Strukturelle Informationssammlung SIS

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RR77/38
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Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von RR77/38 » Mo 18. Dez 2017, 21:07

Bei unserer Pflegeeinrichtung soll SIS eingeführt werden CopPro 4 wurde schon bei den PCs aufgespielt. Jetzt sollen die Bezugspflegenden diese Info-Sammlungen erstellen, aber es gab keine Schulung. Ich befürchte, jetzt wird durch Flickschusterei alles 3 oder 4 mal angefangen werden müssen.ich habe ca 3 Stunden rumgegoogelt und könnte eigentlich nur noch :wall. Hat jemand Erfahrungen mit SIS und kann Tipps geben?



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Elfriede
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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von Elfriede » Mo 18. Dez 2017, 22:03

schaue mal nach "ein-step.de" .


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B-Tina :-)
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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von B-Tina :-) » So 31. Dez 2017, 23:06

In unserer Einrichtung sind wir dabei umzustellen. Habe mir im Vorfeld selbst viel angelesen, aber erst die mehrtätige Inhouse-Schulung durch eine externe Expertin, mit Fallbeispielen und Gruppenübungen, brachte Sicherheit.

Es gilt ja nicht "nur", die Infosammlung AEDL gegen die SIS auszutauschen; der ganze Pflegeprozess wird umgestaltet. Dazu sollte man unbedingt das neue Begutachtungs-Assessment im Hinterkopf haben. Wurdet ihr darin geschult?

Anfangs ist es eine Herausforderung, nicht mehr in AEDL zu denken und zu schreiben. Der Platz in den Themenfeldern der SIS ist auf 1.024 Zeichen begrenzt. Da überlegt man sich jedes Wort. Innerhalb der SIS soll es keine Wiederholungen geben, es wird viel fachlich abgeleitet. Allgemeine Aussagen sind zu vermeiden. Es soll aktuell und situationsgerecht der Ist-Zustand beschrieben werden. Die Sichtweise des Bewohners ist dabei entscheidend. Deshalb steht am Anfang auch das narrative Interview.

In der Risikomatrix tauchen die Phänomene lt. Expertenstandards auf, was aber nicht bedeutet, dass es z.B. kein Kontrakturrisiko mehr gibt.
Die SIS wird "rund" mit der Tagesstruktur. Abweichungen von der Tagesstruktur werden im Pflegebericht dokumentiert, die Evaluation erfolgt durch Anpassung der Tagesstruktur. Die SIS ist eine Momentaufnahme und wird nur bei gravierenden Veränderungen neu geschrieben - Stichwort Entbürokratisierung.

Das mal ganz grob aus meiner Sicht zusammengefasst. Kommt natürlich immer darauf an, was im hausinternen Qualitätsmanagement geregelt ist.



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doedl
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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von doedl » Mo 1. Jan 2018, 13:25

Hallo Bettina

seid ihr mit der Einführung schon so weit, dass Du abschätzen kannst, ob SIS wirklich Zeitersparnis bringt?

Das würde mich sehr, sehr interessieren.

Gruß Doedl


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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von B-Tina :-) » Di 2. Jan 2018, 13:07

Wir haben noch nicht das ganze Doku-System auf Computer umgestellt. Auch sind noch nicht alle Kollegen geschult. Die Umstellung wird sich bestimmt noch ein halbes Jahr hinziehen, da sämtliche Akten umgeschrieben und vom QM freigegeben werden müssen.
Dann dürfen endlich die zeitfressenden Leistungsnachweise wegfallen (die den MDK sowieso nicht interessieren). Häufigkeiten spielen in der neuen Doku keine Rolle mehr.
Im Pflegebericht werden nur noch Abweichungen von der Tagesstruktur dokumentiert. Also darf durchaus mal eine Woche gar nichts im Berichteblatt stehen.
Behandlungspflege, Dekubitusprophylaxe, BTM etc. muss weiter gekürzelt werden, auch der Stuhlgang sollte irgendwo erscheinen.

Das neue Modell bringt definitiv Zeitersparnis. Ich schätze mal, mindestens eine Stunde Arbeitszeit pro Schicht allein schon durch Wegfall der täglichen Kürzel-Routine.

Im Vergleich mit der AEDL- oder auch mit der Modul-Planung bedarf es deutlich weniger Zeit, eine SIS plus Tagesstruktur zu schreiben.
Das sind nunmehr höchstens 4 Blätter Papier, meist nur 2.

Man muss natürlich genau aufpassen und wissen, WAS man da schreibt oder weglässt. Und man muss es fachlich begründen können, wenn man gefragt wird. Deshalb gab/gibt es immer wieder Termine mit unserer QMB, die konkret nachfragt und "testet".



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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von Elfriede » Di 2. Jan 2018, 20:58

Moin B-Tina !

Auch den Stuhlgang musst Du nur registrieren, wenn es relevant ist - d.h. eine Obstipationsneigung oder -gefahr besteht.
Bei der nächsten Evaluation schaust Du auf die Ergebnisse des "Ereignisprotokolls". Wenn da "alles flutscht" und keine Risiko-
faktoren wie Btm, Flüssigkeitsdefizit, Immobilität, Laxantien o.ä. zu finden sind, stellst Du schriftlich fest, dass keine
Obstipationsgefahr erkennbar ist und hörst mit dem Dummfug auf.

;) Frieda



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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von B-Tina :-) » Mi 3. Jan 2018, 00:21

Danke Frieda :-)
Stimmt!



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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von Elfriede » Mi 3. Jan 2018, 20:57

Auch die Schmerzprotokolle bei Chronikern haben wir ´runtergefahren:
Wenn die gut eingestellt sind, verlängern wir die Intervalle der Erhebungen allmählich...
... bis hin zu : "bei Auffälligkeiten".
:mrgreen: "Ausschleichen" !


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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von B-Tina :-) » Do 4. Jan 2018, 01:40

Genau. Den Evaluationszeitraum legen wir selbst fest. Wenn eine stabile Schmerzsituation erreicht ist, müssen nicht routinemäßig Schmerzprotokolle geschrieben werden. Abweichungen werden ohnehin dokumentiert.

(OT: es gibt wohl keinen Gefällt-mir-Button mehr? ;))



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Re: Strukturelle Informationssammlung SIS

Beitrag von Elfriede » Do 4. Jan 2018, 19:46

@ Gefällt-mir-Botton
Wofür ? Beitrag ganz oder teilweise zitieren und :yo dahinter.
~~~Die "Verschlankung der Dokumentation" lässt sich halt nur nach und nach implementieren.~~~


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