Heimschließung

Pflege- und Sozialrecht.
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Dornröschen
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Heimschließung

Beitrag von Dornröschen » Sa 4. Jun 2016, 10:53

Hallo Leute,

ganz, ganz tief in Baden-Württemberg, am Rande der Alpen und mit herrlicher Sicht auf dieselben, steht ein kleines aber feines Senioren- und Pflegeheim. Die Bewohner (es sind deren immerhin noch 15) fühlen sich hier offensichtlich wohl, sind gut versorgt und guter Dinge. Das waren wir (die Pflegekräfte jeglicher Kategorie) auch - wir waren es bis Dienstag, den 31.05.2016.

An eben jenem Dienstag gab es nun eine außerordentliche Personalversammlung, während der wir samt und sonders unsere Kündigung erhielten, alle wie wir dort versammelt waren, Pflegepersonal, Hauswirtschaft, Reinigung - alle.
Warum? Weil unser trautes Heim geschlossen wird.

Die Hintergründe werden wir nun hier in der nächsten Zeit aus unserer Sicht darstellen ...



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Beitrag von Dornröschen » Di 7. Jun 2016, 21:51

Weiter gehts.

Ihr kennt alle das Lied: Hoch auf dem gelben Wagen?

Gut, los gehts.


Hoch vor dem gelben Wagen
sitzt die Frau K. vorn.
Hohe Rosse sie tragen
kräftig röhrt sie ins Horn.
Felder,Wiesen und Auen
rauschen an ihr vorbei
/: sie tät ja so gerne noch schauen,
doch in ihren Füßen ist Blei.:/

"Hoch auf dem Rücken der Pferde"
spricht man seid eh und je.
"liegt das Glück dieser Erde"
doch dieser Spruch ist passee'.
Nein diese Frau ist nicht glücklich
warum ist sie so erbost?
/:Trifft sie wohl der Schlag augenblicklich,
weil so viel Wut in ihr tost?:/

Fluchen hör ich und schimpfen
und manchen knackigen Streit.
Unseren Job zu verunglimpfen
dazu nimmt sich viel Zeit.
Tobt durch die Zimmer und Gänge,
maulet und motzet und flucht,
/:bis sie in voller Länge
das Haar findet was sie sucht.:/

Wie lange kann man das treiben,
wie lang geht so was gut?
Ruhig kann man nicht ewig bleiben,
irgendwann packt wen die Wut.
Das nimmt kein gutes Ende,
dessen kann man sich sicher sein.
/:ein Bild von ihr ziert dann Wände,
mit ihrem Heiligenschein.:/


Fortsetzung folgt...
Zuletzt geändert von fmh am Mi 8. Jun 2016, 08:13, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von fmh » Mi 8. Jun 2016, 08:15

Off-Topic:

Hallo, nur für den Fall, dass diese Frau K. (Name von mir gekürzt) eine tatsächlich existierende Person ist: bitte keine Namensnennung, weder von Personen, noch von der Einrichtung. Danke.


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Beitrag von Dornröschen » Mi 8. Jun 2016, 09:48

Ist okay. Ich werde alles abkürzen. Frau K. existiert aber der Name war von uns schon geändert. Sie heißt anders. Aber dann kürze ich einfach ein.



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Beitrag von fmh » Mi 8. Jun 2016, 10:00

Off-Topic:

Alles klar, danke. Wir wollen nur vermeiden, dass es zu irgendwelchen Missverständnissen kommt.

Beste Grüße
fmh


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BöserZwilling
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Beitrag von BöserZwilling » Mi 8. Jun 2016, 16:24

Hallo Leute,

momentan befinde ich mich in dem Haus, vom welchem hier die Rede ist.
15 Bewohner, diverse Angestellte.
Nachdem uns die "frohe Botschaft" von der Schließung unseres Hauses ereilt hat, veränderten sich unsere Heimbewohner.
Manche dramatisch.
Ich möchte beginnen (unter Wahrung sämtlicher Persönlichkeitsrechte natürlich) Einzelschicksale zu schildern.
Warum?
Damit man begreift, wie seitens mancher Behörde mit sehr alten Menschen umgegangen wird. Oder sollte ich sagen: umgesprungen?

Wir starten mit dem Schicksal von Frau M., und zwar sobald ich die Tropfen gerichtet und die Abendmedikation bereit gestellt habe ...
So long ...

LG
Der böse Zwilling
(der eigentlich kein Kerl, sondern eine Maid ist)



thomas09
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Beitrag von thomas09 » Mi 8. Jun 2016, 16:34

Was willst du uns damit sagen?
Dass die bösen Behörden willkürlich, unbegründet und ohne Vorwarnung ein Heim schließen?
Meiner Erfahrung nach geht da doch ein längerer Prozess voraus.
Behörden schließen ein Heim noch so einfach, es müssen schon gravierende Mängel herrschen, die auch nach mehrfacher Fristsetzung nicht abgestellt wurden oder konnten oder wollten.

Lag da evtl. eine Gefährdung der Bewohner vor?
Stellt sich die Frage ob bei aller wohlwollenden Bewertung und Verständnis der Unruhe für Bewohner, die Schließung für die Bewohner genau das Richtige war im Sinne der Sicherheit der Bewohner?



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Beitrag von BöserZwilling » Mi 8. Jun 2016, 17:39

Hallo Thomas09,

es wird nicht behördlicherseits geschlossen, der Betreiber gibt nur auf.
Alles andere schön der Reihe nach.
Und: Nein, eine Gefährdung der Bew. lag nicht vor und liegt nicht vor.
Aber, wie gesagt, eines nach dem anderen.

Der böse Zwilling
welche(r) etwas zeitlich angespannt ist



thomas09
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Beitrag von thomas09 » Mi 8. Jun 2016, 18:05

Damit man begreift, wie seitens mancher Behörde mit sehr alten Menschen umgegangen wird. Oder sollte ich sagen: umgesprungen?
es wird nicht behördlicherseits geschlossen, der Betreiber gibt nur auf.
Dann verstehe aber deine Aussage nicht?

Wo kommen jetzt Behörden ins Spiel?



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Beitrag von BöserZwilling » Mi 8. Jun 2016, 18:11

Die zuständige Behörde macht dem Heimbetreiber nach meinem Kenntnisstand (und dem meiner Kollegen) seit ca. 10 Jahren das Leben schwer.
Aber, nochmal die Bitte, wir möchten der Reihe nach berichten.

Der böse Zwilling
die sich ja auch erst einmal sortieren muss



sophie
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Beitrag von sophie » Do 9. Jun 2016, 08:49

Hallo,

dann hätte er in 10 Jahren die Möglichkeit gehabt das Heim den behördlichen Anforderungen anzupassen oder die Einrichtung zu verkaufen.

Es wurde sich für den für alle, vor allem für die Bewohner, schwierigste Lösung entschieden, nämlich die Einrichtung zu schließen.

sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

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Beitrag von doedl » Sa 11. Jun 2016, 06:13

Vielleicht sollten die Themenstarter erst die Fakten berichten; das möglichst zusammenhängend, damit man sich ein Bild machen kann.

Gruß Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

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Beitrag von BöserZwilling » Di 14. Jun 2016, 16:53

Frau Doedl hat Recht,

also: vor 10 Jahren wurde das Haus hier eröffnet, unter einem privaten Träger.
Und mir wird folgendes berichtet: Eine gewisse Dame von der Heimaufsicht betrat am Eröffnungstag das Haus und sagte sinngemäß: "Gut und recht, aber das wird nicht lange gehen, denn die privaten Träger wollen wir hier nicht haben."
Ich war nicht dabei. Ich habe es nicht gehört. Aber: Meine Kollegen sind grundehrliche Leute, denen man glauben kann.

Was also soll man von dieser Aussage halten?

Die böse Zwilling
die über solche Aussagen fassungslos ist



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Beitrag von sophie » Mi 15. Jun 2016, 08:02

Hallo Böser Zwilling,

10 Jahre ist ja nun nicht gerade kurz. Du selbst hast die Aussage gar nicht gehört. Ist die selbe Dame noch immer bei der Heimaufsicht. Dann hätte der Betreiber die Chance gehabt, dass an höhere Stelle kund zu tun.
Am Bodensee gibt es doch einige private Anbieter......


Wenn Einrichtungen geschlossen werden arbeiten Heimaufsicht und MDK in den mir bekannten Fällen immer zusammen, also keine Einzelfallentscheidung.

sophie


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Beitrag von BöserZwilling » Mi 15. Jun 2016, 15:46

Nein. 10 Jahre sind keineswegs kurz. Ich selbst habe die Aussage nicht gehört, aber mindestens 4 meiner Kollegen - und die sind absolut glaubwürdig.
Die Dame ist tatsächlich die ganze Zeit über bei der Heimaufsicht tätig gewesen und ist es noch.
Der Betreiber hat m. W. alle möglichen Schritte unternommen, ohne Erfolg.
Es gibt noch mehrere private Anbieter, viele mit ähnlichen Problemen, oder sie werden aus irgendwelchen Gründen "pfleglicher" behandelt als andere.
Wir werden hier noch schildern, welche "Auftritte" man seitens der Heimaufsicht hier abgeliefert hat.

Und was den MDK betrifft: Unser Haus wurde bewertet mit der Note 1,2. Der Durchschnitt des Bundeslandes liegt bei 1,1.

Noch eines: Das Heim wurde nicht geschlossen. Das schaffte die o. g. Behörde nicht.
Der Betreiber gibt auf, weil der Betrieb aufgrund eines Aufnahmestops inzwischen absolut nicht mehr wirtschaftlich ist.

Die böse Zwilling
die eure Skepsis nachvollziehen kann, aber tatsächlich nur tatsächliche Tatsachen hier einstellt



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pegean
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Beitrag von pegean » Mi 15. Jun 2016, 18:57

Aufnahmestop
Warum ?


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

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Beitrag von ilios1966 » Mi 15. Jun 2016, 20:39

Hallo Zwilling,

auch wenn das Ganze sehr unschön ist, erschließt sich mir gerade nicht, warum Du "häppchenweise" schreibst, dass Du alles der Reihe nach schildern möchtest, also Schicksale beschreiben willst. Ich kann bis jetzt noch nichts zu diesem Thema finden.

Vielleicht möchtest Du uns teilhaben lassen? oder gibt es Gründe warum Du das was Du vorankündigst nicht schreiben kannst?

Lg ilios


Ich bin nicht nur für das verantwortlich was ich sage,sondern auch für das was ich nicht sage!

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Beitrag von pegean » Do 16. Jun 2016, 08:18

Off-Topic:

Seniorenzentrum „Sonnenhof“ schließt Ende Juni
http://www.schwaebische.de/region_artik ... d,731.html
Reine Vermutung !!!


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
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Beitrag von stormrider » Do 16. Jun 2016, 09:02

Warum schriebest du nicht mal zusammenhängend die genauen Gründe für die Schließung? Abgesehen davon bist du hier eigentlich im falschen Forum. Wir können dir nicht helfen und sich beklagen sollte man eigentlich woanders, wenn man damit etwas erreichen will.

Abgesehen davon: Wenn das Heim so toll ist und euch so am Herzen liegt, habt ihr schonmal daran gedacht, dass Heim zu übernehmen? Ich kann mir schon vorstellen, dass dies mit mehreren möglich sein müßte.



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Beitrag von BöserZwilling » Di 21. Jun 2016, 15:31

Wir würden hier gerne zusammenhängend berichten und vor allem eure Fragen befriedigend beantworten. Aber wir drehen hier alle am sprichwörtlichen Rad. Wir können irgendwie zur Zeit nicht mehr. Bewohner und Personal am Limit, kaputt, traurig, wütend, durch den Wind ...

@Stormrider, deine Frage sei doch gleich beantwortet: Schau dir das Anwesen an, Link ist einige Beiträge weiter oben. Wir können das Heim nicht weiter führen. Das kann sich von uns keiner leisten. Und außerdem: Wir hätten es wieder mit der selben Heimaufsicht zu tun wie vorher. Unserer Ansicht nach wären wir von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Wir werden später nachholen, was wir hier eigentlich vorhatten, und nein, wir wollen uns nicht beklagen. Nur so gut es geht unsere Geschichte und die unserer Bewohner erzählen und wie man mit uns allen umgegangen ist ...
Wir jammern nicht, wir berichten ...

Abschließen möchte ich mit den Worten, die die Angehörigen eines Bewohners uns schriftlich hinterlassen haben:

"Gut behandelt, nett umsorgt
an so vielen schweren Tagen.
Das war gut und half mir sehr,
dafür möchte ich danke sagen"

Dies schrieben die Lebensgefährtin, der Betreuer und noch einige andere Personen, die Angehörige des Herrn H. sind, der am gestrigen Montag auszog und dabei geweint haben soll, genauso wie seine Angehörigen teilweise und auch einige meiner Kollegen ...

Mal ehrlich, liebe Leser, schreiben so etwas unzufriedene Angehörige, die ihren Herrn H. jahrelang hier im Haus hatten?

Die böse Zwilling,
die sich das beim besten oder auch bösesten Willen nicht vorstellen kann ...



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