Praktikanten dürfen keine Placebos verabreichen?

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*79
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Beitrag von *79 » Do 5. Feb 2004, 10:20

Hallo Emma,

es hat schon seine Richtigkeit, dass du keine Medikamente verteilen darfst...und darunter zählen nun mal auch Placebos und sog. "Zucker-Wasser-Gemische". Diese Tätigkeit gehört zu dem Augabenfeld einer Fachkraft.
Das mit dem Sirupwasser hat nicht nur eine körperliche Wirkung, sondern zielt vielmehr auf die Psyche ab, denn die Bew, die du beschreibst, scheint ein psychisches Problem zu haben und scheint deswegen sehr auch ihren Stuhlgang fixiert zu sein.
Die "Abführmittel" scheinen ihr das Gefühl zu geben, dass sie noch wahrgenommen wird bzw. dass sie sich noch selbst wahrnehmen kann und fixiert sich deshalb so auf ihre Fäkalien.
Um diese Situation einschätzen zu können, braucht man schon ein gewisses Maß an Fachwissen, weil oftmals dann auch eine Krisenintervention nötig ist, wenn z.B. der Bew. in eine Depression fällt oder "aggressiv" wird.
Dieses Fachwissen haben Praktikanten in dem Sinne nicht, sonst hätten wir Pflegefachkräfte unsere Ausbildung nicht machen brauchen und die ganze Station würde von Praktikanten und Pflegehelfern geschmissen werden (das wäre durchaus eine kostengünstigere Lösung für den Arbeitgeber).
Das andere Problem ist, wenn du Medikamente verteilt und es passiert etwas, z.B. ein Bew. bekommt das falsches Medikament, kannst du

1. die Gefahrenlage der Situation und die Auswirkungen des Medikaments nicht abschätzen
2. muss dann eine Fachkraft für dich denn Kopf hinhalten und darf sich für dich verantworten


Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und dir erklären, warum/wieso/weshalb...


LIEBE GRÜSSE, Sterni


P.S.: Was auch eine gute Hilfe sein kann, ist eine sog. Funktions- und Stellenbeschreibung. Diese sollte eigentlich auf jeder Pflegestation ausliegen und sollte es für jeden Berufsstand (Praktikanten, Pflegehelfer, Fachkraft, PDL) geben. Frag doch einfach mal deine Stationsleitung/ PDL.
In dieser Stellenbeschreibung ist dein genaues Aufgabenfeld/ -umfang beschrieben und daraus kannst du auch dann ableiten, was du machen darfst und was nicht. Diese Liste kann dir auch helfen, solchen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, da deine Aufgaben klar definiert sind.



andrea
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Beitrag von andrea » Do 5. Feb 2004, 14:04

Hallo
mir ist auch bekannt dass Schüler keine Medikamente stellen oder verabreichen dürfen und das die Anleitung oder die eigentlich zuständige Fachkraft den Kopf hinhalten muss wenn etwas daneben geht. Ich bin trotzdem froh dass es auch Pflegefachkräfte gibt die beobachten prüfen und Vertrauen fassen und auch einen Schüler mit diesen Aufgaben vertrauen. Wenn ich mir vorstelle das erste Mal Medis zu stellen wenn ich mit der Ausbildung fertig bin...............eine ziemliche Stresssituation.........so hatte ich die Möglichkeit meine Therorie zu festigen das gleiche gilt für Spritzen. Meine Dozentin hatte meiner Anleitung zu der Frage ob ich allein zu den Patienten fahren darf und die Insulinspritze verabreichen darf gesagt dass es in ihrem Ermessen liege und wenn sie mir diese Arbeiten zutrauen würde dann ganz sicher. Natürlich sollte auch der Schüler sich dieser Verantwortung bewusst sein und lieber einmal zuviel überprüfen. (gilt ja später auch) Hat alles seine Vor- und Nachteile 8)


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

*79
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Beitrag von *79 » Fr 6. Feb 2004, 10:47

Hallöchen ihr,


es macht Sinn als Schüler die Medis die ersten paar Male unter Anleitung zu richten und zu verabreichen, schon allein um sich Wirkstoffgruppen, Anwendungsformen und Verabreichungsformen zu verinnerlichen.

Durch die Mediverordnungen lassen sich oft auch gewisse Krankheitsbilder gut ableiten.

Aber ich denke, es wäre auch gut, dann die Medis auch mal alleine stellen zu dürfen und der jeweilige Mentor kontrolliert dann noch nach.

Es hilft eine gewisse Routine zu bekommen, denn später als Fachkraft steht auch niemand mehr neben einem und guckt auf die Finger. Weiter schafft es Vertrauen zwischen Mentor und Schüler, der dadurch auch sicherer wird und der Mentor weiss, dass er sich auf den Schüler verlassen kann.


Liebe Grüsse & schönes WE

Sterni



Triexi
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Beitrag von Triexi » Sa 7. Feb 2004, 16:11

Hallo Emma,

Die anderen haben dir ja schon alles gesagt was es zu sagen gibt, ich kann dir mal schnell meine erfahrung schildern.

Als ich in die Altenpflege reinschnuppern durfte da hab ich auch gesagt das ich erst mal langsam lernen muss aber dann kam ich mal als Praktikantin im Pflegebereich und im Häuslichem bereich und ich kann dir sagen ich musste Medikamente für eine Woche stellen usw. also alles was eine Fachkraft machen müßte ich hatte auch keine Fachkraft die mir zu seite stand.

Ich kann heute sagen ich hab zwar selber viel gelernt und ich bin froh das nichts passiert ist mit denn Bewohnern und es hat mir auch sehr viel Mut gegeben aber wenn ich jetzt mal ehrlich sagen soll dann bin ich Froh das ich nicht so viel verantwortung habe, sicher ich bin schon seit 6 Jahren in der Pflege und möchte auch denn Beruf erlernen aber glaube mir Medikamente stellen und denn Bewohnern die Medikament zu verabreichen ist schon eine hohe verantwortung.

Ich wünsche dir trozdem sehr viel spaß und hoffe das du denn Beruf auch so gerne machst wie wir.


LG

Triexi



andrea
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Beitrag von andrea » Mo 9. Feb 2004, 00:22

Hallo Emma,
rein rechtlich gesehen darfst du keine Medis stellen und keine verabreichen, wenn etwas passiert trägt die PFK die Hauptverantwortung, ob du selbst auch Ärger bekommen kannst weiß ich nicht.
@ Gast
es wäre nett zu erfahren wer sich hinter diesem überheblichen Medizinstudenten versteckt!!!! Fibula kennt sich mit der gesetzlichen Seite vielleicht etwas besser aus als du "Möchtegern" Ich finde es einfach dumm irgendwen anzugreifen obwohl nicht einmal das Recht auf deiner Seite steht. Hast du dich über die Konsequenzen, informiert wenn etwas passiert??? Du scheinst nicht nur überheblich zu sein sondern auch ziemlich uninformiert. Emma ist kein Schüler sondern eine Praktikantin und es ist verboten dass nicht Fachkräfte Medis stellen oder verabreichen. Sie hat doch noch überhaupt kein Hintergrundwissen und würde die alten Menschen vielleicht in Gefahr bringen ohne dass sie auch nur einen Hauch von Ahnung hätte was verkehrt gelaufen wäre. Im Gegensatz dazu hat eine staatlich geprüfte Altenpflegerin sehr wohl Kenntnis über mögliche Komplikationen einer medikamentösen Therapie! Such mal die Ausbildungsverordnung für Altenpfleger raus, du wirst dich wundern und vielleicht den Mund nicht mehr so voll nehmen. Ich finde einen Austausch untereinander völlig in Ordnung, selbst wenn man nicht gleicher Meinung ist, aber Beleidigungen sind völlig daneben.


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