Kompetenz gleich Null

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Dodger
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Kompetenz gleich Null

Beitrag von Dodger » Mo 15. Mär 2004, 08:46

Hi leute
bei einer Kurskollegin hat sich folgendes zugetragen.
Es war im 2ten Ausbildungsjahr, und meine Kurskollegin hatte Frühschicht und musste Schichtführung machen, weil keine Examinierte im Dienst war.
Sie richtet also die Medis, und kommt mit der Pimpette beim Atosil nicht klar, und richtet so anstatt 20 Tropfen 20 ml Atosil.
Da keiner die Medis kontrollierte, verteilte sie zum Frühstück nun diese 20 ml Atosil, und der betroffene BW schlief ein, er hat insgesamt 3 Tage und Nächte durchgeschlafen.
So nun kommt für mich das unfassbare, als sie das nun gesagt hat und ihren Fehler eingesehen hatte, reagierte die Fachkraft aber ganz gelassen, und hielt es nicht für nötig diesem BW innerhalb der 3 Tage eine Infusion anzuhängen, damit er Flüssigkeit und Nährstoffe bekommt, ich finde dieses Verhalten Fahrlässig, und war froh als ich hörte, dem BW geht es wieder gut.

So das wollte ich nur mal loswerden.

Gruss
Dodger



Dodger
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Beitrag von Dodger » Mo 15. Mär 2004, 10:56

es muss ja keine I.V. sein, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen hätte es auch ein rektaler Tropfeinlauf getan, der muss nicht unbedingt vom Arzt verordnet werden.
Aber der Arzt war ja sowieso verständigt gewesen, ergo wäre das kein Problem gwesen.



Dodger
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Beitrag von Dodger » Mo 15. Mär 2004, 17:38

ja, aber wenn die das vertuschen wollen, wäre das zumindest eine Massnahme bei der man nicht allzuviel falsch machen kann, klar das die auch vom Arzt verordnet werden muss, aber dies hätten sie improvisieren können.



Dodger
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Beitrag von Dodger » Mo 15. Mär 2004, 19:41

Rhaja mir ist klar das da was passieren kann
Mir ist klar das man dafür ne anordnung braucht, aber einen rektalen Tropfeinlauf hätte man so machen können(ja ich weiss man braucht eine ärztliche Anordnung) die kann jeder AP legen.
Also mir ist da noch nichts bekannt, ausserdem ist die Gefahr, das jemand bei einem rektalen Tropfeinlauf einen Kreislaufkollaps erleidet sehr gering, da es ja sehr Langsam, und nicht wie bei einem Reinigungseinlauf, eintröpfelt.



Dodger
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Beitrag von Dodger » Mo 15. Mär 2004, 21:10

Ein rektaler Tropfeinlauf, sagt mal bin ich der einzige der den kennt?
Ich denk nicht, ich weiss aber das *79 den kennt, wir haben/hatten die gleiche Pflegedozentin.
Ausserdem iss der rektale Tropfeinlauf die beste Variante, um einen Flüssigkeitsverlust auszugleichen, und vor allem iss die am Kreislaufschonensten.
so ganz nebenbei mal, du weisst das die Darmschleimhaut Wasser resorbieren kann?
Also das prinzip des rektalen Tropfeinlaufes ist, das es schonend ist, und das man sowas auch über nacht laufen lassen kann, das wasser sollte angewärmt sein(am besten ihr holt euch sone tüte wo man normal Gefrorene Sachen reinmacht, gibts in jedem Supermarkt)oder ihr nehmt Waschlappen, damit das wasser nicht abkühlt. Wichtig ist es muss ganz langsam "reinfliessen" der richtwert ist glaub ich 10 tropfen in der minute.

Also probiert es aus, und die Leute werden es euch danken.



olafohl
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Beitrag von olafohl » Mo 15. Mär 2004, 23:48

Hallo also der rectale TRopfeinlauf nennt sich rekrale Infusion und ist in der Altenpflege durchaus noch bekannt, es handelt sich hierbei um keinen Joke !

http://altenhilfe.de/fachforen/pflegefo ... fm?id=1147

Rektale Infusion NACL zur Flüssigkeitssubstitution

Inwiefern belastet die rektale Infusion im Vergleich zur subkutanen den Kreislauf älterer Menschen?

Überhaupt nicht. Die rektale Infusion ist die beste und vor allem Schmerzfreie Methode den Flüßigkeitshaushalt auszugleichen. Nachteil ist natürlich, daß die Darmschleimhäute wesentlich länger brauchen um die Flüßigkit aufzunehmen (1000ml/24h)und dem Bew./Pat. die Bewegungsfreiheit genommen wird. Bei Bettlägrigen Menschen ist es schwierig die nötigen Lagerungen durchzuführen, hier besteht noch zusätzlich die Decubitusgefahr.

http://altenhilfe.de/fachforen/pflegefo ... cfm?id=952

In der aktuellen Literatur findet sich nach meinem Kenntnisstand nichts konkretes zur rektalen Infusion. Hier sollte man mal gezielt in die Pflegeannalen eintauchen.

Theoretisch (siehe http://www.dccv.de/bauchredner/br97_1/b ... nndarm.pdf ):

Die mit der Nahrung aufgenommene Flüssigkeit (ca. 2 Liter) sowie die Sekrete des Magensafts (2 Liter), der Galle (1 Liter), des Pankreas (ca. 1,5 Liter), des Dünndarms (ca. 1,5 Liter) werden im Dünndarm und Dickdarm wieder rückresorbiert. Ca. 8–10 Liter Wasser (exogene Zufuhr + endogene Sekretion) gelangen täglich in das Duodenum. Im oberen Dünndarm werden von den 9 Litern schon 6 Liter rückresorbiert.

Nur ca. 1.000–1.500 ml der Flüssigkeit erreichen den Dickdarm und nur ca. 100 ml (d.h. 1% der exogenen und endogenen Zufuhr) werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Dieser Konzentrationseffekt entspricht fast exakt dem der Niere.

Allgemein vermag der Dickdarm bei der normalen Ernährung 3,8 Liter Flüssigkeit in 24 Stunden zu resorbieren.

Hiervon wären von der rektalen Zufuhrmenge noch natürliche Sekrete abzuziehen.

Insofern wären für eine rektale Infusion pi mal Daumen maximal ca. 1000 - 1500 ml auf 24 Stunden zu substituieren.

Auch für einen rektalen Katheter (Darmrohr) oder Blasenkatheter ohne Blockung besteht die Gefahr der mechanischen Verletzung der Darmwand. Es wird natürlich u.U. Flüssigkeit nebebei laufen, auch nach Entfernen des Katheters.

Sie werden somit nicht umhin kommen auszuprobieren. Ich würde es ohne Blockung versuchen (bzw. Nekrosegefahr mit einem Gastroenterologen besprechen) und hier Erfahrungswissen sammeln.

D.h. Herantasten, z.B. initial 50 ml /Stunde.

1 ml sind 20 Tropfen, entsprechend sind 50 ml 1000 Tropfen. Dies sind ca. 17 Tropfen pro Minute.

Soweit dies problemlos verläuft, kann man es steigern.


Die rektale Infusion ist halt nur in Vergessenheit geraten heute legen wir lieber subkutan oder aber es wird intravenösgegeben. Die rektale Infusion wird jedoch in einigen Häusern noch praktiziert da sie durchaus Vorzüge hat.


Vor dem Spiel ist nach dem Spiel

*79
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rektaler Tropfeinlauf

Beitrag von *79 » Di 16. Mär 2004, 00:01

hey ihr :)

wie Dodger schon erwähnt hat, kenne ich die Methode des "rektalen Tropfeinlaufs" und finde es eine schonend sanfte Möglichkeit, dem Körper Flüssigkeit zuzuführen. Ich wüsste auch nicht, was vorerst gegen diese Methode spricht.
Und glaubt mal nicht, das ich im ersten Moment nicht doof und ungläubig geguckt habe, als unsere Dozentin versucht hat, uns das Thema "rectaler Tropfeinlauf" beizubringen. Der gesamte Kurs hat doof aus der Wäsche geguckt.

....sowas kenne ich nur aus den zeiten der ordensschwestern und heuer is sowas denke ich mal etwas daneben.....

@Michi
Wieso sollte etwas, das aus empirischen Urzeiten stammt, schlecht sein? Nur weil es nicht alltäglich ist?
.....z.B. helfen verschiedene Teesorten doch auch bei verschiedenen Beschwerden und sie wurden schon bei den Römern angewandt....
Ich denke, man sollte der alternativen Pflege ein bisschen offener gegenüber stehen, wie gesagt...Man lernt nur durchs Probieren

Mir ist auch klar, das ein rektaler Einlauf auch kontraindiziert sein kann (z.B. bei Hämorrhoiden, Stenose, Diarrhoe und CA´s) wie jede Massnahme in der Pflege...bei dem einen funktioniert, beim anderen nicht.
Darum bedarf es einer kompetenten und einfühlsamen Fachkraft, die den Arzt bei der Visite auch an solche Themen heranführt. Und ich habe noch keinen HA erlebt, der, wenn man ihm die Technik und den Sinn erklärt hat, von der Methode abgeneigt war.(nur muss man sich auf sowas auch einlassen können).
Auch deswegen sollten wir froh sein, dass es so viele Möglichkeiten gibt um variieren zu können.

Liebe Grüsse, Sterni



*79
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Beitrag von *79 » Di 16. Mär 2004, 00:07

OOOHHH :eek :eek ....jetzt hab ich meine Antwort so schonend wie möglich ausformuliert und der OLAF war schneller :lol

Naja, wie gesagt...ich find die Methode klasse und auch wenn sie in ersten Mement auf Naserümpfen und Unverständnis stösst, habt ihr ja immer noch die Möglichkeit es auszuprobieren (und es sieht auch keiner von uns :wink )
..... und vielleicht ist der ein oder andere in Nachhinein doch positiv überrascht worden :yo

viel Spass bei Probieren,

Sterni :wave



Dodger
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Beitrag von Dodger » Di 16. Mär 2004, 09:04

@Rhaja
nun erklär mir mal bitte was ich den so tolles inkompetentes gesagt habe?
Ne iss schon klar, was der Bauer nicht kennt ißt er auch net!

@ Olaf
Danke für deine unterstützung

@*79
danke für deine Unterstützung



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Beitrag von Dodger » Di 16. Mär 2004, 09:21

Danke Fibula, ich muss eingestehen das mit der inkompetenz hat mich masslos geärgert, aber ich kann mich gott sei dank in solchen Situationen immer gut beherschen.
Mit erleichterung musste ich feststellen das die Methode doch nicht so unbekannt ist, wie es am anfang den Eindruck machte.



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Beitrag von Dodger » Mi 17. Mär 2004, 11:37

nur eine kleine Anmerkung


Das war kein klopper, das war erns gemeint, damit die Flüssigkeit nicht abkühlt.
Es war einfach ein Praxistipp.



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