Praktikanten als volle Kraft ?

Pflege- und Sozialrecht.
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fanaticdusty
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von fanaticdusty » Mi 15. Aug 2007, 19:17

Normalerweise werden Azubis als 0,5 Kraft gerechnet , der Dienst sollte so abgedeckt sein das der Azubi zusätzlich da ist, d.h der Dienst müsste auch ohne ihn laufen, aber so ist es selten in den Heimen.

Ja, und als Praktikant erst Recht nicht!
Schon allein wegen den Kenntnissen, klar könnten sie das machen aber ist rechtlich nicht ok...


Zitat: Ich denke das auch im tiefstem schwarz noch eine kleine Blume wachsen kann.

BonnieundClyde
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von BonnieundClyde » Fr 17. Aug 2007, 23:03

bei uns ist es ganz normal, dass prkt. waschen, denn sie werden nicht zusätzlich eistellt, sonder anstatt ner schülerin
. denen wirds halt ein zwei tage gezeit und gut is. find ich schrecklich!!!!!!!!!!!!!
so long greetz bonnie



sophie
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von sophie » So 19. Aug 2007, 19:28

Hallo fanatic dusty,
Schon allein wegen den Kenntnissen, klar könnten sie das machen aber ist rechtlich nicht ok...
__________________
wo steht das?

Welche Qualifikation haben Pflegehelfer?

Ich bin auch nicht dafür, dass Praktikanten als volle Kraft angerechnet werden, aber auch bei uns isses so. Und ich muss sagen, ich beginne dem etwas gutes Abzugewinnen. Wenn ich sehe, wie sie am Anfang sich verhalten und wie toll sie sich über ein Jahr hin entwickeln. Ich glaube nicht, dass das so wäre, wenn dieser Druck nicht da wäre.

Sophie


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-Felicitas-
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von -Felicitas- » So 19. Aug 2007, 21:05

jhhhih
Zuletzt geändert von -Felicitas- am Mi 3. Mär 2010, 04:53, insgesamt 1-mal geändert.



fanaticdusty
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von fanaticdusty » Mo 20. Aug 2007, 11:10

Das steht in irgend einem Arbeitsschutzgesetzt ka wo genau.
Wenn Azubis so eingesetzt werden isses vllt. noch nachvollziebar aber für Praktikannten bin ich nicht dafür.

Abgesehen davon ob sie gut oder nicht gut arbeiten.
Ausserdem viel Spass wenn mal die Heimaufsicht kommt und sehen sollte wie ein Praktikant bsp. BZ misst. Darf er laut Vorschrift nicht wie nen paar andere pflegerischen Tätigkeiten auch.


Zitat: Ich denke das auch im tiefstem schwarz noch eine kleine Blume wachsen kann.

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johannes
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von johannes » Mo 20. Aug 2007, 17:07

Zunächst einmal sollten die Diskutanten wissen, wovón sie überhaupt sprechen. Es ist zwar einfach, eine Behauptung in den Raum zu werfen, aber schon wesentlich schwerer, diese auch zu belegen

1. ein Praktikant wird in der Stellenberechnung wegen seiner mangelnden Kenntnisse von den Kostenträgern nur mit 0,2 Planstellen in der Vergütung berücksichtigt. Das hat aber überhaupt nichts damit zu tun, ob er dementsprechend auch nur mit 20 % der Arbeitszeit einzusetzen sei oder nicht.

2. Mit Arbeitsschutzgesetzen hat das wohl nichts zu tun. Es gibt ein Jugendschutzgesetz, das die Arbeitszeit von Jugendlichen regelt. Das wars dann aber auch.

Für alles andere bitte erst einmal harte Fakten liefern und dann diskutieren.

Johannes



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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von sophie » Mo 20. Aug 2007, 17:52

Hallo Johannes,

wo steht das mit den 0,2 Planstellen?

. Mit Arbeitsschutzgesetzen hat das wohl nichts zu tun. Es gibt ein Jugendschutzgesetz, das die Arbeitszeit von Jugendlichen regelt. Das wars dann aber auch.
na noch bissel was anderes is da wohl auch erfasst.... :-)

Sophie


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johannes
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von johannes » Mo 20. Aug 2007, 19:34

hallo Sophie,

das steht dann in der Pflegesatzvereinbarung, mit welchem Stellenanteil ein Praktikant oder AZUBI berücksichtigt wird.

Johannes



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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von sophie » Mo 20. Aug 2007, 20:02

Off-Topic:

Hallo Johannes,

sind diese Pflegesatzverhandlungen nicht für jedes Haus individuell????

Danke für die schnelle Antwort. sophie


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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von johannes » Di 21. Aug 2007, 05:39

Ja, Sophie, die sind für jedes Haus individuell, aber die Berücksichtigung im Stellenplan ist davon nicht betroffen. Den Kostenträgern geht es nur um das Geld, das sie auszugeben haben. Und ein AZUBI oder Praktikant ist nun mal billiger als eine Fachkraft oder Hilfskraft. Hat alles seinen Zweck.

Auf den Ausgangspunkt bezogen hat das aber keine Auswirkung. Auch ein Praktikant wird im praktischen Einsatz voll eingesetzt. Daß er nicht alle Tätigkeiten ausführen darf, ist selbstredend, eine Pflegehelferin darf das ja auch nicht. Anders sieht es bei Schulpraktikanten an, die in einen Ausbildungsbetrieb "reinschnuppern". Die laufen meist nur mit und übernehmen kleine Handreichungen.

Johannes



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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von sophie » Di 21. Aug 2007, 07:12

Hallo

Klar dürfen Praktikanten nicht alle Tätigkeiten ausführen. Aber sie müssen schon wie eine Vollzeitkraft mitanpacken. Und das für einen sehr geringen Lohn. Ganz richtig finde ich das nicht.

Zur Erklärung an Feli:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man die Praktikanten zu sehr "verhätschelt" denen alles egal ist. Ganz aktuell haben wir sogar zwei Stück, die uns regelrecht "verarschen". Die rufen nicht mal an, wenn sie morgens nicht erscheinen.

Mit Druck meine ich nicht, dass man sie unterdrücken soll. Sondern einfach nur, dass man ihnen klar machen soll, dass sie einen Vertrag unterschrieben haben und Verantwortung übernehmen müssen.

Andererseits muss man ihnen aber auch Zeit geben in den Beruf reinzufinden, sich an Gerüche und Anblicke zu gewöhnen.

Sophie


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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von scully » Di 21. Aug 2007, 12:48

Als WBL handhabe ich das ein wenig anders. Unsere Azubis, Praktikanten usw. stehen zwar auf den Dienstplan, aber wenn ich weiter plane, sind die für mich nicht da, also ich plane nur mit unseren Pfl.kräften, alle anderen sind dann zusätzlich da. In zwei Tagen in der Woche haben die Leitungen große Besprechungen und da wird zusätzlich eine Pflegekraft eingeplant.
....Trotzdem ist es immer knapp und eng ...

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johannes
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von johannes » Di 21. Aug 2007, 12:50

Hallo Sophie,

zu allen Zeiten waren Lehrjahre - und dazu zählen auch Praktika - keine Herrenjahre. Wir haben einen riesigen Fortschritt erziehlt, wenn man bedenkt, daß Lehrlinge früher noch Geld mitbringen mußten, um überhaupt bei einem Meister unterkommen zu können. Und gerade in der Pflege sind die Vergütungen für die Jüngsten mit am höchsten, wenn man sie in Beziehung zu anderen Berufen setzt.

Klar will jeder auf der Erfolgsleiter ganz oben stehen, aber das läßt sich wohl nicht verwirklichen.

Johannes



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Silke
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AW: Praktikanten als volle Kraft ?

Beitrag von Silke » Di 21. Aug 2007, 23:34

Es geht doch nicht darum , wie Praktikanten ihr Praktikum empfinden, ob als Lehr-oder Herrenjahr. Oder was. Die Frage war doch, ob es angemessen ist, Schüler und Praktikanten ständig als volle Kraft laufen zu lassen. Und nein, ist es natürlich nicht. Schüler haben ihren Aufgaben - und Lehrplan, sie haben die Aufgaben, die sie zu erledigen haben und eine Übersicht über die Lerninhalte. Praktikanten sollen in den Beruf hineinsehen und davon eine Vorstellung bekommen. Bei Schülern hat es auch noch mit dem Lehrjahr zu tun, wie verantwortungsvoll sie eingesetzt werden. Einem im 3. Lehrjahr ist natürlich mehr zuzumuten ,als einem Schüler im 1. Jahr.
Erfolgsleiter?? Ich verstehe nicht, warum die Antworten die Fragen nicht beantworten...



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johannes
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Beitrag von johannes » Fr 24. Aug 2007, 15:21

Nun Silke, ich habe bisher drei Berufe erlernt. In jedem war es eine Selbstverständlichkeit, daß ich auch in den Lehrjahren voll eingesetzt wurde. Anleitung, was wie zu machen ist und dann ging s los. Klar, daß ganz zu Anfang weniger gemacht wurde als zum Schluß, man lernt schließlich beim Arbeiten dazu. Klar auch, daß Anfangs mehr Kontrollen waren als am Ende.

Ich kenne auch genügend Berufe - und habe dies auch in Pflegeheimen erlebt - wo Auszubildende nur "niedere Arbeiten" erledigen durften, im Bereich Pflege z. B. Betten abwaschen und beziehen, Schränke aufräumen, Wäsche verteilen, Verbrauchsmaterialien auffüllen, mal mit nem Bewohner zur Toilette gehen oder auch Essen anreichen.

Das ist aber mittlerweile auch Schnee von gestern. Aber immer noch ist es nicht nur üblich, sondern auch sinnvoll, Praktikanten - und auch AZUBI - als volle Kraft einzusetzen. Schließlich müssen sie auch lernen, ein bestimmtes Pensum an Arbeit zu erledigen, wenn sie sich im Beruf bewähren wollen.

Es sollte allerdings eine Selbstverständlichkeit sein, daß sowohl Praktikanten als auch AZUBI entsprechend ihren Fähigkeiten voll eingesetzt werden und daß Stück für Stück neue Fähigkeiten geschult werden. Sie nur als billige Arbeitskraft zu mißbrauchen, kann ich nicht unterstützen.

@ Gast899

Korrigier mich, wenn ich mit meiner Vermutung falsch liege, daß du AZUBI oder Praktikant bist.

a) um sich einen Eindruck zu verschaffen, benötigt man kein ganzes Jahr (Praktikant) oder 3 Jahre (AZUBI), das schafft jeder halbwegs normale Mensch innerhalb einer Woche.
b) die Zeit des Spielplatzes und der Schule mit den endlosen Freizeiten sind Abschnitte im Leben eines jeden Menschen. Die Zeit des Berufes ist eine andere Zeit mit anderer Zeiteinteilung. Je früher du das erkennst, um so mehr hast du von deinem Berufsleben.
c) am meisten lernt ein junger Mensch, wenn er mit der Wirklichkeit konfrontiert wird. Also voll eingesetzt wird. Gewiß gibt es theoretische Erkenntnisse. Deren Vermittlung hat in der Lehrzeit auch ihren Platz. Aber da kann man - auch wenn es noch so wünschenswert wäre - auch nicht sagen: "hier kann man mich doch nicht voll fordern!" Das ist eine Selbstverständlichkeit. Warum dann nicht im praktischen Ausbildungsbereich?
d) deine Aussage
ICh weiß nicht was der Kram da oben soll , Lehrjahre und so .
zeigt, daß du offensichtlich noch in der Zeit gefangen bist, als du zur Schule gingst - ein paar Stunden Unterricht mit mehr oder weniger Engagement und dann Freizeit genießen. Dieses Leben hat in keines Menschen Berufsleben Platz. Das ist nur eine Phantasie der "Noch-Kinder".
d) im ersten und zweiten Lehrjahr ist man kein Schüler - Lebensabschnitt eines Kindes - sondern Auszubildender, früher nannte man das Lehrling! Der hat etwas zu lernen im Beruf. Der will ernst genommen werden als Erwachsener und nicht als Kind!

Schließlich
e) zu deiner letzten Frage.
Selbstverständlich dürfen Praktikanten und AZUBI voll eingesetzt werden entsprechend ihren Fähigkeiten. Noch gibt es kein Recht auf Einschränkung der Arbeit, sondern nur ein Recht auf Arbeit. Aber es kann durchaus sein, daß eure Generation auch das ändert und das Prinzip zum Tragen kommt

lmaA - laß mal andere arbeiten.

Johannes



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