neues Urteil

Pflege- und Sozialrecht.
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Jutti
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neues Urteil

Beitrag von Jutti » So 1. Mai 2005, 10:24

Zur allgemeinen Information hinterlasse ich einen Link zu einem Urteil vom 28.04.05 des BGH:

Bundesgerichtshof zur Pflicht des Trägers eines Pflegewohnheims, die körperliche Unversehrtheit der Heimbewohner zu schützen


http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-b ... pm&Blank=1

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Jutti



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wundmentor
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RE: neues Urteil

Beitrag von wundmentor » So 1. Mai 2005, 13:05

hallo,
hier die Stellungnahme des KDA:
KDA begrüßt BGH-Urteil zur Sturzgefahr in Pflegeheimen:
Fixierungen sind ein ungeeignetes Mittel zur Sturzprophylaxe

Köln (KDA) - 28. April 2005 - Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) begrüßt ein heute ergangenes Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) zur Sturzgefahr in Pflegeheimen, in dem die Klage einer Krankenkasse abgewiesen wurde. Die AOK Berlin wollte erreichen, dass ein Pflegeheim, in dem eine bei ihr versicherte Bewohnerin mehrfach gestürzt war, die daraus entstandenen Heilbehandlungskosten der Kasse rückerstatten sollte. Nach Ansicht der Kasse handelte es sich bei den Vorfällen um eine schuldhafte Pflichtverletzung des Pflegepersonals. Das Personal hätte ihrer Meinung nach die schwerpflegebedürftige und sturzgefährdete Bewohnerin in ihrem Bett fixieren, zumindest aber die Bettgitter hochfahren müssen. Außerdem hätte die Sturzgefahr gemindert werden können, wenn der Bewohnerin eine Hüftschutzhose (Protektor) angelegt worden wäre.

Nach Ansicht des KDA hat der BGH mit seinem Urteil verhindert, dass Pflegeeinrichtungen dazu verleitet werden, bei sturzgefährdeten Bewohnern und Bewohnerinnen grundsätzlich bewegungseinschränkende Maßnahmen wie beispielsweise Fixierungen vorzunehmen. "Denn mobilitätsvermindernde Maßnahmen beschränken nicht nur das Recht von Bewohnerinnen und Bewohnern auf Bewegungsfreiheit, sondern erhöhen nach den neuesten Erkenntnissen des gerade eingeführten Expertenstandards zur Sturzprophylaxe in der Pflege sogar das Risiko zu stürzen", erklärt die KDA-Pflegeexpertin Christine Sowinski. "Die betroffenen Personen verlieren so immer mehr Kraft und Balancegefühl, ein Sturz wird immer wahrscheinlicher."

Als sinnvoll hingegen betrachtet das KDA das Anlegen von Hüftschutzhosen, kritisiert aber, dass die Krankenkassen nur in Ausnahmefällen die Kosten für diese Protektoren übernehmen.

Bei Rückfragen:
Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA)
Christine Sowinski
Telefon: 02 21/93 18 47 - 30
E-Mail: socialmanagement@kda.de

m.f.G. wundmentor


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andrea
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RE: neues Urteil

Beitrag von andrea » So 1. Mai 2005, 13:39

..............auch für unseren Wohnbereich (Demente) ein super gerechtes Urteil, wir werden auf diese Weise nicht gezwungen die BW nachts zu fixieren und sie somit noch mehr unter Stress zu setzen nur weil sie ja vielleicht fallen könnten.
Auf diese Weise haben die Pflegekräfte die Möglichkeit zu fixieren wenn es wirklich sinnvoll ist z.B. weil zur Zeit akute Sturzgefahr besteht. Dieser Zustand kann sich jedoch auch schnell wieder verändern. Menschen denen man die Möglichkeit nimmt sich zu bewegen sind am Ende oft völlig immobil.Unsere sturzgefährdeten BW haben allesamt Protectorenhosen können sich weiterhin überall bewegen. Meist fallen die BW auch nicht so dass sie sich richtig verletzen. Ich befürworte dieses Urteil sehr. Einen schönen Sonntag für euch und genießt die warme Sonne


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

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