Sterbeseminar

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Dodger
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Sterbeseminar

Beitrag von Dodger » So 16. Mär 2003, 08:21

Hi Leute,
ich habe letzte Woche an einem Sterbeseminar Teilgenommen mit dem Titel "Das Leben zu Ende Leben". mich würde mal intressieren ob es das in anderen Schulen auch gibt.

Die Woche war ziemlich hart, weil wir uns dort auch mit unserem eigenen Tod auseinandergesetzt haben.
Wir haben auch unseren eigenen Tod besucht, in einer Traumreise.



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Marcell
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Beitrag von Marcell » So 16. Mär 2003, 13:05

Hallo

Also wir hatten unseres im Dritten Ausbildungs- Jahr wir sind in ein Katholisches Kloster gefahren mitten in die Walachei. Es ging von Montag morgen um 9 in der Früh bis Donnerstag um 17 Uhr. den Freitag hatten wir frei um wie unsere Lehrerin sagte wieder ins Leben zurück zu finden. Ich muss sagen für mich war es sehr lehrreich es gab Diskussionen über Erlebten Tod, über unsere eigene Ängste. Sterbe Hilfe und Selbst Mord, warum Menschen sterben und und und... Alles ein wenig christlich angehaucht was bei einer Katholischen Nonnen Schule Allerdings auch nicht ausbleibt, aber trotz alledem sehr Lehrreich würde ich jederzeit wieder holen.

Grüße

Marcell



ApoPfleger
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Beitrag von ApoPfleger » Di 18. Mär 2003, 21:25

Sterbeseminar fand ich in meiner Ausbildung unheimlich wichtig, schließlich gehört das Sterben einerseits zu unserem Beruf dazu, ist aber andererseits auch eine absolute Grenzerfahrung, mit der man sich auseinandersetzen muß, um nicht daran zu zerbrechen.

Die Frage, ob es das an anderen Schulen auch gibt, finde ich fast schon komisch. Ich meine, eine Schule, die kein Sterbeseminar im Unterrichtsplan hat, taugt nichts.

Das allererste Sterbeseminar, das an unserer Schule stattgefunden hat, war auch nur 3 Tage lang und wurde im Haus durchgeführt. Weil das aber nichts bringt, laufen seitdem die Seminare über 5 Tage in einer externen Einrichtung. Besonders die gemeinsamen freien Abende haben den Kurs noch zusätzlich zusammengeschweißt.

Gruß

Apo 8)


Ich pflege, also bin ich.

Dodger
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Beitrag von Dodger » So 27. Apr 2003, 06:58

Es ist anstrengend aber auch sehr Lehrreich.
Wenn man selbst erfahrungen mit dem Tod gemacht hat, in eigenen Umfeld, und dies noch nicht richtig verarbeitet hat, kann man es dort machen da normalerweise auch eine Lehrkraft mit Psychologischer Ausbildung dabei ist, kann man sich auch vertrauensvoll an den wenden, was mir sehr geholfen hat.



*79
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Sterbeseminar

Beitrag von *79 » Sa 19. Jul 2003, 15:05

huhu Belina :wave

Ich kann Dodger nur recht geben, da wir zufällig auch die gleiche Schule besuchen und uns dadurch auch die gleiche Dozentin auf dieses Seminar begleitet hat :D

Ich finde dieses Thema sehr wichtig für die Persönlichkeitsbildung bzw. wie gehe ICH mit dem Thema um, was lasse ich an mich ran und wie trete ich anderen mit diesem Thema gegenüber.
Als Kurs hatten wir auch so unsere Bedenken, was auf uns zukommen würde....aber im Nachhinein würde keiner von uns die Erfahrung missen wollen. Es hat uns als Kurs, Gruppe und Freunde noch enger zusammen geschweisst.

Ich wünsche dir viele schöne und lehrreiche Erfahrungen auf diesem Seminar und nimm das, was du für dich brauchst mit :wink

Grüßle *79



olafohl
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Beitrag von olafohl » Di 22. Jul 2003, 20:36

Hmmm.. Sterbeseminar lang ist es her. War während meines Zivildienstes und ging über 3 Tage inklusive einer geführten Meditation bei der es darum ging sich den eigenen Tod vorzustellen... letztendlich war das Ergebnis das Leben ist endlich ... Keine besonderes Ergebnis auf den ersten Blick ABER :D da man nicht weiß wann es endet hat es etwas mit meiner Lebenseinstellung gemacht.... die Jahre in der Pflege haben mir das empfinden gegeben das es nicht so unbedingt der Tod ist vor dem "wir" uns fürchten sondern vor dem Sterben, dem alleine sterben, vor dem Leiden, Schmerzen... Hab auch immer wieder das Gefühl das viele nicht gehen können weil sie nocht etwas erledigen müssen.... hmmm.. Gedanken ziemlich unstrukturiert hier... nur Gedankenfetzen meine manchmal viele sterben ohne jemals gelebt zu haben... "wir" die wir in der Pflege arbeiten sind gefordert Menschen die im sterben liegen zu begleiten, dieses Tun, so meine ich, fordert jedoch von uns uns selbst mit unserer Vergänglichkeit zu konfrontieren aber auch mit der Hilflosigkeit welche wir erfahren, ein Mensch stirbt und wir können nichts tun... all unser Pflegewissen ist bedeutungslos wir können nur dasein und zuschauen...

Vergänglichkeit - Sterben - Tod

ist etwas was uns tagtäglich in unserem leben begegnet , meist jedoch nehmen wir sie nicht so sehr wahr. Aus meinem Verständnis heraus ist sie jedoch ein wesentlicher Teil unseres Daseins, sie öffnet uns die
Augen für die Schönheit des Moments, lässt uns wachsamer, achtsamer wahrnehmen. letztendlich stirbt vergeht jeden Moment unseres Daseins etwas, ist es unwiederbringlich verloren, und wenn es nur der
Augenblick ist. Alles kommt und geht Gefühle (Freude, Trauer, Wut, ..) Menschen, Jahreszeiten, nichts scheint für die Ewigkeit zu sein. Warum aber „fürchten“ sich so viele vor dieser Vergänglichkeit , dem
Sterben ? Weil wir nicht wussten das es passiert ?
Weil wir nicht vorbereitet sind ? Ich weiß es nicht was ich jedoch weiß ist das mir die Auseinandersetzung mit diesem Thema ein sehr großes Geschenk gemacht hat.
Die Vergänglichkeit hat mich gelehrt :
Die Schönheit des Lebens und des Augenblickes
Gleichmut (Alles kommt alles geht)
Die Kostbarkeit der „kleinen“ Dinge des Lebens
Jeder Augenblick ist einzigartig und unwiederbringlich
......

Meine Wahrnehmung ist wer den Tod fürchtet vermag das leben nicht wahrhaft zu lieben, was nicht heißt das ich das sterben nicht fürchte :-)

Menno *grins* is mal wieder länger geworden als gedacht...
dieses Thema in 3 oder 5 Tagen abhandeln zu wollen .. aber einen Anstoß vermag es sehr wohl zu geben... Mir hat es die Auseinandersetzung eingebrockt *lach*

Regen fällt laut prasselnd
auf mein Dach,
gehe auf die Reise ,
mein Herz erst laut dann leise
Regen fällt laut prasselnd
auf mein Dach .


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

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