Doppel Zimmer muss das heute noch sein????

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Marcell
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Doppel Zimmer muss das heute noch sein????

Beitrag von Marcell » Di 16. Okt 2001, 02:39

Moin

Muss es in einem Altenheim noch immer Doppelzimmer geben? solte es nicht standart sin das jeder bewohner ein Einzelzimmer hat? Ausnahmen soll man laut Studien ja bei Dementen machen weil sie ruhiger sind wenn sie eine person im Zimmer haben. Aber muss es sein das eine Geistig fitte nur Körperlich inmobile Person mit einer stark Dementen auf ein Zimmer liegen? Währe es da nich sinniger 2 Demente zu sammen zu legen und 2 fitte???


Greetz

Marci

P.S Ich meine damit jetzt keine Gethosierung von Dementen..



ApoPfleger
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Beitrag von ApoPfleger » Di 16. Okt 2001, 23:06

Da mußt du die Betreiber der Heime fragen. Ich denke, einige "pferchen" die Bewohner immer noch zusammen, weil sie so mehr Profit pro Quadratmeter rausschlagen können. Ein anderes Problem wird sicherlich die alte Bausubstanz sein: Mehrbettzimmer waren früher halt normal, ein Umbau, möglichst noch mit eigener Dusche und Toilette im Zimmer, ist nur mit großem Aufwand zu realisieren.


Ich pflege, also bin ich.

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Marcell
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Beitrag von Marcell » Mi 17. Okt 2001, 00:35

Hmm

Also bei Alt bauten würde ich es ja noch verstehen aber bei einem bau der keine 10 Jahre Alt ist und wo die immer eigentlich Einzelzi,,er sind versteh ich das echt nicht liegt wohl echt an der Geld gier des heimes bei gelegenheit fühle ich der Nonne mal auf den Zahn warum das so is ;)

Greetz

Marci



BlueWonder
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Beitrag von BlueWonder » So 22. Mai 2005, 11:13

Generell sollten es die Bew., soweit möglich, selbst entscheiden können, ob sie in einem Doppelzimmer verweilen möchten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Leute gibt, die gerne mit einem anderen Menschen zusammen im Zimmer sind.

Bei manchen Eheleuten war es bei uns im Heim so, dass diese getrennte Zimmer genommen haben... Dies hatte mich anfangs schon etwas verwundert.

Ich kann es mir nicht vorstellen, im Alter ein Zimmer mit einer anderen Dame zu teilen. Jeder Mensch hat seine Eigenarten... Die nächtlichen Kontrollgänge der Nachtwache, evtl. Vorlagenwechsel bei der Zimmerkollegin sowie Lagerungen - nein danke.

Wir haben ein Zimmer, da sind 2 bettlägrige Damen drinnen. Die eine kann sich nicht mehr äussern und die andere ist geistig noch fit. Die zwei Damen wollen nicht ohne einander. Wird die geistig-klare Bew. zum Duschen abgeholt, passiert es desöfteren, dass die andere Dame Tränen in den Augen hat.

In einem anderen Zimmer ist eine Alzheimer- und eine Demenz-erkrankte Bew. drin. Die beiden verstehen sich prima und es macht riesigen Spaß zu den beiden rein zu gehen...

In anderen Einzelzimmern, wird man oft angesprochen, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, gegen die Einsamkeit....

Es gibt für alles ein FÜR und WIDER....

Finanzielle Gründe als Argumente zu benutzen, finde ich sehr erbärmlich! Leider ist dies aber oftmals in manchen Heimen so.



Ray
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Beitrag von Ray » So 22. Mai 2005, 22:00

Hallo,

dem Thema schließe ich mich auch mal an, da es wirklich ein "wichtiges" Thema ist.
Bei Patienten mit V.a. Alzheimer und dementsprechender Symptomatik finde ich es nicht schlimm, ab einem bestimmten Stadium, da diese Menschen dann auch nicht mehr unerscheiden können zwischen "mein" und "dein". Denen stört es auch nicht und in Gesellschaft sind sie, wie erwähnt, auch ruhiger!

Ansonsten ist es schon ein Problem, auf der einen Seite der Profit und andererseits die Menschenwürde. Selbst wenn, könnte sich eine immobile jedoch völligst orientierte Person wehren? (es sei denn sie hat Angehörige oder nen ausnahmsweisen fürsorglichen Betreuer)

Die alten Häuser sind ja auch noch so gebaut und darauf ausgelegt, wie es mit den neuen ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau, denn ich habe keine Ahnung was die Heimbauverordnung (weiß im Moment nicht mal genau wie die heißt) sagt.

Nun ja, ich hoffe auch daß sich das alles mal ändern wird und die Menschen wirklich in ihrem "Zuhause" wohnen (auch wenn es eine Pflegeeinrichung ist)

Gruß Ray



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johannes
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Doppelzimmer?

Beitrag von johannes » Mo 23. Mai 2005, 00:12

Hallo Marci,

so wie du kann wohl nur jemand argumentieren, der noch nie gebaut hat, schon gar kein Pflegeheim.

1. Die maximal berechenbaren Baukosten pro Pflegeplatz werden durch die Kostenträger vorgegeben, sofern auch nur ein Heimbewohner Leistungen der Pflegekasse und/oder des Sozialamtes in Anspruch nimmt. Aus diesen "genehmigungsfähigen" Baukosten errechnet sich der entsprechende Satz der berechenbaren Investitionskosten. Selbst der Millionär zahlt den gleichen Preis, da ein gesetzlicher Gleichbehandlungsgrundsatz besteht.

2. Privatgewerblichen Betreibern ziehen die Kostenträger bis heute von vorn herein noch Beträge ab, die sie öffentlichen und freigemeinnützigen Betreibern gewähren. Und das auf dem Hintergrund, daß die öffentlichen auf bessere Konditionen und Vorteile zurückgreifen können, die privaten Betreibern nicht zur Verfügung stehen.

3. Wieviel Quadratmeter soll ein Bewohner beanspruchen dürfen, müssen, sollen? Es wird auch von dir von Menschenwürde geredet. Nur mal zum Nachdenken: vor 40 Jahren war es noch mit der Menschenwürde vereinbar, daß eine 6-köpfige Familie Wohnraum von 45 m² zur Verfügung hatte. Derzeit wird als durchschnittlicher Wohnraum für einen Pflegeheimbewohner 50 m² in der Bemessungsgrundlage als Maßstab angelegt. Steht weniger Wohnraum zur Verfügung, werden die berücksichtigungsfähigen Herstellungskosten noch einmal gekürzt!

4. Wieviel sind die Menschen bereit, für den Quadratmeter beanspruchten Heimplatz zu bezahlen? Darf's auch ein wenig weniger sein? Natürlich bei einem Anspruch von mehr Wohnraum als den derzeitigen 50 m²? Schon einmal darüber nachgedacht, welche Auflagen für den Bau eines Pflegeplatzes gemacht werden? Schon einmal darüber nachgedacht, was die Erfüllung all dieser Auflagen kostet? Schon einmal darüber nachgedacht, woher diese Investitionskosten kommen?

Solange es Einrichtungen sind, die vom Staat 60 % oder derzeit etwas weniger der Baukosten an staatlichen Geschenken erhalten oder Spenden einbeziehen können, ist tatsächlich zu fragen, mit welcher Begründung sie die gleichen Beträge für investive Kosten berechnen wie jene (in aller Regel Privatanbieter), die keinen Cent vom Staat geschenkt bekommen. Doch das können nur die Behörden beantworten, die diese Sätze genehmigen. Ungleichbehandlungen gab es, gibt es und wird es auch in Zukunft geben.

Soviel zu den Kosten und dem Profit.

Zum anderen gilt zu bedenken:

1. Der Trend geht ohne Frage zum Einzelzimmer, weil es ja einen Zumutung darstellen soll, mit einem anderen Menschen zusammen zu leben. Argument - man kennt ihn ja nicht. Das Einzelzimmer soll natürlich auch groß genug sein. Sollen es 15 m² sein - die neue Mindestforderung (auch wenn sie sich noch nicht durchsetzen konnte) - oder vielleicht 20 oder 25 m²?

2. Der Trend geht ohne Frage hin zur "Isolationshaft" im Einzelzimmer. Interessant ist nur: Im Gefängnis wird dies als unzumutbar kritisiert, wegen der psychischen Folgen, im Heim wird dies gefordert, wegen dem Anspruch auf Individualität! Schizophrener kann eine Gesellschaft nicht sein, die solche Widersprüche schafft. Aber es ist nun mal die Realität.

Niemand wird für die mit der "Isolationshaft" einhergehende Vereinsamung und sonstiger Folgen zur Rechenschaft gezogen. Im Gegenteil, sie wird als ein Grundrecht bezeichnet. Und komm bitte nicht damit, daß Pflegekräfte doch auch psychosoziale Betreuung wahrnehmen sollen. Schon richtig. Nur wie passt das mit den Klagen, daß nicht einmal für die Grundpflege mehr genug Zeit zur Verfügung steht bei all der Dokumentationsarbeit? Wie passt das damit zusammen, daß ständig über Unterbesetzung geklagt wird?

3. Niemand interessiert sich dafür, daß mit den längeren Wegstrecken ein höherer zeitlicher Aufwand einhergeht, der durch Pflegekräfte bewältigt werden muß. Daß dieser Mehraufwand auch Mehrkosten verursacht, steht wohl nicht zur Diskussion. Gewiß, wenn du als Altenpfleger bereit bist, für den Lohn der illegalen Polen zu arbeiten, läßt sich der Mehraufwand sicher kompensieren. Doch - bist du dazu auch bereit? Richtig, in Deutschland arbeiten und in Polen leben - diese Rechnung geht auf. Aber in Deutschland arbeiten und in Deutschland leben ??????

Fazit:

Fordern ist schon recht, wenn die dazu erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind. In Zeiten leerer Kassen sollte man vielleicht doch noch einmal drüber nachdenken. Ich wäre auch gern Rockefeller!


Ein Mensch existiert nicht - er lebt!
Keiner ist so blind wie der, der nicht sehen will.
Ich vertrete nicht immer die herrschende Meinung - aber ich habe eine Meinung!
Einer sucht für ein Problem eine Lösung - ein Anderer sucht für eine Lösung ein Problem

Nachteule
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Beitrag von Nachteule » Mo 23. Mai 2005, 09:31

Also, bei uns auf der Geronto gibt es sogar noch 3 Bettzimmer.
eigendlich sollten die nicht mehr sein. Nun haben wir wieder 4 davon.
Ich glaube das es den BW auch nicht viel ausmacht.
Allerdings finde ich es nicht so schön, wenn auf der normalen Pflegestation 2 BW unterschiedlicher Pflegestufe zusammen liegen. Z.b. ein schwer Pflegebedürftiger BW mit einem BW der soweit noch fit ist. Wir hatten das Thema erst vor einiger Zeit.
In 2 Zimmern lagen jeweils 1 BW mit aufwendiger Pflege und 1 BW der fit war. fand ich allein für Nachts sehr ungünstig. der Fitte BW wurde ja ständig mit gestört, wenn wir Nachts da versorgen mussten(leider auch waschen). fand ich echt schei....
Hatte angeregt die BW zu tausschen.
Zumal die eine BW sich auch beschwerte, wenn wir Nachts immer Licht machten um zu arbeiten.
Hat ne Weile gedauert,,bis was passierte.
Sowas finde ich dann schon nicht so gut, wenn BW desshalb im Schlaf gestört werden.
Vom tagdienst kam zuerst der Kommentar,"die BW ist am Tag doch eh nicht in ihrem Zimmer." die vergessen immer, das es in der nacht was anderes ist.
Außerdem würde die fitte BW sich vieleicht auch am Tag gerne mal in ihrem Zimmer aufhalten.

Nun wurden die Betten endlich getauscht. :smile



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