Welche Gruppierung beeinflussen/machen die Politik in Deutschland aus?

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Marcell
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Welche Gruppierung beeinflussen/machen die Politik in Deutschland aus?

Beitrag von Marcell » Fr 28. Mai 2004, 05:47

Hallo
Könnt ihr mir helfen bei der frage " Welche Gruppierung
beeinflussen/machen die Politik in Deutschland aus?
Ich weiß einfach nicht mehr wo ich nachschauen kann.
Danke für euere hilfe im vorraus.
Mit freundlichen Grüßen
Das kam per Kontakt Formular. ich würde ja mal spontan die 5 großen Parteien angeben und die überhand nehmenden Lobbyisten aber die Antwort scheint mir fast zu leicht, hat jemand vielleicht noch eine Idee?

Grüße

Marcell



geo
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RE: Welche Gruppierung beeinflussen/machen die Politik in Deutschland aus?

Beitrag von geo » Sa 29. Mai 2004, 16:58

Hallo Marci
ich meine es sind auch die " heimlichen " Chef`s gemeint zu den Gewerkschaften kommt das - Kapital -
siehe mal die Verpflechtung von der Allianz , wo die überall steuern - beeinflußen...lenken ....
oder die Pharmaindustrie oder die Medienlandschaft ( siehe Italien )
nicht vergessen
eine ganz spannende Sache

Gruß geo



Dirk Höffken
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RE: Welche Gruppierung beeinflussen/machen die Politik in Deutschland aus?

Beitrag von Dirk Höffken » So 30. Mai 2004, 22:38

Hallo.

Über diese Frage kann man zur Zeit unendlich Diskutieren. Die wohl realistischste Antwort: Alle oder Keine.

In keinem Land der Welt, mit wenigen Ausnahmen, haben so viele Instanzen Verhinderungsgewalt wie in Deutschland. Auf diese Instanzen haben eine noch größere Anzahl von Gruppen, Vereinigungen, u.s.w. einen erheblichen Einfluss. Zudem ist Deutschland mittlerweile zu einem Rechtsmittelstaat mutiert. Politische Entscheidungen werden häufig durch ellenlange juristische Prozeduren, anstatt in den Parlamenten, entschieden. Die Politik neigt immer mehr dazu unangenehme Entscheidungen dem Bundesverfassungsgericht zu überantworten und durch die wachsende Neigung desselben, sich dieser Fragen anzunehmen, verlieren die Richter in den roten Roben zunehmend ihre eigentliche Aufgabe aus den Augen. Alle Bundesrichter verwandeln sich, ob nun freiwilliger oder gezwungener Maßen, in „Hobbypolitiker“.

Welche Gruppierung beeinflussen/machen die Politik in Deutschland aus? ist aus meiner Perspektive auch die falsche Frage bzw. lenkt von der eigentlichen Frage ab: Welche Personen beeinflussen/machen die Politik in Deutschland oder besser: Welche Personen besitzen (politische) Macht und sind bereit diese Macht zu nutzen.

Nur über diese Frage lässt sich auf die Ausgangsfrage überhaupt eine Antwort finden.

Momentan besitzt kein Politiker den Willen die ihm gegebene Macht zur Durchsetzung seiner Ziele zu nutzen. Leider macht Angela Merkel auch nicht gerade den Eindruck einer zweiten Magie Thatcher. Eine „Eiserne Lady“ wäre für Deutschland im jetzigen Zustand nötig.

MfG DH

Zitat:
Politik ist der stets neu zu schaffende Kompromiss von Macht und Vernunft. - Carl Friedrich Weizsäcker



Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Mo 31. Mai 2004, 11:46

Hallo Gast.

Margaret Thatcher hatte Ziele und hat diese Ziele durchgesetzt. Eine Eigenschaft die allen deutschen Politikern (egal welcher Couleur) seit dem Ende der Ära Kohl fehlt.

Die soziale Versorgung funktioniert in Deutschland schon lange nicht mehr bzw. sie funktioniert genau wie die Wirtschaft: Der Stärkere überlebt! Menschen die dringend staatliche Hilfe notwendig hätten, bekommen sie nicht. Die Schwächsten kennen in vielen Fällen nicht mal ihre Rechte. Geschweige, dass sie in der Lage wären diese Einzufordern. Es ist doch z.B. ein Armutszeugnis das Kinder hungrig in Schule gehen müssen, da die Eltern nicht mehr in der Lage sind sie ausreichend und adäquat zu ernähren. Im Gegenzug müssen Sozialhilfeempfängern (wenn auch nur unter bestimmten Voraussetzungen) Viagra vom Sozialamt erstattet bekommen.

Nun bin ich kein uneingeschränkter Befürworter des Neoliberalismus und lehne Sozialdarwinismus (wie die Mehrheit der Gesellschaft) grundsätzlich ab. Ein bisschen mehr Eigenverantwortung könnte dem Einzelnen jedoch nichts schaden. Um bei begrenzten ökonomischen Ressourcen den Menschen die dringend staatliche Hilfe benötigen, diese auch gewähren zu können. Ohne das sie Eingefordert werden muss!

Jeder ist sich selbst der Nächste. Das gilt auch für die Menschen, die den Sozialstaat fordern. Die Armen sind hierbei nur die Statisten.

So Sozial ist Deutschland!!!

MfG DH

Zitat:
Gleichgültigkeit nährt den Egoismus. (Jürgen Schmidt)



Dodger
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Beitrag von Dodger » Mo 31. Mai 2004, 16:51

MAg sein das Kohl seine Ziele durchgesetzt hat, aber was haben wir jetzt davon? Nix, unserem Land gehts schlecht!!



Dirk Höffken
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Kanzler, Ziele und Visionen

Beitrag von Dirk Höffken » Mo 31. Mai 2004, 18:10

Hallo Dodger.

Weitverbreitete Ansicht. Richtig wird sie dadurch nicht.

Das Parlament und folglich der Bundeskanzler wird vom Volk gewählt. Jedem bleibt es selbst Überlassen, an welcher Stelle des Wahlzettels er sein Kreutz setzt. Jeder kann sich Informieren.

Waren Konrad Adenauers Ziele u.a. der Wiederaufbau, die Herstellung der Souveränität und die Westintegration. So suchte Willy Brandt in erster Linie die Versöhnung mit dem Osten. Unvergessen bleibt sein "Kniefall in Warschau". Helmut Kohl stand von Beginn seiner Amtszeit primär für die deutsche Einheit sowie die europäische Integration.

All diese Männer standen für eine Politik. Eine Politik die wir als Volk, damit als Wähler, kannten. Wir konnten entscheiden. Jeder der Geglaubt hat die deutsche Einheit würde aus der Portokasse beglichen oder aber die europäische Integration sei Umsonst hat an entscheidender Stelle nicht aufgepasst.

Die Wahl Gerhard Schröders zum Bundeskanzler stellt eine Zäsur in der deutschen Politik dar. Ein Mann ohne Visionen und ohne Ziele. Der erste Bundeskanzler der dieses Amt nur aus einem Grund wollte: Macht und persönliche Eitelkeit. Hierum ging es seinen Vorgängern sicher auch. Das ist Legitim. Aber sie hatten auch andere Motive. Gerhard Schröder nicht!

Das Ganze wäre im Prinzip nicht allzu Tragisch. Deutschland verkraftet auch 8 Jahre Herrn Schröder. Nur leider ist kein adäquater Ersatz in Aussicht. Aber ich hoffe immer noch.

MfG DH

Zitat:
Unsere Nachfahren werden nicht fragen, welche Zukunftsvisionen wir für sie bereithielten; sie werden wissen wollen, nach welchen Maßstäben wir unsere eigene Welt eingerichtet haben, die wir ihnen hinterlassen haben. - Richard von Weizsäcker (Bundespräsident a.D.)



Dodger
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Beitrag von Dodger » Mo 31. Mai 2004, 20:44

Das mit dem Kreuz an der richtigen Stelle machen ist ja schön und gut, aber hör dir doch die Meinungen an,

Haha ich gehe nicht zur Wahl, dann merken die mal was Sache ist, nur einer der Schwachsinnigen Sätze die man hört, damit die erzähler sich ein reines Gewissen machen können, den somit werden die nichtabgegebenen Stimmen prozentual auf die Parteien verteilt.

Also können sie nicht sagen, Ich habe ihn ja nicht gewählt, ich bin niht wählen gegangen, mich trift keine Schuld.

Die Politische Aufklärung wird in Deutschland leider viel zu oft von Revolverblättern gemacht wie Bild



Dirk Höffken
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Realität

Beitrag von Dirk Höffken » Mo 31. Mai 2004, 22:06

Hallo Dodger.

Die nicht abgegeben Stimmen werden nicht Prozentual auf die Parteien verteilt, sondern „Verfallen“. Nur die abgegeben Stimmen werden Prozentual zueinander ins Verhältnis gesetzt.

Politische Informationsquellen sucht sich jeder selbst aus. Es gibt genügend hervorragende Zeitungen, Zeitschriften, Bücher und Fernsehsender. Jedem steht es Frei die Bild am Kiosk zu lassen und sich statt dessen die SZ, FR, FAZ, etc. zu kaufen. Jeder kann von RTL, VIVA auf Phoenix, n-tv, u.s.w. umschalten.

Es wollen nur die Wenigsten. Und selbst wenn. Wie viele Bundesbürger sind in der Lage aktuelle politische und wirtschaftliche Themen in den richtigen Kontext zu setzten und sich hieraus eine eigene Meinung zu bilden?

Wir Deutschen haben zu großen Teilen noch nicht Begriffen, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Der Reichtum entwickelter Staaten ist nicht mehr ausschließlich durch Industrieproduktion aufrechtzuerhalten. Die Vermittlung und Produktion von Wissen und Informationen tritt als Quelle dieses Reichtum daneben. Wird die Industrieproduktion evtl. sogar von ihrer führenden Rolle entbinden.

Wir sehen zur Zeit eine massive Standort- und Arbeitsplatzverlagerung in die neuen osteuropäischen EU–Mitgliedsstaaten, welche nicht nur mit niedrigeren Löhnen sondern auch durch Steuerdumping einen enormen Zulauf zu verzeichnen haben. Kann man ihnen das Übel nehmen? Nein, natürlich nicht! Sie passen sich einer neuen Zeit an. Es ist nicht ihr Fehler das Deutschland zu einer Neuausrichtung offensichtlich nicht Imstande ist.

Nun will ich mich hier nicht über die Ausländerpolitik auslassen. Aber das Gezerre um die sog. Green-Card ist ein Akt der Peinlichkeit. Da brauchen wir ausländische Spitzenkräfte, weil wir weder Willens noch in der Lage sind ausreichend hochqualifiziertes Personal auszubilden und dann dieses Theater.

Deutschland ist aufgrund seines Rohstoffmangels besonders auf Humanressourcen angewiesen. Diese Humanressourcen werden durch gut ausgebildete Akademiker und Wissenschaftler gebildet. Diese Spitzenkräfte agieren jedoch zunehmend auf einem globalisierten Arbeitsmarkt und wandern aus Deutschland ab. Nun mag es Zynisch und Populistisch klingen, aber wir können unseren Wohlstand nicht dadurch aufrechterhalten indem wir uns gegenseitig pflegen. Zudem sind aus dem Bereich der Pflege nicht unbedingt viele wissenschaftliche Höchstleistungen zu erwarten, welche sich dann auch noch Global vermarkten lassen.

MfG DH

Zitat:
Die Zukunft kann man am besten voraussagen, indem man sie selbst gestaltet. - Alan Kay



banowski
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RE: Welche Gruppierung beeinflussen/machen die Politik in Deutschland aus?

Beitrag von banowski » Di 1. Jun 2004, 21:58

Hallo. Das mit den Gruppierungen hat vielleicht was mit den tatsächlich deutschen und den Ausländern zu tun, stelle ich mir vor. ich habe kein Problem mit Ausländern auch wenn es für dich jetzt so rüber kommt, aber wenn man sich vorstellt,das 50% der Bevölkerung in Deutschland türkischer Herkunft sind muss ich mich wundern.
das liegt aber an den Gastarbeitern, die in den 60ern nach Deutschland kamen.
gerade diese ehemaligen Gastarbeiter haben aber einen entscheidenen Anteil am Bruttoinlandsprodukt an was die deutsche Wirtschaft gemessen wird.
da ich in der ehemaligen DDR aufgewachsen bin und da sehr viel Propaganda gegen die "BRD" gemacht wurde, habe ich mich geschichtlich mal mit dem Kapitalismus beschäftigt.
Da gibt es im "KAPITAL" v.Marx eine klare Aussage.
Oder lese doch mal in der "Deutschen Geschichte" nach.
ich hoffe ich konnte dir ein klein wenig weiterhelfen.
mfg Britta Banowski APS aus Hannover


bb.

Dirk Höffken
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Sprachlos!

Beitrag von Dirk Höffken » Di 1. Jun 2004, 22:54

Hallo.

...

Zitat:
Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. (Nachtgedanken) - Heinrich Heine



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