspflicht entfällt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind und dennoch die volle vereinbarte Rente fällig wird


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