Notrufklingel

Pflege- und Sozialrecht.
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toeffchen
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Notrufklingel

Beitrag von toeffchen » Mi 26. Sep 2007, 19:26

Das jeder Bewohner eine Notrufklingel in Reichweite zur Verfügung haben muß ist klar.
Was aber ist mit Bewohnern die Körperlich und Mental(wie z.B. Koma u.ä.) dazu nicht mehr in der Lage sind?!
Gibt es irgendwelche rechtliche Lektüre oder hat jemand diese Problematik mit Heimaufsicht/MDK schon durchgesprochen?
toeffchen



Teddy
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Beitrag von Teddy » Mi 26. Sep 2007, 19:34

Ich kenn es aus einem Altenheim, wo es eine eigene Wachkomastation gibt, das einige Bew im Zimmer übern Bett, eine kleine Kamera installiert bekommen haben zur "überwachung". Dies ist, soweit mir bekannt ist, auch rechtlich abgesichert, also vom Gericht befürwortet worden. Meines wissens haben die Angehörigen darum gebeten. Rechtliche hinweise dazu hab ich jedoch nicht.

gruß Teddy



toeffchen
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Beitrag von toeffchen » Mi 26. Sep 2007, 19:43

Hallo Teddy,
danke für die prompte Antwort.
Das mit den Kameras finde ich toll , bei uns aber leider so nicht umsetzbar. Nicht zu vergessen das die Bew täglich mobilisiert werden und somit aus dem Blickfeld der Kamera wären.
Aber abwarten, vielleicht kommen ja noch ein paar Tips.
toeffchen



Teddy
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Beitrag von Teddy » Mi 26. Sep 2007, 19:48

Nicht zu vergessen das die Bew täglich mobilisiert werden und somit aus dem Blickfeld der Kamera wären.
Haja Wachkomabew werden auch mobilisiert und liegen nicht den ganzen Tag im Bett.



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Beitrag von *Angie* » Mi 26. Sep 2007, 21:06

Hallo toeffchen,

also ich arbeite im Schwerstdementenbereich. Auch wenn sie den Notrufknopf nicht mehr gezielt nutzen können, legen wir ihn immer parat in Reichweite.

Kann doch sein, dass, wenn jemand in Not ist, er das plötzlich doch nochmal umsetzen kann...? (In Panik oder Todesangst entwickelt der Körper ja auch übermenschliche Kräfte) und vielleicht ist jemand in seiner Erinnerung doch noch nicht soweit zurück wie wir PK und die Ärzte manchmal denken...?

Aber um die Bewohner möglichst sicher im Auge zu haben, werden fast alle mobilisiert und halten sich in unserem Sichtbereich auf - ansonsten machen wir sehr kurzmaschige Kontrollgänge (15-30 Min) und immer wenn man in der Nähe ist schaut man eben um die Ecke ...

Rechtlich weiß ich dazu leider auch nix.


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Jaymzi
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Beitrag von Jaymzi » Do 27. Sep 2007, 11:18

ich arbeiten in einer stationären altenpflegeeinrichtung. jeder bewohner, egal ob dement, wachkoma oda sonst was hat eine klingel am bett und in reichweite.
wird auch immer sehr streng durch unsere pdl drauf geachtet. find ich aber auch gut so!!!
greetz



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Beitrag von ilios1966 » Do 27. Sep 2007, 16:53

Hallo,generell soll jeder BW eine Notrufklingel in Reichweite haben.Ich stelle allerdings die Sinnhaftigkeit in Frage wenn es um BW geht die diese tatsächlich nicht nutzen können wenn sie dazu kognitiv oder körperlich nicht in der Lage sind.Laut Heimaufsicht muss die Klingel dann nicht in Reichweite sein,allerdings muss dies mit adäquater Begründung schriftlich in der Doku fixiert sein.
Desweiteren gibt es die Problematik bei BW die sich evtl.mit einer Notrufklingelschnur Schaden zufügen könnten(unbeabsichtigt),hier darf man sogar die Klingelschnur nicht in Reichweite haben,auch dies ist zu dokumentieren .

Lg ilios


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Beitrag von toeffchen » Fr 28. Sep 2007, 22:02

Hallo illios, so trifft man sich wieder,

genau diese Fragestellung der Sinnhaftigkeit beschäftigt mich und meine Mitarbeiter schon länger. Gibt es dazu irgendetwas Schriftliches, Leitfaden MDK oder ähnliches?
Wäre es ansonsten ein Weg sich per Amtsarzt das weglassen der Notrufklingel
bescheinigen zu lass?

toeffchen



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Beitrag von DollscheVita » Sa 29. Sep 2007, 17:54

Hallo,
da wir nicht wissen, welches "Sicherheitsgefühl" für den Bew. damit verbunden ist, dass er eine Notrufklingel in der Nähe weiß, ist es aus meiner Sicht absolut keine Frage.
Und die Notrufklingel kann fixiert werden, somit ist die Gefahr einer Strangulation verringert.

Bettlägerige, welche nicht in den Therapierollstuhl, Sessel oder Siestaliege mobilisiert werden, werden engmaschig beobachtet z.B. durch Lagerung, Essen reichen......und dieses wird doch dokumentiert.
Wozu brauchst du noch eine Absicherung.

@Teddy, die Kameraüberwachung bei Komapatienten ist OK, aber wer überwacht die Kameras?


LG - DollscheVita -

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Beitrag von ilios1966 » Sa 29. Sep 2007, 21:01

Hallo DollscheVita,ich spreche von dementen Menschen die in allen 4 Bereichen desorientiert sind und /oder körperlich nicht in der Lage sind die Klingel zu bedienen .
Wo sollen die denn ein Sicherheitsgefühl haben,wenn sie nicht mal nachvollziehen können was eine Klingel ist?
Wie gesagt denke ich nicht,dass man sich das von einem AMtsarzt bestätigen lassen muss.
Ein Gestz darüber o.ä.kenne ich nicht.

Lg ilios


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Beitrag von DollscheVita » So 30. Sep 2007, 01:27

Hallo ilios,

[quote=""ilios1966""].......ich spreche von dementen Menschen die in allen 4 Bereichen desorientiert sind und /oder körperlich nicht in der Lage sind die Klingel zu bedienen .
Wo sollen die denn ein Sicherheitsgefühl haben,wenn sie nicht mal nachvollziehen können was eine Klingel ist?[/quote]

Selbst wenn ein Bew. eine Klingel nicht erkennen, benennen oder bedienen kann, so spreche ich ihm nicht ab, dass er Gefühle, Gespräche, Stimmungen, Berührungen wahrnimmt.
Deshalb kann ich vielleicht ein Gefühl der Sicherheit dem Bew. gegenüber vermitteln.
Und die "Sinnhaftigkeit" stellt sich mir hier gar nicht.

Bitte klärt mich auf, wenn ich etwas übersehe. Danke!


LG - DollscheVita -

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Beitrag von andrea » So 30. Sep 2007, 05:19

Hi,
also ich sehe das ähnlich wie Illios, dementiell Erkrankte im fortgeschrittenen Stadium empfinden die Notrufklingel nicht mehr als das was sie darstellt. Wenn überhaupt wird mit ihr gespielt oder sie wird überhaupt nicht beachtet. Was nutzt bspw. die Schelle wenn der BW ständig klingelt und das nicht weil er Hilfe benötigt sondern einfach nicht mehr realisieren kann wozu das Dingen da ist.
Wir haben festgestellt dass in diesem Bereich die Notrufschellen meist nicht angebracht sind- Die BW stehen eh auf(sofern sie das noch können) laufen in den Zimmern umher und finden sich oft nicht einmal allein auf der Toilette zurecht, wenn sie sie dann finden. Warum also die Notrufklingel?? Allerdings gilt auch hier immer individuell zu gucken wo sie sinnvoll ist und wo nicht.
Gruß andrea



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Beitrag von johannes » So 30. Sep 2007, 09:51

Hallo Ilios,

vielleicht kennt doch jemand die DIN für Demente Bewohner!? Da nun mal alles genormt ist in unserer Welt, wird es - falls noch nicht geschehen - Zeit, auch den Menschen zu normen. Dann fallen viele Fragen weg. Schön, daß du wieder mal einen Bereich aufzeigst, in dem sich zeigt, wie degeneriert unsere Zivilisation mittlerweile ist, daß alles über den gleichen Kamm geschoren wird, statt auf die individuelle Situation einzugehen. Das wäre eigentlich das Kriterium für Mensch-sein.

Nach DIN ist der Demente gut versorgt - als Mensch hat er nichts mehr zu vermelden.

Bissige Grüße

Johannes



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Beitrag von ilios1966 » So 30. Sep 2007, 17:25

Hallo Johannes,ich schrieb dass natürlich grundsätzlich jeder BW eine Notrufklingel haben sollte,aber dennoch sich die FRAGE!!der Sinnhaftigkeit stellt bei...das könnte ja als Diskussionsgrundlage dienen?
Das ein dementer Mensch nichts mehr zu melden hat steht hier nirgendwo,es sei denn ich habe etwas überlesen?
Dass unsere Zivilisation degenriert ist Deine Meinung,ich sehe das anders.

Flauschige Grüsse
ilios


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Beitrag von johannes » So 30. Sep 2007, 21:22

Klar, hab auch eine Notrufklingel in meinem Schlafzimmer und im Wohnzimmer. Sogar nach DIN von Zettler.

Hast schon Recht, es gibt ja auch Vorschriften ...

Johannes



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Beitrag von Dodger » Mo 1. Okt 2007, 18:41

Notrufklingeln für jeden Bewohner sind schon von vorteil.

Ich habe einen Fall erlebt, in dem bei einem Bewohner keine Klingel installiert war, weil er sie nicht benutzen konnte. klingt anfangs logisch, aber in diesem Zimmer kam es zu einem Notfall, es gingen wertvolle Sekunden verloren weil keine klingel an dem Bett war.


Gruss

Dodger



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Beitrag von ilios1966 » Mo 1. Okt 2007, 19:20

Hallo Johannes,,aber Deinen letzten Beitrag vesrtehe ich nicht ganz,bzw.an wen ist er gerichtet??

Lg ilios


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Christl
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Beitrag von Christl » Mo 1. Okt 2007, 20:52

Hallo toeffchen,

seit unserer letzten Heimbegehung wurde uns auferlegt, dass JEDER Heimbewohner eine Rufklingel am Bett bzw. im Zimmer griffbereit liegen hat. Ganz egal, ob er/sie den Nutzen erkennt oder in der Lage ist, die Klingel zu benutzen. Die Klingel hat in Reichweite zu liegen. Wo das schriftlich fixiert ist weiss ich leider nicht, wir haben aber diese Auflage bekommen.

Schönen Gruß Christl


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