Dokumentation Ernährung

Pflege- und Sozialrecht.
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valencia
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Dokumentation Ernährung

Beitrag von valencia » Do 11. Jun 2009, 22:04

Hallo, brauche mal einige Tips zu Ernährungsprotokollen. Leider weiss bei uns im Haus, so keiner mehr, was eigentlich wirklich seitens des MDK gefordert wird. Wie, wann, wielange, welchen Umfang usw. muß einProtokoll bzw. Plan umfassen???? Wie sehen Eure Dokumentationen aus??? Wird bei Euch sofort ein Plan erstellt, sobald ein Bewohner etwas abgenommen hat, obwohl noch im Bereich des Norm-BMI ist. Wäre für jede Antwort dankbar. Grüsse :)



jilsi
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Beitrag von jilsi » Sa 13. Jun 2009, 18:42

Wir hatten vor kurzem eine Bew. mit so einem Ernährungsplan..
Dort konnte man alles mögliche ankreuzen, was sie so gegessen hat. (Löffelweise oder Stückweise Zucker im Kaffee, Schälchenweise Nachtisch, Wieviel Scheiben Brot, Portionen Butter, Wurst, etc...)
Fand dieses Systhem aber etwas unausgereift, kann man oft schlecht abschätzen, wieviel die Bew. tatsächlich gegessen hat.(also in gramm usw..)
Eine Hauptmahlzeit bestand aus soundso viel Kalorien, das hat aber die Küche ausgerechnet.
Hinzu kam natürlich die Trinkmenge, das ist schon etwas einfachen je nachdem.
Trinknahrung wird auch extra vermerkt.
Wenn ein Bew. etwas abgenommen hat und der BMI ist noch OK, versuchen wir es erst mit Trinknahrung, Lieblingsspeisen, etc...
In diesem Fall war es eine sehr kachektische Bew.

Lg jilsi



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DollscheVita
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Beitrag von DollscheVita » Di 7. Jul 2009, 15:54

Ernährungsplan führen wir, wenn Bew. innerhalb von 3 Monaten mehr als 5 % abgenommen hat.
Gewogen wird 1x mtl. oder bei Risikobew. 1x wö.

Trinkprotokolle, bei Bew. die entweder ihre errechnete, geplante, ärztl. empfohlene Tagestrinkmenge nicht erreicht haben, bzw. eine Beschränkung haben.

Ein- und Ausfuhrprotokolle nur bei DK Trägern, wo eine Bilanzierung ärztl. verordnet ist.

HABT IHR ÜBRIGENS SELBSTENTWORFENE EXEMPLARE?
Gebt ihr Symbole ein z. B. 1/2 Teller oder Kalorienzahl, oder Noten z.B.1= wenig - 5= ganze Portion?
Wer, wann und wieoft führt ihr die tgl. Ernährungs- und Trinkprotokolle?

Ich würde gern unser System vereinfachen, da ziemlich zeitaufwändig.

Vielen lieben Dank !
Zuletzt geändert von DollscheVita am Fr 10. Jul 2009, 21:47, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Gewichtabnahme nicht Kg sondern %


LG - DollscheVita -

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PiA
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Beitrag von PiA » Di 7. Jul 2009, 18:13

Hi Valencia,

wir führen nur bei einer Bewohnerin, die sehr stark untergewichtig ist, ein Ernährungsprotokoll, welches eher einfach gehalten ist. Darin wird täglich vermerkt, wieviel sie von einer ganzen Portion zu welcher Mahlzeit gegessen hat. Also z. B. Mittagessen: 1/2 Portion. Das ist ja nun nicht besonders genau, weil jede Portion mehr oder weniger nach Augenmaß ausgegeben wird, sprich wir geben das Essen auf dem Wohnbereich selbst aus. Alle Kalorien zu bilanzieren, halte ich für etwas übertrieben und auch kaum machbar (es sei denn, jemand isst wirklich sehr wenig), aber unsere Methode ist mir persönlich zu ungenau und zu allgemein. Eine Portion Mittagessen (z. B. Eintopf) kann man doch gar nicht mit einer Portion Vesper (z. B. Torte) vergleichen. Es müsste also irgendwas zwischen dem Kalorienzählen und unserer Methode geben. Würde mich auch mal interessieren.

Protokolle für Flüssigkeitseinfuhr haben wir natürlich auch, z. B für Bewohner mit Einfuhrbeschränkung. Da kann man dann über 24 Stunden die Ein- und Ausfuhr dokumentieren. Sondennahrung wird in dem gleichen Protokoll bilanziert. LG PiA



sophie
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Beitrag von sophie » Di 7. Jul 2009, 19:21

Hallo

mal ne Gegenfrage:
Gibt es in eurem Haus einen Kellenplan?
D.h. einen Plan der genau definiert was eine Portion ist und wieviel Kcal die hat?
Sonst macht das ganze Malen nur wenig sinn, weil gar nicht nachvollziehbar ist, wieviel Kcal derjenige zu sich genommen hat. Hinzu kommt, der eine schöpft grosse Portionen, der andere davon nur etwa die Hälfte.

Grüsse Sophie

Wir haben ein Ernhährungsprotokoll, dass kann man beim MDS herunterladen.


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ilios1966
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Beitrag von ilios1966 » Di 7. Jul 2009, 20:37

Hallo

Wir arbeiten mit dem "PETRA"Programm.Hier wird eine Woche lang aufgeschrieben was der BW ißt bzw.trinkt.
Wir haben dazu spezielle Kellen und Mengenangabe z.B.Durchschnittsgewicht einer Scheibe Brot.
Alles zusammen wird dann am PC ausgewertet, hier kann erfasst werden wo Defizite in der Ernährung bestehen.Z.B.KAlorienzufuhr zu niedrig,Fett zuviel etc., dies mit genauen Gramm Angaben.
Das ist sehr hilfreich, da auch differenziert erfasst werden kann wenn z.B:Mineralstoffe,Vitaine etc.zu wenig aufgenommen werden.
Des Weiteren wird berücksichtigt ob der BW bettlägerig ist oder viel läuft etc.
Programm ist aufwendig aber sehr gut.
Dennoch denke ich, dass eine hundertprozentige Erfassung nicht möglich ist, weil normalerweise alles erfasst werden müsste, aber wir die BW nicht rund um die Uhr erleben, also auch das Bon Bon zwischendurch oder der Keks müssten mit einfliessen.
Wie gesagt ist das Programm aber sehr hilfreich.

Lg ilios


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PiA
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Beitrag von PiA » Mi 8. Jul 2009, 13:20

Hi Sophie,

glaube nicht, dass es in unserem Haus einen Kellenplan gibt. Kurzzeitig war angedacht, dass auf dem Essenswagen auch immer ein sogenannter Musterteller mit hoch kommt, an dem man sich dann bei der Ausgabe orientieren sollte. Aber das ist ziemlich schnell im Sande verlaufen. Ich sagte ja, wir geben nach Augenmaß aus. Und da hat ja bekanntlich jeder ein eigenes. Wirklichen Sinn haben unsere Ernährungsprotokolle wohl nicht, nur dass sie halt da sind. Ich finde das schon schlimm. LG PiA



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DollscheVita
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Beitrag von DollscheVita » Do 9. Jul 2009, 21:54

Also, ich finde ein Ernährungs- und Trinkprotokoll nur dann sinnvoll, wenn es auch ausgewertet wird und die Massnahmen entsprechend den Bewohnerwünschen / Arztvorgaben geplant / geändert werden.

Mein Wunsch wäre, Kalorienbedarf und Flüssigkeitsbedarf /24/h errechnen, Bewohnerwunsch, Biografie und AVO berücksichtigen.
Alles in die Anamnese / Pflegeplanung aufnehmen, Ziele so formulieren, dass wenn Gewichtsverlußt in 3 Mon. 5% eintreten, Maßnahmen verändert werden und oder neue Problembeschreibung erfolgt.

Einfuhrprotokolle in gleicher Abfolge, jedoch bei desorientierten Bew. und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen tgl. Flüssigkeitseinfuhrkontrolle.

Ansonsten nur die Abweichungen und Auffälligkeiten, die auf ein Flüssigkeitsdefizit hinweisen, im Pflegebericht dodumentieren.

Ist z.Z. sooo noch nicht möglich, wir wollen bloß keinen Fehler machen, vor der Prüfung - zitter, zitter -.....

Gemäss Expertenstandard: Ernährungsmanagement zur S................ wird auch kein dauerhaftes führen eines Ernährungs- und Trinkprotokolls gefordert. Sondern über mehrere Tage z.B. 3-5 Tage mit anschließender Planung unter Berücksichtigung der vorhandenen Assessmentinstrumente.
Bei Risiken erfolgen regelmäßige s.g. Screenings.
Nachzulesen ab Seite 25.


LG - DollscheVita -

Thanos

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Beitrag von Thanos » Do 9. Jul 2009, 23:25

Wenn Deine Einrichtung einen Vertrag mit einem großen Ernährungsspezialisten hat, wird dieser in der REgel kostenlos etwas liefern, sei es nun auf Papier oder als PC- Programm.

http://nutrinews.nestle.de/Home/Experte ... hilfen.htm
hier mal eine Variante von Nestle.



Analir
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Beitrag von Analir » Do 14. Apr 2011, 16:45

Hi,

würde das Thema gern nochmal aufgreifen, da wir demnächst den Expertenstandard Ernährung einführen werden. Zum nächsten QZ sollen wir nun mal sammeln, was sinnvoll und was praktikabel ist.

In welcher Form werden ihr dem Expertenstandard gerecht?

Welche Dokumente (von welcher Firma oder selbsterstellt) nutzt ihr?

Aus eurer Erfahrung heraus - was würdet ihr empfehlen, abraten oder anders machen?

sonstige Ideen & Hinweise?

Schreib später gern auch her, was wir schon so anwenden, muss nur erst mit dem Hund raus. ;)



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