7 Nächte am Stück

Pflege- und Sozialrecht.
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thorstein
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Beitrag von thorstein » So 19. Aug 2012, 06:01

Für mich könnte eine sinnvolle Frage so lauten:
Ist eine Pflegefachkraft, die mit dem Wechsel des Tag-Nacht-Rhythmus nicht zurecht kommt, als Pflegefachkraft ungeeignet?
Oder eine Pflegefachkraft kann sich gut vorstellen, auf der Chirurgie oder Inneren zu arbeiten, Gynäkologie oder Psychiatrie kommen aber für sie nicht in Frage. Ungeeignet?
Hat das jetzt was mit Wunschkonzert und Ponyhof zu tun, oder vielleicht auch etwas mit Verantwortung?
Was darf ich als Pflegefachkraft ablehnen, was muss ich vielleicht sogar ablehnen?
Es gibt inzwischen durchaus AG, die aus guten Gründen auf die Verpflichtung zu Nachtdiensten verzichten. Man wird sehen, welche AG sich auf Dauer besser stellen.
5 oder 6-Tage-Woche? 3-Schicht-System oder Dauernachtwachen?
Wer die Wahl hat...



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johannes
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AW: 7 Nächte am Stück

Beitrag von johannes » So 19. Aug 2012, 08:22

... denn wenn die Pflege zusammenhalten und zusammen etwas auf die Beine stellen soll,dann fängt das schon bei der Kollegialität an ...
Ich denke, hier beginnt bereits das große Problem. Manche wollen glänzen und verbiegen sich bis zum geht-nicht-mehr, andere wollen menschenwürdige Arbeitsbedingungen und müssen sich verbiegen bis zum geht-nicht-mehr im buchstäblichen Sinne, damit sie nicht hinten runter fallen. Die NW ist hierbei nur ein kleiner Teilaspekt.

Zusammenhalt von Gleichen sieht für mich anders aus. Ich wiederhole mich daher gern noch mal: SGB XI, § 28 Abs. 4. Das ist die einzige Schutzmaßnahme für AN gegen falsche Strukturen.

Sicher ist es gut, wenn AZUBI auch die Arbeitsabläufe in der Nacht verinnerlichen, aber das muß kein MUSS für die ganze berufliche Laufbahn sein. Das kann und darf während der Ausbildung auch nicht die Regel sein. 7 Nächte am Stück sind m. E. jedoch eine vertretbare Größe, wenn die nachfolgende Ruhezeit entsprechend ist. Warum?

Der Körper hat Gelegenheit, sich zu akklimatisieren. Damit entsteht auch ein Schutz vor Überforderung.


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AW: 7 Nächte am Stück

Beitrag von RR77/38 » So 19. Aug 2012, 13:56

Wenn ich in der stationären Pflege die Wahl hatte, dann meldete ich mich für 3 oder 4 zu besetzende Nächte freiwillig und habe gehofft, dass sich andere für 7 Nächte freiwillig melden.
In meinem Heim war nachts nur eine examinierte Kraft, allein, kein Pflegehelfer zusätzlich (am gesetzlichen Maximum für eine Kraft).
Schlimm war eine Phase, in der ich innerhalb von 14 Tagen wegen Krankheiten von Kolleginnen 4 mal zwischen Früh, Spät und Nacht wechseln musste. Danach wusste mein Körper nicht mehr, wann er schlafen durfte.

@thorstein
Wenn man unterschiedliche Bereiche ausprobiert hat, und erkennt wo Stärken und Schwächen sind, dann ist es verantwortungsbewusst, über die eigenen Schwächen mit Vorgesetzten und Kollegen zu sprechen. Es ist ist effektiver Stärken auszubauen, als an Schwächen zu arbeiten.
Ich habe mehrere Jahre mit einer Kollegin gearbeitet. Sie als Schichtleiterin, ich als Stellv., dann drehte die Chefin dies um, und die Arbeit von uns beiden wurde ineffektiv, weil wir beide jetzt öfter das machen mussten, was das "alter ego" besser konnte. Ein paar Monate später war ich einziger Examinierter der Schicht: Burnout und der einzig vernünftige Schritt: Ich kündigte.

@johannes
Azubis im 3. Jahr "ins kalte Waser" zu werfen ist durchaus sinnvoll, unter anderm auch, um diesen zu zeigen, dass man diese nach der Ausbildung weiter beschäftigen will. Dies sollte man natürlich unter guter Anleitung und verantwortlicher Absprache tun.
Für einige Azubis ist so ein "Stahlbad" (Sorry für den harten Begriff) allerdings auch ein Kraftakt, der sie überfordert. Aber eine Ausbildung ist nun mal auch ein Kriterium, ob man so einem Beruf auf Dauer gewachsen ist.
Was nutzen 3 Jahre "Ponyhof" (noch mal Sorry), wenn der frisch Examinierte erst nach der Ausbildung merkt, dass er sich nicht "frei schwimmen" kann.
Irgendwann ist man einzige examinierte Kraft und muss Entscheidungen treffen. Bei mir war das zuerst an Wochenenden mit geteiltem Dienst (zw 7 und 20 Uhr), an denen die Schichtleiterin 4 Stunden Pause hatte. Nun gut, Chef oder Stellvertreterin hatte immer Rufbereitschaft und konnte immer angerufen werden. Irgenwann weiss man dann, welche Entscheidungen man selbständig treffen kann.



D_in_CH
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AW: 7 Nächte am Stück

Beitrag von D_in_CH » Sa 25. Aug 2012, 20:06

Hallo

Die erste Frage, die ich mir stelle, läuft der TE allein in der NW??

Wenn nein, dann wohl als Ersatz für einen PH?!

Dann ist es eine Sauerei!!!

Lernende machen grundsätzlich keine NW. Frühestens im 3.Jahr. Und dann auch nicht zu Beginn. Und schon gar nicht allein!!

Das war vor über 10 Jahren so und wird auch heute so gehalten. Zumindest ist es das, was ich kenne.
"War schon immer so und machen wir weiter so".
Hierbei stimme ich absolut zu.


ACHTUNG, ein bisschen böse:
Ich möchte mal im Schlaf sterben, wie mein Opa.
Nicht kreischend und schreiend, wie sein Beifahrer

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legolas
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AW: 7 Nächte am Stück

Beitrag von legolas » Mo 10. Sep 2012, 23:33

ich möchte mich auch mal einmischen.

1.für nachtdienste ist in erster linie entscheidend, daß der schüler im 2. aj und volljährig ist, ansonsten muß der erziehungberechtigte zustimmen,
2.wenn mam sich für den pflegeberuf entscheidet, sollte man eigentlich informiert sein und ergo wissen, daß dieses ein schichtberuf ist.

natürlich darf der schüler nicht unbeaufsichtigt sein, also nicht allein eine oder mehrere stationen abarbeiten.



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