Männer in der Pflege

Forum für Opfer von Mobbing und Gewalt in der Pflege (und natürlich auch anderen Branchen), Burn-Out und andere psychische Belastungen
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Veggiemal
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Männer in der Pflege

Beitrag von Veggiemal » Mo 27. Okt 2014, 00:27

Hallo alle Zusammen,

ich bin zufällig auf Pflegenetz gestoßen, weil ich nach rechtlichen Fragen googelte.

Ich arbeite gerne in meinem Job, es macht mir Spaß, alles wäre so schön, wenn...ja wenn..

Ständig darf ich miterleben wie Kollegen / Kolleginnen durch unkollegiales Verhalten versuchen nach oben buckeln und nach unten zu treten. Ich verstehe meinen Beruf so, dass ich gerne voll für meine Bewohner da sein möchte. Nun wird eben noch verlangt, dass ich unbedingt noch hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Abwasch...machen soll und wenn ich mich weigere indem ich meine Arbeitszeit lieber den Bewohnern gebe, gibt es Knatsch ( also Unfrieden ). Wir sind im Spätdienst bei 28 Bewohnern nur zu Zweit und es ist oft so, dass die 2. zum einen Neu, von Zeitarbeit und auch noch schlecht deutsch spricht. Und wenn dann etwas auf Station nicht stimmt bekomme ich es am nächsten Tag frisch aufs Brot geschmiert ( vorgehalten vom NAchtdienst ).

Die wollen oder können nicht verstehen, dass es echt voll schwer ist, wenn ich quasie fast alleine für alles und jedes verantwortlich bin, die Zeitarbeiterin, laut Anweisung, eine Stunde früher geht und ich dann auch noch ihr hinter her kontrollieren soll. Das schaffe ich einfach nicht.

Zudem erlebe ich immer wieder, dass sich Kolleginnen untereinander noch so sehr die Haare raufen können ( uneinig sind ). Aber sobald ein männlicher Kollege da ist wird versucht, dass man den zerpflückt ( madig macht wo immer es geht).

Schon oft habe ich erlebt, dass junge Examinierte Pfleger bewusst von Pflegerinnen klein gehalten werden, kein Mitspracherecht bekommen und gleich schlechte Nachrede bekommen wenn Mann versucht sich auf seine Art einzubringen.

Da gibt es das Heft vom Berufsverband " Die Schwester der Pfleger ". Dort wurde schon oft das Thema Mobbing abgehandelt. Die Zeitschrift wird auch oft von PDL's und HL gelesen. Aber die guten Tip's werden leider zuwenig angenommen.

Wie sehr Ihr das?



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B-Tina :-)
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von B-Tina :-) » Mo 27. Okt 2014, 10:35

Nicht auf das Geschlecht, sondern auf den Menschen und die Qualität der Arbeit kommt es an.
Ich arbeite sehr gern mit Kollegen zusammen und behaupte mal, dass bei uns auch keiner "gemobbt" wird, weil er ein Mann ist.

Es gibt Bewohnerinnen, die möchten sich nur von Frauen pflegen lassen. Das wird natürlich berücksichtigt.

Ansonsten - leben und leben lassen, wenn es nach mir ginge, gäbe es noch mehr Männer in der Pflege!

LG



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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von RR77/38 » Mo 27. Okt 2014, 18:14

Es gibt in der Pflege immer wieder Maßnahmen, die Frauen weniger gern machen als Männer und umgekehrt.
Und in einem einigermaßen großen Team gibt es Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen.
Da Männer seltener sind, werden oft Männer auch ausgenutzt für körperlich anstrengendere Aufgaben. Als Mann sollte man sich dafür auch eigenständig anbieten, dann bekommt man andere Aufgaben abgenommen.
In so einem kleinen Team mit 2 Personen für 28 Bewohner ist die Hetzerei und die unverantwortliche Überforderung vorprogrammiert, besonders wenn Arztvisiten oder Notfälle dazukommen.



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Elfriede
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von Elfriede » Mo 27. Okt 2014, 19:42

Klar !
Männer haben in der Pflege immer noch einen "Exoten-Bonus".

Aber es gibt sone und solche:
Der eine hat ein Kreuz wie ein Doppelbett aber ein Geschirrtuch
über der Schulter.
Der nächste ist so schmal wie ein Hering zwischen den Augen
aber gibt den Macho.

Denkt Euch doch den MA im Kleidchen und bewertet dann die
effektive Arbeitsleistung. Er wird schließlich nach dem gleichen
Tarif bezahlt.


Es gibt keine dummen Fragen - nur dumme Antworten.

Brina
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von Brina » Di 28. Okt 2014, 16:52

Ich wäre froh ich hätte einige männliche Kollegen. Jede Kollegin will die beste und natürlich die fleißigste sein. Ich als Azubine könnte manchmal in den Tisch beißen. Zickenalarm :D



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doedl
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von doedl » Di 28. Okt 2014, 18:57

Hallo Alle

nun stamme ich noch aus der wirklich "alten Garde" der Pflege, wo Männer ein unbekanntes Subjekt waren..., daher begrüße ich es sehr, dass die Pflegeteams mittlerweile gemischtgeschlechtlich sind!

Veggiemal, Du beschreibst das Betriebsklima bei Euch, nach oben buckeln, nach unten treten.... also hat es wohl wenig damit zu tun, dass Du männlichen Geschlechts bist, sondern mit der Atmosphäre insgesamt.

Schade, dass Pflegekräfte politisch verordnete Unterbesetzung damit ausgleichen, in dem sie sich gegenseitig an den Hals gehen! Zusammenhalten wäre da angesagter.

Leider haben wir in unserem Team nur 2 Männer; grad hat ein männlicher Bewerber abgesagt...... grummel.

Fände es schön, wenn wir mal auf ne paritätische Besetzung kämen; aber das scheint Wunschgedanke zu bleiben.

Veggie, bei uns kriegt jemand nur Stress, wenn er seine fachlichen und sozialen Aufgaben schlecht macht, aber in hundert Jahren nicht, weil er ein Mann ist.

Gruß Doedl


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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von Suse2 » Di 28. Okt 2014, 21:40

wir haben 7 Männer im Team
von der PFK bis zum Azubi
und es ist klasse...

:D


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Nelly
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von Nelly » Mi 29. Okt 2014, 11:51

Hallo,

ich kann nur sagen leider leider haben wir keinen Pfleger auf der Station mehr. Es ist einfach besser (anderes) mit einem Mann zusammen zu arbeiten. Frauen zicken sich gerne an. Es geht vielen bei uns auf Station so dass ein Pfleger fehlt. Aber ich muss auch sagen ob es ein mann unter 15 Frauen aushält! :)
Ich arbeite vielllll lieber mit Pflegern zusammen.



Gruß

aus Niederbayern



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hexe1070
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Beitrag von hexe1070 » Mi 29. Okt 2014, 21:32

Also wir haben zwar einen ausgesprochenen Frauenüberschuss, aber dennoch keinen zickenkrieg!
Trotz großem Team klappt es auch mit vielen Frauen gut. Dennoch geben Männer auch immer mal andere Impulse und haben schlicht nen anderen Humor, der sehr lockernd wirkt.

Wir hatten auf Station kurzfristig (8wochen) Hilfe von zwei männlichen Kollegen einer anderen station. Beide haben sich sehr wohl gefühlt bei uns und wir haben ebenso diese männliche Unterstützung und auch Sichtweise als belebend und bereichernd erlebt.


viele Grüße Hexe

Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg,
der nur dahin führt,
wo andere bereits gegangen sind!
(Alexander Graham Bell)

Veggiemal
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von Veggiemal » Mi 29. Okt 2014, 22:20

Hallo liebe Kollegen und Mitschreiber, vielen Dank für Eure tollen Antworten.

Ich möchte erstmal allen hier ein herzliches Haalllooo sagen :-) Es gibt hier glaube ich noch kein Begrüßungsthema, oder? Ich bin seit 15 Jahren exam. Altenpfleger, mit Herz und Seele dem Beruf verschrieben. Habe in den Jahren eigentlich schon fast so ziemlich alles erlebt was man haben kann. Ich kenne die Seite des Betreuer's, des Selbständigen Altenpfleger's, des angestellten Altenpfleger's und auch die Seite des Zeitarbeiter's. Bin dankbar, dass ich mal alles kennen lernen durfte. Soviel erstmal zu mir :-)

Zum Thema selbst:
Ich finde, das System krankt daran, dass man in die volle fachliche und soziale Verantwortung genommen wird - die menschliche Seite wird aber gerne stark ausgeblendet. Der Job zählt, mehr nicht!

Aber als Pflegekraft ist man auch noch Mensch.
Ein Patient / Bewohner will auch mal Ansprache, in die Arme genommen werden...so Dinge für die keine Zeit bereit steht. Ich erlebe es leider so, dass es dafür wenig Verständnis gibt. Die Bewohner werden irgendwie so unpersönlich behandelt, wie ein Werkstück oder so ähnlich.

Wenn man bei der Übergabe, zum Beispiel mal anspricht, dass Frau M. sehr verzweifelt war, an den verschlossenen Fenstern gerüttelt hat, an der verschlossenen Tür gerüttelt hat, weil sie bei dem schönen Herbstwetter nicht raus darf, weil sie eingeschlossen ist - wenn ich bei der Übergabe ihre Emotionen beschreibe und dann wenig Verständnis bekomme, ja sogar gesagt bekomme, dass ich für den Job auf der Geronto wohl eher nicht geeignet bin, dann verzweifle ich an der Arroganz mancher Pflegekräfte.

Gerade jene Pflegekräfte die sich lieber um ihre eigenen Wünsche kümmern wollen drehen nämlich gerne ihre Hipp - Hopp - Musik sehr laut auf, ignorieren die hilfsbedürftigen Menschen wenn die mal Ansprache wünschen oder Berührung.

Naja und da kann man dann auch mal ziemlich unbequem werden. Ich erlebe und erlebte, dass bei meinen Kolleginnen die Prioritäten sehr viel anders gelagert sind als bei Kollegen.

Noch etwas zu der Seite hier. Ich muss mich mehrmals anmelden bevor ich Nachrichten lesen kann oder im Thema schreiben kann. Ich muss mich wohl noch etwas mit dem Forum beschäftigen, dann wird das schon :-)

Ich wünsche Euch eine gute Zeit!



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doedl
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Beitrag von doedl » Do 30. Okt 2014, 07:00

Hallo Veggie,

beim Anmelden gibt es einen kleinen Button "angemeldet bleiben"; diesen anklicken. Wenn man lange Beiträge liest und dann antworten möchte, ist man sonst wieder abgemeldet.

Gruß Doedl


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Elfriede
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von Elfriede » Do 30. Okt 2014, 19:24

@ Veggiemal :

Ich kann Deine Beobachtungen leider nur bestätigen.
Immer mehr Kollegen haben die soziale Kompetenz und die Empathie
einer Brechstange (ST 85).
So sind halt die Zeiten : Man muss alles nehmen, was halbwegs
unfallfrei weiße Hosen tragen kann.


Es gibt keine dummen Fragen - nur dumme Antworten.

Martina62
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Beitrag von Martina62 » Mo 10. Nov 2014, 13:33

Also ich weiß von meinem Vater, dass viele Männer diesen Job echt gut machen! Was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass dies frauen nicht machen, aber er fühlt sich anscheinend wohler von einem Mann behandelt zu werden.



Tim88
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von Tim88 » Do 13. Nov 2014, 17:28

Hallo zusammen,

Geht mir gerade auch so.

Ich bin männlich, und kam am 01.11 auf eine neue Station ( Arbeitsplatzwechsel von Pflegeheim ins Krankenhaus)
Auf der Station sind nur Schwestern, die jüngste 42 die älteste 61, und ich komme mir echt ausgeschlossen vor.
So ganz können sie mich glaub nicht akzeptieren, mein alter Bj.1988 und männlich und erst 3 Jahre ausgelernt, man nimmt mich nicht wirklich ernst und wahr.



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Lilli2710
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AW: Männer in der Pflege

Beitrag von Lilli2710 » Do 13. Nov 2014, 17:53

Bei uns haben wir einige männliche Kollegen im Alter zwischen 23 und 45 Jahren, schätze mal 25% und wir sind echt richtig froh darüber und auch zufrieden mit deren Umgang ggüber den Bewohnern.
Wir freuen uns immer, wenn ein neuer Bewerber männlich ist, können wir doch deren (nicht nur) Muskelkraft gut gebrauchen.
Bei uns wird aber auch jeder neue Kollege und jede neue Kollegin sofort ins Kollektiv aufgenommen und das Feedback derer sagt uns auch "Hier fühl ich mich mal echt wohl" ;)
So ging es mir auch, als ich dort "die Neue" war ;) Hab mich von Beginn an gleichberechtigt und nicht ausgegrenzt gefühlt. So, als würde man sich schon ewig kennen.
Leider hat man das aber nicht so oft. Schade, denn die halbe Zeit des Tages verbringt man auf Arbeit und dort sind topp Kollegen / Kolleginnen Gold wert. Man soll ja mit Freude zur Arbeit gehen. Der Job ist schon schwer genug, wir sitzen doch alle im selben Boot - also warum sollte man es sich gegenseitig nun auch noch schwer machen ;)



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