Trauma einer Kollegin

Forum für Opfer von Mobbing und Gewalt in der Pflege (und natürlich auch anderen Branchen), Burn-Out und andere psychische Belastungen
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juca
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Trauma einer Kollegin

Beitrag von juca » Di 12. Aug 2014, 18:02

Hallo,
gibt es so etwas, wie einen Psychischen Arbeitsunfall?

nach dem Fenstersturz einer Bewohnerin ist eine Kollegin von mir echt traumatisiert. Sie ist momentan krank geschrieben, kann nicht schlafen, ist nervös, das volle programm.

jetzt steht die Frage im Raum, ob es hier Sonderreglungen gibt, ähnlich wie bei einen körperlichen Arbeitsunfall.
Sie ist direkt noch im Dienst Notärztlich behandelt worden, dann aber nach hause gegangen. Die AU folgte von einem niedergelassenen Neurologen / Psychologen.
Das Trauma wurde ja im Dienst erlitten.

danke schon mal, juca
Zuletzt geändert von juca am Di 12. Aug 2014, 18:58, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ergänzung


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juca
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AW: Trauma einer Kollegin

Beitrag von juca » Di 12. Aug 2014, 19:15

http://www.ergo-online.de/site.aspx?url ... unfall.htm

hab hier schon mal etwss gefunden, leider funktioniert der LINK nicht


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Beitrag von doedl » Di 12. Aug 2014, 19:24

Ich würde da bei der Bg nachfragen; und lasst euch nicht abspeisen, wie ein Unfall definiert ist. Gruss Doedl


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AW: Trauma einer Kollegin

Beitrag von Suse2 » Di 12. Aug 2014, 20:32

wir hatten im letzten Jahr einen Suizid ( aus dem 2.OG)
und eine ganz junge Kollegin im Nachtdienst, die das Anschlagen an dr Wand
und den Aufprall vom Zimmer einer BW direkt darunter gehört hat.

ich finde sie hat es erstaunlich gut weg gesteckt, erstmal souverän
reagiert und gehandelt, hat bei ihm in der Böschung gesessen,bis der NA
da war, hat mich parallel dazu angerufen, habe sie dann erstmal eng begleitet, habe 2 Kollegen vom Frühdienst rausgerufen, die dann die letzte Nachtrunde übernommen haben.

ein ärztliche Versorgung war nicht erforderlich, sie bekam von Seiten der Einrichtung das Angebot das sie psychologisch getreut wird,
- wir haben jemanden der bei uns auch Teamcoaching gemacht hat -
aber auch das war nicht erforderlich.

vielleicht lag es daran, dass wir im nachhinein erfahren haben, dass der
BW den Suzid in der Familie schon mehrfach angekündigt hat und er es wie auch immer geschafft hätte

ich habe ihr auch angeboten sie aus dem Nachtdienst erstmal rauszunehmen, aber sie hat ganz tapfer eine Woche später wieder gewacht.
sie wusste dass sie mich wenns nicht geht in der Nacht jederzeit anrufen kann..
sie sagte es wäre ein komisches Gefühl gewesen, die erste Nachtnach dem
Vorfall..

aber ansonsten ist sie GsD stabil und es gabe keinen handlungsbedarf.

wenn du Interesse an der Adresse hast, darfst du dich gerne bei mir melden...

BG und Betriebsarzt würde mir als Ansprechpartner noch einfallen


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Beitrag von thomas09 » Mi 13. Aug 2014, 09:16

macht es nicht zu kompliziert, zunächst bei JEDEM "Unfall" im Dienst den Durchgangsarzt aufsuchen, dokumentieren lassen.
Die entsprechenden Formulare ausfüllen und an die BG melden.
Einfach bei der Personalstelle oder dem Sicherheitsbeauftragten nach den Formularen fragen, bei uns kommen diese automatisch.
Die BG enscheidet dann ob das asl Betriebsunfall anerkannt wird oder nicht - evtl. dann dagegen Einspruch einlegen.

Also wichtig:
Duchgangsarzt
Formulare für die BG ausfüllen
abwarten
http://www.dguv.de/de/Ihr-Partner/Arbei ... /index.jsp



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Beitrag von juca » Mi 13. Aug 2014, 10:00

super, vielen Dank, werde alle Infos an meine Kollegin weitergeben

:yo


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Beitrag von doedl » Mi 13. Aug 2014, 20:36

Grins,

Thomas ist wie so oft

"quadratisch praktisch gut......."

Grüßle Doedl


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