Stomabewohner und keine Fortbildung...

Pflege- und Sozialrecht.
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Palmarium82
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Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von Palmarium82 » Di 23. Jun 2009, 14:43

Huhu liebe Mitarbeiter :)

Ich hab da mal eine rechtliche Frage.
Es geht um folgendes:
Auf einer Station in unserem Hause herrscht momentan das reine Chaos. Es ist der Bereich der jungen Pflege. Haufenweise Krankenscheine und Krankmelduungen. Nun ja, das ist aber nicht das was ich ansprechen wollte.
Es geht um die Junge Pflege. Dort liegt ein 44 Jähriger Mann,geistig klar und Tracheostoma - Bewohner.
Er kam vom Krankenhaus in unserem Hause. Keiner auf der Station hatte Ahnung wie man einen Tracheostoma versorgt, pflegt usw.
Das ist jetzt ca . 6 bis 7 Wochen her. Seine Ehe frau versorgt in soweit wie es geht. Pflegt das Stoma alle 4 Wochen usw.
Das Sanitätshaus genehmigt nicht alles was der Mann braucht wie z.b. einen Luftbefeuchter usw.
Eine Mitarbeiterin schmeißt sich regelrecht auf den Mann damit er besser abhusten / absauegn kann, obwohl niemand ihr gezeigt hat, wie man alles am besten machen kann.
Also auf den Punkt gebracht, keiner von meinen Mitarbeitern hat Ahnung wie man das Tracheostoma versorgen muss und mit dem Absaugen ebenso.
Jetzt hatten wir vor ca 1 Woche eine Fortbildung Thema Tracheostoma.
Wir bekamen alle einen Schrecken, da man das Tracheo jeden tag desinfizieren sollen usw. Absauegn nur max. 10 cm tief und alles weitere kann tödlich enden. Unsere Kollegin sagte offen das sie weiter wie 10cm rein gegangen ist.
Dazu kam, das der Typ der die Fortbildung gemacht hat, uns sagte, das normalerweise ein Arzt das zeigen muss wie man alles in diesem Bereich pflegt / hilft / unterstützt usw.
Jetzt wir natürlich im Haus ordentlich dadrüber diskutiert ob man sich weigern könnte so eine Pflege durch zuführen.
Und was es für Folgen haben könnte, wenn man sich weigert einen Bewohner mit so einer Erkrankung aufzunehmen o.ö.
Vielleicht kann mir jemand dadruaf eine Antwort geben.

LG Jessi



Bluebirdy
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von Bluebirdy » Di 23. Jun 2009, 16:50

Hallo Palmarium 82
So was macht mich schier wahnsinnig.
1. Klar darf ich eine Tätigkeit die ich nie gelernt habe oder noch nie gemacht habe verweigern! ! ! Lernt jede AP in der Schule!!!
Zum 2. Du arbeitest in einem Pflegeheim.
Wer nimmt denn solche Pat auf?
Ich als Angehöriger würde euch die Bude stürmen.
wer aufnimmt sollte wohl auch die entspr. Pflege leisten können.

Der Typ von der Fortbildung hat euch richtig aufgeklärt.
Ein Arzt oder Tracheostoma erfahrene PFK müsste euch anlernen.
Gibt es da oben keine bessere´Versorgung für einen 44jährigen als ein Altenheim? Die reine Theorie kann man in vielen Pflegbüchern nach lesen.
Ich weiß Theorie und Praxis, aber da wäre z.B. der Absaugvorgang als solcher beschrieben.
Warum hat er das Tracheostoma?
Wo hat die Ehefrau den Umgang damit gelernt?
Da könntet ihr evtl. einen Ansprechpartner finden.
Der sollte evtl. auch über alles was eine TK Pat braucht, bescheid wisen.
Feuchte Nase, Absaugkath. TK wechsel ( der auch mal stattfinden muß in den 6 - 8 Wochen) sonst kriegt ihr große Probleme.

Sorry, wenn das sehr wütend klingt, aber ich erlebe genau sowas ZU oft.

Stehe dir gerne auch per PN für Fragen zur Verfügung uund antworte so gut ich kann.

LG
Bluebirdy



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-Felicitas-
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von -Felicitas- » Di 23. Jun 2009, 17:56

nngfg
Zuletzt geändert von -Felicitas- am Mo 1. Mär 2010, 01:46, insgesamt 1-mal geändert.



ilios1966
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von ilios1966 » Di 23. Jun 2009, 20:31

Hallo

Tatsächlich ist es möglich, dass MA nicht wissen wie ein Tracheostoma versorgt wird.Bei uns wüsste das auch niemand, da wir in den ganzen Jahren wo ich dort arbeite noch nie jemanden mit Tracheostoma hatten.

Ich würde so einen Bewohner entweder nicht aufnehmen oder bitten den Bewohner später zu uns zu bringen um Zeit zu haben die Mitarbeiter des Wohnbereiches schulen zu lassen.

Richtig ist, dass die MA die Versorgung verweigern müssen, wenn sie es nicht adäquat können.

Dennoch ist jeder Mitarbeiter verpflichtet sich fortzubilden wenn der Bedarf besteht.Er kann nicht auf Dauer sagen, dass er soetwas noch nie gemacht hat, die Bereitschaft es zu lernen muss da sein.Natürlich bei examinierten Kräften.

Lg ilios


Ich bin nicht nur für das verantwortlich was ich sage,sondern auch für das was ich nicht sage!

Antonia
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von Antonia » Mi 24. Jun 2009, 15:10

Hallo,
Hilfe gibt es
1.beim HNO-Arzt, es zeigt die genaue Anwendung.
2. der Arzt entscheidet was, wann der Bew. erhält, Vernebler braucht ein Stoma - Bew. in der Regel, damit der Schleim besser abgehustet werden kann3. wer besorgt Euch die Nasen? die Mitarbeiter arbeiten oft vor Ort und zeugen Euch die Anwendung
4. Das Sanitätshaus, welches das Absauggerät geliefert hat, wird Euch bestimmt helfen.
5.Nach der Medizinprodukteverordnung sind alle Lieferfirmen verpflichtet, gegen Unterschrift Euch regelmäßig auf die eingesetzten Geräte zu schulen.
6. Das gleiche gilt für alle hauseigene Geräte, der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet ( dies gilt für alle Geräte Elektrobett, Lifter, BZ, Wechseldruckm, usw.) damit soll sicher gestellt werden, daß das Personal die Geräte kennt und damit sachgerecht umgehen kann um Schaden vom Bew. ferngehalten wird. Für die Umsetzung und Kontrolle ist der Medizienp. Beauftragter verantwortlich.
Antonia



Rasputin
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von Rasputin » Mi 24. Jun 2009, 20:10

Huhu,

also ich empfehle zudem auch mal in die Unterlagen zu schauen, und auch Internet, nach Standarts suchen etc...
Dient jedenfalls der Auffrischung und ist sicher auch super,wenn es einem peinlich ist nachzufragen als *EXE*..


Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können

nixe5518
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von nixe5518 » Mo 10. Aug 2009, 23:55

Hallo Einfachnurich226, Finde diese Aussage nicht Nett klar kann ich eine Tätigkeit verweigern wenn ich mich nicht Sicher darin Fühle. Habe Tracheostoma auch in der Schule gehabt aber das ist nun schon 4 Jahre her da kann sich viel Ändern und das Üben an einer Puppe ist auch nicht Wirklich der Bringer um es sicher Zu beherrschen!

Und für Mich Zeigt es Mut zusagen wenn man was nicht kann ode man nicht Sicher ist



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agidog
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von agidog » Di 11. Aug 2009, 07:00

Moin ihr,

also ich muß das etz einfach loswerden:

Ich hab vor ca. 12 Jahren ausgelernt und ich hab noch niiiieeee ein Tracheostoma aus der Nähe gesehen :sc haem

Leute - ich wäre absolut hilflos, wenn ich so einen Patienten versorgen müsste --------- und würde es ablehnen!


Grüßle agidog


Wer mein Schweigen nicht versteht, versteht auch meine Worte nicht


Viele Menschen sind zu gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun (Orson Welles) 8)

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pegean
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von pegean » Di 11. Aug 2009, 07:32

Wir hatten schon Bew. mit kl.Nierendialyse und sowie mit einer selten ausgeführten Bauchdialyse. Bei diesen Bew. hatten wir ständig Unikl. im Hintergrund .Die schickten auch Mitarbeiter beim Einzug der Bew. mit um die
genaue Bed. der Geräte zu erklären.
Nach dieser Einweisung konnte keine exam.Kollegin die Betreuung verweigern.
Aber jeder mußte unterschreiben das sie es verstanden hatte. Und für die die ängstlich waren gab es noch einmal Nachschulungen.
Seit wann hat ein Heim keine Pflicht zur Fortbildung ?Jedes Heim muß Fortbildungen anbieten und nachweisen.
Sicherlich habe ich Anspruch auf Bildungsurlaub.Aber der AG ist bestimmt nicht verpflichtet mir die Fortbildungen zu bezahlen die ich in dem Urlaub dann besuchen will.Oder irre ich mich da ?

Einfachnurich226 : bei uns werden Altenpfleger/innen nicht belächelt sondern
eher bedauert weil sie verdammt viel und hart arbeiten müssen. Die Zeiten wo es hieß findeste keine Arbeit gehste in die Pflege sind vorbei !!!

LG


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

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-Felicitas-
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von -Felicitas- » Di 11. Aug 2009, 08:39

sdfgsdf
Zuletzt geändert von -Felicitas- am Mo 1. Mär 2010, 18:40, insgesamt 1-mal geändert.


Diskutiere nie mit einem Idioten. Erst zieht er Dich auf sein Niveau herunter, dann schlägt er Dich mit Erfahrung!

sophie
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AW: Stomabewohner und keine Fortbildung...

Beitrag von sophie » Mi 12. Aug 2009, 14:13

Hallo,

selbstverständlich ist der AG vor einer solchen Aufnahme dazu verpflichtet sein Personal dahingehend zu schulen, sonst hat er nämlich ein Haftungsrechtliches Problem. Selbstverständlich darf ich als PFK Tätigkeiten ablehnen, bei denen ich mich unsicher fühle. Ich darf auf Nachschulung bestehen. Dies ist im übrigen nicht nur im AP-Bereich sondern vor allem auch im KH so. Wenn ich 5 Jahre auf einer Gyn eine Super-Fachkraft war, muss ich nach einem Wechsel auf die Chirurgie doch wieder vieles lernen, was ich vielleicht nur aus dem Buch kenne. Die Leitung hat sich sogar immer wieder davon zu überzeugen, ob ich meine Arbeit auch richtig mache (Fachbegleitung). Ich finde es eher mutig, in der heutigen Zeit zuzugeben etwas nicht zu können, als irgendwas angelesenes zu machen. Wie oben bereits beschrieben wurde sind die Firmen die Beatmungs-und auch Absauggeräte zur Verfügung stellen verpflichtet Unterweisungen anzubieten (MPG). Eure Leitung wäre hier gefragt gewesen. Zuvor sich mit einem HNO Arzt in Verbindung zu setzen und euch eine Schulung in Tracheostoma-Pflege zukommen zu lassen.
Das keiner von euch im Team auf den Gedanken gekommen ist sich mit dem KH von dem der Patient gekommen ist, in Verbindung zu setzen finde ich allerdings auch sehr befremdlich. Wo bleibt denn da euer eigener Anspruch an fachliche Pflege???


Sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

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