Kollegin beschuldigt mich übler Nachrede

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Thassadar
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Kollegin beschuldigt mich übler Nachrede

Beitrag von Thassadar » Mi 6. Aug 2014, 01:53

Letzten Freitag habe ich im Frühdienst einen Wachkomapatienten versorgt, der von der Nachtschwester um 24 Uhr das letzte mal gelagert wurde. Der Patient lag ohne jegliches Lagerungsmaterial auf dem Bauch. Das ist bei ihr so üblich und da lässt sie sich auch nicht reinreden.
Ich fand ihn gegen 7 Uhr mit einer Frequenz von fast 140 vor und einem stark angeschwollenen Ohr mit zwei kleinen offenen Stellen.
Das habe ich auch so dokumentiert.
Heute komme ich aus dem freien Wochenende wieder zum Dienst und hatte direkt ein Gespräch mit unserer Stationsleitung. Die Nachtschwester behauptet jetzt nämlich, ich hätte das alles nur erfunden, weil ich generell ein Gegner ihrer Lieblingslagerung sei und ihr eins auswischen wollte. Denn als sie um halb 6 das letzte mal im Zimmer war, hat der Patient noch ganz ruhig geschlafen und das hätte er auch die ganze Nacht getan, seitdem er so gelagert wurde. Den Dekubitus am Ohr hätte der Patient schon seit Wochen gehabt.
Die Nachtschwester behauptet jetzt, ich hätte mich der Dokumentenfälschung und üblen Nachrede schuldig gemacht, weil sie im Monitor als höchste Herzfrequenz einen Wert von 130 gefunden hat und weil ich geschrieben habe, dass der Dekubitus neu aufgetreten ist. Dass der Monitor nur alle 30 Minuten einen einzelnen Wert speichert, ist ihr scheinbar nicht bewusst...
Sie hat sich dann bei der Stationsleitung über mich beschwert und angedeutet, dass sie auch zum Pflegedirektor gehen wird.
Meine Stationsleitung sprach mich dann heute an und fragte, ob ich ein persönliches Problem mit der Nachtschwester hätte und wie ich dazu käme zu behaupten, der Dekubitus am Ohr sei neu aufgetreten. Ausserdem hätte ich mich ja den ganzen Morgen darüber aufgeregt, dass der Patient nicht umgelagert wurde und müsse Verständnis dafür haben, dass die Kollegin sich jetzt angegriffen fühlt. Woher sie das wissen will, wo sie doch garnicht dabei war ist mir auch ein Rätsel.
Es mag ja sein, dass der Patient von 24 Uhr bis halb 6 ruhig geschlafen hat und die Herzfrequenz im Normbereich war, ich habe ihn jedoch um 7 Uhr sehr gestresst vorgefunden und das geschwollene Ohr lässt sich auch nicht wegdiskutieren. Leider habe ich es versäumt, sofort eine Fotodokumentation zu machen, weil die Schwellung im Vormittagsverlauf deutlich zurückgegangen war und die offenen Stellen wirklich sehr klein waren. Ich habe mir aber heute die Mühe gemacht und mir die Pflegeberichte seit der Aufnahme des Patienten vor 4 Monaten durchgelesen und da wird nirgendwo ein Dekubitus am Ohr auch nur ansatzweise erwähnt. Seit Freitag hat sich der Zustand des Ohrs übrigens deutlich verschlechtert, d.h die Schwellung ist jetzt sehr ausgeprägt und die Wunden sind eitrig.
Mein Problem ist jetzt, dass ich nicht weiss, wie ich mich gegen diese Vorwürfe wehren kann, ohne die ganze Sache noch mehr aufzubauschen. Die Kollegin ist generell sehr aufbrausend und hat ein sehr einehmendes Wesen, womit sie schon die Stationsleitung auf ihre Seite gezogen hat. Sie sucht ständig Fehler bei anderen und zieht sich daran hoch, aber wehe es wagt mal einer, Kritik an ihrer Arbeit zu äußern, dann ist sie sofort bei der Stationsleitung und wenn sie da kein Recht bekommt geht sie zum Pflegedirektor.
Ich habe ja Verständnis dafür, dass sie gekränkt ist, weil sie sich mit diesem Patienten scheinbar besondere Mühe gegeben hat und er sogar in den Genuss der ihrer Meinung nach bequemsten Schlaflagerung kommen durfte. Ich sehe es aber auch nicht ein, Dinge unter den Tisch fallen zu lassen, nur damit es im Team keine schlechte Stimmung gibt. Und ich muss mich doch selber auch absichern, sonst wird am Ende noch behauptet, der Dekubitus sei bei mir im Frühdienst entstanden.
Kommenden Freitag ist die Kollegin wieder im Dienst und wird mich dann mit 100%iger Sicherheit zur Rede stellen.



Micky Maulwurf
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AW: Kollegin beschuldigt mich übler Nachrede

Beitrag von Micky Maulwurf » Mi 6. Aug 2014, 02:06

[quote=""Thassadar""]
Kommenden Freitag ist die Kollegin wieder im Dienst und wird mich dann mit 100%iger Sicherheit zur Rede stellen.[/quote]

Und selbst wenn nicht, würde ich sie an deiner Stelle zur Rede fordern. Dir eine Lüge und Urkundenfälschung zu unterstellen ist arg daneben.



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Rebecca1969
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Beitrag von Rebecca1969 » Mi 6. Aug 2014, 02:37

Liest sich ganz nach Vertuschung. Der Dekubitus ist ja ganz offensichtlich vorhanden.
Von der Lagerung wäre ich auch nicht begeistert, aber ich erne gerade ganz viel über Selbstbestimmung, also wenn er das möchte-ok.
Trotzdem wurde er wohl so lange nicht umgelagert, bis der Dekubitus entstanden ist und du hast das richtigerweise auch dokumentiert- es besteht ja Handlungsbedarf
Wenn der Dekubitus vorhanden und nicht dokumentiert ist, ist das nicht dein Problem und du kannst ihr ja auch sagen, dass du sowas dokumentieren musst und dass eben in der Doku nichts davon stand


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johannes
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Beitrag von johannes » Do 7. Aug 2014, 11:21

Wenn Du nur dokumentiert hast, was Du vorgefunden hast - ohne Wertung! - mußt Du Dich nicht rechtfertigen. Ein kurzes: "so habe ich den Patienten vorgefunden" muß reichen.

Auf die Behauptung, dass der Dekubitus bereits länger bestand, reicht die Frage: "Zeig mit bitte die Dokumentation, in der das vermerkt ist."

Ob Du ein Problem mit der Kollegin hast? Da reicht ein kurzes "Nein!" Vielleicht noch der Zusatz: "es geht um den Patienten und nicht um die Kollegin."

Problem mit der Lagerung? Kann der Patient sich äußern und z. B. diese Bauchlagerung wünschen? Wenn nicht, ist es lediglich die Wahl dieser Kollegin ohne Absprache - die müsste sonst in der Doku zu finden sein.

Kannst Dich also beruhigt zurücklehnen, hast richtig gehandelt.


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Thassadar
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Beitrag von Thassadar » Fr 8. Aug 2014, 21:25

Die Nachtschwester war heute wieder da und hat mir freudestrahlend mitgeteilt, daß ich, falls noch nicht passiert, demnächst zum Gespräch beim Pflegedirektor gebeten werde, weil sie sich über mich beschwert hat. Denn bei Dokumentenfälschung verstehe sie keinen Spaß.
Es gab dann noch eine Diskussion, bei der sich herauskristallisiert hat, daß es ihr zu weit ging, wie ich den ganzen Frühdienst und vor allem in der Pause über sie hergezogen hätte. Das sei ihr von anderen Kollegen, die mit mir Frühdienst hatten, zugetragen worden. Und das war wohl auch ihr eigentliches Problem an der ganzen Sache.
Kann mir vielleicht jemand Tips geben, wie ich jetzt beim Pflegedirektor argumentieren soll, falls sie ihn auf ihre Seite gezogen hat; und kann ich dafür eine Abmahnung bekommen, weil ich unsachlich über eine Kollegin geredet habe?



Micky Maulwurf
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Beitrag von Micky Maulwurf » Sa 9. Aug 2014, 00:07

Du solltest einen Anwalt einschalten. Denn bei Rufmord solltest DU keinen Spaß verstehen.



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Beitrag von Rebecca1969 » Sa 9. Aug 2014, 09:27

Mal so am Rande- ich finde das liest sich nach grauenhaften Betriebsklima.
Bis du sicher das du da weiter arbeiten möchtest?


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Thassadar
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Beitrag von Thassadar » Sa 9. Aug 2014, 14:18

Das Betriebsklima ist in der Tat grauenhaft, aber ich arbeite schon seit Jahren auf dieser Station und das im Grunde sehr gerne (wegen des Patientenklientels). Ich habe zwar schon mit dem Gedanken gespielt, mich anderweitig zu orientieren, möchte aber momentan nach all den Jahren noch nicht wegen so einer Intrige woanders nochmal bei Null anfangen müssen.
Ich habe in der Tat mit einer anderen alteingesessenen Kollegin darüber diskutiert, ob eine 180°-Lagerung ohne Lagerungsmaterial überhaupt zulässig ist und ihr einziges Argument war, daß sie selber auch die ganze Nacht so liegt. Außerdem bin ich davon überzeugt, daß die betreffende Nachtschwester es toll findet, daß sie die einzige ist, die Patienten so lagert und sich etwas darauf einbildet. Das habe ich der anderen Kollgein auch so gesagt. Diese hatte dann nicht besseres zu tun, als nach Feierabend die Nachtschwester zu Hause anzurufen und ihr alles brühwarm zu erzählen.
Gestern hat die Nachtschwester mir dann vorgeworfen, daß ihr das zu weit gegangen ist und ich es ihr nicht ins Gesicht gesagt hätte. Deshalb hat sie sich zuerst bei der Stationsleitung über mich beschwert, und weil von dieser "mal wieder nur dumme Sprüche gekommen sind", wäre sie zum Pflegedirektor gegangen. Das Problem daran ist nur, daß sie mir überhaupt nicht die Möglichkeit gegeben hat, selber mit ihr zu sprechen, (was ich mit Sicherheit getan hätte,) weil sie die ganze Woche frei hatte und die Gespräche gegen mich in ihrer Freizeit geführt hat.
Wenn sie es auf diese Art geschafft haben sollte, den Pflegedirektor davon zu überzeugen, daß ich zu viel Unruhe ins Team bringe und man mit mir nicht mehr zusammenarbeiten kann, sehe ich alt aus....



Skjaldar
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Beitrag von Skjaldar » Fr 15. Aug 2014, 22:56

Darf ich denn mal fragen, was nun heraus gekommen ist?

Ich selber bin auch nicht der große Redner, zwar mache ich mir viele Gedanken, aber beim Formulieren und Vortragen hapert es dann wieder weswegen ich selber gerne gegen die Wand geredet werde.

Mein Tipp; Ein Zettel mit Stichpunkten machen bzw. zu Hause schon viele Argumente schriftl. festhalten, und sie dir einprägen!

Es ist oft schwer sachlich zu diskutieren wenn Emotionen mit im Spiel sind, keiner kann beurteilen wie du nun wirklich mit deiner Kollegin über die Lagerung gesprochen hast, wenn es aber wirklich nur ein Objektives Gespräch war, dann teil das auch so mit.

Eigentlich hast du nichts zu befürchten, wenn der Pflegedirektor einigermaßen bei Sinnen ist.

Fakt ist:

-Dekubitus am Ohr aufgrund der Lagerung (ich denke im Tagdienst liegt er nicht auf seinem Ohr?)
- fehlende Dokumentation des Dekubitus, demzufolge ist er lt. Dokument neu
- Du hast erst mit IHR gesprochen, was definitiv der bessere Weg ist, als sofort zur höheren Stelle zu gehen.

Und wie schon erwähnt hast du ja einfach den Ist-Zustand dokumentiert. Völlig Wertfrei! Du unterstellst ihr ja in dem Pflegebericht nicht, dass es schon zu ihrem letzten KG so gewesen sei, nur, dass es bei deinem so war.

Logisch abzuleiten ist natürlich das der Dekubitus aus der Lagerung entstand.

Ich hoffe das für dich alles gut geht. Ich finde es immer wieder sehr sehr schade dass in einem "sozialen" Beruf so ein "krieg" unter dem Personal herrscht, wodurch es sich selbst jede Basis kaputt macht.



Thassadar
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Beitrag von Thassadar » Mo 18. Aug 2014, 21:20

Ich hatte letzte Woche ein Gespräch beim Pflegedirektor. Er meinte, die Nachtschwester hatte wohl Angst, daß ich ihren Ruf auf Station geschädigt hätte, da sie immer perfekt sein will. Ich soll das in einem Gespräch mit ihr klären, weil er nicht möchte, daß 2 Kollegen in Zukunft nicht mehr professionell zusammen arbeiten können, insbesondere im Nachtdienst (wir sind nachts zu zweit). Auf das Fachliche ist er überhaupt nicht eingegangen, da er das bereits mit unserer Stationsleitung geklärt hatte.



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Elfriede
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Beitrag von Elfriede » Di 19. Aug 2014, 20:26

Es ist an Dir, die Antwort der Pflegedirektion zu bewerten.
- Wir kennen sie nicht. -
Hat sich aus dem "fachlichen" Gespräch : PDir-SL etwas
erkennbares ergeben ?



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