Alle Mitarbeiter verzweifelt....!

Forum für Opfer von Mobbing und Gewalt in der Pflege (und natürlich auch anderen Branchen), Burn-Out und andere psychische Belastungen
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Punto
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Alle Mitarbeiter verzweifelt....!

Beitrag von Punto » Fr 29. Apr 2016, 12:09

Hallo ihr Lieben,
lange Zeit war ich immer nur mal sporadisch hier und stiller Mitleser. Viele von Euch können gute Tipps und Ratschläge aus eigener Erfahrung raus geben. Und so dachte ich, jetzt ist es wieder an der Zeit bei mir, etwas zum leidigen Thema Mobbing und co. beizutragen. Ich bin nun schon paar Jahre in der Pflege, war unter anderem 5,5 Jahre bei einem Priv.Pflegedienst im Aussendienst. Dort gab es immer mal Reibereien aber im Großen und Ganzen konnte man sich abfinden. Dann begann dort der Krieg zwischen der Geschäftsinhaberin und ihrer Tochter (PDL in der Firma),ich als deren Vertretung kam gut mit beiden klar, die andere Tochter (im Büro als Angestellte) war immer etwas zickig, aber noch im Rahmen. Als deren Streitereien eskalierten und das Gehalt auch nach 5 Jahren nicht angehoben wurde, suchte ich mir etwas anderes. Ein Heim in der Nähe, es war ein Heim das keinen guten Ruf hatte. Aber ich dachte, was solls, nicht immer auf andere hören, denn von keinem Pflegeheim wird Gutes erzählt.

Dort fing ich am 1.3.15 an zu arbeiten, Schnell wurde mir klar,das ist der größte Saustall den es gibt. Doppelzimmer ohne Toilette, Bew mussten auf Gemeinschaftstoilette, der Hausmeister war der Einzige der 2 x in der Woche die Zimmer wischte. Keine Personaltoilette, nein ich will nicht weiter schreiben. Unter den Kollegen nur Mobbing. Ich wurde im Frei von einer Kollegin per SMS informiert, dass ich eine Abmahnung bekomme und sie wollen mit mir nix mehr zu tun haben....hä??? Ich bin gleich in die Firma gefahren, weil ich wissen will was los ist. Da fangen die alle an zu lachen und meinen, dass es nur ein Spaß war und das doch nicht stimmt. So ging das andauernd. Neidische Kollegen legten ständig Fehler und Fallen aus....ich möchte sie nicht beschreiben. So war klar: mit mir nicht. Allerdings hört man ja von jedem, dass es überall das Selbe ist. Ich dachte, das gibts doch nicht,m irgendwo muss es doch ein Heim geben, wo man sich versteht. Ich habe die Chance beim Schopfe gepackt und mich in einem ganz neu gebauten Heim beworben. Seit 1.3.16 bin ich dort als WBL auf einem ganz neuen Wohnbereich angestellt. Nicht nur, dass ich wirklich nette Kollegen habe- ohne Mobbing, nein ich kannte mich bis dahin nicht mit dem DAN- System aus. War komplett neu. Für die meisten Kollegen auch. Ich zähl mal auf: Das Dienstzimmer liegt im Sichtbereich des Eingangs. Jeder, der zur Türe reinkommt--erstmal zum Dienstzimmer: Besucher, Baufirmen, Reingungsfirmen, Telekom, Küche, Service, Sozialdienst, Betreuung, Praktikanten, Angehörige...ich kann nicht am PC etwas machen...ständig klopft, klingelt und hupt etwas. Die Wegläuferklingel geht ganz Laut in unserem Dienstzimmer los.Das Rollo darf ich nicht hoch machen, sagt die Heimaufsicht. Der Heimleitung habe ich gesagt, wenn das so weiter geht, kann sie mich in einem halber Jahr in die Klappse einweisen.. .so schaffe ich meine Doku nicht!

Keine Standards, Keine Handlungsanweisungen, Keine Expertenstandards, DAN-Ausfälle, Stromausfälle, keine Ärzte, manchmal deswegen verschiedene Medi nicht da. Stromausfälle, Druck von PDL: mach dies, mach das---morgen hat sie das vergessen und meckert, weil man das so gemacht hat. Selbst keinen Plan und jeden Tag ne andere Anweisung. Heute früh stehe ich im Dienstzimmer und die Kollegin schaut auf den Dienstplan und sagt: du hast doch Frei! HÄ! Seit wann? Ja, einfach von PDL geändert: Heute Frei morgen Frühdienst. Bin ich wieder nach Hause.Die Fachkräfte, die ich auf den WB bekommen habe, finden sich nicht im Dan zurecht, könne die einfachsten Sachen nicht, z.B. keine Bilanzierung führen, es wird eben nur 1x 150 Kaffee eingetragen und das wars. Medikamente/ Tropfen werden nicht mit Anbruchsdatum versehen, weiß eigentlich jeder Depp, nein --> und wenn ich dann kontrolliere, kommt die PDL, haben Sie nichts anderes zu tun? Sie müssen nicht kontrollieren, heute steht sie im Dienstzimmer mit der Heimleitung und kontrolliert den Medischrank. Natürlich einige Fehler gefunden, die ich eigentlich beseitigen wollte....das erfährt man im FREI.....so, meine Kollegen sind alle am Ende, jeden Tag geht einer heulend aus dem PDL-Zimmer raus. Ich auch schon. So sehr, wie in den letzten Wochen habe ich noch nie an mir gezweifelt.

Von einigen habe ich schon erfahren, dass genau wegen dieser PDL hier schon Bewerbungen zurückgezogen wurden. Eine Kollegin kennt die PDL aus ihrer vorhergehenden Firma und hat gesagt, wenn ich gewusst hätte, dass die hier ist, hätte ich nicht angefangen.Die WBL auf dem anderen WB ist auch am Ende....Wir reden auch ganz viel und sind der Meinung, dass wir durchhalten müssen, viell. erledigt sich das Problem von alleine. Bald wird der 3.WB belegt, und wir haben die Hoffnung, dass dann noch mehr Kollegen zu der Erkenntnis kommen: so kann es nicht sein. Wir wissen, dass wir Verantwortung haben und die Heimleitung hat gestern erst noch zu mir gesagt, dass sie mit unserer Arbeit 1000% zufrieden ist, auch die Geschäftsführung sagt das.

Ist denn das wirklich so üblich in der Pflege, ich möchte so gerne weg, aufhören und weiß nicht, welche Alternativen es für mich gibt.
Wenn ich hier aufhöre, weiß ich, dass ich in kein anderes Heim oder Pflegedienst gehe. Ich steige aus der Pflege dann aus. Ich liebe meinen Beruf wirklich und die Heimleitung bremst mich aus, sie meint: schonen Sie sich, wir brauchen Sie-- keine Überstunden bitte....Sie sind mit Leib und Seele dabei. Wir brauchen Sie. (Ja, weil ihr keinen anderen Dummen findet!) Und genau so ist es....was soll ich denn tun? Am Liebsten würde ich die PDL mal so richtig zur Sau machen vor allen....die scheißt uns an in einem Ton und wird laut vor allen Bewohnern...respektlos. Noch bin ich ruhig und mir ist auch die Probezeit egal. Da fliege ich, woanders werden gute Fachkräfte gesucht, daran solls nicht liegen. Ich galube, ich habe alle Kollegen auf meiner Seite, was das angeht----

Danke für eure Lesemühe. Viell. habt ihr Ähnliches erlebt und könnt von Euren Erfahrungen berichten? Eure Punto.
Zuletzt geändert von Punto am So 1. Mai 2016, 13:35, insgesamt 1-mal geändert.



resigniert
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AW: Alle Mitarbeiter verzweifelt....!

Beitrag von resigniert » Fr 29. Apr 2016, 14:56

Bitte mit Absätzen schreiben - der Text ist fast unlesbar. Danke



Thanos

AW: Alle Mitarbeiter verzweifelt....!

Beitrag von Thanos » Fr 29. Apr 2016, 20:02

Hallo,

ich finde es sehr schade, dass Du bisher so viel Dinge erlebt hast, die kein Mensch verdient hat zu erleben.
Du überlegst aus der Pflege auszusteigen? Das ist sicherlich eine Option und bestimmt wesentlich besser als in einem halben Jahr zusammenzubrechen. Die Frage ist, ob das genau Dein Weg ist. So wie Du Dich hier beschreibst, direkt oder indirekt, glaube ich das nicht so richtig. Ich denke, Dir liegt es Deine Ressourcen zu nutzen. Zwei der Ressourcen, welche Dir zur Verfügung stehen ist das Reflektieren dessen was Dir so widerfährt und das gezielte reagieren darauf.

Du beschreibst Deine PDL so, als wäre sie selbst unsicher, fast sogar hilflos und überfordert. Mit Schreien und "Gewalt" kommst Du nicht weit. Sicherlich fühlst Du Dich für den Moment etwas besser, aber hinterher nicht. Hier hilft nur eins, Sicherheit schaffen. Zeige ihr auf, wie sie mit Dir umzugehen hat. Respektvoll und angemessen. Behandle Sie so, wie Du von ihr behandelt werden möchtest, stimmt ihr Verhalten nicht, sag ihr das. Wenn Du mit ihr sprichst, nimm Spannung raus, sprich etwas leiser, nötige sie damit sich auf Dich zu konzentrieren. Sei ehrlich, sag oder zeige ihr, dass Du keine Konkurrenz für ihren Posten bist. Fang an Regeln für eure Kommunikation aufzustellen, verbal oder durch vorleben. Regeln sind ja das, was in dem Unternehmen noch nicht so ausgeprägt sind. Das ist Deine Chance etwas zu bewirken, nicht nur im Umgang mit den PDL sondern auch gesehen auf das ganze Unternehmen. Kommuniziere. Schreib nicht nur auf was Dich stört, leg gleich Lösungsvorschläge dazu, das zeigt Interesse und Dein Gegenüber muss ich keine Gedanken mehr machen, das nimmt ihm Arbeit ab und Du bekommst eher was Du willst.

Sieh bitte positiv was Dein Chef gesagt hat, das Unternehmen braucht Dich. Nicht etwas weil sie keinen anderen Dummen finden, sondern weil Du scheinbar dort ein Ruhepol bist, jemand, der mit seiner Aura Spannung nimmt und ein gewisses Minimum an Harmonie und Objektivität dem ganzen Durcheinander hinzufügt.



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johannes
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AW: Alle Mitarbeiter verzweifelt....!

Beitrag von johannes » Fr 29. Apr 2016, 20:46

Nein, es ist nicht überall so. Es geht wirklich auch anders!


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Punto
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AW: Alle Mitarbeiter verzweifelt....!

Beitrag von Punto » So 1. Mai 2016, 13:46

Erst einmal vielen Dank für die schnellen Antworten.
Ihr habt ja Recht, es ist nicht überall so. Ich habe aber das Gefühl, dass es so ist. Natürlich kann in so einem neuen Unternehmen nicht gleich alles perfekt laufen, das ist klar. Wir als Pflegeteam wissen das, die Heimleitung weiß das...nur PDL`chen nicht. Gestern war ich zum Frühdienst, da WE ist war die PDL nicht im Hause. Und war war alles ruhig. Alle konnten entspannt arbeiten. Keine Tätigkeit musste wegen irgendwelchen belanglosem Mist von der PDL unterbrochen werden. Mit den meisten Kollegen bin ich da mal so ins Gespräch gekommen. So haben wir einheitlich festgestellt: wir als Kollegen halten zusammen, fühlen uns miteinander wohl und wir gehen gegen dies Person vor. Sollte es eskalieren, stehen wir geschlossen vor der Heimleitung und stellen die Forderung: SO NICHT!

Ich konnte in Erfahrung bringen, dass mehrere Kollegen sie von Früher kenne und eine davon meinte, dass alles nur der Anfang wäre....na warten wir ab. Ich habe Mut gefasst, weiß dass wir Kollegen zusammenhalten und das keine heiße Luft ist....ich werde dieser Person ganz ruhig begegnen und ihr klar machen, dass es so nicht geht.

Wenn man Fehler macht, soll sie es sagen, aber nicht so niederträchtig und respektlos....grauenhaft, wenn jemand seine eigenen Defizite in dieser Weise überspielt. Meine Güte, was haben die Kolleginnen gestern für Mut gefasst, als ich mit ihnen sprach. Wir sind 2 WBL und dazu die Fachkräfte und Hilfskräfte...he, wir sind eine Macht.
Ihr Lieben, ich hoffe auf eine bessere Zeit, da wir alle hier eigentlich unseren Job so gerne machen. Wie kann eine Person nur alle so fertig machen? Ich hoffe, unser Plan geht auf.
Danke an Euch. :) :) :)



Punto
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AW: Alle Mitarbeiter verzweifelt....!

Beitrag von Punto » So 1. Mai 2016, 13:58

@Thanos
danke dir für deine Worte. Du triffst den Nagel genau auf den Kopf. Ich liebe meinen Job und will da eigentlich nicht weg. Auch die anderen Kollegen sind froh, dass wir hier alle gut miteinander sind und vor allem ehrlich. Nur eine macht eben Druck- die PDL. Vorschläge zur Verbesserung bringen wir täglich. Ganz tolle Ideen, die ich auf meinem WB gern hätte...NEIN; es wird alles anders. Ich selbst habe mir kleine Zettelchen als Gedankenstütze auf dem Schreibtisch unter der Schreibablage getan, da stehn auf einen kurzen Blick die Kollegen drauf, wer welche Bezugspflege hat. Das geht für mich schneller, da ich mich ja im DAN noch nicht so auskenne, habe ich bei einem Neueinzug gleich alles auf einem BLick, wem ordne ich was zu.....da konnte ich mir was anhören......hab ich ihr ja ganz ruhig erklärt, damit ich das gleich alles griffbereit habe und der Zettel bleibt. Genau so bleibt mein Wecker, da noch keine Dienstzimmeruhr vorhanden ist. Ja, Thanos du hast Recht, sie hat selbst gravierende Defizite und lässt uns gegenüber die Sau raus, macht uns klein.....ich träume schon, dass ich mich vor ihr aufbaue und ganz ruhig frage, was sie eigentlich mit ihrer Art will.....
Die Heimleitung ist hoffentlich clever genug zu erkennen, was hier läuft, ich denk sie weiß es schon....wil es nur von uns wissen....ich träume von dem Tag, wo wir sie los sind....Mensch, wir sind so ein gutes, motiviertes Team, auf beiden WB und sind so fertig im MOment.......
:)



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