Umlegen von Grundpflegezeiten

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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Griesuh
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AW: Umlegen von Grundpflegezeiten

Beitrag von Griesuh » Di 7. Jun 2011, 16:59

Hallo, Um in die Pflegestufe II zu kommen werden nach den Begutachtungsrichtlinien (BRI) tgl. mind 121 min. für die Körperpflege, Ernährung und die Mobilität benötigt. Begleitung zu Arztbesuchen werden nur anerkannt wenn sie medizinisch erforderlich sind und mind. 1 x wtl. für die Dauer von mind. 6 Monaten erfolgen müssen. Die Mutter zum Arzt begleiten wegen Rezepten bestellen/abholen wird nach den BRI nicht anerkannt.
Grundsätzlich wird laut den BRI die hauswirtschaftliche Versorgung (HW) nicht Pflegestufenrellevant bewertet. Das bedeutet sie hat keinen Einfluß auf die Höhe der Pflegestufe. Die HW-Zweiten werden zur Berechnung der Rentenbeitragsanteile die die Pflegekasse an ihren Rentenversicherer bezahlt benötigt. Um Beitragszahlungen von der Pflegekasse zu Ihrer Rente zu erhalten benötigen sie mint 78 min tgl Pflege und Hauswirtschaftszeit.
Die HW Zeit wird wtl. angegeben. Die Zeiten der einzelnen Pflegetätigkeiten werden immer pro Tag berechnet. Beispiel: 2 x wtl. Baden. pro baden sieht die Begutachtungsrichtlinie 30 min vor. Daraus ergibt sich:
2 x 30 = 60 min : 7 Tage = 8,56 min ( 9 min tgl.)
Soweit verständlich erklärt??
Schauen sie unterhttp://www.mdk.de/media/pdf/BRi_Pflege_090608.pdf, Sie finden dort dann den Erhebungsbogen den der MDK ausfüllt. Diesen benutzen Sie für ihre Einträge. damit sind sie auf der sicheren Seite was der MDK abfragt.


Gute Pflege braucht mehr Zeit

thorstein
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Beitrag von thorstein » Di 7. Jun 2011, 17:01

Hallo Omega,

http://www.deutsche-alzheimer.de/filead ... -DALZG.pdf

Man summiert die Tätigkeiten pro Tag für die ganze Woche und teilt dann durch sieben.
Seltene Verrichtungen werden auch vorgerechnet.



sophie
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Beitrag von sophie » Di 7. Jun 2011, 17:01

Hallo Omega,

die Minuten für diese "nicht täglichen" Arbeiten werden auf die Woche umgelegt.

Du solltest bei den 90 Minuten bedenken, dass 2/3 der Zeit reine Pflegezeit sein muss, kein hauswirtschaftlichen Tätigkeiten oder Betreuungsdienste.

Sophie


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Beitrag von sophie » Di 7. Jun 2011, 19:18

Hallo Omega,

bedenke auch Erschwernisfaktoren wie z.B. psychiatrische Erkrankungen oder räumliche Unzulänglichkeiten.

Bei der Pflege ist es wichtig, dass du genau beschreibst, was du tust. Der Zeitfaktor für anleiten und beaufsichtigen ist höher wie der für Übernahme, z.B. Deshalb solltest du genau beschreiben was du tust. Die Tätigkeit Gehen ist sehr wichtig. Da diese jedesmal gerechnet wird, wenn du den Pflegebedürftigen zu einer Verrichtung (z.B. Toilette, Waschbecken, Esstisch) bringst begleitest.

Sophie


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Beitrag von Griesuh » Mi 8. Jun 2011, 07:19

Hallo omega, Ich gab dir den Link von den Begutachtungsrichtlinien dort kannst du alles nachlesen.
Sorry, da hatte ich was miss verstanden. Für die Pflegestufe eins werden mind. 46 min Hilfe bei der Körperpflege, Mobilität u. der Ernährung benötigt.
der Rest ist so wie beschrieben.
Hallo Sophie, deine beiden Aussagen sind leider falsch. Die Pflegezeiten werden GRUNDSÄTZLICH immer auf den Tag umgerechnet. Egal ob sie einmal in der Woche oder ob sie tgl. mehrfach erbracht werden.(Siehe Berechnungsbeispiel im 1. Beitrag von mir)
Hilfe beim Gehen wird nur berücksichtigt wenn es pflegerellevant ist.
für PS I sind min. 46 min. Pflege u. zuzügl. HW von min 45 min tgl. = 5,25 Std. wtl. erforderlich.
Die HW wird immer wtl. angegeben, die Pflegezeiten sind auf den Tag berechnet.
Ommega, egal welche Pflegestufe du beantragst, die Berechnung der Zeiten für die einzelnen Tätigkeiten ist immer gleich.

Ich bin jedesmal überrascht, woher immer so etl. halbwissen herkommt.
Bitte jetzt nicht falsch verstehen.
Jedoch werden bei den Fragestellern mit dieser halbwissen Verbreitung teilweise unerfüllbare Erwartungen zur Pflegestufe geschürt und die Enttäuschung ist dann sehr groß wenn diese Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Grüße von Griesuh, MDK Gutachter.


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Beitrag von sophie » Mi 8. Jun 2011, 07:53

Hallo Griesuh,

mein "Halbwissen" beziehe ich aus den BRI, die du doch so gerne zitierst. ;-)


Ich habe momentan, keine Zeit, ich liefere dir aber gerne noch die Seitenzahl nach. Wir haben nämlich die Ausbilderin der MDK Gutachter als Trainerin, die hat uns drauf gestupst. ;-)


Sophie


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Beitrag von Griesuh » Mi 8. Jun 2011, 09:14

hi Sophie, brauchste nict raussuchen.
Damit kenne ich mich als MDK Gutachter sehr gut aus.


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