zahlungsunfähiger Bewohner.....

Pflege- und Sozialrecht.
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schwästa
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zahlungsunfähiger Bewohner.....

Beitrag von schwästa » Fr 8. Okt 2010, 11:03

..keine Ahnung ob das Posting hier her gehört :-)

Ich hole ein wenig weiter aus um zum Punkt zu kommen.
Ich arbeite in einem Altenheim als Vollzeitkraft, jeder von Euch kann sich sicher vorstellen wie das ausschaut mit Überstunden.
Bei Vollzeitkräften liegen die etwa bei 100, bei Teilzeitkräften teilweise um die 250 Überstunden.
Die Heimleitung sagt...... es ist kein Geld dafür da die Überstunden auszuzahlen, oder jemand zusätzlich ein zu stellen.

Jetzt komm ich zum Punkt ;-)
In unserem Haus lebt ein Bewohner der nicht mehr bezahlt, die Angehörigen sagen, sie haben kein Geld. Mittlerweile stehen da ungefähr 35000 Euro in der Kreide.
auf Nachfragen bei der Leitung wurde uns gesagt, da kann man nichts machen, man kann die nicht Kündigen und vor die Tür setzen.

Wohl gemerkt, es tut mir auch um den Bewohner leid, nur ich denke einfach.... wenn das mehre einfach machen.
Ich meine, für 35000 Euro, wieviel Überstunden kann man da ausbezahlen. Wie lange kann man da zusätzlich eine Pflegekraft beschäftigen?

Ist es tatsächlich so das man einen Heimplatz einfach nicht bezahlt und keine Konsequenzen zu erwarten hat?
Das das Heim dagegen nichts tun kann, keine Kündigung aussprechen?



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pegean
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AW: zahlungsunfähiger Bewohner.....

Beitrag von pegean » Fr 8. Okt 2010, 11:59

So ganz kann ich das nicht nachvollziehen daß das Haus kein Geld bekommt .
Da springen doch die Ämter ein.
Und ob die Angehörigen wirklich kein Geld haben wird dann vom Sozialamt überprüft.
Vermute daß Euch die Leitung schlicht verar....

Übrigens Heime können Kündigungen aussprechen .Dafür gibt es aber ganz strenge Richtlinien u. zudem muß sich das Heim um einen anderen Heimplatz
mit kümmern.

LG


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Beitrag von Teeyop » Fr 8. Okt 2010, 12:29

Richtig, und eine Besonderheit im Sozialrecht gilt für Senioren.....dass jeder einen Antrag für Hilfen zur Pflege für den Betroffenen stellen kann.
Ich hege den Verdacht die Heimleitung hat noch keinen Vertrag mit dem Sozialhilfeträger.....

mfg
TeeYop



schwästa
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AW: zahlungsunfähiger Bewohner.....

Beitrag von schwästa » Fr 8. Okt 2010, 13:12

also,
es ist scheinbar so das den Kindern das Elternhaus vor Jahren überschrieben wurde, die das Haus aber angeblich nicht verkaufen können weil es zu alt und runtergekommen ist.
Wie gesagt, ich hab davon wenig Ahnung. Nur vom Rechtsempfinden her denke ich einfach, das kann doch nicht sein.......wenn man eine Leistung in Anspruch nimmt muss man diese bezahlen.
Irgendwie leuchtet mir das alles nicht ein, (und ja,ich fühle mich ein wenig vera... von der Heimleitung) weil wenn das so alles einfach geht, wäre ja jeder der bezahlt nen bißchen doof..... so seh ich das.



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pegean
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Beitrag von pegean » Fr 8. Okt 2010, 13:27

Bist Du bei einem privatem AG ?

LG


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thomas09
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Beitrag von thomas09 » Fr 8. Okt 2010, 15:48

Kann griesuh nur zustimmen:

Das Sozialamt muss einspringen und das Pflegeheim bezahlen. Dieses holt sich das Geld wo immer es geht.

Zuerst wird die Rente eingezogen, Wertsachen verkauft und natürlich Grundstücke und Immobilien zu Geld gemacht. Dann wird bei unterhaltspflichtigenAngehörigen angeklopft. Reichts immer noch nicht zahlt das Sozialamt - also letztendlich der Steuerzahler.

Entweder eure Ltg. hat keine Ahnung oder verarscht euch.

Wenn dies möglich wäre, bräuchte ein AH nur ein paar solcher Kandidaten und die könnten zusperren.



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Beitrag von Suse2 » Fr 8. Okt 2010, 19:05

hm...

das kann durchaus so sein...

wir hatten in unserer 2. Einrichtung auch mal eine BW Privatzahler,
PS 3 und Außenstände über 30.000€ irgendwann hat de Ehemann
die Zahlung einfach eingestellt
wir bekamen zwar das Pflegegeld, aber die Rente ging an den Mann und er hätte eben die Zahlung veranlassen müssen


das Ganze ging über einige Gerichtsverhandlungen usw.

er zahlte nicht, aber es war ja nicht möglich die BWin einfach vor die Tür zu
setzten, dann kam mal wieder eine Teilzahlung und dann wieder nix

sie ist dann verstorben und wir sind auf einigen Euronen sitzen geblieben..


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Beitrag von schwästa » Fr 8. Okt 2010, 23:24

Ich denke mal es ist in etwa so wie Suse sagt.....
Der Bewohner ist PS2 und nicht privat.
Rein vom Gefühl her würde ich sagen.... die Kinder müssten zuzahlen( da sie ja auch das Haus haben) sagen aber, das Haus ist nicht verkäuflich und zahlen einfach nicht.
Für Griuh, es sind wirklich 35000 Euro und wir haben einige Bewohner die keine PS haben im Heim (unser Haus ist der caritas angeschlossen)
laut sozialen Dienst gibt es oft keine Anmeldungen mit höherer PS)
Ich weiss, das klingt alles sehr seltsam........ scheinbar arbeite ich in einem seltsamen Haus ;-)
Das ist genau wie mit den Verschlechterungsanträgen, die müssen wir Mitarbeiter erst den Angehörigen zum unterschreiben vorlegen bevor wir sie wegschicken können.



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Beitrag von Suse2 » Sa 9. Okt 2010, 08:14

@ Griesuh

wir haben im Moment 6 "0er" bei zweien läuft ein Antrag auf Einstufung

wenn eine Heimpflegebedürftigkeit vorliegt, ist eine Aufnahme ja auch kein Problem bzgl Sozialamt usw, wenn nicht dann geht es eben nur bei Privatzahlern

@ Thomas 09
Wenn dies möglich wäre, bräuchte ein AH nur ein paar solcher Kandidaten und die könnten zusperren.
jo das war auch damals bei uns so ein großes Problem, wenn wir nicht durch unsere Haupteinrichtung hätten die andere,kleinere finanziell unterstützen können, hätte es böse ausgesehen.....

@ schwästa
Das ist genau wie mit den Verschlechterungsanträgen, die müssen wir Mitarbeiter erst den Angehörigen zum unterschreiben vorlegen bevor wir sie wegschicken können.
nun wenn sich der Pflegebedarf erhöht hat, werden die Angehörigen bzw. der gesetzliche Betreuer um einen Höherstufungsantrag gebeten, das Ganze wird schriftlich festgehalten und wenn das nicht gemacht wird, hat die Einrichtung nach 3maliger Aufforderung durchaus das Recht die Kosten für die höhere Pflegestufe in Rechnung zu stellen


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Beitrag von schwästa » Di 12. Okt 2010, 15:18

laut MAV soll das ganze nun vor Gericht gehen, aber die Chancen fürs Heim würden schlecht stehen.
Es ist also so das die Tochter ein Haus geerbt hat, aber sagt sie hat kein Geld um den Heimaufenthalt zu bezahlen, ergo bezahlt sie nichts.

Eine Frage noch zu " Das Sozialamt muss einspringen und das Pflegeheim bezahlen. Dieses holt sich das Geld wo immer es geht."
Muss das Heim sich dann beim Sozialamt melden und sagen........He, hier hat jemand Schulden, oder wie?
Denn scheinbar meldet die Tochter das ja nicht.



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Beitrag von Suse2 » Do 28. Okt 2010, 22:57

[quote=""GastTamara""]Allerdings könnte es auch so sein, dass das Sozialamt zunächst noch prüft. Wir haben in einem Fall 7 Monate warten müssen, bis das Sozialamt endlich zu Ende geprüft hatte und gezahlt hat.

Sozialämter sagen heute auch gerne mal, dass man ja dann einfach mal den Heimvertrag kündigen könnte... Dann hat man zwar auch den Bewohner nicht mehr, aber auch niemanden, der Kosten produziert... Ist möglicherweise ein Rechenbeispiel, was "günstiger" ist...

Auf der anderen Seite bekommt man ja die Nachzahlung, wenn das Sozialamt dann endlich mal zu Ende geprüft hat..[/quote]


nun das habe ich auch erlebt

BW im April aufgenommen

erste Zahlung und dann Nachzahlung durch das SA Köln
im Dezember

bei jedem Anruf hieß es April ist nicht dran..
ja aber der Mann hat keinen Cent zur Verfügung

tja aber er ist ja gut versorgt.
warm, satt Wäsche gemacht :mad:

die haben keinen Schimmer was es für jemanden bedeutet, der aus dem KH direkt ins Heim kommt und dann Monate ohne Taler in der Hand da steht


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Beitrag von sophie » Do 28. Okt 2010, 23:48

Na ja, da muss ich mal einen Denkanstoss geben.

Was ist denn mit den vielen Selbstzahlern, die sich jeden Cent aus den Rippen schneiden. Wer gibt ihnen Taschengéld?


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

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Beitrag von Suse2 » Fr 29. Okt 2010, 05:26

...
wenn jemand Selbstzahler ist dann hat er sein Erspartes, in welcher Höhe auch immer.
zur Verfügung solange bis es alle ist und genauso lange muss er sich nichts aus den "Rippen" schneiden... er hat die Möglcihkeit sich sein Geld zu holen..

wenn aufgebraucht steht des Antrag auf Kostenübernahme durch das Sozialamt an, sicher nicht schön und für viele schwer, keine Frage..

bei dem Beispiel ging um jemand der mit 58 J in EU-Rente war, das 2. Bein verlor,
vom KH ins Heim kam, da anderweitig keine Versorgung möglich war,
der wusste in Zukunft habe ich noch knapp über 90 € Bargeld zur Verfügung und genau darauf 8 Monate warten musste, da war niemand der ihm etwas geben konnte.. auch wenn du satt bist und einen warmen Hi....hast.. der Wunsch mal ein paar Cent in der Hand zu haben ist doch mehr als verständlich.....


... das haben wir auch geschafft...gut das ich die Möglichkeit hatte...da zu helfen!!


und man darf auch nicht vergessen, das es kleine Einrichtungen gibt, die so schon arg zu kämpfen haben und wenn dann durch solche Wartezeiten, wegen ewig langer Bearbeitungsdauer, große Ausstände entstehenkann das mehr als schwierig werden
Zuletzt geändert von Suse2 am Fr 29. Okt 2010, 05:30, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachtrag


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Beitrag von sophie » Fr 29. Okt 2010, 09:56

Hallo Suse,
wenn jemand Selbstzahler ist dann hat er sein Erspartes, in welcher Höhe auch immer.
zur Verfügung solange bis es alle ist und genauso lange muss er sich nichts aus den "Rippen" schneiden... er hat die Möglcihkeit sich sein Geld zu holen..
Ja, das ist die positive Variante......

Und dann kommt die etwas unschönere:
Rentnen, die gerade ausreichen, um den Heimaufenthalt zu bezahlen.
Kinder, die für ihre Eltern zahlen müssen.

Und wer soll denen Taschengeld zahlen?



Ansonsten kann ich dir zustimmen. Aussenstände sind für eine Heim existenzbedrohend, bei grossen Häusern allerdings ebenso wie bei kleinen. Bei den grossen häufen sich dann die Anzahl der Aussenstände das kann oft schwierig werden.

Sophie


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