Notengabe beim Praxisbesuch?

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Paulinchen
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Notengabe beim Praxisbesuch?

Beitrag von Paulinchen » Di 23. Dez 2003, 22:41

Hallo

Bei meinen Praxisbesuchen werden keine 1er mehr vergegeben. Auch wenn der Lehrer nichts zu Bemängeln hat und alles richtig gemacht worden ist.

Frage: Ist das in anderen Schulen genauso ?( ?(



ApoPfleger
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Beitrag von ApoPfleger » Mi 24. Dez 2003, 00:03

Ein "sehr gut" ist schwer zu erreichen, weil laut Definition die Leistungen den Anforderungen "in besonderem Maß" entsprechen müssen. Eine "nur" fehlerfreie Durchführung der Pflege ist ein "gut". Die feinen Unterschiede findest Du hier erläutert.

Ich bin selbst in der manchmal nicht angenehmen Situation, Schüler regelmäßig beurteilen zu müssen. Wenn ich da ein "befriedigend" gebe, begleite ich dies immer mit den Worten, daß das an sich ja keine "schlechte" Note ist, sondern die Leistung widerspiegelt, die ich - gemessen am jeweiligen Ausbildungsstand - mindestens erwarte. Alles was darüber hinausgeht, bewerte ich auch besser. Außerdem signalisiert eine Note unter "eins" auch immer eine Steigerungsmöglichkeit.

Selbst mein Arbeitgeber erwartet bei den Mitarbeiterbewertungen durchweg nur durchschnittliche Leistungen, die daher auch immer an erster Stelle stehen (dort, wo sonst im klassischen Notenspiegel 1-6 die 1 steht).

Gruß

Apo 8)


Ich pflege, also bin ich.

Dirk Höffken
Beiträge: 2083
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 20:00

Beitrag von Dirk Höffken » Fr 26. Dez 2003, 10:50

Hallo.

Wird in einer Anleitungssituation grundsätzlich nicht mehr die „Bestnote“ vergeben und das auch noch an die Schüler herangetragen, ist diese Vorgehen aus mannigfaltiger Sicht zumindest Fragwürdig. Hier trifft man die Aussage „Ihr könnt tun und lassen was ihr wollt, wir vergeben keine eins“. Daraus folgt unweigerlich ein Verlust an Motivation und Ehrgeiz bei den Schülern.

Den selben Effekt, also Motivationsverlust und mangelnden Ehrgeiz, erzielt man , wenn eine Organisation „nur“ eine durchschnittliche Leistung von seinen Mitarbeitern erwartet und somit Mittelmäßigkeit zum erstrebenswerten Ziel erklärt wird.

Bedenken sollte man bei jedweder Leistungsbewertung, dass diese fast nie Objektiv ist. Daran ändern auch vorgegebene Kriterien zur Beurteilung relativ wenig. Letztendlich täuschen diese einen Grad an Objektivität vor, der auf keinen Fall vorhanden ist.

An dieser Stelle seien die subjektiven Beurteilungsfehler hervorgehoben, die in praktischen Prüfungen wohl eine entscheidende Rolle spielen. Demnach nehmen auf die Leistungsbewertung die persönliche Einstellungen wie z.B. Sympathie und Antipathie sowie systematische Einstellungsfehler wie z.B. Vorurteile des Prüfers und der Halo-Effekt einen erheblichen Einfluss.

Aber auch der unterschiedliche Gebrauch von Notenskalen verfälscht das Ergebnis. So können Beispielsweise zwei Prüfer unterschiedliche pädagogische Ansichten zum Sinn von Noten besitzen. Sieht ein Prüfer in Bewusst strenger, der andere Prüfer in Bewusst milder Beurteilung einen Anreiz für den Prüfling, sich in Zukunft mehr Anzustrengen, kann jede Note auf der vorhanden Skala vergeben werden. Bei dieser Praxis kommt der Wahrheitswert der Bewertung mehr oder weniger Vollständig abhanden und so haben diese Noten keinen objektiven Charakter mehr und können auch keine Orientierungs- und Vergleichsfunktion mehr erfüllen.

Andere Faktoren die einen Prüfer die gleiche Leistung sehr unterschiedlich Bewerten lassen sind u.a. Informationen über die soziale Herkunft, die Einstellung des Prüflings oder sein Geschlecht.

Folglich sollte zwar jeder Prüfling die Bewertung seine Leistung ernstnehmen und für sich interpretieren. Aber nur weil sie von einem Prüfer, mit welcher Qualifikation auch immer, abgegeben wurde, muss diese Bewertung noch Lange nicht die erbrachte Leistung wiederspiegeln.

Natürlich tendiert jeder Prüfling mehr oder weniger dazu positive Ergebnisse sich selbst und negative Bewertungen dem Prüfer zuzuschieben. Die obige Aussage trifft aber sowohl für negative als auch positive Leistungsbewertungen zu.

MfG DH

Zitat:
Sei Erster! Der zweite Platz ist für Versager.
(Joseph P. Kennedy)



Mel
Beiträge: 118
Registriert: Do 16. Okt 2003, 16:30

RE: Notengabe beim Praxisbesuch?

Beitrag von Mel » Mo 29. Dez 2003, 00:20

hallo bei mir ist es nicht anders gewesen. Mir wurde gesagt, das es in der schule besser aussehen wird. Denn keiner ist perfekt. Mich hat es auch geaergert. Habe nur in zuverlaessigkeit eine 1 bekommen. Mach dir nichts draus und streng dich trotzdem an, wirst du bestimmt auch. Denn es ist fuer uns und die Bewohner.

lg Mel



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