Wer zahlt den Transport ?

Pflege- und Sozialrecht.
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Hülsi
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Wer zahlt den Transport ?

Beitrag von Hülsi » Sa 1. Jul 2006, 14:34

Hallo,

ich habe ein Problem:
Eine unserer Bewohnerinnen müsste die Ohren gespült bekommen, der Hausarzt hatte auch schon Überweisung und so zum HNO-arzt ausgestellt, doch jetzt gibt es Probleme: Bei Pflegestufe 1 zahlt die Krankenkasse nicht den Transport APH-HNO-arzt und zurück, keiner der umliegenden Ärzte könnte oder will das bei uns im Haus (also als Hausbesuch) erledigen, die Nichte (Betreuerin) der Bewohnerin kann und will nicht den Transport selbst durchführen und ausserdem erklärte sie uns es sei Aufgabe des Hauses diesen Transport zu übernehmen bzw zu zahlen...(sie war Richterin und kenne sich damit aus...)
Ist die Angabe der Betreuerin korekt ?
wenn ja, wo finde ich die rechtliche Grundlage ?
Sie möchte auch nicht, das der Transport von dem geringen Taschengeld der Bewohnerin oder gar von Ihr selbst gezahlt wird...

Hülsi



andrea
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AW: Wer zahlt den Transport ?

Beitrag von andrea » Sa 1. Jul 2006, 15:17

Habe etwas länger gesucht und irgendwie nix richtiges gefunden. Ich war bisher der Meinung dass der BW sich prozentual an den Kosten beteiligen muß(von seinem Geld) und das die Kasse den Rest übernimmt. Leider weiß ich es nicht so genau.
http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/0 ... 8a0701.asp
gruß andrea



Sweetheart81
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AW: Wer zahlt den Transport ?

Beitrag von Sweetheart81 » Sa 1. Jul 2006, 19:21

Hi.
Ich kenne es von einem früheren Praktikumseinsatz so, dass wenn im Haus Zivis oder Praktikanten waren diese den Transport übernommen haben. Die Bewohner mussten aber, wenn niemand vom Haus aus abgesand werden konnte, per Taxi zum Arzt und dieses auch selber bezahlen. Eine Frau hatte sich bei ihrer Betreuerin (Berufsbetreuerin) immer darüber beschwert da sie sowieso nur den Minimalsatz an Taschengeld bekam (Sozi-Empfängerin). Aber die Betreuerin hat nichts dagegen unternommen oder gesagt das das Heim dafür aufkommen müsse.

Fänd es auch mal ganz interessant wenn jemand mitteilen würde wie es rechtlich aussieht!
Mein Mann, von Beruf Krankenwagen Fahrer, konnte mir als ich ihm das Posting gezeigt habe auch nur sagen das ab Pf.St. II gezahlt wird von den Kassen.

Gruß
Sweetheart



ilios1966
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AW: Wer zahlt den Transport ?

Beitrag von ilios1966 » Sa 1. Jul 2006, 23:47

Hallo,bei uns im Haus läuft die unter Serviceleistung,wenn jemand da ist der unseren Bulli fahren kann.Dies braucht der BW dann nicht zu zahlen.
Ansonsten glaube ich muß der Patient den Transport selber zahlen.
Rechtliche Grundlage kenne ich aber leider auch nicht

Lg ilios



Trinchen
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AW: Wer zahlt den Transport ?

Beitrag von Trinchen » So 2. Jul 2006, 12:38

Bei uns laufen alle Transporte über Taxi-Unternehmen und die Bew. müssen immer selbst zahlen vorausgesetz sie bekommen einen Transportschein dann zahlt die Kasse! so ist das bei uns! Schon alles seltsam!
lg Trinchen



Antonia
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AW: Wer zahlt den Transport ?

Beitrag von Antonia » Mo 3. Jul 2006, 15:35

Hallo Zusammen,
bei Pflegestufe I werden die Transportkosten für ambulante Versorgung nicht von den Kassen bezahlt. Bei Pflegestufe II u. III und/oder Inhaber von Schwerbehindertenausweisen (mit bestimmten Buchstaben) werden die Kosten übernommen. Die Fahrten müssen vor jedem Transport aber von der Kasse genehmigt werden. Der Bew. zahlt ohne Befreiung mindestens 5,-€, höchstens 10,-€ Eigenanteil.
Bei dringenden Fällen rufe ich bei der Kasse an und lasse mir die Genehmigung faxen.
Gruß Antonia



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johannes
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AW: Wer zahlt den Transport ?

Beitrag von johannes » Di 4. Jul 2006, 00:34

Hallo,

zunächst einmal hat die Betreuerin, auch wenn sie mal Richterin war, nicht Recht. Ihr seid in Mannheim, also gilt die Gesetzeslage von Baden-Württemberg.

1. Das Heim hat gemäß Rahmenvertrag (landesrechtliche Regelung des SGB XI) die Aufgabe, den Bewohner bei der Organisation z. B. von Arztbesuchen zu unterstützen. (Hierzu gehört die Beschaffung von Transportscheinen, Taxi bestellen oder KTW/RTW). Die Durchführung der Arztbesuche ist nicht Leistung des Heimes!

2. Auch bei Pflegestufe 1 besteht die Möglichkeit, notwendige Arztbesuche über Kassenleistung zu bekommen. Meist hilft ein persönliches Gespräch mit dem Sachbearbeiter. Es ist z. B. erlaubt, den Sachbearbeiter darauf hinzuweisen, daß die Ablehnung der Transportmöglichkeit die ärztliche Behandlung verhindert und daß dieser Umstand in der Dokumentation festgehalten wird. Das kann Wunder wirken! Ihr habt es immerhin mit Schreibtischtätern zu tun, die nicht so weit denken können. Auch die Frage nach dem Vorgesetzten kann hilfreich sein!

3. Bei Sozialhilfeempfängern kann auch ein Antrag auf Übernahme der Transportkosten gestellt werden. Sowohl bei der Krankenkasse als auch beim Sozialamt ist der Antrag vor der Maßnahme zu stellen. In aller Regel wird eine Kostenzusage auch per Fax übermittelt.

4. Sollte ein Heim eine Übernahme der Transportkosten zum Arzt jedoch mit der Pflegesatzkommission vereinbart haben - die Kosten sind dann im Heimentgelt enthalten -, dann ist das Heim natürlich verpflichtet, den Transport oder die Transportkosten zu übernehmen.

Daß die Kostenträger versuchen, die Kosten abzudrücken, ist wohl selbstverständlich. Die geben die Gelder ihrer Versicherten lieber der armen Pharmaindustrie als ihren Versicherten - aber das ist ja allgemein bekannt. Also nicht unterkriegen lassen und hartnäckig bleiben. Es lohnt sich!

Johannes



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