Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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Gelber Engel
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AW: Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Beitrag von Gelber Engel » Sa 19. Feb 2011, 18:10

Ich kann dazu sagen ,das wir bei uns die Bezugspflege eingeführt haben und es funktioniert sehr gut.So kann sogar unsere Pdl entlastet werden und sich um andere ebenfalls wichtige Dinge kümmern,wovon es ja mehr als genug gibt.Im KH stell ich mir das sehr schwierig vor,zumal das Klientel ja auch stetig wechselt.Bezugspflege setzt ja auch biographische Kenntnisse des Pat./Kd voraus und die müssen ja erst mal in Gesprächen erlangt werden

lg


Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Plüschfussel
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AW: Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Beitrag von Plüschfussel » Mo 21. Feb 2011, 12:57

Ich finde Angehörige anstrengend, wenn medizinisches Halbwissen ins Spiel kommt, und wenn die sich als unbelehrbar darstellen, sodaß sie sich nicht einmal etwas ordentlich erklären lassen.
Es ist im Prinzip oftmals sinnvoll, wenn die Angehörigen gut informiert sind und am Genesungsprozeß teilnehmen.

Zudem werden Angehörige schwierig, die pflegeintensiver als der eigentliche Patient sind.
Das ist eigentlich die Minderheit der Angehörigen. Die meißten sind freundlich und cooperativ.
Das Problem zeigt sich nur da wo EIN EINZELNER Angehöriger einen 4-8 stündigen Aufstand verursacht, zumeist weil er versucht SEIN Problem zum Problem der Pflege zu machen.
Oftmals handelt es sich nicht um das pflegerische Problem, daß bewältigt werden soll.
Schlimm sind zb. Verwandte, die einen Patienten zur Op bringen, und dann nach 10 Minuten beginnen Terror auszüben, weil es Wartezeiten gibt. Die marschieren dann bis zur Entlassung auf dem Stationsflur oder vor dem Dienstzimmer herum und man hört sich etliche Stunden deren Gezeter an, bei dem man sinnvoll arbeiten soll.
Normalerweise könnte man seinen Verwandten zur Op bringen/ lassen und dann wenn die Abschlußuntersuchung stattgefunden hat wieder einsammeln, dh, man könnte in der Zeit zb. nachhause fahren, bummeln oder Kaffeetrinken gehen.
Das Lamentieren auf dem Flur und vor dem Dienstzimmern sollte zu einem Platzverweis führen dürfen, denn damit wird so ein Dienst zur Tortur.
Das tagesstationäre Operieren, dauert eben nun oftmals länger als 10 Minuten.
Beginnt EIN wartender Angehöriger zu nörgeln, so steckt der einem nach dem anderen damit an.

Auch wenn man denen mitgeteilt hat, daß sie zu einem bestimmten Zeitpunkt wiederkommen können, wird diese Möglichkeit nicht wahrgenommen, denn auf die Flur-und Wartezimmerpredigten kann nicht verzichtet werden. Das ist sonst zu langweilig mit der Warterei.
Lg Plüsch



Caramell
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Beitrag von Caramell » Fr 4. Mär 2011, 17:45

lkgfde
Zuletzt geändert von Caramell am Di 22. Mär 2011, 12:00, insgesamt 1-mal geändert.



iceage
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AW: Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Beitrag von iceage » Fr 4. Mär 2011, 19:47

Hallo Caramell,
ich möchte Dir überhaupt nicht widersprechen und akzeptiere Deine Sicht der Dinge.
Nun darfst Du aber nicht vergessen,dass Du mit dem Blick nur auf Deinen Papa beschränkt dort ins Heim gehst und demzufolge unterschwellig erwartest,das Personal würde dies genauso tut.
Nun hat das Personal dort ja noch mehr Leute zu betreuen,es hat einen eingespielten Ablauf,um eben alle Leute gleich betreuen zu können und diesen bringst Du mit Deinem Besuch,sofern Du noch das Gespräch zum Personal suchst,um diesem evtl. spezielle Dinge mitzuteilen,nunmal durcheinander,was auch Meckereien anderer Bewohner nach sich ziehen kann und schon ist der Stress vorprogrammiert.
Dass Du Deinen Papa zu Hause selber gepflegt hast,macht Dir bestimmt keiner zum Vorwurf,aber zu Hause und Heim sind zwei grundverschiedene Dinge und dass im Heim nicht alles so gemacht werden kann,wie zu Hause,dürfte klar sein.

Es gibt sone und solche Angehörige sowie son und solches Personal,da also einen Mittelweg zur Verständigung finden,ist nicht leicht und setzt Fingerspitzengefühl voraus.

Vorallem ist es,denke ich,leichter,sich auf die Bedürfnisse des Einzelnen zu konzentrieren,als wenn man die Bedürfnisse aller Bew. des WB im Hinterkopf hat und das führt dann zu Spannungen.
Zuletzt geändert von iceage am Sa 5. Mär 2011, 06:19, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: geändert



Suse2
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AW: Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Beitrag von Suse2 » Fr 4. Mär 2011, 20:30

[quote=""Caramell""]Hallo! :)

Mit großem Interesse habe ich nun diesen Thread gelesen. Unser Vater hatte einen Hirnschlag und nachdem meine Mutter ihn zu Hause pflegte und plötzlich von heute auf morgen einfach umgekippt ist und tot war, standen auch wir 2 Geschwister vor der Frage, wie geht es nun weiter.

Es ging nur Heim, etwas anderes wäre nicht möglich gewesen. Wir beide arbeiten und mein Vater ist sehr krank (er braucht 24 Stunden Pflege.....

.......
........
Abschliessend möchte ich noch sagen, dass es wirklich keine schwierigen Angehörigen geben muss, wenn man ein bißchen mal nach links und rechts schaut und nicht alles in eine Schublade stopft.

LG Caramell[/quote]


Hallo Karamell...

ich finde es sehr schade das ihr solche Erfahrungen in der Pflegeeinrichtung gemacht habt..

ich weiß das es auch anders geht:

gerade die Pflegedienstleitung sollte ein offenes Ohr für die Sorgen und Ängste der Angehörigen haben,

warum gibt es Pflegekräfte die immer noch nicht verstanden haben, dass es miteinander deutlich besser geht, dass jede Information die sie von den Angehörigen bekommen die Pflege erleichtern können..

und ganz schlimm finde ich, das Bewohner Angst vor Sanktionen seitens der Pflege haben wenn eine Beschwerde geäußert wird..

bei uns haben zwei MA eigens eine 6tägige Fortbildung in Zusammenarbeit mit der Uni Bielefeld gemacht zum Thema "Gemeinsame Sorge mit den Angehörigen" und das hat sich in den letzten 2 Jahren so sehr bewährt!!

Ihr habt euren Vater ja über einen längeren Zeitraum selbst gepflegt und Angehörige die das geleistet haben, haben immer!! einen ganz anderen Anspruch an die Pflege als die Angehörigen die Vater/Mutter/Partner direkt vom KH in eine Einrichtung geben.

sie müssen sich erst umstellen und "lernen" da im Heim viele BW mit gleichen/anderen/höheren Ansprüchen sind und eben auch gepflegt/betreut werden müssen.

durch Gespräche kann man viele Unklarheiten aus dem Weg räumen, man kann die Angehörigen in die Pflege mit einbeziehen

und mir ist völlig klar, da Angehörige, mit Recht!! nach jeder ungehörten "Beschwerde " eine Instanz weiter gehen auch wenn es erst mal keine Beschwerde war, durch das ablehnende Verhalten wird es irgendwann eine..


ich wünsche euch das ihr es schafft. wenn es wirklich für den Vater nicht mehr erträglich ist und ihr einen Platz in einer anderen Einrichtung sucht, den neuen Pflegekräften unvoreingenommen entgegenzutreten und ihnen die Chance geben könnt zu zeigen, das es auch anders geht!!


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sophie
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Beitrag von sophie » Sa 5. Mär 2011, 13:08

Hallo Caramell,


auch mir tut es leid, von solchen Erfahrungen zu lesen.

Suse hat einen anderen Weg beschrieben, wie es mit Angehörigen sehr gut gehen kann. Dem kann ich mich nur anschliessen.

Sophie

Hallo Suse,

gibt es solche Kurse häufiger? Klingt interessant.....


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Caramell
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Beitrag von Caramell » Sa 5. Mär 2011, 19:51

jhgfdre
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überflüssig
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Beitrag von überflüssig » Sa 5. Mär 2011, 19:55

Hallo Caramell,
Vielleicht traut sich irgendein Angehöriger auch mal das Thema aufzumachen.....Sind Pflegekräfte anstrengend? Wenn ja, warum?
Find ich ehrlich eine super Idee.
VG überflüsig



Plüschfussel
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AW: Sind Angehörige anstrengend? und wenn ja, warum?

Beitrag von Plüschfussel » Sa 5. Mär 2011, 19:57

Wenn ich mir das aus der Sicht der Krankenschwester betrachte, dann ist das wirklich oftmals ärgerlich.
Ich denke, die Ansprüche sind so, daß den Patienten und Angehörigen vorschwebt: Alles ist machbar und lösbar, was an persönlichen Problemen noch vorliegt.
Würde man sich die Standards ansehen, dann wäre den Angehörigen einiges klarer.
Sehe ich zb. daß ich für die Pflege meiner Mom, an den Pflegedienst für bestimmte Leistungen einen bestimmten vertraglich festgesetzten Betrag bezahlen muß, und daß ich für jede weitere Leistung bezahlen muß, dann wird klarer, daß das Gesundheistsystem eben nicht die Lösung für alle privaten Wünsche bereit hält.

Es gibt einen festgelegten Leistungskatalog in dessen Rahmen wir uns als Pflegepersonal und auch als Kunde bewegen müssen.

Sehen wir uns zb. die P-Zusatzversicherten Patienten an, dann wurde denen beim Abschluß diese recht teueren Versicherung erklärt, welche Schlaraffenland man damit im Krankenhaus in Anspruch nehmen kann.

Wir haben die letzten Jahrzehnte damit verbracht, alle "Patientenklassen" gleich zubehandeln.
Nun sehe ich aber den Trend zurück. Dh. man kann als Kassenpatient eine gewisse Anzahl von Leistungen erhalten.
Möchte ich mehr Leistungen in Anspruch nehmen, so wird die Rechnung für mich teurer.
Möchte ich wie ein 1. Klasse Patient behandelt werden, dann sieht man insbesondere bei den HP- Stationen den Unterschied.
Die können zb. auch Essen aus dem Hotel bestellen, wenn sie das wollen.
ABER die bekommen das nicht für den Tagessatz, sondern das wird dann auch abgerechnet.

Die Anspruchshaltung der "Kunden" ist aber immer noch dieselbe, wie vor 10 -20 Jahren.
Manchen ist nicht klar, daß das mittlerweile in manchen Kliniken so ein Unterschied ist, als würde ich mich in einem 3, 4 oder 5 Sterne Hotel befinden und die Rechnung auch dem entsprechend erhalten.
Der "Kunde" hat seiner Meinung nach IMMER all inclusive in der Klinik gebucht,-und er ist König.
Allerdings sind wirklich nicht alle Leistungen enthalten und möglich. Oftmals scheitert es daran, daß das Problem des Angehörigen zum Problem des Pflegepersonals gemacht werden soll.

Bevor ich nun erschlagen werde: Das ist leider nur das, was ich seit der Klinikprivatisierung sehe und täglich erlebe.

Meine Pflege hat sich nicht verändert, aber die Leistungen , die die Patienten in den verschiedenen Klassen erhalten können sehr. Die haben oftmals wirklich nichts mit der Pflege zu tun,sondern es handelt sich oftmals bei dem Problemem um Serviceleistungen, die nicht enthalten sind, oder um zusätzliche Wünsche nach ärztlichen Leistungen, die für den Aufenthalt nicht "gekauft " wurden.
Beispiel:
Warum kann meine Verwandte nicht einfach noch ein paar Tage länger/ oder vor der OP in der Klinik liegen?
Warum kann man nicht eben mal die Ohren mitnachschauen, wenn wir doch schon mal in der Klinik sind und der Patient hätte einen Termin für den HNO Arzt nötig?
Ich möchte mal nicht näher darauf eingehen welche Leistungen insgesamt nicht gemeint sind, die zu dem jeweilige Aufenthalt im Krankenhaus gehören, von denen die Kunden gewöhnt sind, daß die früher mal einfach nebenher als Leistung erbracht wurden.

Das beginnt da, wo man meint man könne ja mal eben das Mittagessen in der Klinik noch mitnehmen, anstatt um 10 Uhr nachhause zu gehen und endet dort wo das Bett noch nicht frei ist, wenn man um 8 Uhr aufgenommen wird.

In einen Hotel, ist das so, daß ich mein Zimmer erst um eine gewisse Zeit erhalte und daß ich das um eine bestimmte Zeit räumen muß, es sei denn ich buche einen "LateCheckout."

Natürlich ist es beispielsweise verständlich, daß die Großmutter erst nach dem Dienst des Verwandten abgeholt werden kann.
Dennoch hat das mit dem Aufenthalt in der Klinik leider nichts mehr zu tun.
Der nächste kann dann nicht mehr in diesem Bett operiert werden.

Das sind so die alltäglichen Kleinigkeiten, bei denen ich mit den Angehörigen tagein, tagaus Diskusionen führen muß und die sehr zeitraubend sind.

Auf der einen Seite erwartet man eine schnelle Behandlung, auf der anderen wird nicht gesehen, daß eine schnelle Behandlung bedeutet, daß es ÜBERALL schnell gehen muß.

Diese Diskusionen führe ich zb. mindestens 10 mal täglich und lasse mich dafür oftmals regelrecht "absauen," ich bleibe natürlich freundlich, aber abändern kann ich das leider auch nicht zur Zufriedenheit der" Kunden."

Mein Berufsbild hat sich seit etwas über 2 Jahren sehr verändert, daß ich es mit früher überhaupt nicht mehr vergleichen kann.
Die Veränderung ist bei den Patienten aber noch nicht angekommen, dh. die schweben noch zwischen dem Ausdruck "Patient " und "Kunden."
Der beinhaltet jedoch mehr als man denkt.
Als die Krankenhäuser noch den Begriff " Patienten" benutzten, beinhaltete der Aufenthalt noch eine Menge persönlicher Leistungen, die der "Kunde" nicht mehr erhält."

Hoffentlich werde ich für diese Ausführung nun nicht gelyncht, denn das Personal aus dem öffentlichem Dienst wird das evtl . in diesem Ausmaß vielleicht noch nicht kennen.

Die Beschwerden häufen sich seitens der Kunden und Angehörigen seitdem zusehends und es vergeht kaum ein Tag an dem man dem Gezeter der Patienten und Angehörigen aus diesem Gründen entgeht oder an dem man sich nicht schon vorher "wegduckt", weil man weiß das man dasselbe Palawer geboten bekommen wird.

Um 10 Uhr ist also jeden Tag Palawerstunde mit Angehörigen und Verwandten, wegen der Entlassungen, auch wenn man das vorher nett angekündigt und erklärt hat, denn natürlich kann man ja mal als "hilfsbereite Krankenschwester" eine Ausnahme machen und sich nicht so nickelig anstellen. Die Alternative im Wartebereich auf den Verwandten zu warten, oder in der Cafeteria essen zu gehen, freundlich angeboten ergibt dieselbe Diskusion, denn schließlich bezahlt der Patient 10€ pro Tag und möchte dann gefälligst auch noch Mittagessen und im Bett liegen. Puh, jeden Tag ist also morgens erstmal Prügelstunde,weil die böse Schwester NUR nicht so will wie der Patient oder die Angehörigen.
Liebe Grüße Fearn



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Beitrag von sophie » Sa 5. Mär 2011, 20:16

Hallo Plüschfussel,

hast du dir auch mal die andere Seite der Medallie betrachtet......

Auch als Privatpatient eingeschoben in ein 2-Bett Zimmer als 3. "Kunde" (noch nicht mal mit Schwesternruf, der ist ja nicht vorgesehen).

Mit den Ärzten vereinbarte Entlasstermine, weil ich evtl. nicht selbst Auto fahren kann und micht abholen lassen muss. Ich bin aber so krank, dass ich einfach nicht in die Cafeteria kann, liegen muss und die Schwester komplimentiert mich raus, weil die Station ja schliesslich am WE geschlossen ist.

In 4 Wochen kein einziger Bettwäschewechsel, kein einziges Angebot für Grundpflege. Oder nach OP (gerade zurück aus dem Aufwachraum) werden "Kunden" ans Waschbecken gesetzt damit sie dort selbst die Körperpflege übernehmn sollen, in jedem Handrücken eine Braunüle mit entsprechendem Verband.
Keine Lagerung bei Kunden, wo es dringend notwendig wäre. Auf Nachfrage von Angehörigen " wir haben keine Lagerungskissen" (auf einer chirurgischen Station).

Mahlzeiten anreichen....... es wäre sicherlich noch endlos weiterzuführen.


Ich nehme jede Beschwerde ernst und versuche immer mit der Grundeinstellung in ein Gespräch zu gehen, dass der Angehörige das Beste für den BW will. Er kennt ihn ja auch schon viel länger als ich und hat wichtige Infos für mich. Meist, sind die Beschwerden auch gerechtfertigt. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen andere Gründe im Vordergrund stehn.

Sophie


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Beitrag von Caramell » Sa 5. Mär 2011, 20:18

lkjhgfd
Zuletzt geändert von Caramell am Di 22. Mär 2011, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von sophie » Sa 5. Mär 2011, 20:26

Hallo Caramell,
So kommt es einem vor.............jetzt ist wirklich ENDE! Hoffentlich finden wir schnell etwas Neues und dann sind wir kritischer.
Sicherlich habt ihr eine schwere Zeit und dafür mein Verständnis. Ich möchte allerdings auch eine Lanze brechen für die Kollegen, in dem Heim, in das dein Vater verlegt werden wird. Gebt ihnen eine Chance.......Sie können nichts für eure jetzigen Schwierigkeiten.

Sophie


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Beitrag von pegean » Sa 5. Mär 2011, 20:48

@caramell :

Das wäre ja jetzt das 3.Heim wo dann Dein Vater leben wird .
Ist für ihn bestimmt auch nicht einfach .
Hat sich denn wenigstens das Verhältnis zu Deiner Schwester gebessert ?

LG


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
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Beitrag von Caramell » Sa 5. Mär 2011, 20:48

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Zuletzt geändert von Caramell am Di 22. Mär 2011, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von iceage » Sa 5. Mär 2011, 20:58

Hallo Caramell,
es tut mir leid,wenn Du meinen Beitrag missverstanden hast,denn ich wollte Dich bestimmt nicht angreifen :sc haem :sc haem !

Nein,ich wollte eigentlich nur darauf hinaus,dass ein Heim das eigene Zuhause nie ersetzen kann und dass auch die rechtlichen Belange dort ganz anders gelagert sind,als zu Hause.
Wenn Dein Papa keine direkte Patientenverfügung hat,in der steht,dass er trotz aller bekannten Risiken selbst essen will,dann ist diese Schluckstörung im Heim ein Pflegerisiko und wenn der HA die Ernährung via PEG/Magensonde anordnet,dann müssen die Kollegen das dort tun. Solange Du nicht als Betreuer fungierst,muss Dein Papa dem Doc klipp und klar sagen,was er will,die dem Personal im Heim zu sagen bringt nichts,weil die müssen sich absichern.

Was jetzt den Umgang von Dir mit dem Personal angeht,bist Du,leider,einfache Angehörige,der man zwar zuhören wird,aber da Du keine Betreuerin bist,bleibts eben beim Zuhören. Das ist jetzt nicht böse gemeint,also bitte nicht falsch verstehen !

Sucht Euch am besten mit Deinem Papa zusammen ein anderes Heim,hierbei mehrere anschauen und Gespräche führen.
Dann den Willen Deines Papa's zu Papier bringen und bei der Betreuungsbehörde der Stadt oder nem Notar beglaubigen lassen,ne Kopie an den HA und dann Einzug in's neue Heim unter dieser Voraussetzung.

Übrigens,Dein Vorschlag mit dem Thread "anstrengendes Pflegepersonal" ist super,denn Du hast ja nun gemerkt,wie die gegenseitige Verständigung nicht funktionieren sollte. Ich wäre gespannt auf die Beiträge ;) .



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Beitrag von Caramell » Sa 5. Mär 2011, 21:01

lkhgftre
Zuletzt geändert von Caramell am Di 22. Mär 2011, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von Suse2 » Sa 5. Mär 2011, 22:22

[quote=""sophie""]Hallo Caramell,


auch mir tut es leid, von solchen Erfahrungen zu lesen.

Suse hat einen anderen Weg beschrieben, wie es mit Angehörigen sehr gut gehen kann. Dem kann ich mich nur anschliessen.

Sophie

Hallo Suse,

gibt es solche Kurse häufiger? Klingt interessant.....[/quote]
Off-Topic:

hallo Sophie

ich mach mich mal schlau ..


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Beitrag von Suse2 » Sa 5. Mär 2011, 22:41

Im KH hat mein Vater (nicht entmündigt) lange mit einer Ärztin dort geredet und wir mit ihr. Sie hat ein Schreiben an das Heim und den Hausarzt aufgesetzt. Dort steht drin dass Herr x mit allen ihm bewussten Informationen Nahrung zu sich nehmen möchte und bei einer Erstickungsgefahr fast alles untersagt, was ihn retten könnte. Es ist seine Entscheidung!

Jetzt im Heim wieder nur Kunstnahrung. Heute wieder kam eine Pflegerin und sagte, wir geben ihrem Vater nur so noch Nahrung, wir haben keine Zeit zum anreichen.
wenn ich so etwas lese/höre dann stellen sich mir alle Nackenhaare hoch,

dazu zum Verständnis eine Frage: Hat dein Vater eine Magensonde zur Ernährung oder sprechen wir von Trinknahrung??

und was dein Vater für eine Pflegestufe??

die haben doch in dem Heim nicht nur Menschen die allein essen, wo ist das Problem??

ist für mich grad nicht nachvollziehbar...

wie ist es mit einer Logopädie Verordnung, bzgl Schlucktraining mit den entsprechenden Übungen frü MA und Angehörige?? Läuft bei uns auch im Moment, verordnet durch den Neurologen--

es ging auch um wiederholte Pneumonie nach Verschlucken und es stabilisiert sich durch die Übungen richtig gut!!



Caramell, trau dich und mach den Thread auf!! :smile


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Beitrag von Caramell » So 6. Mär 2011, 01:01

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Zuletzt geändert von Caramell am Di 22. Mär 2011, 12:01, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von Caramell » So 6. Mär 2011, 01:14

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Zuletzt geändert von Caramell am Di 22. Mär 2011, 12:02, insgesamt 1-mal geändert.



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