Nach der Ausbildung in Kinder und Jugendpsychatrie arbeiten. Geht das?

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milchbrei
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Nach Ausbildung in Kinder - und Jugendpsychatrie

Beitrag von milchbrei » Mi 25. Jun 2003, 20:37

Hallo Lyanda, ich glaube nicht das das geht, Altenpfleger arbeiten mehr in der gerontopsychatrie, wir werden für den bereich Kinder und Jugendliche auch gar nicht ausgebildet. Frag doch mal beim Arbeitsamt ob das geht.Ansonsten gäbe es noch die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester die kannst du nach dem Examen noch machen und ich glaube so gar verkürzen., liebe grüße milchbrei :) :) :) :) :) :) :) :) :) :)


Lächeln ist das Kleingeld des Glücks. ( Heinz Rühmann)


Wer fleißig ist wie eine Biene,
arbeitet wie ein Pferd,
abends müde ist wie ein Hund,
der sollte zum Tierarzt gehen,
es könnte sein das er ein Kamel ist.

Dirk Höffken
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RE: Nach der Ausbildung in Kinder und Jugendpsychatrie arbeiten. Geht das?

Beitrag von Dirk Höffken » Mi 25. Jun 2003, 21:16

Hallo Lyanda.

Juristische Hindernisse existieren nicht. Es ist auch AltenpflegernInnen möglich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu Arbeiten. Dies gilt für alle Bereiche innerhalb der Pflege, da es bis Heute leider noch keine gesetzlich geschützten Aufgaben gibt.

Ob die einzelnen Einrichtungen Dich Einstellen steht allerdings auf einem anderen Blatt. Die Stellen werden meist für (Fach-, Kinder-)Krankenschwestern/-Pfleger ausgeschrieben. Schau einfach mal auf den Seiten des Arbeitsamtes.

So am Rande: In der Psychiatrie sollte man meiner Meinung nach nicht zu lange Arbeiten.

MfG DH

Zitat:
Selbst wenn alle Fachleute einer Meinung sind, können sie sehr wohl im Irrtum sein.
(Bertrand Russell, engl. Mathematiker u. Philosoph, 1872-1970)



Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Mi 25. Jun 2003, 22:58

Hallo Fibula.

Ja, sicher Richtig.

Die Sache mit der Fachweiterbildung hat nur zwei Haken:
1. Sie muss 2 Jahre Berufserfahrung aufweisen, in machen Weiterbildungsverordnungen ist auch ein halbes Jahr Psychiatrie vorgeschrieben.
2. Derartige Fachweiterbildungen kosten einiges an Geld und Zeit. Zahlt der Arbeitgeber muss sie sich Verpflichten.

Aufwand und Ertrag stehen, trotz der Höhergruppierung, somit in keinem angemessenen Verhältnis zueinander.

MfG DH

Zitat:
Sprich leise und höflich, aber trage stets einen dicken Knüppel bei dir.
(Theodor Roosevelt, 26. Präs. d. USA, 1858-1919)



Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Do 26. Jun 2003, 00:22

Hallo Fibula.

Eine weitere Grundausbildung im Pflegebereich wird zwar verkürzt. Aber wozu soll die gut sein? Sie hat einen Praktikum in der Psychiatrie hinter sich. Aber es war ein Praktikum. Die Realität im späteren Berufsleben sieht meist anders aus. Mir hat die Anwesenheit im OP während der Ausbildung auch viel Freude bereitet. Und? Nie wieder!!!

Der sinnvollste Weg, zumindest für junge Pflegefachkräfte, ist ein Studium. Selbst wenn man später weiter mit Patienten (Bewohnern) arbeiten möchte.

MfG DH

Zitat:
Es stimmt, dass Arbeit noch nie jemanden umgebracht hat. Aber warum das Risiko eingehen?
(Unbekannt)



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Marcell
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Beitrag von Marcell » Do 26. Jun 2003, 08:26

Hi Dirk

Aber mit dem Studium hast ja wieder das Problem das du erstmal 2 Jahre im beruf gewesen sein musst und dann wieder eine "Weile" ausfällst weil mal so eben nebenbei studieren geht wohl nicht. Zu dem sollte man sich gut überlegen was man studieren will einige Studien Gänge sind ja schließlich völlig überbelegt, bzw. werden auf dem Markt nicht mehr so viel gebraucht (Sättigung erreicht)

Grüße

Marcell



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Beitrag von Dirk Höffken » Do 26. Jun 2003, 12:42

Hallo Marcell.

Wieso muss man 2 Jahre im Beruf sein?

Und natürlich kann man auch „Nebenbei“ studieren. Das Kostet zwar Disziplin und auch etwas Geld, aber die Vorteile gegenüber den „normalen“ Fort- und Weiterbildungen darf man nicht Übersehen. Die kann man auch noch nach dem Studienabschluss absolvieren.

Das mit der Sättigung ist auch eine Frage der Studienwahl. Mag ja sein, dass es zuviel Pflegewirte gibt. Bei den Pflegepädagogen wird der Bedarf in Zukunft steigen. Abgesehen davon muss ja nicht jeder der Masse folgen. Es gibt genügend anderer Studienabschlüsse.

Mittel- und langfristig beinhaltet ein Studium Vorteile. Man muss sich halt von dem Gedanken lösen ein Studienabschluss bringt in jedem Fall sofort etwas. Die Zeiten sind wohl vorbei.

Ich kann nur jeder Pflegefachkraft, die es sich Einrichten kann, zu einem Studium raten. Einfach den persönlichen Interessen Folgen und Los. Insbesondere wenn sie die 40 noch nicht Überschritten hat.

MfG DH

Zitat:
Als Gott die Welt erschuf, da schuf er den Mann und das Weib, nicht Herrn und Knecht, nicht Juden und Christen, nicht Arme und Reiche.
(Ludwig Börne, dt. Schriftsteller, 1786-1837)



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Beitrag von Dirk Höffken » Do 26. Jun 2003, 17:20

Hallo.

Ich meine Arbeiten am Patienten/Bewohner und Studium schließen sich nicht aus, sondern Ergänzen sich. Hier muss ein Umdenken erfolgen. Nicht jeder der ein Studium abschließt möchte der praktischen Pflege den Rücken kehren.

Es dauert Heute viel zu lange bis neue Erkenntnisse aus der Theorie in die Praxis gelangen. Der Umgang mit Informationen und ihre Überprüfung wird nicht gelehrt. Erschwerend hinzu kommt die oft unkritische Übernahme, sowie mangelnde Anpassung an die individuellen Gegebenheiten. Um nur einige übergeordnete Gründe für ein Studium zu Nennen.

Was die Sättigung angeht, bleibe ich bei dem bereits Gesagten. Es kommt darauf an. Pflegewirt, Pflegepädagoge und Pflegewissenschaftler sind schließlich nicht die einzigen Studiengänge die eine Pflegefachkraft mit Gewinn Absolvieren kann. Es gibt z.B. die Gerontologen oder Studiengänge die Fächerübergreifend arbeiten.

Zumal es in § 4 Abs. 3 (Dauer und Struktur der Ausbildung) im Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege, das am 1. Januar 2004 in Kraft tritt, heißt:
Die staatliche Anerkennung der Schulen nach Absatz 2 Satz 1 erfolgt durch die zuständige Behörde, wenn sie folgende Mindestanforderungen erfüllen:
1. Hauptberufliche Leitung der Schule durch eine entsprechend qualifizierte Fachkraft mit einer abgeschlossenen Hochschulausbildung,...

Heißt also, das Lehrer für Pflegeberufe in Zukunft keine Krankenpflegeschulen mehr leiten dürfen. Endlich mal eine vernünftige Entscheidung des Gesetzgebers. Und dieser Trend wird sich mehr und mehr Fortsetzen.

MfG DH

Zitat:
Es ist schwerer, Gefühle, die man hat, zu verbergen, als solche, die man nicht hat, zu heucheln.
(François Herzog La Rochefoucauld, frz. Schriftsteller, 1613-1680)



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Beitrag von Dirk Höffken » Do 26. Jun 2003, 19:40

Hallo.

Es ging mir nicht so sehr um das Alten- und Krankenpflegegesetz, sondern vielmehr um den Vormarsch des (Fach-) Hochschulstudiums innerhalb der Pflege. Die Änderung des Krankenpflegegesetzes ist ein Schritt in die richtige Richtung (und eine der wenigen vernünftigen Entscheidungen dieser Regierung).

Viele Länder verlangen ein Studium zur Ausübung des Pflegeberufes. Es wird Zeit, dass dies auch in Deutschland zur Voraussetzung wird. Das Festhalten am bisherigen Ausbildungssystem wird die Probleme der Pflege nur noch verschärfen.

MfG DH

Zitat:
Das Halbverstandene und Halberfahrene ist nicht die Vorstufe der Bildung, sondern ihr Todfeind.
(Theodor Adorno, dt. Philosoph u. Soziologe, 1909-1969)



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Beitrag von Marcell » Do 26. Jun 2003, 19:54

Hallöchen

Na da habe ich mich wohl getäuscht was die 2 Jahre betrifft, na ja Irren ist menschlich und so habe ich mal wieder was gelernt. Gebe Dirk aber Recht was es betrifft das ein Studium grade für uns „Junge Gemüse“ lohnen kann. Ich werde in 3-4 Jahren auch ein Studium beginnen was und wo und wie weiß ich noch nicht aber auf Dauer kann ich nicht am Bewohner Bett bleiben da mein Körperbau da was gegen hat Bild Man muss sich ja nicht zwangsläufig vom Bewohner Kontakt entfernen es kommt immer drauf an was ich draus mache. Wobei ich schon Staune wie viel heute noch in die bereits genannten völlig überfüllten Richtungen ihr Studium aufnehmen Bild

Grüße

Marcell

P.S Um jetzt nicht als Helfer Syndrom kranker da zustehen sage ich noch abschließend das man ja auch nicht ewig „Einfache“ Fachkraft bleiben möchte (ich zumindest nicht)



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Beitrag von ApoPfleger » Do 26. Jun 2003, 22:05

@Dirk:
Hauptberufliche Leitung der Schule durch eine entsprechend qualifizierte Fachkraft mit einer abgeschlossenen Hochschulausbildung,...

Heißt also, das Lehrer für Pflegeberufe in Zukunft keine Krankenpflegeschulen mehr leiten dürfen.


Simmt insoweit, wie es die vor Jahren ausgebildeten "Unterrichtsschwestern/-pfleger" betrifft. Inzwischen ist "Lehrer für Pflegeberufe" aber auch ein Studiengang. Übrigens oblag nach dem alten Krankenpflegegesetz die Leitung einer Krankenpflegeschule einem Arzt, was noch viel danebener war.

Gruß

Apo 8)


Ich pflege, also bin ich.

Dirk Höffken
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Beitrag von Dirk Höffken » Fr 27. Jun 2003, 01:57

Hallo.

@Lehrer für Pflegeberufe

Der Vorbeitrag hat es ja schon Erwähnt. Obwohl ich gerade etwas ins Zweifeln gekommen bin.

LehrerIn für Pflegeberufe ist eine Weiterbildung (Gibt sogar Weiterbildungsverordnungen). Das Krankenpflegegesetz schreibt ein Hochschulstudium vor. Demzufolge wären als Leiter von Krankenpflegeschulen nur noch Diplom – PflegepädagogenInnen (FH) oder Diplom – MedizinpädagogenInnen zugelassen.

Und es heißt in §4 Abs. 3 - KrPflG weiter:

2. Nachweis einer im Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze ausreichenden Zahl fachlich und pädagogisch qualifizierter Lehrkräfte mit entsprechender, abgeschlossener Hochschulausbildung für den theoretischen und praktischen Unterricht,

Ich begrüße zwar Ausdrücklich eine Akademisierung der Pflege in allen Bereichen, aber wenn das so stimmt wie ich es Interpretiere, eröffnet die Weiterbildung zum Lehrer/zur Lehrerin für Pflegeberufe kaum noch berufliche Perspektiven. Sie können weiterhin an Altenpflegeschulen arbeiten, wären an Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen aber LehrerInnen „zweiter Klasse“, wenn man sie denn noch Beschäftigt. Eine bestimmte Anzahl diplomierter Lehrer müsste die Schule ohnehin Einstellen.

Bei genauer Betrachtung würde der Gesetzgeber hier auch wieder einen Unterschied zwischen Alten- und (Kinder- )Krankenpflege festlegen. Obwohl eine Vereinheitlichung der Ausbildungen geplant ist (Zugegeben, eine etwas kleinkarierte Sichtweise.).

@ Nachwuchsproblem und Ausbildung

Richtig, die Pflege hat, trotz anhaltend hoher Arbeitslosigkeit, ein Nachwuchsproblem.
Dies löst man allerdings nicht durch halbherzige Gesetzesänderungen, die Versuche das Image aufzupolieren und die Schaffung neuer Berufsgruppen (OTA, Wer weiß was dem noch Folgt.).

Es muss eine komplette Reform der Ausbildung herbei. Ohne Trennung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege. Als Vorraussetzung ein Pflegestudium. Die Vor- überwiegen die Nachteile und die zu erwartenden Probleme bei Weitem.

Funktioniert in anderen Ländern doch auch.

MfG DH

Zitat:
Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung schwer.
(Johann Wolfgang von Goethe, dt. Dichter, 1749-1832)



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