ambulante Betreuung/Pflege

Pflege- und Sozialrecht.
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gizeh
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ambulante Betreuung/Pflege

Beitrag von gizeh » Do 5. Jan 2012, 10:18

Hallo,
als neue hier im Forum erstmal ein HALLO :)

es geht im folgendem um meine Eltern, die ohne Hilfe nicht mehr selbstständig leben können.
Vater kann mit zunehmender Demenz nicht mehr alleine gelassen werden. Kann auch nur noch einige Meter laufen.
Mutter hat viele körperliche Beschwerden. Sturzgefahr. Mit Rollator schafft sie max. zum Bäcker, der etwa 150m weiter ist. Mit 90% anerkannt.
Zwar wohnt Bruder mit Familie oben drüber, aber beide sind berufstätig.

Nun überlege ich, dort zu helfen. Von Beruf bin ich Sozialarbeiterin, habe aber von der Pflegeversicherung etc. keine Ahnung.

Was kann man machen?



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Mendax
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AW: ambulante Betreuung/Pflege

Beitrag von Mendax » Do 5. Jan 2012, 11:12

Hallo gizeh,

Hier ein paar Vorschläge:

Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherungen
Kriegst du als Formular bei den Kranken- & Pflegeversicherungen deiner Eltern, welche du ausfüllen kannst um Leistungen der PK zu beziehen. Früher oder Später - dass kann wirklich lange dauern - wird ein Gutachter vom/i.A. des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen bei euch erscheinen und eine Pflegebegutachtung durchführen. Er beschließt eine Pflegestufe von 1-3 (vieleicht auch keine) nachdem sich die Höhe des Pflegegeldes, oder irgentwelche Kombileistungen richtet. Dies gilt dann Rückwirkend ab Antragsstellung.


Pflegehilfsmittel
Stehen meistens erst zu Pflegenden zu, wenn diese nach einer Begutachtung eine Pflegestufe bekommen haben. Jedoch lassen sich viele Sanitätshäuser darauf ein, wenn Angehörige oder Betroffene selber in Vorrauskasse gehen.
Sollte der Lieferungszeitraum um ein Hilfsmittel trotz Pflegestufe und Rezept sehr Lange brauchen, liegt es meist an der entsprechenden Pflegekasse die mit der Bewilligung auf sich warten lässt und eben mal noch ein günstigeres Sanitätshaus raus sucht.
Gerne in der häuslichen Pflege genommene Hilfsmittel:
  • Pflegebett
  • Toilettenstuhl
  • Toilettensitzerhöhung
  • Urinflasche
  • Steckbecken
  • Rollator
  • Rollstuhl
  • Badewannsitz / Badewannenlifter
Eine Hilfsmittel Beratung wird meistens gerne in der betreffenden Häuslichkeit meistens durch das örtliche Sanitätshaus und ambulanten Pflegediensten übernommen.


Hausnotrufsysteme
wird in den meisten Städten durch die großen Wohlfahrtsverbände angeboten, aber auch durch kleine Pflegedienste u.a. private Firmen.
Die Kosten setzen sich meist durch Grundgebühr, Einsatzfahrten, Einlagerung der Haustürschlüßel, einmalige Anschlußgebühr zusammen.
Sie sind ein anerkanntes Hilfsmittel; Kosten können durch die Pflegekasse übernommen werden. Technische gesehen, wird nur eine kleine Freisprecheinrichtung zwischen Haustelefon und Telefonstecker von einem Techniker gesetzt; und die Betroffenen Personen bekommen einen Notfallknopf als Kette oder Armband.


ambulante Pflege

Leistungen der Krankenversicherung / SGB V Leistungen
Kann durch ein Hausarzt eine Verordnung häuslicher Krankenpflege ausgestellt werden auf Behandlungspflegen / medizinischen Leistungen, jedoch nicht auf Leistungen der Körperpflege/Grundpflege.
Diese können z.B. sein:
  • Tabellten stellen / verabreichen
  • Antithrombosestrümpfe an-/ausziehen
  • Injektionen
Leistungen der Pflegeversicherung / SGB XI Leistungen
Können Leistungskomplexe & Zeiten individuell mit einem ambulanten Pflegedienst vereinbart werden nach Folgenden Leistungskomplexen [Link].
Achtung:
  • Punktewerte und Kosten können je nach Anbieter variieren
  • Die Pflegekasse ist keine Vollkaskoversicherung; es kann zu kleineren oder größeren Zuzahlungen, je nach Häufigkeit und Umfang der Leistungen kommen
Pflegekurse und Pflegeberatung für Angehörige
werden oft durch die großen Hilfs- u. Wohlfahrsorganisationen und einigen Pflegediensten angeboten. Kosten können durch die Pflegeversicherung übernommen werden.

Pflegestützpunkte / Pflegeberatungsstelle
Gibt es zur Beratung angeboten durch die örtlichen Behörden. Für dein Bundesland, hier eine Übersicht:
Landeszentrum Pflegeberatung NRW


Beste Grüße,
Mendax



gizeh
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AW: ambulante Betreuung/Pflege

Beitrag von gizeh » Do 5. Jan 2012, 12:37

Super, sehr hilfreiche Informationen. Danke! :)



Oberschwester
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AW: ambulante Betreuung/Pflege

Beitrag von Oberschwester » Mo 30. Jan 2012, 21:05

Hallo Gizeh,

unter http://www.rund-um-die-uhr-pflege.info gibt es zahlreiche Informationen zum Thema häusliche Pflege.



Diadema Pflege
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AW: ambulante Betreuung/Pflege

Beitrag von Diadema Pflege » Mo 23. Apr 2012, 13:58

Hallo,

hast du einmal über eine alternative zum Altenheim und zur eigenen Pflege nachgedacht?

Die Diadema Pflege bietet eine bezahlbare 24 Stunden Betreuung im eigenen Zuhause für ältere und pflegebedürftige Menschen, als Alternative zum Altenheim oder Pflegeheim.

Wir sind spezialisiert auf die Vermittlung geeigneter und bezahlbarer Pflegehilfen und Haushaltshilfen aus Osteuropa, wie Polen und Ungarn, sowie Deutschland und Österreich.

Schauen sie doch mal vorbei unter http://www.diadema-pflege.de/ oder rufen Sie uns an (0541)6005919



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pegean
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AW: ambulante Betreuung/Pflege

Beitrag von pegean » Mo 23. Apr 2012, 14:53

Pflegekräfte aus Osteuropa sind wesentlich motivierter wie hierzulande.
http://www.diadema-pflege.de/pflegepersonal.html

So eine Behauptung aufzustellen ist schon eine Frechheit .
Warum sind denn die ausländischen Pflegekräfte bereit 24 h zu arbeiten ?
Weil sie in ihrer Heimat wesentlich weniger verdienen .Würden diese annähernd
gleich verdienen wie hier wären sie garantiert nicht bereit ihre Heimat zu verlassen .

Ansonsten gehört Werbung hierher :
http://forum.pflegenetz.net/forumdisplay.php?f=29


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

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Angie
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Beitrag von Angie » Mo 23. Apr 2012, 15:03

Hallo gizeh,

auch die Überlegung einer Tagespflege käme hier in Betracht. Bei Nutzung von bis zu 50 % der Sachleistung (bei Einstufung einer Pflegestufe) bleibt euch das Pflegegeld erhalten. Wenn dein Vater den Erhöhten Betreuungsbedarf bekommt (100-200 &#8364 ;) kann er damit einen großen Teil der Eigenleistungen abdecken. Den erhöhten Betreuungsbedarf steht jedem zu der an Demenz erkrankt ist und vom MDK auch begutachtet wird, ist Pflegestufenunabhänig, d.h. auch einer der keine Pflegestufe hat kann dies bekommen.

LG Angie


Das Motto meiner Tagespflege Anima:Jeder Mensch ist wertvoll

Oberschwester
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Registriert: Mo 30. Jan 2012, 20:48

AW: ambulante Betreuung/Pflege

Beitrag von Oberschwester » Di 24. Apr 2012, 10:19

Osteuropäische Pflegehilfen- Risiken und Fallstricke soviel zum Thema!!!
Seit April 2011 versuchen viele unseriöse Vermittlungsagenturen und ausländische Entsendeunternehmen vom Wegfall der Restriktionen auf dem deutschen Pflegemarkt schnellen Profit zu machen.Es herrscht Goldgräberstimmung! Fallstricke und Risiken, die die deutschen Familien und Pflegebedürftigen als Auftraggeber nach wie vor kennen sollten, werden deshalb geflissentlich verschwiegen.
Viele Menschen sehen in der häuslichen Rund-um-die-Uhr-Betreuung eine Alternative zum Pflegeheim. Um diese Alternative kostengünstig realisieren zu können, greifen viele Haushalte auf osteuropäische Kräfte zurück. Nach Angaben von HUMANIS arbeiten inzwischen rund 100 000 osteuropäische Kräfte in deutschen Haushalten. Zwar sind seit April 2011 Restriktionen für die Beschäftigung von Kräften aus den EU Beitrittsländern entfallen, so dass eine legale Beschäftigung solcher Haushaltshilfen nunmehr möglich ist - dennoch bergen auch legale Beschäftigungsmöglichkeiten Fallstricke, die die deutschen Vermittler nur allzugerne verschweigen. Zunächst: Schwarzarbeit, die nach wie vor häufig praktiziert wird, ist und bleibt illegal. Dem Auftraggeber drohen zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen und die Nachzahlung der nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge.
Legal ist die Inanspruchnahme einer Vermittlungsagentur, die osteuropäische Haushaltshilfen vermittelt.Hierzu schließen die deutschen Auftraggeber in der Regel einen Dienstleistungsvertrag mit einem osteuropäischen Entsendeunternehmen. Zwischengeschaltet ist eine deutsche Vermittlungsagentur, die für ihre Vermittlungstätigkeit eine mehr oder weniger hohe Gebühr berechnet.Die vermittelten Kräfte bleiben so Angestellte des ausländischen Entsendeunternehmens.Was die Vermittlungsagenturen aber regelmäßig verschweigen :d er deutsche Auftraggeber, der die Haushaltshilfe beschäftigt, ist dieser gegenüber gar nicht weisungsbefugt! Weisungsberechtigt ist nur der im Ausland(!) angesiedelte Arbeitgeber! In der Praxis führt dieses Konstrukt immer wieder zu unlösbaren Poblemen, die nach Angaben von HUMANIS darin gipfeln, dass osteuropäische Hilfskräfte einfach abreisen oder "Urlaub" nehmen und die ihnen anvertrauten Pflegebdedürftigen einfach im Stich lassen.
Dieses Problem lässt sich auch nicht dadurch umgehen, dass das Entsendeunternehmen dem deutschen Auftraggeber ein Weisungsrecht gegenüber der Haushaltshilfe überträgt - durch die Ausübung dieses Weisungsrecht tritt der deutsche Auftraggeber nämlich in die Arbeitgebereigenschaft ein, das heißt es erfolgt eine Arbeitnehmerüberlassung! Wollen Familien eine rechtssichere Lösung bleibt ihnen nur der weg der Direkteinstellung über die Bundesagentur für Arbeit. Damit gehen sie allerdings alle Rechte und Pflichten als Arbeitgeber ein. Ansonsten bleibt nach wie vor ein deutscher Pflegedienst wie Humanis eine bedenkenswerte Alternative bei der häuslichen Rund um die Uhr Pflege.
Quelle
Zuletzt geändert von fmh am Di 24. Apr 2012, 17:45, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Quelle hinzugefügt



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Griesuh
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Beitrag von Griesuh » Di 24. Apr 2012, 12:15

Und es gibt noch viele andere ambulante PD's die dies anbieten.


Gute Pflege braucht mehr Zeit

Diadema Pflege
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AW: ambulante Betreuung/Pflege

Beitrag von Diadema Pflege » Mi 2. Mai 2012, 10:04

[quote=""pegean""]
Pflegekräfte aus Osteuropa sind wesentlich motivierter wie hierzulande.
http://www.diadema-pflege.de/pflegepersonal.html

So eine Behauptung aufzustellen ist schon eine Frechheit .
Warum sind denn die ausländischen Pflegekräfte bereit 24 h zu arbeiten ?
Weil sie in ihrer Heimat wesentlich weniger verdienen .Würden diese annähernd
gleich verdienen wie hier wären sie garantiert nicht bereit ihre Heimat zu verlassen .

Ansonsten gehört Werbung hierher :
http://forum.pflegenetz.net/forumdisplay.php?f=29[/quote]

Hallo,

da hast du vielleicht sogar recht aber sie bekommen in ihrem Land nicht so ein hohes Gehalt, dass ist nun mal so. Viele von den Pflegehilfen arbeiten dafür aber auch nur ein halbes Jahr in Deutschland und können mit dem hier verdienten Geld ein komplettes Jahr in Polen gut arbeiten. Haben also insgesamt ein halbes Jahr Arbeit für ein halbes Jahr Urlaub. Wer kann das schon von sich behaupten? Wenn sie damit nicht zufrieden wären, würden sie es nicht tun!

Viele Grüße



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