Kluge Dienstplangestaltung?

Pflege- und Sozialrecht.
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johannes
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Kluge Dienstplangestaltung?

Beitrag von johannes » So 24. Nov 2013, 08:23

Kluge Dienstplanung ist hier also gefragt.
Kluge Dienstplanung in der Pflege sieht anders aus, als ich hier immer wieder lese! Mich wundert, dass die Entscheidungsträger für einen Dienstplan so wenig Gespür haben für die Notwendigkeit, ihre Mitarbeiter leistungsfähig zu erhalten.

1. absolut keine Überstunden - außer im Katastrophenfall (wenn z. B. eine ganze Schicht wegen Krankheit ausfällt) Wie viele kommen auf einen Stundenschnitt von 9 - 10 Stunden, wenn sie ihre Überstunden in die regulären Stunden einrechnen?

2. geregeltes Frei für eine ausgeglichene Lebensgestaltung - das aber bitte zuverlässig!

3. verlässliche Erholungsphasen, die man auch Urlaub nennt in ausreichendem Umfang

Nur mal so zum Nachdenken:

Während immer mehr Pflegebetriebe die Arbeitszeiten erhöhen - es gibt bereits Fälle mit 42 Wochenstunden - ist allein durch eine kluge Dienstplanung für alle Mitarbeiter in Vollzeit die 35-Stunden-Woche machbar. Der Nachweis wird bereits seit 20 Jahren erbracht. Komme also keiner mit: "Das geht aber nicht!" - "Doch, das geht sehr wohl - wenn man will!" Wer seine Mitarbeiter mehr arbeiten lässt, hat folglich keine kluge Dienstplangestaltung hinbekommen!

Eine kluge Dienstplangestaltung sorgt dafür, dass sich die Beschäftigung mit dem Dienstplan auf ein absolutes Minimum beschränkt. Der Dienstplan bei uns steht bereits für das komplette Jahr 2014 incl. aller Urlaube. Warum? Weil ich weiß, wann ich welchen Mitarbeiter benötige, um einen geregelten Dienst zu sichern und weil die Mitarbeiter bereits wissen, wie lange sie wann im kommenden Jahr Urlaub machen wollen. Ach ja, jeder Mitarbeiter darf nach 7 Tagen Arbeit 7 Tage lang sein Privatleben gestalten. Und ja, jeder kann - wenn er möchte - drei Mal im Jahr für drei Wochen in Urlaub fahren!


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erläuchtung
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AW: Kluge Dienstplangestaltung?

Beitrag von erläuchtung » So 24. Nov 2013, 18:33

Das liest sich wundervoll :-)

Du scheinst ein starkes und sehr verläßliches Team zu haben Johannes.
Dazu kann man Dich nur beglückwünschen.

Dies haben aber leider nicht alle.
Bei uns ist fast jeden Monat Katastrophenstimmung und den erstellten Dienstplan kann man am Monatsende kaum noch lesen, wegen steter Änderungen.
Allein in diesem Jahr sind bei uns 3 ex. FK wegen Schwangerschaft mit gleichzeitigen Berufsverbot ausgefallen.
Hierfür haben wir nur 1 ex. FK ersetzt bekommen. Zudem haben wir 2 PK, welche sich in gesunden Abständen für jedes Hüsterle krank schreiben lassen und 1 MA, welcher bereits seit 6 Wochen krank ist.
Wir verbliebenen MA können es drehen und wenden, kommen an Überstunden nicht vorbei und ein geregltes Frei steht ständig in Frage.



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Beitrag von resigniert » So 24. Nov 2013, 18:53

Da ich ja deine Werbung schon oft gelesen habe, meine Fragen.
Die Schichten betragen 12 Stunden? Mit Pause oder verlängert die Pause die am Arbeitsort verbrachte Arbeitszeit noch?
Ich könnte dann doch ganz praktisch an keinem Volkshochschulkurs mehr teilnehmen, in keinem Sportverein regelmäßig trainieren, keine regelmäßig wöchentliche sozialen Kontakte mehr pflegen?
Ich hätte wärend meiner Erkrankung - aber Arbeitsfähigkeit - meine Therapie nur jede 2. Woche machen können?



Schokelle
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AW: Kluge Dienstplangestaltung?

Beitrag von Schokelle » So 24. Nov 2013, 19:54

Auch ich lese immer wieder, wie gut dein (euer) Arbeitszeitmodell funktioniert - aber ich denke für mich wäre das nicht wirklich lebenswert - wenn ich nach einer Woche mit 12H täglich eine Woche frei hätte, wäre diese Woche ausgefüllt mit putzen, aufräumen, waschen, bügeln, vorkochen für die nächste Woche an denen ich dann wieder 12 H arbeiten gehe...?
Ich glaube nicht, dass dieses Modell für mich (und meine Familie) tragbar wäre.... :confused:
Aber ich denke du und deine Mitarbeiter sind wohl damit glücklich - dann wird das alles schon so passen... ;) Du solltest aber auch daran denken, dass vielleicht nicht auf alle Welt übertragbar ist :smile



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AW: Kluge Dienstplangestaltung?

Beitrag von johannes » So 24. Nov 2013, 20:29

@resigniert

Nein, die Schichten betragen 10 Stunden + Pause. Mehr als 10 Stunden sind per Gesetz nicht erlaubt. Damit werden Überstunden von vorn herein ausgeschlossen.

Deine Schlussfolgerung, dass man an keiner Aktivität mehr teilnehmen könnte und dass soziale Kontakte unterbunden würden, ist vom Ansatz her falsch. Es handelt sich um ein Vorurteil, das aus Unkenntnis geboren ist. Auch was Deine Therapieen betrifft, liegst Du völlig falsch. Du kennst eben nicht die Möglichkeiten, die sich hiermit eröffnen.

Was Du auch nicht berücksichtigst, ist das verlässliche Frei nach dem Dienst und die zusätzliche freie Woche nach der Dienstwoche. Des weiteren berücksichtigst Du nicht, dass im Jahr lediglich 23 Wochen in Vollschicht gearbeitet wird. Der gesamte Rest des Jahres ist Frei und Urlaub. Ich hoffe, Du hast gut mitgerechnet! Mehr als ein halbes Jahr besteht aus zusammenhängendem Frei! Wer das nicht zu nutzen weiß, sollte vielleicht eine Schule besuchen, in der die sinnvolle Nutzung von Freizeit gelehrt wird. Wenn Du die Auswirkungen dieser Arbeitsweise wirklich beurteilen willst, lohnt sich also durchaus mal eine Hospitation.


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Beitrag von johannes » So 24. Nov 2013, 20:38

@Schokelle

Du glaubst nicht ... - das ist wohl auch die entscheidende Formulierung. Ich glaube Dir aufs Wort, dass Du mit soviel Freizeit nichts anzufangen weißt. Meine Mitarbeiter hatten anfangs das gleiche Problem. Heute wissen sie etwas damit anzufangen. Die Erfahrung lehrt mehr und besser als jede Theorie.

Du hast auch Recht, daß Gutes selten in der Welt übertragbar ist, da es wohl gängige Praxis ist, dass man eher über unbefriedigende Zustände jammert, als die wirklich ändern zu wollen - solange, bis man es endlich mal gewagt hat. Dann heißt es: "Warum hab ich das nicht schon eher gemacht oder warum machen das eigentlich so Wenige."

Für das Gute muss man kämpfen - jeden Tag aufs Neue. Das Schlechte kommt von ganz alleine, da kann man sich getrost zurück lehnen.


Vielleicht auch mal zum Nachdenken: Wenn in diesem Forum nicht mehr über unmenschliche Arbeitsverhältnisse gejammert wird, weil sich alles zum Guten gewandelt hat, werde ich aufhören, von besseren Arbeitsverhältnissen zu reden. Dann habe ich mein Ziel erreicht.


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Beitrag von resigniert » Mo 25. Nov 2013, 15:02

@johannes, wann komme ich morgens zum Dienst?



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Beitrag von johannes » Mo 25. Nov 2013, 15:42

Wenn Du kommst - es geht 7:00 Uhr los ... meine Mitarbeiter nehmen Dich gern in Empfang


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Thanos

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Beitrag von Thanos » Mo 25. Nov 2013, 16:15

Hallo Johannes,

Du hast Dein Modell gelegentlich bereits erwähnt und einiges darüber geschrieben. Du erwähnst in der Regel die Vorteile Urlaub an und auch, dass dieses Modell die 35 Stunde Woche realisiert.

Ich persönlich habe einiges dabei nicht verstanden und würde gern wissen wie Du bestimmte Details im Alltag regelst, bzw. ob ich es richtig verstanden habe.

Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es 12 Stunden Dienste?
Der Dienst beginnt 7 Uhr/ 19Uhr? Wie machst du das mit den Übergaben? Beginnen die Einzelnen Schwestern versetzt zu arbeiten?

Du schreibst, jeder Dienst hat 10 Stunden Arbeit und 2 Stunden Pause? Das macht in 7 Tagen, 70 Arbeitsstunden, pro Woche darf man aber nur 60 Stunden arbeiten, ich vermute mal der 7- Tage- Rhythmus fängt nicht gerade an einem Montag an, oder?

Bei der Arbeitszeit verstehe ich noch was nicht, und zwar die Pausenregelung. Der Dienst geht 12 Stunden. Es gibt 2 Stunden Pause. Eine Stunde davon ist bestimmt unbezahlt. Angeordnete Arbeitsunterbrechungen welche insgesamt eine Stunde übersteigen, müssen ja nun seit einiger Zeit als Arbeitszeit gerechnet und auch so bezahlt werden, Gerichtsurteile gab es dazu einige, hier wird sich auch an der Bildschirmarbeitsplatzverordnung orientiert. So komme ich nun zu 11 Stunden Arbeitszeit, aber es darf ja pro Tag nur 10 Stunden gearbeitet werden. Wie löst Du das Problem?

Gibt es bei Dir im Unternehmen einen Tarifvertrag der noch bestimmte Regelungen und/ oder Einschränkungen mitbringt wie TVöD oder AVR?

Danke schon mal im Voraus für die Antworten.



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AW: Kluge Dienstplangestaltung?

Beitrag von resigniert » Mo 25. Nov 2013, 17:16

Ich komme um 7 Uhr und gehe um 19 Uhr?
Also habe ich schon Recht. Kein Vereinstraining, keine Volkshochschule, keine regelmäßige wöchentlicheTherapie (wofür auch immer).
Keine wöchentlichen Besuche bei meiner Mutter.
Da nutzt mir die freie Woche auch nicht.
Das Modell passt sicher auf einige Menschen, aber tust immer so, als wäre es der Weisheit letzter Schluss und nur das betreite ich.
Vor 35 Jahren habe ich gesagt: der Vorteil meiner berufl. Arbeitszeiten ist, dass ich immer den halben Tag frei habe. Diese Aussage habe ich nie zurückgenommen.
Jeder hat seine eigene Biographie, Lebensrythmus, Wünsche, Prioritäten, Familienwünsche, Hobbys.
Was für den Einen passt, ist für den Anderen ein Graus.
Dein Modell ist eines von vielen, für den Einen ist es der Königsweg, für den Anderen nicht



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Beitrag von johannes » Mo 25. Nov 2013, 17:45

@thanos
Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es 12 Stunden Dienste?
Es ist schon sonderbar, dass sich Falschmeldungen wie Kletten verhalten. Nein, es gibt keine 12-Stunden-Dienste. Das wäre gesetzwidrig!
Wie machst du das mit den Übergaben?
Die täglichen Übergaben erfordern konkret ca. 5 Minuten (pro Pflegeeinheit). Damit die gesetzliche Arbeitszeitordnung eingehalten werden kann, erfolgt die Übergabe mit eben diesen 5 Minuten Überschneidung. Die Pausen sind folgerichtig dann 2:05 h insgesamt.

Die wöchentliche Übergabe erfolgt immer zeitversetzt mit einem Arbeitstag, also 1 MA beginnt Do seinen Dienst und endet Mi und der zweite MA beginnt Fr seinen Dienst und endet Do. Damit findet die Übergabe immer während eines ganzen Tages statt.

Kleiner, aber nicht unbedeutender Nebeneffekt: Die Bewohner nehmen den Schichtwechsel nur am Rande wahr und werden in ihrem gewohnten Umfeld nicht beeinträchtigt.
Das macht in 7 Tagen, 70 Arbeitsstunden, pro Woche darf man aber nur 60 Stunden arbeiten, ich vermute mal der 7- Tage- Rhythmus fängt nicht gerade an einem Montag an, oder?
Da vermutest Du völlig richtig. Wie oben beschrieben, liegen drei/vier Tage in der einen Woche und drei/vier Tage in der nachfolgenden Woche. Somit arbeitet jeder MA eine Woche 30 Stunden und eine Woche 40 Stunden. Ganz nach der gesetzlichen Programmatik. Jeder MA könnte in jeder Woche rein theoretisch noch 30/20 Stunden mehr arbeiten, bevor die 60 Wochenstunden erreicht sind. Wie gesagt: theoretisch!
Der Dienst geht 12 Stunden.
Das ist vom Ansatz her falsch. Der Dienst geht 10 Stunden!
Angeordnete Arbeitsunterbrechungen welche insgesamt eine Stunde übersteigen ...
Bisher entspricht die angewandte Praxis von Erholungspausen nach besonders aufwendigen Arbeitsphasen der gesetzlichen Regelung, dem AN eine Regenerierung zu gewähren. Eine Erholungspause nach getaner Arbeit ist wohl zu unterscheiden von einer Arbeitsunterbrechung, wie sie z. B. im heute noch rege gebrauchten geteilten Dienst vorkommt (ArbG Berlin, 11.01.2007, 63 Ca 8651/05; § 12 TzBfG; LAG Köln, 15.06.2009, 5 Sa 179/09; ).

Unabhängig hiervon wird bei einer rechnerischen wöchentlichen Arbeitszeit von 35 Stunden bei einer Vergütung auf Basis der 38,5-Std.-Woche die über eine Stunde hinaus gehende Pausenzeit zusätzlich vergütet. Wenn Du die Urteile richtig gelesen hast, ist die über eine Stunde hinaus gehende Pausenzeit keine Arbeitszeit, sondern lediglich wie Arbeitszeit zu vergüten.

Aus dem Umstand, dass ich in der Anfangsphase vor 20 Jahren einiges an Lehrgeld zahlen musste, habe ich selbstverständlich den Arbeitsvertrag so differenziert ausgearbeitet, dass alle Regelungen rechtssicher berücksichtigt sind. Bei keinem der Arbeitsgerichtsverfahren, die wohl jeder AG zu bestreiten hat, waren diese Regelungen zu beanstanden. Im Gegenteil! Sie wurden von den Richtern als vorbildlich bezeichnet. Damit bin ich denn wohl auch zufrieden. Sollte sich jedoch die Rechtslage ändern, werde ich nicht umhin kommen, die vertraglichen Grundlagen entsprechend anzupassen. Das ist selbstredend.

Unabhängig hiervon wage ich es zu bezweifeln, dass der Schichtdienst bessere Arbeitsbedingungen beinhaltet und eine höhere Lebensqualität generiert. Ich wünschte mir allerdings, die Rahmenbedingungen erlaubten eine noch bessere Arbeitszeitgestaltung. Aber es ist wie so oft: "Man kann nicht alles haben."


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Beitrag von johannes » Mo 25. Nov 2013, 18:08

@resigniert

Du machst mir Spaß. Worauf Du abstellst,
Vereinstraining, Volkshochschule, regelmäßige wöchentliche Therapie (wofür auch immer), wöchentlichen Besuche bei meiner Mutter.
wann machst Du das im Spätdienst?

Du willst mir nicht ernsthaft sagen, dass Du das Vereinstraining morgens machst, wenn die anderen Vereinsmitglieder bei der Arbeit sind, dass Du die Volkshochschule im Einzelunterricht morgens machst, wo die anderen ihren Kurs am Abend bestreiten?

Was die regelmäßige wöchentliche Therapie angeht - da Du ja entweder bereits mittwochs oder donnerstags den letzten Arbeitstag hast, willst Du mir wohl nicht erzählen, dass sich das nicht organisieren ließe?

Und dass Du Deine Mutter nicht auch z. B. in der Mittagspause oder nach dem Dienst besuchen könntest, nehme ich Dir ehrlich gesagt auch nicht ab. Ich bin überzeugt, dass sie um halb acht noch nicht im Bett ist, dass sie Dich nicht empfangen könnte.

Da solltest Du vielleicht noch einmal nachdenken und Dir stichhaltigere Argumente überlegen. Aber es ist schon richtig, was Du sagst. Der eine will es so haben - und wählt einen Arbeitsplatz, wo er es so bekommt, und er andere will es anders haben - und hat die Möglichkeit, auch dies zu realisieren. Ich kann gut damit leben. Schließlich ist mein Angebot ja nur ein Angebot, das den AN die Möglichkeit verschafft, ihr Leben anders zu gestalten, als die Tretmühle des Schichtdienstes es ihnen erlaubt.

Also nichts für ungut.


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Beitrag von erläuchtung » Mo 25. Nov 2013, 20:01

In welchem Alter sind Eure MA Johannes ?

Könnten ggf. auftretende Schwangerschaften, schwere Erkrankungen über Wochen/Monate oder einfach nur das Älter werden von MA Deinen Jahresdiensplan dann auch noch aufrecht erhalten?

MA, welche sich jenseits der 50 Jahre befinden, sind die tatsächlich bereit jeweils die Schichten von 10 h zu absolvieren?



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Beitrag von resigniert » Mo 25. Nov 2013, 21:38

Ach Johannes, ich finde immer Tauschpartner. Nicht zu jedem Termin, aber in 80% der Fälle.
Ja, meine Mutter ist um 19.30 Uhr leider oft schon so verwirrt, dass...
Aber um 10 Uhr morgens oder 16 Uhr am Nachmittag erkennt sie mich halt noch.
Bei mir passt dein Arbeitszeitenmodell nicht, mehr habe ich nie geschrieben. Es ist halt nicht die Lösung für alle, nur eine von vielen, nur darum geht es mir



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Beitrag von johannes » Mo 25. Nov 2013, 22:31

@erläuchtung
In welchem Alter sind Eure MA Johannes ?
Derzeit von 27 - 65. Hiervon sind 3 über 60 und 5 über 50.
Könnten ggf. auftretende Schwangerschaften, schwere Erkrankungen über Wochen/Monate oder einfach nur das Älter werden von MA Deinen Jahresdiensplan dann auch noch aufrecht erhalten?
Ja, derzeit ist wieder eine Mutter (bisher 2 Kinder) schwanger. Einige Kinder wurden bereits geboren. Schwere Erkrankung wird selbstverständlich durch Ersatz ausgeglichen, vielleicht ist das ja nicht überall so, aber eben bei uns. Tja, die älteren MA meinen, ich solle so lange weiter machen, bis sie ihr Rentenalter erreicht haben. Eine MA ist bereits in Rente und wollte bis heute noch auf 450 €-Basis weitermachen, eine weitere folgt jetzt im Herbst kommenden Jahres, will ebenfalls nach Renteneintritt auf dieser Basis weiter machen ...

Ich hoffe, die Auskunft war erschöpfend.


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Beitrag von johannes » Mo 25. Nov 2013, 22:44

@resigniert
ich finde immer Tauschpartner. Nicht zu jedem Termin, aber in 80% der Fälle.
Tja, Du bist im Schichtdienst auf den good will :confused: anderer angewiesen und doch klappt es nicht immer :mad: , wie Du richtig bemerkst. Damit unterstreichst Du, dass es tatsächlich auf das Wollen ;) ankommt, etwas zu erreichen - übrigens bei uns auch!
meine Mutter ... aber um 10 Uhr morgens oder 16 Uhr am Nachmittag erkennt sie mich halt noch.
Wie schön, da hättest Du also tatsächlich die Möglichkeit, während Deiner Frühpause :) Deine Mutter zu besuchen oder während Deiner Nachmittagspause ;) . Schon ist Dein Problem gelöst :D , zu dumm aber auch - passt doch. Wieder einmal lediglich eine Frage der Organisation! Und jetzt kommts:

In deiner Freiwoche kannst Du jeden Vormittag durchgehend :yo und jeden Nachmittag durchgehend :an Deine Mutter besuchen (was Du nicht musst, aber könntest) - im Gegensatz zum Schichtdienst! Du bist hier an keinerlei Zeiten gebunden. Wenn das nicht optimal :an ist, was dann?
mir passt dein Arbeitszeitenmodell nicht
Ohne das vorgesetzt "bei" wird also tatsächlich ein Schuh draus. ;)


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AW: Kluge Dienstplangestaltung?

Beitrag von hauptstadtpfleger » Di 26. Nov 2013, 07:10

Johannes, effektiv sind deine Leute 12 Stunden präsent. Kann ja sein, dass alle im unmittelbaren Umfeld deiner Einrichtung wohnen, für mich würde es keinen Sinn machen nach Hause zu fahren, da ich dann 15 Minuten zuhause wäre und mich wieder auf den Weg machen müsste. Ich könnte meine Kinder in der zumindest in der Frühdienstwoche garnicht sehen, in der Nachtdienstzeit etwa drei Stunden. Da nützt mir dann die Woche frei nichts. Meine Frau müsste ihre Arbeit an den Nagel hängen, da ich in der Zeit die Kleine weder zur Kita bringen, noch sie abholen könnte. Tägliche Besorgungen, kleinere Arbeiten, die am Haus anfallen etc. pp. liessen sich schon aufgrund der Wege nicht realisieren.

Abgesehen davon ist die Übergabe Arbeitszeit und nicht Pausenzeit.

In einem kleinen, überschaubaren Haus, mit Mitarbeiter aus der unmittelbaren Umgebung lässt sich deine Regelung sicher realisieren. Allerdings verbringt dann auch jeder Mitarbeiter seine Pause allein. Oder wer kümmert sich während der zwei Stunden um die Bewohner?

Dass du mit dem Schachzug, die Arbeitswoche über das Wochenende laufen zu lassen ein Schlupfloch ausnutzt und das Arbeitszeitgesetz unterläufst, mag zwar formal legal sein, unterscheidet dich jedoch nicht von den Tretmühlenbetreibern.


"trust and you'll be trusted." says the liar to the fool.

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Beitrag von johannes » Di 26. Nov 2013, 08:30

@hauptstadtpfleger
... effektiv sind deine Leute 12 Stunden präsent ...
falsch! Effektiv sind meine MA nur dann 12 Std. präsent, wenn sie ihre Pause nicht außer Haus nutzen, was ja bei 45 Minuten und 60 Minuten durchaus realisierbar wäre. Da Du Hauptstadtpfleger (ich gehe mal von Berlin aus) bist, hättest Du sogar mehr Möglichkeiten, diese Zeiten sinnvoll privat zu nutzen, als hier bei uns auf dem Lande.
Kann ja sein, dass alle im unmittelbaren Umfeld deiner Einrichtung wohnen, ...
Sagen wir mal so: "könnte sein". Ich halte Dir zugute, dass Du das ländliche Leben weniger kennst in der Hauptstadt. Hier ist alles etwas mehr verstreut. Und nein, sie wohnen nicht alle im unmittelbaren Umfeld. Da ich Berlin kenne - wenigstens ein wenig - ist es schon erstaunlich, dass Du einen Arbeitsplatz "am anderen Ende der Stadt" wählst, als in Deiner unmittelbaren Nähe. Der öffentliche Nahverkehr ist in Berlin so umfangreich, dass eine Reise von 15 - 25 Minuten schon fast einer Stadtrundfahrt entspräche (bildlich gesprochen).
Ich könnte meine Kinder in der zumindest in der Frühdienstwoche garnicht sehen, in der Nachtdienstzeit etwa drei Stunden
Du hast Recht, das ist vielerorts ein riesiges Problem. Wer im Schichtdienst Frühdienst hat, kann bestenfalls nachmittags und abends seine Kinder sehen, und - da hast Du Dich wohl auch vertan - in der Spätdienstwoche überhaupt nicht.

Da ich selbst auch heute noch Nachtwache mache - anfangs vollständig jeden Tag des Jahres - muss ich sagen, dass es wohl von der persönlichen Fitness abhängig ist, wie lange man nach der Nachtwache schläft. Ich bin da mittags regelmäßig schon wieder auf und habe den ganzen Nachmittag für meine Besorgungen zur Verfügung. Anfangs so gegen 12:00 Uhr, heute so gegen 13:30 - 14:00 Uhr. Übrigens - ich bin jetzt 65 Jahre alt. Erzähl mir also bitte nichts über Nachtwachen (nur mal so, weil Du mich ja nur theoretisch kennst).
Da nützt mir dann die Woche frei nichts.
Nicht "Da"! Du erwähnst den Frühdienst, bei dem Deine Argumentation ja schon gar nicht stimmen kann, da Du eher im Spätdienst Deine Kinder nicht sehen kannst - derzeit! Wieviel Zeit kannst Du und verbringst Du real im Frühdienst mit Deinen Kindern? Bei meiner Arbeitszeitgestaltung hast Du bei Tagdienst in jeder Woche Gelegenheit, Deine Kinder zu sehen, in der Freiwoche jeden Tag vom Aufstehen bis zum Zubettgehen. Und dann willst Du uns verklickern, dass Dir eine Freiwoche nichts nützt? So etwas nenne ich ein klassisches Vorurteil! Mir scheint, es geht Dir ausschließlich darum das, was Du nicht hast, so zu behandeln wie der Fuchs mit den Trauben, die ihm zu hoch hängen, die er dann als zu sauer bezeichnet. Darfst Du.
Meine Frau müsste ihre Arbeit an den Nagel hängen, da ich in der Zeit die Kleine weder zur Kita bringen, noch sie abholen könnte. Tägliche Besorgungen, kleinere Arbeiten, die am Haus anfallen etc. pp. liessen sich schon aufgrund der Wege nicht realisieren.
Sag, Du wohnst nicht zufällig im Bayrischen Wald und nennst Dich Hauptstadtpfleger, damit das nicht auffällt? Bei dieser Argumentation solltest Du vielleicht einmal sagen, wie Du das machst:

Du hast Frühdienst der üblicherweise 6:30 Uhr beginnt, mancherorts auch früher. Willst Du uns erzählen, dass Du um halb vier Deine Kinder zur Kita bringst - Du musst ja pünktlich zum Dienst antreten und das bei den Wegen ...

Welche täglichen Besorgungen und kleinere Arbeiten gibt es, die nicht auch in der Zeit verrichtet werden können, in der Du 24 Stunden frei hast? Das kannst Du vielleicht einem Alien erzählen, aber doch keinem, der hier mitten im Leben steht. Du wirst staunen, auch bei uns gibt es MA, in deren Familie beide arbeiten und Kinder haben, die teilweise ihre Kinder zur Schule fahren müssen, usw.. Nein, da muss die Frau nicht ihre Arbeit an den Nagel hängen - jedenfalls nicht bei uns auf dem Lande. Das mag ja in Berlin völlig anders sein ...
Abgesehen davon ist die Übergabe Arbeitszeit und nicht Pausenzeit.
Ich sehe, dass Du keine Ahnung hast von dem, worüber Du redest. Wer sagt, dass Übergabe Pausenzeit sei? Du! Sonst niemand! Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass es Dir lediglich ums Stänkern geht. Als sachlich würde ich Deinen Beitrag sicher nicht einordnen.
Allerdings verbringt dann auch jeder Mitarbeiter seine Pause allein. Oder wer kümmert sich während der zwei Stunden um die Bewohner?
Geht in die gleiche Richtung wie Dein vorheriger Satz. Vielleicht solltest Du Deinen Beitrag noch mal zurück ziehen, erst darüber nachdenken, was Du sagen willst und ihn dann neu, etwas fundierter verfassen.

Dein letzer Satz offenbart Deine Intention - stänkern - unübersehbar! Ich gehe mal davon aus, dass Du noch nicht ganz ausgeschlafen warst, als Du diesen Beitrag verfasst hast. Da ich Deine Beiträge zu anderen Themen anderer User ebenfalls gelesen habe, zeichnest Du schon ein interessantes Bild Deiner Persönlichkeit, das Du mit diesem Beitrag deutlich unterstreichst.

Ich gebe Dir gern die Gelegenheit, Deine Vorurteile zu korrigieren. Komm einfach mal her und erlebe, dass auch ein menschenwürdiger Umgang mit Arbeitnehmern möglich ist, in dem dieser nicht verheizt, sondern so behandelt wird, dass er gern bis zur Rente diesen wertvollen Beruf ausüben will.


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Ich vertrete nicht immer die herrschende Meinung - aber ich habe eine Meinung!
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hauptstadtpfleger
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AW: Kluge Dienstplangestaltung?

Beitrag von hauptstadtpfleger » Di 26. Nov 2013, 12:55

[quote=""johannes""]@hauptstadtpfleger
... effektiv sind deine Leute 12 Stunden präsent ...
falsch! Effektiv sind meine MA nur dann 12 Std. präsent, wenn sie ihre Pause nicht außer Haus nutzen, was ja bei 45 Minuten und 60 Minuten durchaus realisierbar wäre. Da Du Hauptstadtpfleger (ich gehe mal von Berlin aus) bist, hättest Du sogar mehr Möglichkeiten, diese Zeiten sinnvoll privat zu nutzen, als hier bei uns auf dem Lande.[/quote]

Als da wären? Die Pausen dienen zur Erholung und Regeneration.

[quote=""johannes""]
Kann ja sein, dass alle im unmittelbaren Umfeld deiner Einrichtung wohnen, ...
Sagen wir mal so: "könnte sein". Ich halte Dir zugute, dass Du das ländliche Leben weniger kennst in der Hauptstadt. Hier ist alles etwas mehr verstreut. Und nein, sie wohnen nicht alle im unmittelbaren Umfeld. Da ich Berlin kenne - wenigstens ein wenig - ist es schon erstaunlich, dass Du einen Arbeitsplatz "am anderen Ende der Stadt" wählst, als in Deiner unmittelbaren Nähe. Der öffentliche Nahverkehr ist in Berlin so umfangreich, dass eine Reise von 15 - 25 Minuten schon fast einer Stadtrundfahrt entspräche (bildlich gesprochen).[/quote]

Ich bin in einem kleinen Erzgebirgsdorf geboren und aufgewachsen, habe dort meine Ausbildung absolviert und ein Jahr gearbeitet. Meine Familie lebt jetzt noch dort. Du darfst mir glauben, dass ich das ländliche Leben ausreichend gut kenne.

Berlin hat eine Fläche von 891,54 Quadratkilometern und hat 3,5 Mio Einwohner. Der Rhein-Neckar-Kreis ist nur unwesentlich größer und hat einschliesslich der Stadt Heidelberg 527.278 Einwohner. Das Verkehrsaufkommen in Berlin dürfte schon ausserhalb der Hauptverkehrszeiten erheblich über dem im Umkreis deiner Einrichtung liegen. Zwischen der Klinik in der ich arbeite und meinem Wohnort liegt ein Stadtbezirk, ich arbeite also keineswegs "am anderen Ende der Stadt". Die nächste Klinik, in der ich meiner Qualifikation nach arbeiten könnte liegt ungefähr genauso weit entfernt. Mit dem Auto brauche ich an Wochenende ca. 30 min, inklusive Verkehrsaufkommen und Ampelwartezeiten. Unter der Woche können daraus schon mal 50 min werden. Das sind für Berlin keine aussergewöhnlich langen Wegezeiten.

Eine Fahrt komplett um den S-Bahn-Ring, der sich lediglich um die Berliner Innenstadt zieht, dauert bei störungsfreiem Verlauf schon 36,9 Minuten. Die Zeiten, in denen eine "Stadtrundfahrt" in 15-25 Minuten zu realisieren war dürften mit der Vereinigung der Doppelstadt Berlin-Cölln vorbei gewesen sein. So alt bist du dann doch noch nicht.

[quote=""johannes""]
Ich könnte meine Kinder in der zumindest in der Frühdienstwoche garnicht sehen, in der Nachtdienstzeit etwa drei Stunden
Du hast Recht, das ist vielerorts ein riesiges Problem. Wer im Schichtdienst Frühdienst hat, kann bestenfalls nachmittags und abends seine Kinder sehen, und - da hast Du Dich wohl auch vertan - in der Spätdienstwoche überhaupt nicht.[/quote]

Abgesehen davon, dass ich keine ganze Woche Spätdienst mache, stehe ich dann um 06:45 auf und bringe meine Tochter um 09:00 Uhr zur Kita. Ich sehe sie zwei Stunden, frühstücke mit ihr, spiele noch ein bisschen mit ihr, ziehe sie an und laufe mit ihr zur Kita.

[quote=""johannes""]Da ich selbst auch heute noch Nachtwache mache - anfangs vollständig jeden Tag des Jahres - muss ich sagen, dass es wohl von der persönlichen Fitness abhängig ist, wie lange man nach der Nachtwache schläft. Ich bin da mittags regelmäßig schon wieder auf und habe den ganzen Nachmittag für meine Besorgungen zur Verfügung. Anfangs so gegen 12:00 Uhr, heute so gegen 13:30 - 14:00 Uhr. Übrigens - ich bin jetzt 65 Jahre alt. Erzähl mir also bitte nichts über Nachtwachen (nur mal so, weil Du mich ja nur theoretisch kennst).[/quote]

Hach Gottel... Ich habe diesen Monat 14 Nächte am Stück gekloppt. Spätestens nach der dritten schlafe ich noch 5 h täglich. Allerdings ist bei mir auch erst 22:15 Dienstbeginn und 06:45 bin ich raus. Da bleibt mir erheblich mehr Zeit, als wenn ich schon 18:15 wieder los müsste. Ich kann meine Tochter noch ins Bett bringen.

[quote=""johannes""]
Da nützt mir dann die Woche frei nichts.
Nicht "Da"! Du erwähnst den Frühdienst, bei dem Deine Argumentation ja schon gar nicht stimmen kann, da Du eher im Spätdienst Deine Kinder nicht sehen kannst - derzeit! Wieviel Zeit kannst Du und verbringst Du real im Frühdienst mit Deinen Kindern? Bei meiner Arbeitszeitgestaltung hast Du bei Tagdienst in jeder Woche Gelegenheit, Deine Kinder zu sehen, in der Freiwoche jeden Tag vom Aufstehen bis zum Zubettgehen. Und dann willst Du uns verklickern, dass Dir eine Freiwoche nichts nützt? So etwas nenne ich ein klassisches Vorurteil![/quote]

Im Frühdienst hole ich meine Tochter um 15:45 aus der Kita und bringe sie um 20:00 Uhr ins Bett. Bei deiner Dienstplangestaltung käme ich gerade zurecht, um sie ins Bett zu bringen.

Klar, in der Freiwoche wäre das anders, aber in den Arbeitswochen nicht. Was du vorschlägst ist, als ob du jemanden eine Woche essen und trinken verbietest, mit dem "Argument", dass er ja nächste Woche fressen und saufen könne bis zum abwinken...

[quote=""johannes""] Mir scheint, es geht Dir ausschließlich darum das, was Du nicht hast, so zu behandeln wie der Fuchs mit den Trauben, die ihm zu hoch hängen, die er dann als zu sauer bezeichnet.[/quote]

Nein, denn ich muss ja nicht so arbeiten. Ich zeige lediglich Schwachstellen auf. Dass dir das nicht passt ist mir schon klar und noch lange kein Grund Äsop zu verwursten.

[quote=""johannes""]
Meine Frau müsste ihre Arbeit an den Nagel hängen, da ich in der Zeit die Kleine weder zur Kita bringen, noch sie abholen könnte. Tägliche Besorgungen, kleinere Arbeiten, die am Haus anfallen etc. pp. liessen sich schon aufgrund der Wege nicht realisieren.
Sag, Du wohnst nicht zufällig im Bayrischen Wald und nennst Dich Hauptstadtpfleger, damit das nicht auffällt? Bei dieser Argumentation solltest Du vielleicht einmal sagen, wie Du das machst:

Du hast Frühdienst der üblicherweise 6:30 Uhr beginnt, mancherorts auch früher. Willst Du uns erzählen, dass Du um halb vier Deine Kinder zur Kita bringst - Du musst ja pünktlich zum Dienst antreten und das bei den Wegen ...[/quote]

Wenn ich Frühdienst habe, bringt meine Frau die Kleine. Die Große ist 16, die schafft es allein zum Gymnasium...

[quote=""johannes""]Welche täglichen Besorgungen und kleinere Arbeiten gibt es, die nicht auch in der Zeit verrichtet werden können, in der Du 24 Stunden frei hast? Das kannst Du vielleicht einem Alien erzählen, aber doch keinem, der hier mitten im Leben steht.[/quote]

Nun, vielleicht keinem, der dort bei dir lebt, aber es gibt Arbeiten, Besorgungen und Termine, die man gleich oder zeitnah erledigen muss. Das weiss jeder, der hier mitten im Leben steht.

[quote=""johannes""]Du wirst staunen, auch bei uns gibt es MA, in deren Familie beide arbeiten und Kinder haben, die teilweise ihre Kinder zur Schule fahren müssen, usw.. Nein, da muss die Frau nicht ihre Arbeit an den Nagel hängen - jedenfalls nicht bei uns auf dem Lande. Das mag ja in Berlin völlig anders sein ...[/quote]

Nun, wenn beide Vollzeit im Wechselschichtdienst arbeiten, dann geht das schwerlich. Ich kann meine Tochter nicht 19:45 aus der Kita abholen.

[quote=""johannes""]
Abgesehen davon ist die Übergabe Arbeitszeit und nicht Pausenzeit.
Ich sehe, dass Du keine Ahnung hast von dem, worüber Du redest. Wer sagt, dass Übergabe Pausenzeit sei? Du! Sonst niemand![/quote]

Komisch! Wer hat dann das geschrieben? Nur drei oder vier postings zuvor...
Die täglichen Übergaben erfordern konkret ca. 5 Minuten (pro Pflegeeinheit). Damit die gesetzliche Arbeitszeitordnung eingehalten werden kann, erfolgt die Übergabe mit eben diesen 5 Minuten Überschneidung. Die Pausen sind folgerichtig dann 2:05 h insgesamt.
Naja, wir alle werden etwas vergesslich mit der Zeit...

[quote=""johannes""]Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass es Dir lediglich ums Stänkern geht. Als sachlich würde ich Deinen Beitrag sicher nicht einordnen.[/quote]

Logisch, ich kritisiere dich ja auch und zeige die Schwachstellen deines, von dir entwickelten Systems, auf. Ist mir schon klar, dass es dich wurmt, wenn man dein "Baby" mal kritisch unter die Lupe nimmt.

[quote=""johannes""]
Allerdings verbringt dann auch jeder Mitarbeiter seine Pause allein. Oder wer kümmert sich während der zwei Stunden um die Bewohner?
Geht in die gleiche Richtung wie Dein vorheriger Satz. Vielleicht solltest Du Deinen Beitrag noch mal zurück ziehen, erst darüber nachdenken, was Du sagen willst und ihn dann neu, etwas fundierter verfassen.[/quote]

Warum antwortest Du nicht einfach auf die Frage, anstatt ad hominem zu gehen? Wenn ich unrecht habe, kannst du mir doch mit einer Antwort leicht den Wind aus den Segeln nehmen...

[quote=""johannes""]Dein letzer Satz offenbart Deine Intention - stänkern - unübersehbar! Ich gehe mal davon aus, dass Du noch nicht ganz ausgeschlafen warst, als Du diesen Beitrag verfasst hast. Da ich Deine Beiträge zu anderen Themen anderer User ebenfalls gelesen habe, zeichnest Du schon ein interessantes Bild Deiner Persönlichkeit, das Du mit diesem Beitrag deutlich unterstreichst.[/quote]

Nenn du es Stänkern, ich nenne es kritisieren und Schwachstellen aufzeigen. Um meine Persönlichkeit mach dir keine Sorgen, ich komme zurecht.

Wenn du mir belegen kannst, dass ich irgendwo etwas falsches behaupte, dann mach das. Wie gesagt, wenn du das Gegenteil belegen kannst, dann gebe ich gerne zu, dass ich falsch liege, im Gegensatz zu dir muss ich nicht auf Biegen und Brechen recht haben.

Ich habe auch keine Zeit und Lust quer durch Deutschland zu fahren, um ein Arbeitszeitmodell kennen zu lernen, dass schon in seinen theoretischen Grundlagen für mich völlig unattraktiv ist.

Und was meinen Beruf angeht: Den übe ich sehr gerne und engagiert aus.


"trust and you'll be trusted." says the liar to the fool.

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AW: Kluge Dienstplangestaltung?

Beitrag von peri » Di 26. Nov 2013, 14:29

Dein Arbeitszeitmodell in allen Ehren, Johannes - für mich wäre es nichts. Ich bin froh, nach einem Frühdienst um ~14 Uhr zu Hause zu sein und noch den "ganzen Tag" vor mir zu haben. Mein Teildienst jedes zweite Wochenende mit ca. 10 Stunden Gesamtarbeitszeit reicht mir da zu genüge.

Mit Haustier (Hund) wäre dein System ohnehin nicht zu bewältigen, unabhängig davon, ob die Möglichkeit besteht, den Hund mit in die Arbeit nehmen zu können oder nicht. Ich wöllte es garnicht, weil ich es ekelhaft finden würde, wenn mein Hund von Bewohnern - von denen man weiß, wie sie es mit der Hygiene halten - angefasst werden würde.

Deine Dienstplangestaltung ist also keinesfalls ein Allheilmittel, sondern lediglich eine von vielen Möglichkeiten.


:yo

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