Mögliche Beschäftigung mit einem 82 Jährigen Parkinson Bewohner

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Biggi83
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Mögliche Beschäftigung mit einem 82 Jährigen Parkinson Bewohner

Beitrag von Biggi83 » Di 27. Jan 2004, 16:16

Hallo zusammen,

ich bin dabei meinen Jahrespflegebericht zu verfassen (1.Lehrjahr), habe auch schon einen geeigneten Bewohner gefunden. Mein Problem ist es eine geeignete Tagesbeschäftigung für ihn zu finden. Er ist 82 Jahre alt.
hat leichte anzeichen von Parkinson und eine mittelschwere Demenz, ist aber im grossen und ganzen noch recht mobil. Aus der Biografie ist mir aber bisher nicht sehr viel bekannt. Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

Birgit



Biggi83
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RE: Jahrespflegebericht

Beitrag von Biggi83 » Fr 30. Jan 2004, 20:22

Ich Habe es bis jetzt mit Schrauben, Dübeln und Kabelhaltern sortieren probiert aber er war schon nach einer 1/4h fertig. Er war früher Klemptner und es soll schon Biographieorientiert sein. Deine Idee ist auch sehr gut, Danke.
Biggi



*79
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Aktivierungsvorschläge

Beitrag von *79 » Fr 30. Jan 2004, 21:22

Hallo Biggi :wave
und wenn du ein Nagelbild machst?? du stellst in verschiedene Motive zur Auswahl, lässt ihn entscheiden. Am besten hast du die Motive schon auf Pappe und schon ausgeschnitten.
Dann lässt du ihn das Bild auf ein grosses Holzstück zeichnen, nimmt Nägel und lässt ihn damit das Mitiv umranden. Zum Schluss kann er ja noch die Nägel mit Wolle o.ä. einzeln umwickeln, so dass man die Figur erkennen kann.

Mit dieser Übung trainierst du :

>Grob- und Feinmotorik: durch das Festhalten der Schablone, der Stifte/Nägel und des Hammers
>die Koordination: durchs Platzieren der Nägel auf der vorgezeichneten Figur und das Umwickeln der einzelnen Nägel
> das Gleichgewicht
> hast biographische Aspekte eingebaut (der Bew. weiss wie er mit dem Material unzugehen hat, er kennt es aus seiner Vergangenheit)


Es ist nicht wichtig, dass der Bew. fertig wird mit dem Bild, sondern dass er sich bei der Übung wohl- und angenommen fühlt und nicht überfordert wird....
wenn er nicht fertig werden sollte(vielleicht weil er erschöpft ist oder keine Lust mehr hat), mache einen neuen Termin mit dem Bewohner aus, dass ihr das Bild fertigstellen könnt. Ich denke, das wird und muss deine Dozentin akzeptieren (zum Wohl des Bew. und er wird es dir auch danken)



....war nur ein Vorschlag....wenn das nichts für dich ist, vielleicht für andere??? :yo

Lieb Grüsse, Sterni :D



Biggi83
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Beitrag von Biggi83 » Di 3. Feb 2004, 13:38

Die Idee ist gut. Vieleicht hat jemad noch mehr vorschläge.
Danke, Danke, Danke.



andrea
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RE: Jahrespflegebericht

Beitrag von andrea » Di 3. Feb 2004, 15:35

Hallo Biggi
ich würde zuerst die Biographie vervollständigen um überhaupt einen Hauch von Ahnung über die eigentlichen Interessen des BW zu erlangen, meiner Meinung nach kannst du dann erst die Angebote suchen die zu ihm passen und die du dann individuell auf seine Ressorcen ausarbeiten kannst. Was nutzt dir das beste Angebot wenn es ihn nicht wirklich fordert und er sich womöglich gelangweilt fühlt. Auch wenn du seinen Beruf kennst weißt du nicht ob du seine Interessen verfolgst und ihn nicht langweilst. Wenn er dir selbst nicht mehr auf deine Fragen antworten kann könnten die Verwandten vielleicht mehr erzählen z.B was ihn außer seinem Beruf noch brennend interessierte. Ich wünsche dir viel Erfolg lieben Gruß


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

Biggi83
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Beitrag von Biggi83 » Di 3. Feb 2004, 17:00

Hallo
Viel hab ich nicht rausbekommen. Seine Frau ist schon verstorben und seine Angehörigen kommen nur 1-2x im Jahr. Er arbeitete als Klemptner war auch als kaufmännischer Angestellter tätig. Seine Interessen: lesen, singen, Musik und Briefmarken sammeln. Er war auch als Diakon in der neuapostolischen Kirche tätig.

Bis später.



Biggi83
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Beitrag von Biggi83 » Mo 9. Feb 2004, 06:06

Die genaue Aufgabe heist: Dokumentation der Beschäftigung im Tagesablauf.
D.H. Den BW jeden Tag im zeitraum von 4 Wochen, ein und die selbe Aufgebe geben (ungefähr zur gleichen Tageszeit) und Dokumentieren.
Es handelt sich um einfachste Tätigkeiten wie z.b. Handtücher zusammenlegen, Medi Becher abtrocknen, für alters verwirte Menschen, die aufgrund ihrer Hirnleistungsstörungen bei anderen Aktivitäten zur aktivierung nicht mehr teilnehmen können. Diese Beschäftigung verhilft insbesondere den Motorisch unruhigen BW zur zeitweiligen sinnvollen Tätigkeiten und gleichzeitig werden ihre körperlichen und geistigen Ressourcen aktiviert. Gehübungen oder Gymnastik zählen nicht dazu. Also eine spezielle Beschäftigungsmaßnahme mit einen BW ca. eine halbe stunde lang. Biographie und Anamnese gehören auch dazu aber damit komme ich zurecht.
Ich hoffe ihr könnt mir jetzt noch ein bischen weiterhelfen.



Jutti
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Beitrag von Jutti » Mo 9. Feb 2004, 07:18

Hallo

Mir gehen beim Lesen dieser Beiträge irgendwie ganz andere Gedanken durch den Kopf und ich bitte Euch, fallt nicht gleich über mich her, versucht ihn mal mit zu denken.........
Den BW jeden Tag im zeitraum von 4 Wochen, ein und die selbe Aufgebe geben (ungefähr zur gleichen Tageszeit) und Dokumentieren
Mein Gedanke: da wird dieser alte Herr nun täglich "beschäftigt", gefördert, gefordert, hat seine Ansprache usw. Was mir an dieser Aufgabe mißfällt, die eigentlich für jeden Menschen alltäglich immer da sein sollte ist folgendes:
Wie einsam wird er nach diesen 4 Wochen sein, wenn dein Praktikum zu Ende ist, oder du eine andere Aufgabe gestellt bekommst?
Es wird ihm 4 Wochen lang etwas geboten, denn einfach wieder entzogen.
Ich weiß, ich kann das System nicht ändern und jede Anregung ist sooooo viel Wert, aber das ist ein Gedanke, den ich einfach mal aufwerfen möchte: wie mag er sich dabei fühlen, erst so viel Aufmerksamkeit zu haben und später wieder nur die Aufmerksamkeit, die im Stationsalltag möglich ist????
Wir müssen halt lernen, wie man wen erreichen kann, fördern kann, etwas Ressourcen erhalten kann.... usw, aber ich möchte einfach nur auf die andere Seite aufmerksam machen, den Blick auf die Person richten, die da eben aktiviert wird, auf die Gefühle, die sie dabei empfinden wird und eben eventuell ein neues Verlustgefühl, wenn die Aufmerksameit dann wieder entzogen wird.

nachdenliche Grüße
Jutta



petit
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Beitrag von petit » Mo 9. Feb 2004, 12:34

hallo,

schon klar, dass er nach den 4 wochen intensiver betreuung sich ein wenig einsam fühlen wird.
wenn das thema das er in 4 wochen täglich bearbeiten soll, aber einen bezug auf den täglichen ablauf hat, und er in den 4 wochen erlernt dies in zukunft auch allein zu erledigen, dann wird dem Hb auch gerecht.

ggf. kann man mit ihm kleinere "aktivierungen" zum thema briefe und post (sammelte doch briefmarken, oder?) bearbeiten und mit ihm danach gemeinsam die post abholen. vielleicht kann er das dann später auch alleine!?

also liebe grüße
petit :wave



Biggi83
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Beitrag von Biggi83 » Di 10. Feb 2004, 20:51

Deswegen möchte ich ja eine Aufgabe finden womit ich ihn auch nach den 4 Wochen noch begeistern und beschäftigen kann.
Danke



Biggi83
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Beitrag von Biggi83 » Di 30. Mär 2004, 17:01

Danke
Habe mich jetzt doch für die Schrauben entschieden und es macht ihm richtig spaß.
Danke für eure Tips.
Biggi



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