keine benoteten Praxisbesuche mehr und weitere Sachen

Das Diskussionsforum für alle Themen, die die Ausbildung betreffen, Fragen Tips, Anregungen etc alles ist willkommen...
Betreuende Webseite: http://www.altenpflegeschueler.de
Dirk Höffken
Beiträge: 2083
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 20:00

Beitrag von Dirk Höffken » Mi 28. Jan 2004, 21:42

Hallo.
@ Fibula
...“und wenn die Schüler nix können is natürlich die Praxisanleitung schuld.“
Schön das hier doch jemand so in etwa meiner Meinung ist.

Letztendlich Beschweren sich die Schüler immer über das mangelnde Engagement der Praxisanleiter und Mentoren. Das ein großer Teil der Schüler jegliche Motivation und Enthusiasmus fehlt wird nur allzu gerne Übersehen. Hauptsache das Gehalt wird gezahlt, man kann Pünktlich in den Feierabend und hat am Ende ein Stück Papier.

Wozu also unnötige Anleitungen, Klausuren und Prüfungen durchführen?

MfG DH

Zitat:
Lernen ist das Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück. - Benjamin Britten (engl. Komponist (1913-1976))



Dirk Höffken
Beiträge: 2083
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 20:00

Beitrag von Dirk Höffken » Mi 28. Jan 2004, 23:07

Hallo Hendrik

Ich beteilige mich an der Ausbildung von Pflegeschülern nur noch in einem eng begrenztem Rahmen.

Das hat zum einen zeitliche Gründe, liegt aber auch ganz Entscheidend am geringen Interesse der Schüler. Mit der Zeit verliert man schlicht und ergreifend die Lust sich damit Auseinanderzusetzen. Zumindest mir geht es so.

Eine vernünftige Anleitung bedarf der Vorbereitung. Wenn sich aber außer dem Anleiter kein Mensch dafür Interessiert. Pech gehabt. Wozu die Mühe?

Zumal, und auch das sollte mal Erwähnt werden, ein großer Teil der Schüler nicht mal die elementarsten Kenntnisse in den Naturwissenschaften besitzt. Über die Lesekompetenz verliert man am Besten kein Wort.

Pauschalurteile sind ja immer eine gefährliche Angelegenheit und mit Sicherheit liegt auch vieles an den Lehrkräften, aber vieles liegt eben auch an den Schülern. Sehr viel!!!

Und aus dem Grunde sollte man die gesamte Pflegeausbildung endlich mal mit einem Schlag reformieren. Ansonsten wird sich nichts ändern.

MfG DH

Zitat:
Du kannst nicht Schlittschuhlaufen lernen, ohne dich lächerlich zu machen. Auch das Eis des Lebens ist glatt. - George Bernard Shaw (anglo-irischer Schriftsteller (1856-1950))



Dirk Höffken
Beiträge: 2083
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 20:00

RE: Da möcht ich mal wiedersprechen

Beitrag von Dirk Höffken » Do 29. Jan 2004, 20:38

Hallo Diana.

Niemand behauptet das Pflegeschüler grundsätzlich Faul wären und sich nicht Bemühen. Ebenso wenig streite ich ab, das die Ausbildungsbedingungen verbessert werden müssen.

Letztendlich ist das ein endloses und offensichtlich sehr emotionsbeladenes Thema wie ich hier schon oft Feststellen durfte, über das man kaum sachlich Diskutieren kann. Zumindest nicht ohne Irgendjemandem „auf die Füße zu treten“. Eigentlich schade.

MfG DH

Zitat:
Zwischen Wahnsinn und Verstand liegt oft nur eine dünne Wand. (unbekannt)



andrea
Beiträge: 3406
Registriert: Di 16. Jul 2002, 19:15

Beitrag von andrea » Do 29. Jan 2004, 21:14

Hallo Dirk,
wie würdest du die Altenpflegeausbildung denn reformieren?? Welchen Schülern sieht man denn gleich an dass sie keine Lust haben oder nicht intelligent genug sind?? Selbst wenn du nur noch Schüler mit Abitur nimmst wirst du keine Gewissheit haben ob dieser Schüler Interesse hat und fleißig ist. Vielleicht solltest du bedenken dass du Schüler hast die noch in der Ausbildung stehen und eine Menge Stoff in den drei Jahren vermittelt bekommen.Ích persönlich benötige Zeit um das alles zu verarbeiten und bringe das mit meinen Praxiseinsätzen in Verbindung um das in der Theorie Erlernte dort umzusetzen und zu vertiefen, aber genauso gern sehe ich zu oder höre zu obwohl ich das eigentlich schon wissen müsste weil das mir Sicherheit gibt. Ich hätte nicht nach dem DK legen an der Puppe gleich in der Einrichtung gezeigt was ich kann ist doch klar dass man sich unsicher ist und das hat sicher nichts mit Desinteresse zu tun. Was ich praktisch gemacht/ gesehen habe sitzt einfach besser.Was die Praxisstellen betrifft konnte ich bisher immer viel mitnehmen weil ich meine Fragen gestellt habe ( und zwar nicht nur meiner Anleitung) durch die praktische Arbeit lernt man eine Menge und ich persönlich finde dass nichts Schlimmes daran ist voll mit eingeplant zu werden.....................solange noch Zeit genug da ist um für den Bericht in der Schule Gespräche zu führen und man mir Dinge die mich interessieren zeigt und sich von meinem korrekten Arbeiten überzeugt hat. Ich glaube aber auch dass sehr viele Anleiter ihre Aufgabe nicht sonderlich ernst nehmen und meinen mit einer seichten Einarbeitung ist es getan. Bei uns in der Schule gibt es Schüler die ihre Zielformulierung vom Erstgespräch nicht einmal am Ende des Praxiseinsatzes mit ihren Anleitern durchgesprochen haben obwohl dass für jeden Schüler Pflicht ist. Wenn man als Schüler derartig hinterherbetteln muß ist es meiner Meinung nach verständlich dass er die Motivation verliert. Ich weiß natürlich nicht welche Erfahrungen du mit den Altenpflegeschülern gemacht hast aber irgendwie kommt mir das schon spanisch vor dass du der Meinung bist wir würden nicht mal kompetent genug sein um ordentlich zu lesen. (Weise ich im übrigen von mir und meine dass der überwiegende Teil sehr wohl dazu in der Lage ist) Ich glaube dass ich in der Schule eine Menge lerne glaube aber auch dass ich selbst nach dem Examen nicht über dein Wissen verfügen werde (wie beim Führerschein da lernt man das Fahren auch erst in der Praxis obwohl man die theoretischen Kenntnisse hat.) :lol Vielleicht bist du schon so ein alter Hase dass du deine eigenen Unsicherheiten während der Ausbildung vergessen hast?- Vielleicht erwartest du etwas zu viel?? Ich bin mir nämlich sicher dass es eine große Anzahl von motivierten, fleißigen und intelligenten Altenpflegeschülern gibt. :wave


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

Dirk Höffken
Beiträge: 2083
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 20:00

Beitrag von Dirk Höffken » Do 29. Jan 2004, 23:12

Hallo Andrea.

Jetzt habe ich mich so Bemüht die „Fettnäpfchen“ bei diesem Thema zu Umgehen und bin wohl doch in eins getappt. Aber vermutlich geht das bei dem Thema auch gar nicht anders. Um mich jetzt nicht weiter in dieser „Falle zu verheddern“ nur noch eine kleine Anmerkung:

Ich bestreite weder das es eine Menge motivierter Pflegeschüler gibt noch die Aussage, dass die Durchführung der Ausbildung oft nicht dem Ideal entspricht.

Es besteht aber offensichtlich auch eine beträchtliche Divergenz zwischen dem vom Lehrplan geforderten und tatsächlich vorhandenem Wissen. In dem mir vorliegenden Lehrplan werden z.B. Kenntnisse des Morbus Parkinson - Akinese, Tremor, Rigor, Instabilität, vegetative Symptome, Therapie - erwartet. Neuroanatomische und physiologische Grundkenntnisse kann man dann wohl voraussetzen. Die Ergebnisse sind Ernüchternd. Selbst bei Examenskandidaten.

Zugegebenermaßen handelt es ich hierbei um keine repräsentativen Daten und wir können an dieser Stelle auch mal die „Schuldfrage“ im Raum stehen lassen.

Fraglich bleibt in diesem Zusammenhang aber, ob man die Ausbildung dann nicht den Gegebenheiten anpassen sollte. Industrie und Handwerk machen es vor. Dies könnte in modifizierter Form durchaus ein Vorbild für die Pflegefachberufe sein.

MfG DH

Zitat:
Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt. (Richard Golz)



andrea
Beiträge: 3406
Registriert: Di 16. Jul 2002, 19:15

Beitrag von andrea » Fr 30. Jan 2004, 15:25

Hi Fibu und Dirk,
hatte heute morgen schon mal was geschrieben mich aber leider nicht angemeldet und dann war es weg. Da hatte ich mein Statement dazu nochmal klar stellen wollen.Ich wollte keineswegs in Frage stellen was geschrieben stand - kann ich gar nicht ,weil, wie du schon richtig erkannt hast ich überhaupt keine Erfahrung mit Anleitung der Schüler habe und sie nur als Mitschüler kenne.Ich persönlich finde, es gibt auch eine ganze Menge Schüler die motiviert sind................stimmt ich habe das Altenpflegeschüler einfach dazu gelesen :o hwell Das tut mir leid.............Asche auf mein Haupt. :( Das im vorgeschriebenen Lehrplan verankerte wird zumindest auf meiner Schule gelehrt, nur leider ist das dann manchmal so viel Stoff auf einmal, mit schnell folgenden Klausuren aus sämtlichen Fächern, dass ich oft nicht sofort in der Lage bin das im Langzeitgedächtnis zu speichern. Aber auch ich bin der Ansicht dass zumindestens ab einem gewissen Ausbildungsjahr die unten aufgeführten Beispiele beantwortet werden sollten. An unserer Schule unterichten die Dozenten mit Leib und Seele weil sie wollen dass wir " gut" werden, also ich kann den Dozenten nicht vorwerfen mir zu wenig beizubringen. Die Schuld liegt eindeutig bei mir :lol Also ich wollte dich nicht angreifen Dirk sondern nur meine Meinung sagen..............wobei ich gerade feststelle dass du wohl doch nicht ganz Unrecht hast mit dem Defizit beim Lesen. :hehe ......................also bitte entschuldigt ........................ich werde versuchen demnächst zu lesen und nichts dazu zu lesen. :wave


„Rechthaben ist erst eine Kunst; wenn auch die anderen glauben, dass mans hat!”

Dirk Höffken
Beiträge: 2083
Registriert: Mi 18. Jun 2003, 20:00

Beitrag von Dirk Höffken » Sa 31. Jan 2004, 09:58

Hallo Andrea.
@Andrea
...„Also ich wollte dich nicht angreifen Dirk sondern nur meine Meinung sagen.“...
Vorneweg: Ich habe deine Antwort nicht als Angriff verstanden. Diskussionen beinhalten eben manchmal kontroverse Standpunkte.
@Andrea
...„nur leider ist das dann manchmal so viel Stoff auf einmal, mit schnell folgenden Klausuren aus sämtlichen Fächern, dass ich oft nicht sofort in der Lage bin das im Langzeitgedächtnis zu speichern.“...
Hier liegen meiner Meinung nach die Hauptprobleme der meisten Pflegeschüler (aber nicht nur der) verborgen. Beim Wissensmanagement und dem Arbeiten unter Druck zeigen sich immer wieder enorme Defizite. Nur zeigen die wenigsten ein besonderes Interesse daran sich mit den spezifischen Techniken vertraut zu machen.

Beispiel Lesetechniken:
Der durchschnittliche Lesegeschwindigkeit beträgt 200 – 220 Wörter pro Minute. Mit Hilfe der richtigen Techniken lässt sich diese Zahl vervielfachen ohne das es zu Lasten des Verständnisses geht. Dieses Verbessert sich sogar.

Insgesamt bleibt Festzuhalten, dass die meisten Pflegeschüler völlig ineffektive Techniken zur Aneignung von Informationen anwenden. Vielen ist nicht einmal Klar das es auch anders geht. Da wird z.B. mit Karteikarten, Mind-Mapping oder dem Erstellen von seitenlangen Ausarbeitungen eine Menge Zeit verschwendet ohne auch nur Ansatzweise über die Effektivität und den richtigen Einsatz dieser Techniken nachzudenken. Wird die Zeit dann auf einmal Knapp oder geht mal was Daneben ist „Holland in Not“.

Dabei bleibt zu Bedenken, dass sich nach Expertenmeinung das Wissen der gesamten Menschen alle fünf Jahre verdoppelt.

MfG DH

Zitat:
"Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird." [Churchill]



Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste