Scheckkarte

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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doedl
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Beitrag von doedl » Di 14. Sep 2010, 07:34

Hallo Martin,

ziemlich verfahrene Situation, die Du da beschreibst.

Von der rechtlichen Lage her ist es so, dass der alte Herr bei voller Geschäftsfähigkeit eine Bankvollmacht erteilen kann- wem ist seine Sache.

Ob die Pflegekraft tatsächlich eine solche hat, weiss ich natürlich nicht; jedenfalls kennt sie den Pin der Scheckkarte. Ich bezweifle, dass die Bank irgendwelche Möglichkeiten hat, das zu unterbinden; da der alte Herr den Pin ja wohl selbst der Pflegekraft mitgeteilt hat- geschieht also alles in seinem Einverständnis.

Das Verhalten der Pflegekraft kann ich nicht nachvollziehen; unseren Mitarbeitern ist es untersagt, irgendwelche Geldgeschäfte zu tätigen.

Du schreibst- unabhängige Pflegekraft- sie ist also freiberuflich tätig. Ohne Paranoia schüren zu wollen, aber es gibt durchaus schwarze Schafe, die die Abhängigkeit einsamer alter Menschen ausnutzen. Da offensichtlich kein Pflegedienst integriert ist, kann die Dame also all das tun, was Du beschreibst: Konto abräumen, für sich selbst Geld auf die Seite schaffen usw.

Was kannst Du tun:

Grundsätzlich kann jeder einen Antrag auf Einrichtung einer Betreuung beim Amtsgericht stellen- das Procedere ist so, dass das Gericht einen Gutachter schickt, der feststellen soll, ob der alte Herr noch geschäftsfähig ist oder nicht.

Vorab würde ich Kontakt mit dem Hausarzt Deines Angehörigen aufnehmen, um zu eruieren, ob der Arzt den Eindruck hat, dass der alte Herr nicht mehr entscheidungsfähig ist.

Verneint er dies, dann besteht wenig Aussicht auf ein Betreuungsverfahren.

Letztlich ist es ja so, dass der alte Herr bei voller Geschäftsfähigkeit mit seinem Geld tun und lassen kann, was er möchte.

Was den Verhaltenscodex angeht:
Wurde die Pflegekraft von einer Firma entsandt oder ist sie tatsächlich als Selbständige tätig? Wenn eine Firma die Finger im Spiel hat, könntest Du Dich dort beschweren- ob es was bringt- keine Ahnung!

Vielleicht fällt anderen Usern noch was Nützliches ein.

Gruß Doedl


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*Angie*
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Beitrag von *Angie* » Di 14. Sep 2010, 08:16

Also - diese PIN-Nummern-Situation hatte ich ähnlich mit meiner kürzlich verstorbenen Freundin.
Wenn jemand die Bankkarte mit PIN rausgibt ist es für die Bank in Ordnung, weil man im Auftrag des Kontoinhabers handelt.

Ich kann mich Dir, doedl, nur anschließen.
NOCH gehört das Geld dem alten Herrn und was er damit tut und was nicht ist ganz allein seine Sache.

Was mir noch einfällt:
Ich würde zum Kundenbetreuer der Bank gehen und ihm sagen, er möge BITTE mal ein Auge auf die Kontobewegungen des Kontos dieses Herrn haben und schauen, ob da erheblich mehr Geld abgehoben wird in der letzten Zeit.
Du kannst ihm Deine Befürchtung ja sagen und ihn bitten, dass er (sollte es zu vermehrter Abhebung gekommen sein) den alten Herrn direkt anschreibt und ihn darauf hinweist bzw aufmerksam macht (sofern er das als Bankmensch tun darf).

Ansonsten würd ich auch klären, ob die Dame das Jobtechnisch darf - was aber darauf hinauslaufen kann, dass eine andere Pflegerin zu ihm kommt und die JETZIGE Dame dann als Privatperson seine "Geschäfte" tätigt.

Vertrackte Situation.


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thomas09
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Beitrag von thomas09 » Di 14. Sep 2010, 10:19

Liebe Angie,
Ich würde zum Kundenbetreuer der Bank gehen und ihm sagen, er möge BITTE mal ein Auge auf die Kontobewegungen des Kontos dieses Herrn haben
das würde ich als zunächst mal als Unverschämtheit und Einmischung in mein Privatleben sehen.

Auch wenn jemand Älter ist, hat per se niemand das Recht einfach sich mal einzumischen wie der sein Geld ausgibt. Du kommst ja auch nicht auf die Idee bei einem 50ig jährigen eben mal zur Bank zu gehen weil der plötzlich 3x in Urlaub fährt und sich nen dicken Wagen kauft?

Oder, lass es mich mal drastisch sagen, beim Hausarzt vorbeizuschauen, um mit ihm zu besprechen ob der noch alle Tassen im Schrank hat, wenn er sein Geld ausgibt und da nicht besser ne Betreuung angeleiert wird. Na schöne Aussichten fürs Älter werden.

Ich möchte auch wenn ich Älter bin, dass es Respektiert wird wem ich mein Vertrauen schenke und evtl. zu Bank schicke.

Ich wüsste auch nicht, was per se dagegen sprechen sollte, dass eine Pflegekraft oder sonstige Person, bei einer voll geschäftsfähigen Person, am Bankautomaten vorbei fährt und etwas Geld mitbringt? Anhand der Kontoauszüge kann der Pat. ja kontrollieren was raus geht.

Don Martin schreibt, der Mann ist gehbehindert, sonst nichts!



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*Angie*
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Beitrag von *Angie* » Di 14. Sep 2010, 13:50

Hallo Thomas,
im Grunde hast Du natürlich uneingeschränkt recht.
Aber: Im Ausgangsbeitrag klang nicht nur durch dass der Mann gehbehindert ist sondern auch
und eine für ihn attraktive Pflegekraft.

Wie alle sind nur Menschen und wissen sicher auch, wie schnell sich alte Menschen mitunter um den Finger wickeln lassen - und dann werden sie ausgenutzt. Und der TE möchte als Angehöriger, soweit ich erkennen kann den Herrn davor schützen, dass "jemand" irgendwann mit seinem Geld über alle Berge ist.
Sicher kann er sein Geld auch verschenken, aber als Angehöriger würde ich auch etwas drauf gucken, denn vielleicht benötigt der Herr auch zukünftig noch Geld für eine evtl stationäre Pflege - wer weiß das?

Das entnehme ich an Besorgnis aus dem Beitrag.

Vertrauen ist gut, kann aber auch in Blauäugigkeit enden und etwas Kontrolle daher manchmal vielleicht (zum Schutze vor möglichem Nepp) angezeigt.

:wave


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Beitrag von iceage » Di 14. Sep 2010, 15:08

[quote=""Don Martin""]Ich bin Angehöriger eines alleinwohnenden alten Herrn. Er hat Pflegestufe 1, Gehbeschwerden und eine für ihn attraktive Pflegekraft.

Sie hebt mit seiner Scheckkarte für ihn am Automaten ab. Gegenüber seinen Kindern, die nun auch schon in der zweiten Lebenshälfte sind, verhält er sich agressiv und beschimpft sie. Beschönigend zusammengefasst ist die Grundaussage: „Ich bin voll geschäftsfähig. Wer zweifelt, wird enterbt ...”. In Wirklichkeit kann er das wohl nicht so machen, aber seine Anwürfe reichen aus, das Familienklima zu ruinieren.

Mir scheint, an der psychosozialen Konstellation lässt sich nicht mehr viel ändern, aber vielleicht müssten praktische Fragen geklärt werden, ob er nun kooperiert oder nicht:

Was von dem vermutlich gut ausgestatteten Konto abgehoben wird, wissen nur er und die Pflegekraft. [/quote]

Hallo Ihr Lieben, also wenn ich mir das oben zitierte so durchlese,scheint mir da eher eine familiäre Zwistigkeit der Grund der "Besorgnis" zu sein. Nichts desto trotz hat in meinen Augen kein Angehöriger das Recht,sich in die höchst privaten und finanziellen Belange des Vaters einzumischen,wenn denn der Betreffende geistig fit ist und seinen Ruhestand genießen möchte ! Wenn der Pflegebedürftige der Meinung ist,sich privat eine Pflegekraft leisten zu wollen und die Beiden sich gut verstehen,was ist daran nun falsch ? Hier entsteht der Eindruck,zumindest für mich,dass schlichter Neid mit im Spiel ist,aber wie gesagt und das möchte ich betonen,es ist lediglich mein Eindruck. Bitte Don Martin,vielleicht erstmal die Zukunftsplanung des Vaters erkunden und ein ruhiges Gespräch mit ihm und im Anschluss auch im Beisein der Kollegin führen und dann beurteilen,ob ein Eingreifen angebracht ist.
Zuletzt geändert von iceage am Di 14. Sep 2010, 17:25, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Nach nettem Hinweis auf meine Wortwahl...



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Beitrag von thomas09 » Di 14. Sep 2010, 15:35

@angie:
Und der TE möchte als Angehöriger, soweit ich erkennen kann den Herrn davor schützen, dass "jemand" irgendwann mit seinem Geld über alle Berge ist.
Die Sorge in allen Ehren, aber bitte nicht damit, dass angeraten wird hinter seinem Rücken bei der Bank zu spionieren oder mit dem Arzt was zu drehen.

Zunächst muss geklärt sein, ob er weiß was er tut? Überbllickt er seine finanziellen Geschäfte, also Konto?

Und wenn er eine Frau attraktiv findet und sich finanziell erkenntlich zeigt - so what?
Ist das ab einem bestimmten Alter verwerflich?



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doedl
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Beitrag von doedl » Di 14. Sep 2010, 19:16

[quote=""thomas09""]@angie:
Und der TE möchte als Angehöriger, soweit ich erkennen kann den Herrn davor schützen, dass "jemand" irgendwann mit seinem Geld über alle Berge ist.
Die Sorge in allen Ehren, aber bitte nicht damit, dass angeraten wird hinter seinem Rücken bei der Bank zu spionieren oder mit dem Arzt was zu drehen.

Zunächst muss geklärt sein, ob er weiß was er tut? Überbllickt er seine finanziellen Geschäfte, also Konto?

Und wenn er eine Frau attraktiv findet und sich finanziell erkenntlich zeigt - so what?
Ist das ab einem bestimmten Alter verwerflich?[/quote]

Hallo Thomas,

ich würde mir eine weniger emotionale, dafür sachlichere Diskussion wünschen!

Gruß Doedl


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Beitrag von *Angie* » Mi 15. Sep 2010, 09:20

Hallo Thomas!

Versuche ich mich also mal in den TE hineinzuversetzen und ihm NICHT zu unterstellen, dass es ihm um das "Erbe" geht und gehe davon aus, meine Mutter hätte noch einiges an Geld und ich als Tochter komme so über die Runden. Gehe ich davon aus, dass ich durchaus im Kopf habe, meine Mutter
würde wahrscheinlich irgendwann in ein Pflegeheim müssen ... und ich könnte es zB eben NICHT bezahlen.
Würde ich als Tochter nicht auch ein wenig ein Auge darauf haben, dass nicht jemand "Fremdes" mit viel Charme vielleicht meiner Mutter ihr Geld aus der Tasche zieht ... und würde ich nicht versuchen sie aufmerksam zu machen, dass sie da besser aufpassen sollte? ich würde auch nicht sagen:"Okay, verschenk alles an Menschen die dich anlächeln. Wenn es so sein sollte, dass du mal pflegebedürftig bist werde ich selbstverständlich dann mein Haus verkaufen um deine Pflege bezahlen zu können"
Wenn sie nichts hätte, wär das für mich eine ganz andere Sache und keine Frage, ob ich alles verkaufen würde was ich hab, damit es ihr so gut wie möglich ginge. Aber nicht wenn sie es selbst bezahlen könnte und ihr Geld aus Jux und Dollerei verschenkte ...
Anders wäre es für mich, wenn sie sich selbst was gönnen würde - zB eine Begleitperson zB für Reisen bezahlt oder so und sich damit ihre Lebensträume erfüllt.

Glücklicherweise (winke, Mama!) komme ICH nicht in solche Situationen, denn meine Mutter seit fast 14 Jahren tot.

Es geht ja hier im Thema um ein "Vielleicht" - weder unterstelle ich dem TE dass er um "sein" Erbe besorgt ist, noch unterstelle ich dem alten Herrn "unzurechnungsfähig" zu sein oder der "netten Dame", dass sie wirklich mehr abhebt als sie soll oder sich ihre Nettigkeit extra bezahlen läßt.

Enkeltrick hier, Betrug dort ... und man liest es immer wieder ... Und wer schützt die alten Menschen? NIEMAND! Und sorgt sich wer, wird ihm Neid und "Angst ums Erbe" unterstellt. Traurig.
wird hinter seinem Rücken bei der Bank zu spionieren
Das hast Du falsch verstanden. Ich habe lediglich geraten, dem Menschen der das Konto führt zu bitten, ein Auge drauf zu haben und WENN es zu ominösen Abhebungen kommt (jeder Mensch hat ja sein eigenes Konsum-Verhalten und auch eines mit seinem Konto umzugehen) den alten Herrn per Brief darauf aufmerksam zu machen -> PUNKT!
Das ist weder Spionage noch ist es gegen irgendwelchen Datenschutz, sondern es wäre lediglich eine BITTE.
Und wenn er eine Frau attraktiv findet und sich finanziell erkenntlich zeigt - so what?
Ist "in Maßen" und ab und zu okay.
Man kann sich auch erkenntlich zeigen, ohne finanzielle Zuwendungen. Man kann zB mal ein paar Pralinen oder n paar Blümchen mitbringen lassen ...
Ist das ab einem bestimmten Alter verwerflich?
Sicher nicht, aber das steht hier gar nicht zur Diskussion.

LG
Zuletzt geändert von *Angie* am Mi 15. Sep 2010, 09:30, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag von DollscheVita » Mi 15. Sep 2010, 11:12

Hierzu gab es gestern eine interessante Dokumentation:

45 Min.Betreut und betrogen - NDR
Aber auch wie engagierte Betreuer vor Schaden bewahren.
Lohnt sich m. E. anzuschauen, geht nicht um sensationslüsterne Berichterstattung.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/index.html


LG - DollscheVita -

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Beitrag von thomas09 » Mi 15. Sep 2010, 13:30

Liebe Angie,

in allen Ehren, aber du konstruierst einen völlig neuen Fall um den hier geschilderten zu begründen - oder wie soll ich das verstehen?

Du schreibst:
Wenn und hätte und würde und vielleicht
Alle sehr hypothetisch - hier wird aber eine konkrete Situation geschildert.
Es ist auch nicht die Mutter
und auch du hättest, wie niemand dein Haus verkaufen müssen
Anders wäre es für mich, wenn sie sich selbst was gönnen würde - zB eine Begleitperson zB für Reisen bezahlt oder so und sich damit ihre Lebensträume erfüllt.
Wenn er/sie also sein Geld verprassen würde wie du dir das vorstellen würdest, dann wäre das o.k. Dann würdest du dein Haus verkaufen?
Wenn er/sie sein selbst verdientes Geld ausgibt wie er/sie will dann nicht?
Hmmmmm :confused:
Ich habe lediglich geraten, dem Menschen der das Konto führt zu bitten, ein Auge drauf zu haben und WENN es zu ominösen Abhebungen ...
Aber doch hinter seinem Rücken? Das wäre für mich ein massiver Vertrauensbruch, egal in welchem Alter.
Man kann sich auch erkenntlich zeigen, ohne finanzielle Zuwendungen. Man kann zB mal ein paar Pralinen oder n paar Blümchen mitbringen lassen ...
Das kann schon sein, aber das möchte ich doch bitte selbst entscheiden, egal wie alt ich bin.

Versteht mich nicht falsch. Mein Plädoyer heißt nicht: Jeder soll machen was er will.
Keinen gehts was an.
Kümmert euch nicht um Andere oder alte Menschen.

Nein, mein Plädoyer geht dahin:
Kümmert euch, aber mit Vorsicht.
"Entmündigt" keinen Menschen nur weil er alt ist und weil ICH meine, dass ER anderst Handeln sollte, weil ICH es anderst machen würde.

Kümmert euch um eure Mitmenschen MIT demjenigen den es Betrifft und nicht an ihm vorbei, nur weil ICH meine er müsste es anderst machen.

Zugegeben das ist schwer Auszuhalten.

Die Kernfrage für mich ist:
Ist der Betroffene geistig so fit, dass er seine Geldgeschäfte überblick?
Welches Vertauensverhältnis besteht zu mir und kann ich mit ihm darüber reden?
Kann er es Erfassen was wir bereden?
Was ist meine Motivation dabei?

Wie schon geschrieben, es gibt auch jüngere Menschen die ihr Geld verkloppen. Solange das im (voll)besitz seiner geistigen Kräfte geschieht ist dagegen, egal wie alt, nichts auszusetzen, auch wenn ICH das nicht für Gut befinde.

Zugegeben, bei einem Menschen mit erkennbarer Demenz, würde ich mich wahrscheinlich auch eher mehr einbringen.



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Beitrag von iceage » Mi 15. Sep 2010, 16:25

[quote=""Don Martin""]Ich bin Angehöriger eines alleinwohnenden alten Herrn. Er hat Pflegestufe 1, Gehbeschwerden und eine für ihn attraktive Pflegekraft.

Sie hebt mit seiner Scheckkarte für ihn am Automaten ab. Gegenüber seinen Kindern, die nun auch schon in der zweiten Lebenshälfte sind, verhält er sich agressiv und beschimpft sie. Beschönigend zusammengefasst ist die Grundaussage: „Ich bin voll geschäftsfähig. Wer zweifelt, wird enterbt ...”. In Wirklichkeit kann er das wohl nicht so machen, aber seine Anwürfe reichen aus, das Familienklima zu ruinieren.

Mir scheint, an der psychosozialen Konstellation lässt sich nicht mehr viel ändern, aber vielleicht müssten praktische Fragen geklärt werden, ob er nun kooperiert oder nicht: .[/quote]

Hallo,laßt Euch doch mal den Beitrag,ohne den letzten Absatz,deswegen fehlt der hier,ganz in Ruhe durch den Kopf gehen ! Einfach mal 1 und 1 zusammenzählen und Eure Lebenserfahrung miteinbeziehen,dann kommt Ihr und vielleicht auch der TE,zum richtigen Schluß,was hier schief geht.
Im Übrigen kann ich thomas09 nur zustimmen :yo :yo .



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Beitrag von doedl » Mi 15. Sep 2010, 18:29

Hallo Iceage

in solche Passagen kann ich rein interpretieren, wozu ich immer lustig bin!

Ehrlich gesagt, interessieren mich die Familienzerwürfnisse auch wenig. Mir gehts drum aufzuzeigen:

Grundsätzlich steht es einem alten Menschen frei, mit seinem Geld zu machen, was er möchte

Grundsätzlich gibt es nicht nur wohlmeinende uneigennützige Menschen

Und letztlich: meine Erfahrung sagt mir, dass alte Menschen äusserst manipulierbar sind, wenn sie- die leider so vermisste- Nähe, Freundlichkeit, Zuwendung erfahren. Aus welcher Motivation letzteres kommt, kann und will ich nicht aus der Ferne beurteilen.

Gruß Doedl


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Beitrag von thomas09 » Mi 22. Sep 2010, 13:02

dass alte Menschen äusserst manipulierbar sind, wenn sie- die leider so vermisste- Nähe, Freundlichkeit, Zuwendung erfahren.
Du hast ja Recht - völlig. Wo fängt aber der alte Mensch an?

Sind wir nicht alle für das oben Genannte empfänglich???



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Beitrag von iceage » Mi 22. Sep 2010, 13:45

Hallo,also ehe wir hier nun lange auf irgendwelchen Theorien rumlutschen oder uns beim Verteidigen der eigenen Meinung gegenseitig die Köppe einhauen...hat schon jemand bemerkt,dass der TE sich vornehm zurück hält und nicht mal Zusatzinfos einstreut ? Ich denke mir ja so,vielleicht hat der Don Martin den einen oder anderen Wink mit der Zaunlatte verstanden und beherzigt :confused: ?



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Beitrag von Regina Dettenrieder » Mi 22. Sep 2010, 14:24

Bestimmt hat der Themenstarter Don Martin die für ihn wichtigen und richtigen Gedanken und Anregungen den sachlichen Beiträgen, um die er ausdrücklich gebeten hat, aufgenommen. Bei weiterem Bedarf steht das Forum ja jederzeit zur Verfügung.

Regina Dettenrieder



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Beitrag von doedl » Sa 25. Sep 2010, 17:38

[quote=""thomas09""]
dass alte Menschen äusserst manipulierbar sind, wenn sie- die leider so vermisste- Nähe, Freundlichkeit, Zuwendung erfahren.
Du hast ja Recht - völlig. Wo fängt aber der alte Mensch an?

Sind wir nicht alle für das oben Genannte empfänglich???[/quote]

Jepp, jeder ist manipulierbar!!!

Allerdings- je abhängiger ich bin, desto manipulierbarer bin ich.

Iceage- wo siehst Du denn Köppe rollen? ggggg Solche Diskussionen machen doch Spaß.... der Themenstarter hat sicherlich- wie Regina schon sagt- seine Schlüsse gezogen; aber es bleibt doch ein spannendes Thema.

Grüßle Doedl


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