Dekubiti

Pflege- und Sozialrecht.
Hier gepostete Beiträge und Antworten ersparen im Ernstfall nicht den Gang zum Anwalt!
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valencia
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Beitrag von valencia » Sa 8. Nov 2008, 17:04

Hallo, hört sich ja wirklich übelst an. Keine Schmerzmittel ????? Kommt die Person direkt von zuhause ? Wenn ja, scheint die Pflege dort jawohl nicht sicher gestellt sein. Unbedingt Arzt einschalten, ggf. einen anderen, da der behandelnde ja anscheinend noch nicht mal was gegen die sicher vorhandenen Schmerzen rezeptiert. Außerdem rate ich Euch, alles genauestens zu dokumentieren,- Wundprotokoll, am besten noch fotografieren, damit Euch nichts passieren kann. Alles Gute



jilsi
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Beitrag von jilsi » Sa 8. Nov 2008, 17:53

Habe mal von einem Fall gehört, da wurden die Angehörigen aus der häuslichen Pflege angezeigt (von einer Nachbarin) wegen Körperverletzung.
Die betroffende Person wurde ins Heim überwiesen und den Angehörigen jede Betreuungs (art) abgesprochen.
Wäre das ein Weg????

jilsi



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doedl
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Beitrag von doedl » Sa 8. Nov 2008, 21:41

Hallo Spufidel

Dekubiti in diesem Ausmaß...... booh!

OK, hoffe Ihr habt das alles fein säuberlich bei der Aufnahme dokumentiert, jede Wunde einzeln beschrieben etc. Das hilft der Bewohnerin zwar nix, aber Euch.

Vorgehensweise:

Die Pflegekasse schriftlich benachrichtigen, gleich nachfragen, ob die eine Pflegefachkraft beschäftigen, die umgehend in die Einrichtung kommt und sich das Dilemma ansieht

Ist dies nicht der Fall, den MDK schriftlich benachrichtigen und um sofortige Begutachtung bitten

Zeitgleich eine Einweisung ins Krankenhaus veranlassen- sind bereits Knochen etc betroffen, so ist das keine pflegerische Aufgabe mehr- allerdings......... kümmert Euch bloß drum, dass das KH auch die Info hat- wir, Altenheim nix machen Deku- Bewohnerin kommt direkt von zuhause

Sorry, aber mit den Angehörigen reden- ne! Es gibt ne Zeit für Angehörigengespräche und es gibt ne Zeit des Handels; für psychosoziales Dutzidutzi scheint mir das Versäumnis der Angehörigen nun echt zu schwer.

Hier ist Aktion angesagt- und zwar das volle Programm.

Tut mir echt leid für Euch, solche Erfahrungen braucht Mann/Frau nicht wirklich.

Toi toi Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

jilsi
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Beitrag von jilsi » So 9. Nov 2008, 21:50

@ doedl

Jepp,da hasse recht. Hier gilt nur noch Handeln...

Lg jilsi



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*Angie*
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Beitrag von *Angie* » Mo 10. Nov 2008, 02:08

Ja - handeln ist hier wohl absolut angesagt...
Off-Topic:

Ich frage mich gerade, WER die Frau zuhause gepflegt hat?
Vielleicht ihr 85jähriger Mann, der selbst kaum noch kriechen kann und ihr den
Wunsch erfüllte, nicht in ein Heim zu müssen? Weißt Du zufällig näheres darüber, Spufidel?


» Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht. « (Albert Schweitzer)

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Kati123
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Beitrag von Kati123 » Di 11. Nov 2008, 13:14

Ich kann euch da wirklich nur den guten Rat geben sie umgehend eine Klinik zu schicken. Wenn die Wunden schon einen Knochen freilegen, dann hilft da auch keine Wundmanagerin mehr. Was soll die Gute denn da noch managen ? Die Frau braucht 3 Komponenten: Medikamentöse Behandlung ( Antibiose zur Vermeidung einer Sepsis ), ausgeprägte Schmerztherapie ( die werdet ihr in der Einrichtung nicht in vollem Ausmaß leisten können ), korrektes Debridement unter sterilen Verhältnissen. Ich denke, hier muß chirurgisch korrigiert werden und dann mit Vakuum ein Wundabschluß vorgenommen werden, damit das geschädigte Gewebe, sowie die geschädigten Gefäße/Muskeln/ Nerven etc. sich wieder einigermaßen herstellen können. Außerdem haben Spezialabteilungen ganz andere Möglichkeiten der Lagerung ( spezielle Wundbetten ).

Für euch ist dennoch ganz wichtig, dass ihr penibelst die Wunden dokumentiert und fotografiert, da die Dame nun bei euch aufgenommen wurde, um später nachweisen zu können, dass die Wunden nicht in der Einrichtung entstanden sind.

Ich habe gerade ähnliches gesehen bei einer KZP und habe sie sofort ins KH geschickt. Da komme ich echt an meine Grenzen als Pflegerin.


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Griesuh
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Beitrag von Griesuh » Mi 12. Nov 2008, 09:25

Hallo doedl:
Deine Idee den MDK wegen einer Begutachtung zu Informieren in allen Ehren. Nur nützt es nichts, da der MDK nur tätig wird, wenn die Pflegekasse einen Begutachtungsauftrag erteilt.
Deshalb den Zustand der Pflegekasse/ Krankenkasse schildern und eine Eil-Nachuntersuchung, wegen verdacht der nicht sicher gestellten häuslichen Pflege, beantragen. Geht dann meist ruck-zuck.
Z. Zeit versorgen wir 2 solche pflegebedürftige. Was sich die Ärzte so erlauben ist unglaublich. Der eine Arzt wusste nicht einmal, dass die Pflegebedürftige Person Dekubiti hatte. Erst nach mehrfacher, dringlicher Aufforderung kam er zur Visite. Die Antwort von Ihm: Was wollt ihr denn hier machen, in 3 Wochen ist sie Tod. Das Material was sie wollen ist zu teuer und bringt nix. Das war vor einen 3/4 Jahr, die Dame lebt immer noch, die Dekubiti sind abgeheilt. Hier lag es wirklich an mangelhafter Versorgung.
Der 2. Fall liegt ähnlich, die Dame hat 15, in Worten: FÜNFZEHN Dekubiti.
Dort liegt es nicht einmal an mangelnder Versorgung. Diese Frau hat eine ausgeprägte Pergamenthaut, da kann zu geschaut werden, wie sich die Haut löst bzw. Druckstellen entstehen.
Auch hier weigerte sich die Hausärztin entsprechnedes Material zur Versorgung zu verschreiben, es wäre alles zu teuer und bringt nichts.
Erst nach Drohung über die Ärztekammer und die Kasse gegen sie zu aggiren, verordnete sie die erforderlichen Materialien.
Nur mal soviel zu der mangelhaften häuslichen Pflege.

LG

Griesuh



jilsi
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Beitrag von jilsi » Mi 12. Nov 2008, 22:10

Hallo Griesuh

Finde ich gut wie du dich durchgesetzt hast. Ich habe in der Schule gelernt, man sollte sich auch als "Anwalt" der Bew. verstehen.
Die Ärzte sind weiß Gott keine Halbgötter in Weiß.
Durft mich auch schon ein paar Mal mit ihnen anlegen...

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lemuelreist
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Beitrag von lemuelreist » Do 29. Jan 2009, 11:28

Hallo Gast34!

Wenn schon Wortklauberei, dann aber auch richtig!

Die Mehrzahl von Dekubitus findet sich mittlerweile im Begriff `Dekubitalulzera´. Grund hierfür ist, dass die Ableitung aus dem Lateinischen (ob -us oder -i) wohl nicht möglich war. Darüber sollen sich aber die Herren Sprachgelehrten streiten.
Vgl. hierzu einfach mal die Erläuterungen im Expertenstandard `Dekubitus´.

Nix für ungut,
Lemuel



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Kati123
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Beitrag von Kati123 » Do 29. Jan 2009, 11:32

Die Lateiner unter uns... :D wie habe ich doch auf diesen Einwand gewartet. Aber schön erklärt lemuelreist


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-Felicitas-
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Beitrag von -Felicitas- » Fr 30. Jan 2009, 12:32

nnmbmn
Zuletzt geändert von -Felicitas- am Fr 5. Mär 2010, 12:37, insgesamt 1-mal geändert.



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schnitte
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Beitrag von schnitte » Mo 2. Feb 2009, 02:25

was seit ihr denn für krümelkacker^^
ggggggg

fortschritt pflege, was!? lieber bürokratie als pflegeproblem lösen.



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-Felicitas-
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Beitrag von -Felicitas- » Mo 2. Feb 2009, 08:28

bnnbbn
Zuletzt geändert von -Felicitas- am Fr 5. Mär 2010, 12:37, insgesamt 1-mal geändert.



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DollscheVita
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Beitrag von DollscheVita » Mo 2. Feb 2009, 15:37

Hallo spufidel,

berichte doch bitte mal wie sich der Zustand entwickelt hat.

Wenn es "Erfolge" zu vermelden gibt spornt das viele zum Nachmachen oder zumindest zum Überdenken an, glaube, bzw. hoffe ich!

...wir hatten gerade eine Zusatz - Weiterbildung zum Expertenstandard:
- chronische Wunden -, die ein Wundexperte, sehr anschaulich und praktisch abgehalten hat. Z.B. Fotodokumentarische Wundentwicklung bei, seines Erachten, geeignetem Material und bei moderner Wundversorgung. Ohne missionarischem Auftrag.
Hierzu waren alle interessierten eingeladen, (für Pflegekräfte Teilnahmepflicht)
Ganz toll war, dass auch Angehörige und vor Allem ein Hausarzt mit seinen beiden Assistentinnen dabei waren!!!
Hatten allerdings mit diesem HA nie Probleme, geeignete Wundversorgung, Verbandsmaterial oder weitere Therapiemassnahmen zu bekommen.


LG - DollscheVita -

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