verheizt werden im Praktikum

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barthleby
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verheizt werden im Praktikum

Beitrag von barthleby » So 9. Feb 2003, 20:29

Hi alle zusammen,
ich bin neu hier und hab da gleich ein ziemlich heftiges Problem.
Ich bin jetzt in meinem 3 Praktikum ( 2 mal Psychatrie, jetzt Geronto )
also wirklich mal im Altenheim. Und schon geht es los: 1 Woche , Mentor krank, 2 Woche Mentor mag mich nicht, 3 Woche Mentor stellt fest, ich doch nicht so übel, bildet mich also vernünftig aus.
Jetzt Mentor in Urlaub und kommt erst zum Ende des Praktikums wieder. Vertretung macht Nachtdienst. Seitdem bin ich "Waschband"
Ich hechte wie ein Gestörter in der Gegend umher, mache Inko-Versorgung, reiche Essen, ach ja und Grundpflege. Ich lerne nichts ( ausser schneller werden ) und bekomme für berechtigte Kritik auch noch eine korrektur meiner inneren Einstellung durch die PDL. Mein Statement über Behandlungsfehler von Examinierten wäre unangemessen. Examinierte dürfen also von Praktikanten nicht kritisiert werden. Morgen gehts weiter und ich leide jetzt schon an Emesis. Geht es nur mir so, oder auch noch anderen ? Ich werde
in der Theorie gut ausgebildet und in den Einrichtungen läuft es Scheisse. Wozu soll ich da noch weitermachen ? Ich versuche den Bewohnern eine möglichst optimale, angemessene Pflege angedeien zu lassen und werde als Waschkraft eingesetzt.

Also nochmal: Wie geht es euch in der Ausbildung ?

Ich bin am resignieren !
Danke fürs Zuhören, mir geht es z.Zt. echt beschissen.

Friedliche Grüsse Barthleby


Carpe Noctem

barthleby
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Beitrag von barthleby » Mo 10. Feb 2003, 10:31

Hi Leute,
danke erstmal für die schnellen Antworten. Ich bin also doch nicht ganz alleine mit meinem Problem. Ich kriegt es nur nicht auseinander, wenn ich für die Praxis was lernen soll, damit ich die Prüfung bestehe dann aber als Gratis Hilfskraft eingesetzt werde.
Meine Mentorin ( die jetzt leider n Urlaub ist ) hat erklärt, gezeigt, korrigiert, spezifische Fragen gestellt und mit mir über die optimale Behandlung gesprochen. Wenn ich dann selbstständig was gemacht habe, hat sie hinterher das Ergebnis kontrolliert und ist gemeinsam mit mir meine Fehler durchgegangen. Ich hatte ein fest umgrenztes Aufgabengebiet und Bewohner, um die ich mich zu kümmern hatte.
Jetzt kümmere ich mich im Frühdienst um eine halbe Station und muss zusehen, das die Leute pünktlich zum Frühstück kommen.
Letzte Woche waren es 7 BW, die bis 08:15 "fertig" sein mussten.
Da fällt schon einiges hinten runter. Und vorallen Dingen merken die BW auch, das ich scheisse drauf bin und sperren sich entsprechend gegen Pflege und Behandlung.
Wenn es in der Praxis wirklich so läuft, dann tun mir die BW echt leid. Übrigens Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Kann ich so pauschal nicht hinnehmen. Ich bin jetzt 40 Jahre alt und habe schon einiges an Berufserfahrung auf dem Buckel. Durch diverse Seminare für Menschenführung und Personalmanagement, wie auch Didaktik und Rhetorik, weiß ich wie Kritik angemessen rüberzubringen ist. Mich kann man auch kritisieren und ich kann damit um. Nur wenn es ungerechtfertigt ist, krieg ich einen zu viel.
Ich glaub, ich greif mir nachher mal meine PDL und rede mit ihr, weil ich sonst platze.
Schaun wir mal.

Friedliche Grüße
Barthleby


Carpe Noctem

ApoPfleger
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Problem ist vielschichtig

Beitrag von ApoPfleger » Mo 10. Feb 2003, 21:55

Ähnliche Erfahrungen hab ich ebenfalls in meiner (Kranken-)pflegeausbildung gemacht: der erste Einsatz war noch o.k. (6 Monate in der Chirurgie), aber am Anfang kann man ja noch nicht so wahnsinnig viel erwarten, weil der theoretische Background noch nicht so pralle ist. Der zweite Einsatz (6 Monate Innere) war echt ätzend. Erst in den darauf folgenden 3 (!) Monaten Gynäkologie hab ich mehr gelernt als in den ganzen 6 Monaten Innere davor, weil es dort ein sehr striktes praktisches Ausbildungskonzept und stets feste Ansprechpartner gab.

Inzwischen bin ich selbst "Praxisanleiter" und hab folgende Probleme:

Wegen massivem Stellenabbau in den letzten Jahren fehlt meist die Zeit, ständig mit den Auszubildenden mitzulaufen; nach kurzer Anleitung und wenn ich denke: "der/die kann das", schick ich die Schüler oft alleine zu bestimmten Tätigkeiten und mach in der Zwischenzeit was anderes.

Es gibt bei uns bisher im ganzen Haus (über 500 Betten, ca. 350 Pflegekräfte) meines Wissens nur eine einzige speziell weitergebildete Kollegin. Erst dieses Jahr wird unter dem Druck der bald kommenden gesetzlichen Verpflichtung ein Kurs für Mentoren stattfinden...

Weil wir keine Dauernachtwachen haben, müssen die meisten KollegInnen abwechselnd auch Nachtdienste machen. Dadurch falle ich (als Praxisanleiter) am Tage natürlich aus, wenn die Schüler arbeiten.

Last, but not least: Praxisanleitung wird nicht extra vergütet, so daß es zum einen keinen Anreiz gibt, sich auch noch mit Schülern zu "belasten" (sorry), zum anderen ich persönlich auch auf die Zuschläge für den Nachtdienst angewiesen bin, so daß ich leider auch zukünftig wohl nur punktuell Schüler anleiten kann :(

Gruß

Apo 8)


Ich pflege, also bin ich.

barthleby
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Beitrag von barthleby » Mi 12. Feb 2003, 16:23

Hallo an euch alle,

@Fibula
Das Ausbildungsland ist übrigens Schleswig-Holstein und ich mache eine 2 Jährige Umschulung zum AP.
Ich geb dir schon recht, ich komme leider aus der Computerbranche und da gibt es nunmal flache Strukturen und die Teamfähigkeit hat einen anderen Stellenwert.
Meine Azubis/Praktikanten haben zum Teil echt super Ideen gehabt und tolle Vorschläge gemacht. Und sachliche, fachlich fundierte Kritik wurde gerne gesehen, da frischer Wind von aussen immer für Bewegung innerhalb des Teams gesorgt hat.
Ich hab jetzt übrigens aufgegeben ( nur das Praktikum ), da ich mich mit der Einrichtung und der Art und Weise, wie dort grossenteils gearbeitet wurde nicht identifizieren konnte. Ich weiß aus erfahrung, das Menschen wie ich sehr aufpassen müssen, wenn es um die Gefühle anderer geht, da ich gelernt habe, eine sehr direkte Sprache zu sprechen. Abgeführtes bleibt halt abgeführtes selbst wenn PDL es Honig nennt. Wenn ich an die bösen, verknitterten Gesichter denke, die die PFK in der Einrichtung während der Arbeit gemacht haben, denke ich, das dort grundsätzlich etwas nicht stimmt. In den beiden Praktikas vorher bin ich wunderbar zurecht gekommen. Die Pflegekräfte dort haben die selbe Sprache gesprochen wie ich. Dort war das Arbeiten zwar genauso anstrengend, aber das Team stimmte und niemand arbeitete gegen den anderen.
In der letzten Einrichtung gab es zwei Gruppen. Eine, die meinen Mentor duzten ( zu denen gehörte auch ich ) und die anderen, die ständig von ihm angefressen waren. Mein Mentor ist halt ein
gewissenhafter Mensch, der keine nachlässigkeiten duldet ( weder bei sich noch bei anderen ) und der deshalb nicht grade beliebt ist.
Ich finde, das diese Gruppenbildung nicht sein muss, da dadurch
die Bewohner hinten runterfallen.
Na egal, ich habs jetzt hinter mir, auf zum nächsten Kindergeburtstag ( Ich hoffe natürlich nicht ).

@ all
vielen Dank für eure Rückenstärkung. Ich weiß jetzt wenigstens das es fast überall in der Republik ähnlich läuft.
Ich hoffe das ich es anders durchziehen kann, wenn ich mit der Ausbildung fertig bin.

Friedliche Grüsse

Barthleby


Carpe Noctem

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Beitrag von Marcell » Fr 14. Feb 2003, 23:11

Hallo

[Off Topic] Wo arbeitest du Canon? ich arbeite kurz hinter Regensburg in der Haupstadt der Kuhdörfer = Obertraubling *g* :wave [/Off Topic] Zum Thema Berufs Praktika, das hatten wir zum Glück nicht, dafür durften wir bezahlte drei Jahre lernen...

Grüße

Marci



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Umzug nicht mehr notwendig

Beitrag von ApoPfleger » Sa 15. Feb 2003, 15:48

Nach dem neuen Altenpflegegesetz, das dieses Jahr erstmals Anwedung findet, haben alle Auszubildenden Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Die Höhe ist natürlich nicht vorgeschrieben, aber wer das Glück hat, bei einem tarifgebundenen Ausbildungsträger anzufangen, erhält das selbe, was auch Krankenpflege-Schüler bekommen. Durch das Verbot von Dumpinglöhnen werden sicherlich die meisten freien Ausbildungsträger sich zumindest annähernd am Tarif orientieren.

Gruß

Apo 8)


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Beitrag von Marcell » Mo 24. Feb 2003, 10:07

Hi

na so schlimm, ist es nun auch wieder nicht es gibt genügend Altenheime die Wert darauf legen das ihre Schüler auch was lernen, allerdings sollte auch der erkennbare Wille da sein, habe in meiner Ausbildungs- Zeit da so manches erlebt und heute Als EX. Ap noch viel mehr....

Grüße

Marcell



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