Frage wegen möglicher Hilfen

Pflege- und Sozialrecht.
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Gizmo2
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Frage wegen möglicher Hilfen

Beitrag von Gizmo2 » So 15. Okt 2006, 20:14

Hallo Ihr Lieben,
ich habe eine Frage stellvertretend für einen Freund. Kurz zu den mir bekannten Fakten:
Freund meines Bruders, Harz IV - Empfänger, wohnt bei seiner Mutter. Diese ist ca. 73 Jahre alt, Diabetikerin und hat, auf Grund des seit Jahren schlecht eingestellten Blutzucker eine Sehkraft von unter 5%. Ein Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe ist erst vor kurzem erneut abgelehnt worden, da die Mutter sich in ihrer Wohnung noch zu sicher bewegt ( wohnt seit ca. 20 Jahren in der Wohnung). Es ist wohl die Aussage gefallen, sie könnte noch zu gut sehen, um etwas bewilligt zu bekommen. Die Augen sind schon mehrfach gelasert worden, was auf Grund zu starker Vernarbung nicht mehr möglich ist. Das sich die Augen so verschlechtert haben, ist mutmaßlich darauf zurück zu führen, daß ihr Diabetes zu lange mit Tabletten behandelt wurde. Sie ist zwar mittlerweile auf Spritzen umgestellt, aber hat immer, eigentlich zu hohe BZ - Werte. Der Sohn hilft im Haushalt mit, fährt seine Mutter zu Arztterminen,etc. Das Auto läuft über die Mutter. Der Sohn wird als Harz IV - Empfänger als arbeitsunwillig abgestempelt.
Problem:
Wenn der Sohn arbeiten gehen würde, wer würde seine Mutter zu den Arztterminen fahren? Auch wegen der Kosten. Die Mutter hat einen Schwerbehindertenausweis mit 100%, Pflegestufe ist abgelehnt.
Die Mutter hätte gerne eine Putz-/ Haushaltshilfe für 1xwöchentlich, da sie ihrem Sohn nicht alles zumuten will. Welche Möglichkeiten hätte sie, diese zu bekommen?
Welche Möglichkeiten oder finanziellen Hilfen gäbe es für die beiden, da der Sohn eigentlich wieder arbeiten will. Nur, wenn er wieder arbeiten ist, wer wäre dann für seine Mutter da? Es gibt wohl noch Verwandschaft, die aber weiter weg wohnt. Die Beiden wohnen auf dem Land, so daß die Mutter auch öffentliche Verkehrsmittel nicht alleine benutzten könnte. Sie käme noch nicht mal alleine bis zur Bushaltestelle.

Ich hoffe, ich habe alles wichtige einigermaßen verständlich rüber bringen können.
Auf Eure Antworten bin ich gespannt.
Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Abend wünscht
Gizmo2



Wusel
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AW: Frage wegen möglicher Hilfen

Beitrag von Wusel » Mo 16. Okt 2006, 06:43

In den Widerspruch gehen, is das einzige was mir sehr spontan einfaellt. Das geht so nicht...Mir geht der ganze MDK sowieso ein wenig gegen den Strich diese Willkuer mit der Pflegestufen verteilt werden spottet jeder Beschreibung (entschuldigt...). Sie sollen sich davon nicht beirren lassen und immer wieder in den Widerspruch gehen, das is das einzige was ich raten kann...(Wir haben da auch einige Faelle von gehabt...) Denn ihr steht mindestens eine 1 zu...

Putzhilfe: Da gibt es vielleicht eine Moeglichkeit...Es stehen manchmal in der Zeitungen Annoncen in denen Frauen/Herren kleine Nebentaetigkeiten suchen wie diese...Vielleicht ist das ein weg...allerdings nur wenn es Finanziell hinhaut...



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-Felicitas-
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Beitrag von -Felicitas- » Mo 16. Okt 2006, 09:44

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*Angie*
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Beitrag von *Angie* » Mo 16. Okt 2006, 12:41

Hallo Gizmo2,

Ich würde Dich gerne auf die http://www.patienteninitiative.de verweisen, die sich wirklich einsetzen für solche Belange. Leider habe ich nur die Tel-Nr. der
Hamburger Initiative, wo man sicher eine Tel.-Nr aus eurem näheren Umkreis erfahren kann. Tel: 040-2796465.

Ansonsten kannst Du Dich an den Blinden-und Sehbehindertenverband wenden.

Das Blindengeld steht nach neuer Regelung nur noch Patienten zu, die eine maximale Sehstärke beider Augen von zusammen 2% haben. Außerdem wird noch immer diskutiert, ob es gänzlich abgeschafft werden soll...

Für Menschen die noch etwas mehr sehen können gibt "Hilfen für hochgradig Sehbehinderte" deren Gesamt-Sehvermögen bei um die 5% liegt.
Für diese Menschen gibt es eine monatliche Pauschale in Höhe von 77 Euro.

Ansonsten würde ich auch Widerspruch einlegen und zwar immer und immer wieder, allein schon deshalb, damit die Widerspruchsfrist jeweils eingehalten wird.

Interessieren würde mich noch, wovon lebt die Frau?
-bezieht sie Rente?
-ALG II (als Bedarfgemeinschaft mit dem Sohn)?
-Grundsicherung?

....ist vielleicht nicht unerheblich , dass zu wissen....

Viel Glück und liebe Grüße,
A.



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*Angie*
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AW: Frage wegen möglicher Hilfen

Beitrag von *Angie* » Mo 16. Okt 2006, 12:47

Ach so, Gizmo....

leider ist es so, dass der MDK zur Einstufung eigentlich nur die "DIREKTE PFLEGE AN DER PERSON" in Minuten zählt...dazu gehört Körperpflege, An-und Ausziehen sowie Nahrung anreichen...wenn sie sagt, dass könne sie alleine, wird sie sicherlich keine Pflegestufe bekommen, denn die Unterstützung hierbei muss bei täglich mindestens 46 Minuten liegen und nicht darunter...
Dazu kommt noch Hauswirtschaftliche Hilfe mehrmals die Woche...

Insgesamt würde jemand bei Pflegestufe 1, der zuhause lebt, dann ein
Pflegegeld von 205 Euro bekommen können...

LG und alles Gute,A.



Jutti
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Beitrag von Jutti » Mo 16. Okt 2006, 22:09

Hallo Gizmo2
ich mail dir was, versuche dir da irgendwie info zu holen
lG
Jutti



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