Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
Suse2
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Beitrag von Suse2 » Mi 9. Mär 2011, 15:43

@ iceage

ich denke das der Tip 24/Std "Intensivpflege" eher so gemeint ist zu Hause rund um dir Uhr zu betreuen..

und nicht das was du darunter verstehst, nämlich Beatmungspatienten usw...

Oder...bis ich auf dem Holzweg Dollsche???


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iceage
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Beitrag von iceage » Mi 9. Mär 2011, 17:31

Hallo Suse,
naja,das wären denn doch aber eher die "ausländischen Perlen" und deren Betreuung kann wohl nicht "ambulante Intensivpflege" genannt werden oder ?
Nicht dass ich was gegen diese Art der Betreuung hätte,also bitte nicht falsch verstehen !



Suse2
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Beitrag von Suse2 » Mi 9. Mär 2011, 18:10

nun nicht Intensiv-pflege wohl aber intensive Betreuung :smile es dreht sich alles nur um eine Person...

wir haben vor ca 5 Jahren eine alte Dame gehabt nach Apolex mit allem drum und dran, kam mit Nasensonde obwohl sie eine Pat Verfügung hatte und die Tochter sehr unsicher in ihrer Entscheidung war..die Sonde zog sie immer irgendwie...

zu Hause wurde umgebaut und dann ging die alte Dame zurück in ihre vier Wände, von da an kam sie einmal im Jahr für 4 Wochen zur KZP, immer im Dezember wenn die "Perle" in der Heimat Weihnachten feierte...

Janina war schon ein Prachtstück, nach einem halben Jahr war die Dame soweit, das sie verdünnte passierte Kost mit dem Löffel zu sich nahm, Flüssigkeit max 750ml pro Tag

einmal die Woche kam zusätzlich ein amb. Dienst, dann wurde gemeinsam gebadet...

sie war immer in Top gepflegten Zustand, war auf sehr niedrigem Level stabil nicht einmal im KH..auf uns machte sie immer einen irgendwie zufriedenen Eindruck..

so wurde sie auch Mitte Dez von Janina und der Tochter gebracht, beide fuhren in Urlaub und am 23.12. ist sie bei uns ganz friedlich eingeschlafen.



ein anderer ehemaliger KZP BW (90), der sehr sehr unglücklich (er drückte das mit stundenlangem brüllen aus:confused :) war, als er bei uns war und seine Frau so vermisste hat jetzt eine männliche "Perle" zuhause und es klappt super, die machen zusammen den Garten, Pawlik hackt und Hr. S.gibt vom Rolli aus die Anweisungen :hehe

manchmal ist das wirklich die beste Lösung.....und sicher einen Versuch wert um die gewünschte Selbstbestimmung zu ermöglichen...


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Beitrag von johannes » Mi 9. Mär 2011, 18:10

Dann hätte sich der Kreis geschlossen. Entweder handelt es sich um einen reichen Patienten, der auf legalem Weg für die 24-Std.-Betreuung seine rd. € 12.000 monatlich locker machen kann (schließlich gilt für deutsche Arbeitnehmer das Arbeitszeitgesetz), oder eben um die moderne Sklavenhaltung, in der die Sklaven dann mit € 1,20/Std. netto bis € 1,50 gehalten werden. Damit käme dann wieder die Menschenwürde ins Spiel und der Kreis derjenigen, denen sie zusteht.

Dies Diskussion wäre dann allerdings wieder ein eigenes Thema.


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Beitrag von sophie » Mi 9. Mär 2011, 18:58

Hallo

auch ich habe bei diesen "Perlen" ein eher ambivalentes Gefühl......


Einerseits kann es so gut laufen, wie Suse es beschrieben hat.... Aber mir sind auch ganz andere Fälle bekannt.

Hinzu kommt das von Johannes angesprochene. Auch ich sehe darin moderne Sklavenhaltung.

Zu uns kam mal eine Dame zur KZP. Die hatte auch so eine "Perle". Offiziell hiess es, die Dame sei Studentin im Austauschsemester (hier im Umkreis ist keine Uni für Germanistik). Der Sohn, dachte allen ernstes, dass die junge Dame bei uns auf der Matratze vor Muttis Bett schläft. Dies habe sie zuhause auch gemacht, damit die alte Dame nachts nicht stürzt.

Sophie


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Beitrag von Suse2 » Mi 9. Mär 2011, 19:03

@ Sophie

du hast recht, man muss da ein sehr waches Auge drauf haben
und wenn es richtig und legal läuft, dann ist das nicht so "billig"
wie oft angepriesen..


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AW: Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Beitrag von DollscheVita » Mi 9. Mär 2011, 20:50

Hallo,
häusliche Pflege ist, wie vieles im Leben, eine Frage des Geldes und damit nur eine Option.
Was möchte der Vater, das zählt!
Dann kann man sich immer noch Gedanken machen, wie alles zu realisieren ist.
Habt euch mal beim Pflegestützpunkt beraten lassen?

PS:...oh, habe aus meinem Posteingang geantwortet und die vielen Antworten nicht gelesen.
Zuletzt geändert von DollscheVita am Mi 9. Mär 2011, 20:55, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nachtrag


LG - DollscheVita -

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Beitrag von Caramell » Mi 9. Mär 2011, 23:50

kjhgfreww
Zuletzt geändert von Caramell am Di 22. Mär 2011, 12:03, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von A.v.Stösser » Do 10. Mär 2011, 13:33

Hallo Caramell,

vielen Dank für diesen offenen und auch sehr konstruktiven Bericht. Gerade auch Ihr letzter Beitrag, in dem Sie die familiäre Situation beschreiben, das unvorbereitet konfrontiert zu werden, kann anderen eine Lehre sein.

Aktuell würde ich raten, zunächst abzuwarten, wie die neue Hausärztin mit dem Problem umgeht. Sie hat die Möglichkeit dem Personal klare Anweisungen hinsichtlich der Ernährung zu geben, Logopädie zu verschreiben etc.

Durchfall bei Sondenernährung deutet darauf hin, dass die Nahrung nicht vertragen wird. Das kann auch psychisch bedingt sein - weil ihr Vater diese ablehnt. Insofern sollte man die Sondennahrung schon deshalb weglassen, weil sie den Körper schwächt, Flüssigkeit und Mineralstoffe entzieht - mit allen Folgen. Stattdessen rate ich zu einem individuellen Ernährungsplan unter Berücksichtigung der Lieblingsspeisen Ihres Vaters. Vielleicht können Sie - da Sie ohnhin schon täglich ins Heim gehen - für ihn mitkochen und ihre Beteiligung an der Verpflegung mit dem Heim absprechen. Es geht ja hier nicht alleine um die Hilfestellung beim Essen, sondern mindestens genau so wichtig wäre der Nährwert und die Verträglichkeit.

Alles Gute und liebe Grüße
A.v.Stösser
Zuletzt geändert von A.v.Stösser am Do 10. Mär 2011, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von zauberlicht » So 22. Mai 2011, 22:13

möchte auch mal meine Anschtsweise abgeben

da ich im ambulanten Dienst arbeite und bei uns die Angehörigen häufig mit vorort sind und ihre Eltern oder Schwiegerellis pflegen, ihre Frauen oder Männer pflegen, steht bei uns die Zusammenarbeit mit Angehörigen ganz oben. Diese werden in die Pflege mit einbezogen, angeleitet und alles was dazu gehört.

Natürlich hat man manchmal auch Angehörige die nicht ganz einfach sind, aber wir sollten nicht vergessen, wie wir in der Situation der Angehörigen reagieren würden. Diese Menschen haben es als Angehörige auch nicht immer einfach, betreuen ihre pflegebedürftigen geliebten Menschen häufig Non stop durch und auf deren Schultern ist manchmal auch eine grosse Last an Verantwortung und Überforderung.

Wir als Pflegefachkräfte sollten Angehörige nicht als Dorn im Auge haben und nicht als anstrengend ansehen, sondern als Hilfe und Unterstützung für den Patienten.
Zuletzt geändert von *Angie* am Mo 23. Mai 2011, 09:29, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Fehlerteufel erwürgt ;-)



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Beitrag von zauberlicht » So 22. Mai 2011, 22:14

Off-Topic:

sorry wegen die Schreibfehler^^^meine tastatur spinnt und hängt^^
Zuletzt geändert von *Angie* am Mo 23. Mai 2011, 09:31, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von *Angie* » Mo 23. Mai 2011, 09:30

Off-Topic:

[quote]sorry wegen die Schreibfehler^^^meine tastatur spinnt und hängt^^[/quote]

Dann kannst Du ganz einfach im Textfeld auf "EDIT" gehen und nochmal korrigieren, wenn Du es denn willst ;-)

Einen guten Wochenbeginn wünscht

Angie


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Beitrag von mamma » Mo 13. Jun 2011, 14:03

Ich kündige schon mal an, dass ich einen thread - Sind Pflegekräfte anstrengend? - aufmachen möchte, wennauch ich jetzt noch nicht weiß, wie das geht.
Diese Seite hier gefällt mir und ich werde noch alles lesen müssen.
Heute Abend wird es wohl losgehen.

Schönen Tag an alle



sophie
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Beitrag von sophie » Mo 13. Jun 2011, 14:25

Hallo mamma,

diesen Threat gibt es schon.


http://forum.pflegenetz.net/showthread. ... nstrengend

Sophie


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AW: Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Beitrag von Kati123 » Mo 13. Jun 2011, 16:37

Nachdem ich jetzt über eine Stunde gelesen habe, kann ich nur folgendes sagen:

TRANSPARENZ...!!! sonst geht es nicht.

Ich kenne beide Seiten, genervtes und unqualifiziertes Pflegepersonal und Angehörige, die der Meinung sind, mir meinen Job erklären zu müssen und mit Halbwissen und Medieneinfluss mehr kaputt machen, als dem Bewohner gut tut. Ich schreibe mir selbst auf die Fahne immer ein offenes Ohr zu haben, habe aber auch Menschen kennengelernt, die mit ALLEM und JEDEM unzufrieden waren, stundenlange Gespräche mit Vereinbarungen, die im nächsten Atemzug wieder hinfällig waren, Menschen, die jeden Fussel gesucht haben, um ihrem schlechten Gewissen zu entrinnen und aufzuzeigen " wir kümmern uns".

Ich sage immer: Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, haben aber nicht den gleichen Horizont.

Ansichten, Ansprüche und Vorstellungen gehen oft weit auseinander.


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Beitrag von johannes » Mo 13. Jun 2011, 18:40

Hey Kati,

wieso brauchst du Hilfe? DIESER Strumpf sitzt wohl an der falschen Stelle!


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Beitrag von kevindani » Mo 13. Jun 2011, 19:25

also ich arbeite in der ambulanten Pflege und muss festellen das die meisten angehörigen antrengend sind, und da ich hauptsächlich männer pflege muss ich leider sagen das die Ehefrauen schlimmer sind als die Ehemänner dessen Frau ich versorge.
Gruß
Andreas



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Beitrag von Kati123 » Mo 13. Jun 2011, 19:45

Off-Topic:

Mein lieber Johannes, wenn ein solcher "Strumpf " an der falschen Stelle sitzt, brauchen beide Hilfe... der eine sofort und der andere nach 9 Monaten :eek: :eek: :eek:


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