Bewohnerin reicht Demenzbewohnerin essen an, welche Rechtliche Folgen enstehen?

Pflege- und Sozialrecht.
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-Felicitas-
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AW: Bewohnerin reicht Demenzbewohnerin essen an, welche Rechtliche Folgen enstehen?

Beitrag von -Felicitas- » Do 4. Jun 2009, 14:25

bbvvbv
Zuletzt geändert von -Felicitas- am Mo 1. Mär 2010, 01:11, insgesamt 1-mal geändert.



Knülpf
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AW: Bewohnerin reicht Demenzbewohnerin essen an, welche Rechtliche Folgen enstehen?

Beitrag von Knülpf » Do 4. Jun 2009, 23:17

Generell geht es wohl darum, ob Bewohner/innen sich gegenseitig helfen und pflegen dürfen. Würde mich auch interessieren, da in meiner Einrichtung z.B. ein sehr "fitter" einem recht schwachen Bew. beim Rasieren hilft, ein anderer bittet eine Mitbew. gelegentlich um Hilfe beim Umziehen und Inko-Wechsel, was sie dann auch macht ohne dass die MA es direkt mitbekommt. Ich sehe das mit gemischten Gefühlen: Es könnte auch was schief laufen, aber im Moment scheint mir so fürsorgliche soziale Interaktion wichtiger als mein Bedürfnis nach Kontrolle.

Speziell in bodo2009's Beschreibung geht es offensichtlich um Kompetenzgerangel durch eine Bewohnerin, die ihren eigenen Status als frühere Pflegekraft nicht ablegen kann und sich mit einer altgedienten MA verbündet. Schwierig, ich denke da ist die Leitung gefragt um Positionen klar abzustecken und für Einigkeit im Team zu sorgen.



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PiA
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AW: Bewohnerin reicht Demenzbewohnerin essen an, welche Rechtliche Folgen enstehen?

Beitrag von PiA » So 7. Jun 2009, 12:23

Hi Bodo,

ich denke, man kann das nicht verallgemeinern, ob ein Bewohner in der Lage ist einem anderen Bewohner zu helfen oder nicht. Das kann man nur wirklich in der Situation beurteilen. So wie du es hier schreibst, nämlich dass die Bewohnerin nicht mehr anreichen soll, weil sie die Fachkräfte tyrannisiert, klingt es eher wie eine Strafe für die eheamlige KS, oder? Vielleicht würde sich das Verhältnis zu ihr ein bisschen entspannen, wenn man mal mit ihr ins Gespräch kommt, wie das früher so war als Krankenschwester, warum sie diesen Beruf ergriffen hat... Könnte mir vorstellen, dass sie gern darüber spricht. Und warum nicht auch mal ein Lob, wenn sie jemandem anreicht? Nur weil sie alles besser zu wissen scheint als ihr, muss man doch nicht mit den gleichen Waffen "kämpfen", oder? LG PiA



ilios1966
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AW: Bewohnerin reicht Demenzbewohnerin essen an, welche Rechtliche Folgen enstehen?

Beitrag von ilios1966 » So 7. Jun 2009, 12:51

Hallo

Grundsätzlich, wenn keine Schluckstörung vorliegt, ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein BW dem Anderen Essen anreicht.
Es kommt immer auch auf die Person an die sich helfen lässt im Bezug auf pflegerische Versorgung.
Ist jemand massivst sturzgefährdet etc.gilt es abzuwägen.
Ansinsten denke ich auch, dass die Interaktion und sich verantwortlich fühlen können/dürfen für BW unsagbar wichtig ist.
Unser Kontrollwahn steht uns hier ggf.tatsächlich im Weg....
Solche Situationen lassen sich aus der Ferne schwer beurteilen.
Ich denke allerdings, so wie PiA, dass evtl.ein Austausch mit der ehemaligen Krankenschwester hilfreich sein kann, in jeder Beziehung.

Lg ilios


Ich bin nicht nur für das verantwortlich was ich sage,sondern auch für das was ich nicht sage!

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Nacht Frosch
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AW: Bewohnerin reicht Demenzbewohnerin essen an, welche Rechtliche Folgen enstehen?

Beitrag von Nacht Frosch » So 7. Jun 2009, 14:12

Hallo Bodo,
also ich finde auch das man das von Fall zu Fall entscheiden muß.
So lange die demente Bewohnerin nicht durch das Essen anreichen gefährdet wird ist doch alles im grünen Bereich.
Vielleicht kann man auch mal mit der ehemaligen KS sprechen, welche anderen Aufgaben sie übernehmen könnte.
Es hört sich für mich doch stark danach an, das die ehe. KS eine Aufgabe braucht. Wenn sie nicht gefordert wird, wird sie zickig.
Habe das auch immer so gehalten und die Bew, nach ihren Fähigkeiten, Aufgaben gegeben. Glaub mir, die waren glücklich gebraucht zu werden
LG Nacht Frosch



andrea
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AW: Bewohnerin reicht Demenzbewohnerin essen an, welche Rechtliche Folgen enstehen?

Beitrag von andrea » Mi 10. Jun 2009, 08:34

Hallo bodo
auch in der Pflege werden wir immer wieder das Phänomen von Antisympathie erleben. Das kann von dir als PK, aber auch von den BW ausgehen.
Ich habe mich auch schon mehrmals mit dieser Situation auseinandergesetzt. Wir sind nicht privat auf der Arbeit, können uns das Klientel nicht aussuchen und haben professionell zu reagieren und möglichst private Gefühle außen vor zu lassen.
Die BW ist eine ehemalige leitende PK, sie ist doch sicher nicht ohne Grund im Pflegeheim.- Wenn du ihr Verhalten von außen beleuchtest, kommt dir das wirklich klar orientiert und gesund rüber? Statt sich selbst persönlich angegriffen zu fühlen sollten wir uns gerade in so schwierigen Situationen vorstellen zwischen uns und dem BW ist eine Scheibe, Angriffe sind nicht persönlich sondern können eine Vielzahl von Gründen haben. Vielleicht solltet ihr bzw. deine Kollegen sich mal mit ihrem Arzt/Neurologen unterhalten. Für mich war so ein Gespräch aussachlaggebend und hat nach langem Hin u. Her sehr geholfen mich wirklich in den BW einzufühlen ohne Negativgedanken.
Zumindest bei mir klappte diese Taktik um diesen BW wohlwollend zu betrachten, ihm das Gefühl zu geben von mir angenommen zu sein. Danach war das Verhältnis gut, wenn ich ihn anlächelte hatte ich nicht mehr das Gefühl das tun zu müssen,wenn er dann seine eigene Art auslebte konnte ich ohne Abscheu oder Wut völlig neutral auf ihn eingehen und glaube dass ich "echt" war, so echt dass selbst Kolleginnen meinten dieser BW wäre einer von denen die mir besonders am Herzen liegen.
Bei eurer BW ist es sicher ähnlich, sie spürt euer Unbehagen, vielleicht die unterschwellige Wut wenn ihr mit ihr redet, folgedessen handelt sie, vielleicht auch aus dem Urinstinkt heraus.
Vielleicht hilft es in besonders schwierigen Situationen wenn wir daran denken dass wir privat nichts mit den Dingen zu tun haben. Wir müssen wie jeder Berufsstand professionell handeln unabhängig von persönlichen Gefühlen.Ich bin mir sicher dass auch diese BW sich gekränkt u angegriffen fühlt. Das zusätzlich mit der Gewissheit der schwindenden eigenen Ressourcen,, kann wohl auch zu dem von dir beschriebenen Verhalten führen. Aus meiner Sicht benötigt die Dame ihre Erfolgserlebnisse, Aufgaben ohne dass ihr das Gefühl gegeben wird "niedere" Dinge erledigen zu müssen weil man sie für unfähig hält. Auch wenn das ein längerer Prozess wird, mit Erfolg aber auch Niederlagen, wenn es geschafft ist herrscht bei BW u. PK große Zufriedenheit.
LG andrea


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

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