Dankbarkeit – ist eine Einstellung

Bietet Pflegebedürftigen, Angehörigen, Mitarbeitern, ehrenamtlich Engagierten, Berufsbetreuern und allen die Zeuge von Verletzungen der Menschenwürde sind, die Möglichkeit darüber zu berichten sowie Rat und Unterstützung einzuholen. Positive Beispiele und Vorbildhaftes kann hier ebenfalls hervorgehoben werden.
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johannes
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Dankbarkeit – ist eine Einstellung

Beitrag von johannes » Di 18. Aug 2015, 20:32

Ein 92-jähriger Mann beschloss nach dem Tod seiner Frau, ins Altersheim zu gehen. Die Wohnung schien ihm zu groß, und er wollte für seine letzten Tage auch noch ein bisschen Gesellschaft haben, denn er war geistig noch in guter Verfassung.

Im Heim musste er lange in der Halle warten, ehe ein junger Mann zu ihm kam und mitteilte, dass sein Zimmer nun fertig sei. Er bedankte sich und lächelte seinem Begleiter zu, während er, auf seinen Stock gestützt, langsam neben ihm herging. Bevor sie den Aufzug betraten erhaschte der Alte einen Blick in eines der Zimmer und sagte.

„Mir gefällt es sehr gut.“

Sein junger Begleiter war überrascht und meinte, er habe doch sein Zimmer noch gar nicht gesehen. Bedächtig antwortete der alte Mann.

„Wissen Sie, junger Mann, ob ich den Raum mag oder nicht, hängt nicht von der Lage oder der Einrichtung, sondern von meiner Einstellung ab, von der Art, wie ich ihn sehen will. Und ich habe mich entschieden, glücklich zu sein. Diese Entscheidung treffe ich jeden Morgen, wenn ich aufwache, denn ich kann wählen.

Ich kann im Bett bleiben und damit hadern, dass mein Körper dies und jenes nicht mehr so reibungslos schafft – oder ich kann aufstehen und dankbar sein für alles, was ich noch kann. Jeder Tag ist ein Geschenk, und solange ich meine Augen öffnen kann, will ich sie auf den neuen Tag richten, und solange ich meinen Mund öffnen kann, will ich Gott danken für all die glücklichen Stunden, die ich erleben durfte und noch erleben darf."

-

"Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch." (1. Thessalonischer 5, 1 8)


Ein Mensch existiert nicht - er lebt!
Keiner ist so blind wie der, der nicht sehen will.
Ich vertrete nicht immer die herrschende Meinung - aber ich habe eine Meinung!
Einer sucht für ein Problem eine Lösung - ein Anderer sucht für eine Lösung ein Problem

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B-Tina :-)
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Beitrag von B-Tina :-) » Mi 19. Aug 2015, 01:23

Ja ...
Danke für diesen Beitrag, Johannes.



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~Mapamapa~
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Beitrag von ~Mapamapa~ » Mi 19. Aug 2015, 02:12

Schöne Geschichte!
Hätte von Buddha selbst sein können :)


"Wer keinen Respekt vor Krankheit und Alter hat, hat keinen Respekt vor dem eigenen Leben"

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johannes
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Beitrag von johannes » Mi 19. Aug 2015, 04:31

Ist aber nicht von Buddha. Dazu muss man nicht Fernost bemühen.

Diese innere Zufriedenheit entspringt einer uralten hiesigen Lebens- und Denkweise.
Kein Geringerer als Jesus Christus hat sie uns beigebracht.
Auch wenn es heute nicht mehr als chic gilt, sich auf Jesus zu berufen,
hat sein Vorbild durchaus noch ausreichend Strahlkraft.


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~Mapamapa~
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Beitrag von ~Mapamapa~ » Mi 19. Aug 2015, 15:03

Da gebe ich dir recht Johannes.
Ich selber bin Atheist. Bin aber "trotzdem" ein Sympathisant mit der Figur "Jesus Christus", der uns Überliefert wird. Persönlich als Mensch kennt Ihn ja niemand.

Und ob es "Inn" oder "Modern" ist, jemand als Vorbild zu haben. Ist doch relativ.

Herzlichst, ~Mapamapa~


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