Tötungsdelikt

Bietet Pflegebedürftigen, Angehörigen, Mitarbeitern, ehrenamtlich Engagierten, Berufsbetreuern und allen die Zeuge von Verletzungen der Menschenwürde sind, die Möglichkeit darüber zu berichten sowie Rat und Unterstützung einzuholen. Positive Beispiele und Vorbildhaftes kann hier ebenfalls hervorgehoben werden.
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doedl
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Tötungsdelikt

Beitrag von doedl » Do 9. Mär 2017, 09:44

Was treibt eine Pflegekraft dazu, einen Bewohner zu töten?

http://www.swr.de/swraktuell/rp/ludwigs ... index.html

Welche Persönlichkeitsstrukturen sind das; was treibt Kollegen dazu, solche Taten auch noch zu tolerieren- schlimmer noch: mitzumachen?

Gruß Doedl


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sophie
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Beitrag von sophie » Fr 10. Mär 2017, 06:52

Hallo Doedl,

ich glaube, dass ein Faktor der massive Personalmangel in den Einrichtungen ist. Die Pflegekräfte sind am Ende, gestehen es sich aber nicht ein, der Dienst wird um jeden Preis aufrechterhalten, es gibt immer noch die, die immer einspringen.

Ich beobachte seit Jahren, wie sich die "Gangart" und der Ton verschärfen. Immer wieder gibt es "Einzelfälle" wie auch jetzt bei Lebenshilfe wo Behinderte Menschen erniedrigt, gedemütigt und gequält werden.

Die Kollegen, die jünger sind, kennen Kunden nur noch aus der Grundpflege, dass bedeutet die Defizite stehen im Vordergrund.

Aufgrund von Personalmangel werden Kräfte eingestellt, die vermutlich für die Pflege ungeeignet sind, die aber vom AA, sagen wir, Entscheidungshilfe bekommen.

Über die Jahre ist der Stellenschlüssel schlechter geworden, die Kunden aber pflegebedürftiger, multimorbider und auch anspruchsvoller. Die Zahl der eingeschränkt orientierten Menschen liegt in deutlich höher. Vor etwa 15 Jahren ist man von 60 % ausgegangen, heute kann ich für unsere Einrichtungen von 85% sprechen. Verhaltensauffälligkeiten bei eingeschränkt orientierten Menschen nehmen zu.

Gleichzeitig sind heute sehr viel mehr Angehörige in den Einrichtungen, die eben auch noch Ansprüche stellen und wenn es nur ein Gespräch ist.

Und dann noch der Druck, dass die Dokumentation stimmen muss.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist vermutlich, dass Führungskräfte hier eine lange Zeit zugesehen haben und nichts unternommen haben. Eine solche Tag geschieht ja nicht von heute auf morgen, da war sicherlich eine Abwärtsspirale erkennbar.

Ich denke, dass solche "Auswüchse" wie in Lambrecht nur die Spitze des Eisberges sind. Viele "kleinere Delikte" werden unter den Teppich gekehrt.

Dort wo sie auffallen, gibt es ein großes Geschrei in der Öffentlichkeit und dann passiert...... nix, wie immer.

Sophie

P.S.: Wer in den letzten Tagen auf Facebook mal gelesen hat was manche so von sich geben....


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wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

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Beitrag von doedl » Fr 10. Mär 2017, 07:05

Hallo Sophie,

bestimmt ist der Personalmangel auch ein Grund.

Während meiner Ausbildung- da waren die Personalschlüssel noch völlig anders und die Konzentration auf nur multimorbide Menschen im Heim nicht vorhanden- habe ich solche Dinge auch schon erlebt; keine Tötungsdelikte, aber das, was Du beschreibst.

Es scheint mir demnach nicht nur der Personalmangel zu sein, sondern auch eine vorhandene Grundstruktur der Persönlichkeit.

Gruß Doedl


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Beitrag von *Angie* » Fr 10. Mär 2017, 19:49

Ja - die Grundstruktur der Persönlichkeit verändert sich. Da werden Polizisten verkloppt, Rettungskräfte bangen und ihre Unversehrtheit in Rettungseinsätzen usw usw... Manchmal denke ich, dass die Medien nicht unschuldig sind an Abgestumpftheit und Gewaltbereitschaft. Vielleicht werden (wie ja immer auf Statistik gestützt gesagt wird ) die Gewalttaten in der Zahl tatsächlich nicht, aber für mein Gefühl werden sie abscheulicher und immer grausamer. In der Pflegepraxis sind viele überfordert und ausgebrannt durch die vielen Tage am Stück und darin noch Wechseldienste. Und ich glaube nicht überall herrscht Personalmangel - aber viele Dienstpläne sind verheerend gestaltet. Ich selbst hatte dadurch bei ner 40 Stunden -Woche oft das Gefühl ich hätte 70 gearbeitet. Natürlich ist man dann nicht superfit und hüpft oberfreudig zur Arbeit. Für den medizinischen und Pflegebereich würde ich in allen Bereichen niemals mehr als eine 5-Tage-Woche für richtig empfinden, damit man sich auch WIRKLICH regenerieren kann. Ich glaube auch, dass viele Menschen totalen Lebensfrust haben weil sie ihren Platz im Leben nicht mehr finden, jeder ist austauschbar. Und Sicherheiten gibt es auch kaum noch-durch minderbezahlte Zeitverträge können viele Menschen sich keine erreichbaren Ziele mehr setzen - mein Sohn zB ist über 30, aber an zB Hausbau ist gar nicht mehr zu denken - es sei denn man hat Bombenjobs - und zwar beide Partner. Es hat sich viel verändert in den letzten 15/20 Jahren.


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Beitrag von sophie » Mo 13. Mär 2017, 07:48

Hallo Angie,
da hast du sicherlich recht. Ich sehe auch das Internet und hier insbesondere social media als großes Problem. Die Menschen können nicht mehr unterscheiden zwischen Fake und echt.

Die Werte die unsere Gesellschaft prägen verändern sich. Dafür gibt es sicherlich mehrere Gründe. Kinder lernen nicht mehr, dass Fehler Konsequenzen haben, jeder glaubt er ist was ganz besonderes und nimmt sich furchtbar wichtig, ich glaube etwas Demut würde uns allen gut zu Gesicht stehen.

Ein sicher sehr breites Thema.....

Sophie


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Beitrag von doedl » Mo 13. Mär 2017, 08:01

Hallo Sophie,

Demut- welch altmodisches Wort!

Trotzdem trifft es genau zu:

Wir sind nicht die Besten, Tollsten, sondern ein Zahn im Rädchen- mehr nicht.

Diese Art Egomanie, die Du beschreibst, fällt mir auch sehr auf- nur MEINS, nur ICH, nur Befriedigung MEINER Bedürfnisse- egal ob andere darunter leiden oder nicht.

Gruß Doedl


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*Angie*
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Beitrag von *Angie* » Di 21. Mär 2017, 12:43

....ich glaube eben nicht, dass jeder denkt, dass er was ganz besonderes ist - sondern ich glaube, dass die Menschen in einer sich immer schneller verändernden Welt ihren Platz nicht mehr finden und auch ihr Leben überhaupt gar nicht mehr in der Hand haben. Früher hatte (auch ich) noch das Gefühl, dass ich wenigstens etwas Entscheidungsfreiheit habe, was mein eigenes Leben betrifft. Die jetzige Generation wird unglücklich gemacht - denn wird ihnen nicht ständig eingetrichtert dass sie Loser sind, wenn sie nicht mindestens dieses oder jenes rechtzeitig in ihrem Besitz haben, die Zähne nicht gebleacht sind und sie zu kleine Brüste haben und wenn sie mehr als Größe null tragen? Dagegen stehen Zeitarbeitsverträge, kleine unsichere Einkommen, die ein solches Mithalten gar nicht zulassen - und es niemand da, der diese Werte für die Menschen korrigiert - weil auch Eltern immer öfter so gestrickt sind. Es wird uns eingetrichtert, was wir zu glauben haben und dass die Mittelschicht wegbricht........ Also strampeln sich die die ihr Bild nach außen wahren wollen noch mehr ab, um wenigstens NUR bis an den unteren Rand der Mittelschicht abzurutschen. Diese Menschen in unserer Gesellschaft leben zumeist völlig dissoziiert von ihren Gefühlen. Persönlichkeit ist nur noch als "schönes Bild" erwünscht oder wenn jemand das Gesamteinkommen massiv bereichert. Und letztendlich folgen all diese Menschen irgendwelchen Idioten und Meinungsmachern. Ein solches hatten wir vor ca beinahe 80 Jahren schon mal - nur war das Feindbild ein anderes. Die meisten Menschen können sich nicht mehr selbst regulieren in all dem was auf sie einströmt - und da sie so schön dissoziiert sind und die Frustration und das Gefühl der Minderwertigkeit steigt, sinkt im Umkehrschluss die Empathie, Hemmschwelle und Frustrationstoleranz. Mit "Normal-sein" finden Menschen der jetzigen Generation unter ihresgleichen kein "Ansehen" mehr und schon gar keinen Platz in unserer Gesellschaft. Fragt mal die Menschlein um euch herum ob sie sich glücklich fühlen oder zufrieden. Meine Erfahrung ist : sie sagen erstmal ja. Und wenn man sie fragt: wirklich? und man ein offenes Ohr signalisiert stürzt all ihr Lebens-un-sinn aus ihnen heraus. Ich jobbe an nem Kiosk und führe täglich solche Gespräche mit Menschen, die ein Leben führen aus dem sie keinen Ausweg sehen und aufgepimpt und schön anzusehen keine Bedeutung finden/haben in einer gemeinsam einsamen Gesellschaft.


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Beitrag von Elfriede » Di 21. Mär 2017, 22:55

Hhhhhmmmmm........

Was ich im Beruf sehe - gegenüber früher - :
Es wird nicht mehr "vorgelebt" !
Als ich in den Beruf kam, waren die "gestandenen Kollegen" noch von sich und ihrer Aufgabe überzeugt. Jedenfalls habe ich es damals so wahrgenommen, und das hat mich geprägt.
Heute erscheint es mir, dass erfahrene Pflegekräfte (aus nachvollziehberen Gründen) nur noch negativ eingestellt sind.
Das überträgt sich natürlich (in potenzierter Form) auf unseren "Nachwuchs".
Ich finde, dass wir "alte Krähen" besser unseren Berufsstolz statt unsere Entäuschung an die "Kiddies" weitergeben sollten.

Meint Frieda.
Zuletzt geändert von Elfriede am Di 21. Mär 2017, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von doedl » Mi 22. Mär 2017, 10:07

Zustimmung!! :)


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Beitrag von pegean » Mo 27. Mär 2017, 21:40

ACHTUNG Studie :
"Laut einer Studie sterben jährlich bis zu 21.000 Menschen in Heimen und Krankenhäusern durch illegale Maßnahmen. Die Befragung ist umstritten. Politiker fordern Klarheit und warnen vor Generalverdacht."
https://www.welt.de/politik/deutschland ... enten.html


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
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Beitrag von doedl » Di 28. Mär 2017, 06:18

Hm....

wie glaubwürdig ist eine solche Befragung?

Erst gehört mal klargestellt, was illegal bedeutet; dann müsste man schauen, ob diese Befragungen anonym gemacht wurden. Wer würde schon zugeben, Totschlag begangen zu haben.

Trotzdem sehr beunruhigend!!!


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Beitrag von Elfriede » Di 28. Mär 2017, 23:09

Quergedacht :

Für Pädophile gibt es Hilfsangebote: "Nicht zum Täter werden" und dgl.

Wo aber soll sich eine Pflegekraft hinwenden, der alles über den Kopf wächst und auf der Arbeit keinen Ansprechpartner findet ???
Zuletzt geändert von Elfriede am Di 28. Mär 2017, 23:36, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von *Angie* » Mi 29. Mär 2017, 21:46

[quote=""Elfriede""]Hhhhhmmmmm........

Was ich im Beruf sehe - gegenüber früher - :
Es wird nicht mehr "vorgelebt" !
Als ich in den Beruf kam, waren die "gestandenen Kollegen" noch von sich und ihrer Aufgabe überzeugt. Jedenfalls habe ich es damals so wahrgenommen, und das hat mich geprägt.
Heute erscheint es mir, dass erfahrene Pflegekräfte (aus nachvollziehberen Gründen) nur noch negativ eingestellt sind.
Das überträgt sich natürlich (in potenzierter Form) auf unseren "Nachwuchs".
Ich finde, dass wir "alte Krähen" besser unseren Berufsstolz statt unsere Entäuschung an die "Kiddies" weitergeben sollten.

Meint Frieda.[/quote]

Vorleben, das mag mit reinspielen - aber ich lasse doch mein Kind nicht ins heutzutage offene Messer einer heutzutage und lange bekannten so kranken "Altenpflegestruktur" rennen ? Berufsstolz hat damit m. E. wenig zu tun, den habe ich auch heute noch - aber mit dieser Währung lässt sich weder Miete zahlen noch kann Berufsstolz die Erschöpfung durch hunderte unbezahlte Überstunden verhindern, die durch personelle Kürzungen entstehen. Ich kenne so viele aus unserem Beruf, die gefrustet sind in ihrem unterbezahlten Beruf, den sie einst voller Stolz erlernt haben mit der Intention, Pflegebedürftige und alte Menschen G U T zu pflegen - was ist davon geblieben, weil gar nicht mehr möglich? Wie wäre es denn mal mit einem vernünftigen Pflegeschlüssel bei ner ordentlichen Bezahlung, so dass man mal wieder motiviert ist und mit gutem Pflegeschlüssel die adäquate Pflege leisten kann, für die man ja schließlich ein paar Jahre gelernt hat ? Ein Anfang wäre schon mal Männer und Frauen gleich gut zu bezahlen, wenn man die zu früher stark veränderten Familienstrukturen ansieht? Wie viele Frauen sind denn heute zB Ernährer der Familien? ..............."naja, Frau ca-Sie müssen als Fachkraft in Vollzeit zwar noch Hartz 4 aufstocken, aber dafür haben Sie ja noch Ihren Berufsstolz, nech? " Schulterklopf. ....da läuft viel mehr schief als wir durch Berufsstolz auffangen könnten - er ist vielleicht ein klitzekleiner Baustein -> meine Meinung.


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Beitrag von Elfriede » Mi 29. Mär 2017, 22:17

@Angie

Volle Zustimmung.

Wenn mich ein junger Mensch heute (privat) fragt, wie dass in der Pflege ist, muss ich ihm wahrheitsgemäß antworten: "Suche Dir einen anständigen Beruf!"
Allerdings habe ich es auf der Arbeit nur mit jungen Kollegen zu tun, die sich für diesen Beruf entschieden haben oder keine Alternative hatten.
So bleibt mir nur die Schadensbegrenzung (Vgl. Thema des Threads)


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Beitrag von *Angie* » Do 30. Mär 2017, 14:01

Genau - Schade ja, Schadensbegrenzung ist das was bleibt. Ich wünsche mir sooooooooooooooooooooo sehr - auch für die zu pflegenden - dass es endlich ein Umdenken gibt. Bei allen Verantwortlichen - von der Spitze bis zum kleinsten Pflegerlein. "die Würde des Menschen ist unantastbar" ....aber schon heute ist die Wahrung der Würde der zu pflegenden Menschen längst antastbar. NUR WIR können diese Würde für sie wahren, wenn wir gemeinsam dafür kämpfen, dass die Bedingungen für alle sich ändern. Warum tun wir das nicht?


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Beitrag von resigniert » Do 30. Mär 2017, 14:47

[quote=""*Angie*""]Genau - Schade ja, Schadensbegrenzung ist das was bleibt. Ich wünsche mir sooooooooooooooooooooo sehr - auch für die zu pflegenden - dass es endlich ein Umdenken gibt. Bei allen Verantwortlichen - von der Spitze bis zum kleinsten Pflegerlein. "die Würde des Menschen ist unantastbar" ....aber schon heute ist die Wahrung der Würde der zu pflegenden Menschen längst antastbar. NUR WIR können diese Würde für sie wahren, wenn wir gemeinsam dafür kämpfen, dass die Bedingungen für alle sich ändern. Warum tun wir das nicht?[/quote]

Das können wir nur, wenn wir auch unsere Würde wahren. Ich erkenne ja gar nicht die angetastete Würde bei meinem Gegenüber wenn ich meine Würde beständig antasten lasse.
Nicht ohne Grund wird folgender Satz auch von Glaubensfernen noch gerne zitiert: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst
Heißt im Umkehrschluss eben auch: ohne Selbstliebe/Selbstachtung/Selbstpflege kann ich mein Gegenüber nicht lieben, achten oder pflegen



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Beitrag von *Angie* » Sa 1. Apr 2017, 17:46

Ganz genau. Traurig aber wahr.


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Re: Tötungsdelikt

Beitrag von pegean » Sa 16. Dez 2017, 18:47

"Ein verschworenes Team. Niemand schöpfte Verdacht. "Mit euch würde ich auch morden"

https://www.stern.de/panorama/gesellsch ... 85140.html


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Re: Tötungsdelikt

Beitrag von Elfriede » Sa 16. Dez 2017, 21:23

In meiner Wahrnehmung sehe eine Zunahme solcher Berichte.

- Gräbt heute die Presse gezielt danach ?
- Werden heute Todesfälle besser untersucht ?
- Nehmen heute solche Delikte - de facto - zu ?

Ob der systematische quantitative und/oder qualitative Personalabbau/-mangel
eine Rolle spielen könnte, überlasse ich der Wahrnehmung des geneigten Lesers.

Neben der MDK-Note sollte auch der aktuelle und nachvollziehbare (!) quantitative
und qualitative Personalschlüssel aushangpflichtig werden.
Für den (potentiellen) Kunden ein elementares Transparenzkriterium.


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Re: Tötungsdelikt

Beitrag von doedl » Mo 18. Dez 2017, 12:38

Ich weiß es nicht Elfriede,

aber beim Lesen dieses Artikels lief es mir kalt den Rücken runter:

https://www.stern.de/panorama/gesellsch ... edium=link


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