Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Pflege- und Sozialrecht.
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Smaragd
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Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Beitrag von Smaragd » So 13. Mär 2011, 11:05

Uns werden seit Oktober Richtzeiten in der Pflege vorgeschrieben.
Bisher war es so, daß wir begründen konnten wenn etwas länger dauerte und diese Zeit dann auch bezahlt bekamen.
Es sind ja immer wieder Pat. dabei wo man kontinuierlich länger braucht, was der Leitung auch bekannt ist. z.B. statt 30 Minuten eben 50. Das kann sich in so einem Dienst ganz schön zusammenläppern.
nun sollen wir keine Begründungen mehr schreiben sondern eben mit diesen Zeiten auskommen. Ansonsten müsse halt der pat. eine gesonderte Rechnung bekommen und draufzahlen, was die wenigsten können.
Was tun?
Nach der Richtzeit den Hammer fallen lassen und fragen ob wir weitermachen sollen? :confused:
Wir kommen ja schon mit den Fahrtzeiten nicht hin....und mit dem beamen will das einfach nicht klappen :mad:



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agidog
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Beitrag von agidog » So 13. Mär 2011, 13:14

Kenn ich :confused:

Habe neulich von einem Fall gehört, da mussten die MA aufschreiben, wann sie das Haus / Wohnung betreten und verlassen 8)
Es sind ja immer wieder Pat. dabei wo man kontinuierlich länger braucht
Liegt es am Pflegeaufwand oder werden viele Dinge nebenbei auf Wunsch der Patienten gemacht - so dass das Ganze dann länger dauert?
Wir kommen ja schon mit den Fahrtzeiten nicht hin....und mit dem beamen will das einfach nicht klappen
Fragt mal euren Arbeitgeber nach Übernahme der Kosten für Strafmandate für zu schnelles Fahren :D


Grüßle agidog


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benny34
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AW: Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Beitrag von benny34 » So 13. Mär 2011, 13:17

Mhhh. sehr viele Pat. bekommen gesonderte Rechnungen, da die Pflegeversicherung ja eben nur Teilkasko ist.
Die Pat. bekommen einen Kostenvoranschlag und sind informiert, daß es zu Zuzahlungen kommen kann oder wird, (was sich ja schon aus dem Kostenvoranschlag ergibt).

Dem Pat. vorzugaukeln, er müsse keine Zuzahlung leisten und es dann auf die Mitarbeiter abzuwälzen, finde ich übel!
Die Pat. leiden natürlich auch darunter. Wir hatten in der Vergangenheit diesbezüglich einige "Wechselpatienten", denen der Zeitdruck auf den Geist ging und die lieber etwas draufzahlen.

Und im Falle des "Nicht draufzahlen Könnens" kann der Pat. einen Antrag beim Sozialamt stellen (s. Link)



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benny34
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Beitrag von benny34 » So 13. Mär 2011, 13:22

Liegt es am Pflegeaufwand oder werden viele Dinge nebenbei auf Wunsch der Patienten gemacht - so dass das Ganze dann länger dauert?
Das ist natürlich auch ein Grundproblem der ambulanten Pflege: Das erbringen von "versteckten Leistungen".

Eben dieses "könnten sie mal.." ufert gerne aus. Mal den Müll im Vorbeigehen entsorgen, mal die Zeitung mitbringen, machen wir auch (sofern die Wege dafür nicht unnatürlich lang werden).
Man kommt ja auf der Tour in den meisten Fällen mal beim Bäcker oder am Kiosk vorbei.

Aber richtig deftige Leistungen wie
- Einkauf erledigen
- mal eben die Gardinen aufhängen
- zur Post fahren
müssen vom Pat. eben auch bezahlt werden. Auch dies ist vielen Pat., aber auch MA leider nicht klar und die hierfür erbrachte Zeit kostet den AG einen Haufen Geld.



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benny34
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Beitrag von benny34 » So 13. Mär 2011, 13:28

Fragt mal euren Arbeitgeber nach Übernahme der Kosten für Strafmandate für zu schnelles Fahren
Das Thema "zu schnelles Fahren" haben wir abgeschafft. Jeder MA ist dazu verpflichtet, bei der Fahrt zum Pat. nach den verkehrsregeln zu fahren.
Die Pat. sind hierüber eingehend informiert und müssen Kulanzzeiten von ca. 45 min vor/nach geplantem Zeitpunkt akzeptieren.

Es ist ja nicht immer nur der Verkehr; vielleicht gehts auch mal einem anderen Pat. schlechter, wodurch sich die Tour verzögert.
Wir lassen uns nicht unter Druck setzen und stehen voll hinter jedem MA, wenns mal später wird.

Zu 95% akzeptieren die Pat. das auch anstandslos, nur ein kleiner Teil ist halt ständig am meckern....(kann man nicht ganz verhindern).



Smaragd
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Beitrag von Smaragd » So 13. Mär 2011, 13:43

Mehr Pflegeaufwand. Pat. sitzen länger auf der Toilette als geplant, können aber auch nicht schneller.
Pat. dreht und windet sich im Bett wie ein Aal bei der Versorgung. Psychisch krank, da braucht man drei Anläufe bis die Windel sitzt....
Du hast 20 Minuten für die Abendversorgung z.B.sollst einer am Sauerstoff liegenden Pat. (bettlägerig) die Tageskleidung im Bett ausziehen, ihre gelähmte Seite muß beachtet werden....sie hält die Sauerstoffbrille dabei fest, Du kommst ´kaum mit dem Pullover über den Kopf.....kleine Pflege, Pat. wirft sich hin und her, anziehen, Medigabe über Sonde, Medigabe oral, Mundpflege, lagern. wieder aufräumen natürlich und dann die Doku....
Da kommt man kaum unter 40 Minuten raus....
So geht es fast den ganzen Abend, morgens auch...
Strafmandate zahlen wir natürlich auch selber.....
Und Ihr müsst echt erzogene Pat. haben....unsere pochen auf jede Minute...................ob nun zu früh oder zu spät.... :confused:



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benny34
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Beitrag von benny34 » So 13. Mär 2011, 20:51

[quote=""Smaragd""]
Und Ihr müsst echt erzogene Pat. haben....unsere pochen auf jede Minute...................ob nun zu früh oder zu spät.... :confused: [/quote]
Manchesmal sind es auch die Angehörigen.

Aber was nicht geht, geht eben nicht.
Wenn die Kunden qualitativ hochwertige Pflege wollen, dann
- kostet diese
- dauert ihre Zeit (und wir arbeiten auch zügig..)

Wir werden niemanden nach der Stoppuhr versorgen, das muss auch der nachfolgende Pat./Angehörige erkennen.
Manchmal läüsst es sich aber auch organisatorisch regeln (umstellen der Tour etc.)

Ich finde es nur übel, daß es immer noch Dienste bzw. deren Leitungen gibt, die ihre Mitarbeiter derart ins offene Messer rennen lassen.



Smaragd
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Beitrag von Smaragd » So 13. Mär 2011, 21:16

:mad: Wir finden vor allem übel, daß sich unsere leitung dabei noch richtig gut fühlt und echt der Meinung ist wir müssten dankbar sein, daß wir es so gut haben.
Schließlich wäre es woanders viel schlimmer.........



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Griesuh
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AW: Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Beitrag von Griesuh » Di 15. Mär 2011, 06:45

Hallo, diese Diskusion geht Land auf Land ab.
Die ambul. Pflege ist eine Dienstleistung,.
Dienstleistungen müssen eben bezahlt werden.
Fest steht, es gibt für die Tätigkeit x, den Betrag Y von der Kasse, egal ob du eine Stunde oder 10 min benötigst.
Jetzt kommt die betriebswirtschaftliche Seite ins Spiel. Die Kasse zahlt für eine Große Pflege z. B. 16€.
Die Betriebsstunde kostet 30€ ( wird ermittelt aus allen Fix und Festkosten des Betriebes, geteilt durch die Jahresstundenzahl an Pflegeleistungen)
Du kennst deinen Stundenlohn, jetzt kannst du dir selbst ausrechnen, wie lange du höchstens für die Pflege brauchen darfst. Vergiss aber nicht auf deinen Stundenlohn nochmals 30 % zuzurechnen-die der Arbeitgeber trägt.
Die Zeiten in denen Pflegedeinrichtungen alles für Gotteslohn machen sind lange vorbei. Jede Pflegeeinrichtung ist ein wirtschaftlich organisiertes Unternehmen.
Wir müssen von der Auffassung weg kommen die armen Leutschen können das doch nicht alles bezahlen.
Bringst du dein Auto in die Werkstatt wird jede Schraube, jedes Schmiermittel extra berechnet. Die Werkstatt sagt nicht: och die Arme ist Pflegekraft und verdient nicht soviel, machen wir diese Reparatur mal für umme. Nein, das ist der Werstatt egal, du musst blechen.
Wir im ambul. Bereich machen bei unseren Kunden so viele: "wir sind e da Leistungen", das bedeutet: da wir sowieso da sind können wir das doch gerade einmal so schnell nebenbei für umme machen.
Das geht nicht. Jede Leistung kostet Zeit und Zeit kostet Geld. Denn ihr wollt auch eueren Lohn für diese erbrachte Zeit.
Jetzt ist es zu überlegen, was hat sich beim Kunden verändert, dass die Pflege länger dauert wie geplant. Hat sich der Pflegeaufwand erhöht, kamen neue Leistungen hinzu, so muss euere PDL mit dem Kunden neu verhandeln und neue Leistungen die hinzu kamen mit in die Leistungsplanung aufnehmen und am Ende des Monats dem Kunden in Rechnung stellen.
Anders ist es nicht zu bewerkstelligen eine Pflegeeinrichtung wirtschaftlich zu betreiben, was auch eine verbindliche Festschreibung in den Rahmen u. Versorgungsverträgen mit den Kassen ist.
Leider haben viele Angehörige u. Pflegebedürftige noch immer die Meinung: Pflege darf nichts kosten, und auch besteht noch immer diese mitnahme Mentalität mach mal, aber für umme. Das geht nicht !!
Wer gute Pflege will und zusätzliche Leistungen erbracht haben will muss eben zahlen.
Diese Mehrleistungen werden dann über die Pflegestufe abgerechnet, der Kunde zahlt die Investitionskosten und übersteigen die Pflegekosten den Betrag der Pflegestufe muss der Kunde dies privat bezahlen.
Jetzt ist wieder euere PDL gefragt und muss den Kunden beraten einen Höherstufungsantrag zustellen wenn sich der Pflegebedarf tatsächlich erhöht hat. Sind die mehr Leistungen einfach nur Kunden wunsch, weil es keiner der Angehörigen selbst machen will oder kann, so sind das erkaufte Leistungen und das ist privat zu bezahlen wenn die Gelder der Pflegestufe ausgeschöpft sind
Zuletzt geändert von Griesuh am Di 15. Mär 2011, 07:43, insgesamt 1-mal geändert.


Gute Pflege braucht mehr Zeit

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agidog
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AW: Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Beitrag von agidog » Di 15. Mär 2011, 07:29

Moin Griesuh

Also schiebt die PDL von Smaragd die Verantwortung auf die MA ab, die eigentlich ihre eigene wäre :confused:

Ganz schön ... naja :mad:

Das nennt man, glaub ich, deligieren!

Oder hat sie nicht viel Ahnung?!? Solls ja auch geben :smile


Grüßle agidog


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thomas09
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AW: Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Beitrag von thomas09 » Di 15. Mär 2011, 10:55

Wir wissen alle nicht wie sich das vor Ort gestaltet, deshalb sind schon wieder Schuldzuweisungen an Tante PDL m.E. fehl am Platze.

Beliebteste Jagdveranstaltung?
Suche nach dem Schuldigen!

Wie schon mehrfach geschrieben:
Ich kann nicht einfach mehr bezahlen an die MA, auch wenn es objectiv begründet erscheint.

Wenn das Geld nicht reinkommt, kann es auch nicht raus gehen - logisch.
Woher soll denn das Geld kommen ausser vom Pat., respektive Pflgver./KK?

Gibt es einen erhöhten Pflegeaufwand, der noch nicht beantragt wurde?
Sind Nebentätigkeiten zu erledigen die der Pat. gern hätte, dann muss er diese bezahlen oder bekommt sie nicht.
Benötigen alle Pflgkräfte mehr Zeit, oder sind das nur ganz bestimmte?
Natürlich erwarte ich von einem Pfldienst, dass er den Pat. unterstützt/berät beim Beantragen von ihm zustehenden Geldern.

Wegezeiten - es gibt so viele Routenplaner, mit denen ich berechnen kann wie lange ich von A-B brauche und wenn das eklatant Abweicht von den zugestandenen Zeiten.
Führe für 4Wochen ein Fahrtenbuch, selbst erstellen, Kopien machen, Kollegen gewinnen, in dem ich die tatsächlichen Fahrzeiten erfasse, wenn z.B. Tageszeitabhängig größere Differfenzen auftreten, die evtl. ein Routenplaner nicht erfasst.
Dann kann ich vergleichen mit den zugestandenen Zeiten und das als Diskussionsgrundlage benutzen.
Das kann sich in so einem Dienst ganz schön zusammenläppern.
Genau!
Deshalb kann der PD nicht einfach so unter Hand einfach das Geld auf den Tisch legen.
Woher soll das kommen?

Hat das vielleicht Überhand genommen?
Hat der PD die Notbremse gewzungener maßen gezogen?
Ansonsten müsse halt der pat. eine gesonderte Rechnung bekommen und draufzahlen, was die wenigsten können.
Für lau geht halt nix. Du willst doch auch dein Geld, oder gehts du zum Pflegedienst und sagst mach mer fifty/fifty?
Denn du erwartest ja auch, dass der PD eine Leistung unbezahlt vom Pat. erbringt, für die du aber Geld willst.

Und täusche dich nicht über die finanziellen Möglichkeiten von Pat., natürlich nicht alle.
Ich bin seit vielen Jahren immer wieder als Betreuer tätig.
Da gehen dir nicht selten die Augen über, was da Geldbeträge zu Tage kommen, die man niemals vermuten würde, wenn man in die Wohnung kommt.
Oder welche beträchtlichen Beträge, Immobilien an Angehörige übertragen wurden und die sich jetzt anstellen mal 100/200€ locker zu machen.
Als Betreuer muss dann immer wieder ein Rückübertragung gemacht werden, wenn da nix zusammen geht. Natürlich zu einem mehrfachen der Kosten, die angefalle wären, wenn die Angehörigen freiwillig bezahlt hätten.
Was tun?
Aufschreiben, begründen, PD vorlegen und zwar ALLE und die PDL bitten zu handeln.
Am Besten mit nem Vorschlag, denn ihr seid ja Fachpersonal und zumindest ein paar sollten sich in der Materie auskennen, dass der eine oder andere Vorschlag dabei rum kommt.
Zuletzt geändert von thomas09 am Di 15. Mär 2011, 11:05, insgesamt 1-mal geändert.



Smaragd
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AW: Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Beitrag von Smaragd » Fr 22. Apr 2011, 23:33

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Weiß, ich hab das Thema vor längerer Zeit angefangen... aber es ist für mich grad mal wieder aktuell...
Eine uralte Dame die nicht schneller schlucken kann (dafür könne man ja auch mal weniger Pflege machen..) Sie liegt alleine in ihrer Wohnung, von den Angehörigen will keiner was davon wissen... Wenn sie endlich stirbt, bitte nicht stören, da liegt eine Mappe mit Anweisungen...
Eine Pat. wo garantiert der Popo Durchfall spuckt wenn man sie grad frisch und fertig hat, alles von vorne...und das täglich!
Ein dementer Pat. der einfach bei den Richtzeiten nicht mitspielt und für alles viel länger braucht....wenn man hektisch wird, beißt er übrigens ganz gerne....
:evil:
Da ist man wirklich ratlos wenn von der Leitung nur kommt: Wo soll das Geld denn herkommen? Aber auf die Frage: " Was sollen wir dann in so einer Situation machen?", bekommen wir auch keine Antwort....
Und unser Privatvergnügen kann das nun wirklich doch auch nicht sein!!!
Es ist auch bei allen PK gleich......

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AW: Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Beitrag von Griesuh » Sa 23. Apr 2011, 07:00

Hallo.
Richtzeit, genau das ist der Begriff. Eine Richtzeit ermittelt sich aus den Durchschnittszeiten von vielen Einsätzen.
Bei einer Richtzeit gibt es "Ausreißer" nach Oben und nach Unten.
In dem von dir beschrieben Fall sollte eine längere Einsatzzeit vergeben werden, jedoch ist zuvor zu klären warum länger benötigt wird. Brauchst nur du länger oder auch die anderen Pflegekräfte?. Wenn nur du länger brauchen würdest, so muss geklärt werden warum nur du länger brauchst, brauchen alle länger als die Richtzeit, so muss die Zeit bei diesem Kunden neu kalkuliert werden.
Sei es da durch, dass weitere Leistungen angefügt werden, die Abrechnungsfähig sind, oder es ist Sache der Einrichtung und diese nimmt die zusätzlichen Kosten als Serviceleistung hin.
Mal eine Frage: haste nur solche Kunden bei denen du länger brauchst oder hast du auch Kunden bei denen du unter der " Richtzeit" bleibst? Wenn du bei anderen Kunden unter der Richtzeit bleibst , sagst du das dann auch deiner PDL??
Bitte nicht falsch verstehen, es wird fast immer nur gemeldet wenn es Negativ ist.
Zuletzt geändert von Griesuh am Sa 23. Apr 2011, 07:44, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag von Miley » Sa 23. Apr 2011, 09:18

Hi, ich bin der Meinung, ein Unternehmer, egal in welcher Branche, solle sich immer die Situation vor Ort ansehen. Ich, als Mitarbeiter muß spüren, das sich meine Vorgesetzten für den wirtschaftlichen Ablauf und meine Probleme diesbezüglich interessieren und in erster Linie sich für Belange der Mitarbeiter einsetzt, denn der Altenpfleger, oder Helfer "arbeitet direkt am Menschen", ohne den das Wirtschaftsunternehmen Pflegeheim, oder andere Dienstleistungen nicht funktionieren. Ich denke, es ist ein Fehler, Probleme von Mitarbeitern zu verschieben, oder sogar zu ignorieren.



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Beitrag von Smaragd » Sa 23. Apr 2011, 09:53

@ Griesuh
Nett gedacht, aber alle brauchen bei den betreffenden in etwa die gleiche Zeit, alle brauchen wesentlich länger als die Richtzeit.
Und die Zeiten sind bei uns so knapp bemessen (oder die Patienten halten sich eben auf Grund ihrer Situation einfach nicht daran...), daß man garnicht drunter bleiben kann...
Dies alles ist auch der Leitung bekannt, denn sie wird regemäßig jede Woche darauf angesprochen. Schon weil die ganze Tour nicht klappen kann wenn man mehrere solcher Fälle darin hat.
Und wie gesagt, unser Privatvergnügen kann das dann auch nicht sein. Ganz abgesehen davon, dáß es mit den versprochenen Uhrzeiten so absolut nicht klappt.



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AW: Ambulante Pflege und vorgeschriebene Richtzeiten

Beitrag von Analir » Sa 23. Apr 2011, 10:35

Dieses Thema war der Hauptgrund wieso ich aus der amb. Pflege weg bin! Vor gut 5 Jahren fing ich hier in der einer Amb. Pflege an und erhielt als erstes so ein Technikteil (sorry, hab von sowas keine Ahnung, glaub nennt sich Palm). In dieses wurde tgl. meine Route eingelesen incl. der Richtzeiten. Fahrzeiten eingeplant. Ich hatte mich beim klingeln bzw. aufschließen der Patiententür einzuloggen und beim verlassen der Wohnung wieder auszuloggen. Und es gab Ärger, wenn ich die Zeiten nicht einhielt. Am extremsten war die Chefin damals, als ich einer Dame wo wir nur Insulin spritzen (glaub 3 Min. hatte ich da) noch einen Apfel geschält und bereitgestellt habe. Da waren es dann eben 9 Minuten und der Ärger groß. Nach mehreren solcher, für mich untragbarer, Meckerein seitens Chefin hab ich gekündigt, binnen 8 Arbeitstagen übrigens. So kann und wollte ich nie arbeiten.

:(



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