pflegekraft hat sich Geld geliehen

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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Griesuh
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AW: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von Griesuh » Fr 12. Mai 2017, 10:31

Es geht hier nicht um die Beschneidung eigener Entscheidungen, es geht hier um die Vermeidung von übervorteilungen, erpressbarkeit und Betrug.
da kannst du dich wenden wie du willst thomas.

Es ist ein Unding, wenn sich Pflegekräfte von Personen, die von Ihnen abhängig sind, Geld ausleihnen.
Und dass es diese Reglungen gibt ist gut so.


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AW: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von Sa-Biene » Fr 12. Mai 2017, 12:09

Ich bezweifle, dass jemand von mir abhängig ist, nur weil ich ihm die Strümpfe ausziehe oder den Rücken wasche.



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Griesuh
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AW: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von Griesuh » Fr 12. Mai 2017, 13:27

In dem augenblick, in dem sich ein Pflege - und oder Hilfebedürftiger in die Obhut einer Pflegekraft begibt, und sei es nur durch KS Anziehen, steht er und die Pflegekraft in einem Abhängigkeitsverhältnis.

lch verstehe nun wirklich euere Einstellung, zum Thema Pflegekraft leiht sich Geld von einem ihr anvertrauten Pflegebedürftigen , absolut nicht mehr.

Und da könnt ihr noch so viele angebliche Argumentationen an den Haaren herbeiziehen.
Dass sich Pflegekräfte von ihren Kunden, Patienten und oder Bewohner Geld leihen ist ein absolutes NO GO.


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AW: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von Sa-Biene » Fr 12. Mai 2017, 14:54

Griesuh, Geldleihen von Kunden geht nicht - aus verschiedenen Gründen. Aber nur weil jemand einen Vertrag mit einem Pflegedienst hat, ist er nicht automatisch nicht mehr geschäftsfähig!

Das was einige (auch mich) hier stört, ist der Eindruck, dass man, nur weil man Pflege benötigt, offenbar plötzlich keine Entscheidungen mehr treffen können soll.

Ich habe bewusst Kunde geschrieben, denn es besteht eine Geschäftsbeziehung zwischen dem Leistungsnehmer und dem Leistungsgeber. Ein Abhängigkeitsverhältnis existiert also definitiv, aber meinem Empfinden nach in umgekehrter Richtung wie in deiner Argumentation.



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Beitrag von Griesuh » Fr 12. Mai 2017, 15:49

Sa-Biene: wo habe ich das jemals geschrieben---

Aber nur weil jemand einen Vertrag mit einem Pflegedienst hat, ist er nicht automatisch nicht mehr geschäftsfähig! ---

Nirgends.

Soweit sind wir uns ja einig.
Es besteht jedoch ein Abhängigkeitsverhältnis


Jedoch besteht dieses in BEIDE Richtungen.
Der Kunde erhoft sich evtl. dadurch eine bessere versorgung durch diese Kraft, bzw. die Kraft wird erpressbar und es kann ausgipfeln wie von mir beschrieben.


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AW: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von *Angie* » Sa 13. Mai 2017, 17:13

Betonung liegt auf K A N N. Wie gesagt, für mich käme das so auch nicht infrage.......... Aber : darf dann auch eine Erzieherin in einem Kindergarten kein gemaltes Bild mehr annehmen? Das Kind steht ja auch in einem Abhängigkeitsverhältnis und könnte sich eine besondere oder bessere Behandlung erhoffen ;) .... Ich wünschte mir, man hätte in diesem unserem Lande nicht immer nur dieses "in-Erwartung-des-schlimmstmöglichen"-Denken. 48 Millionen Regularien für 48 Millionen möglicher Möglichkeiten und null Vertrauen mehr in irgendwen. Naja "Pflegekraft erschlich von Pflegebedürftigem Darlehensvertrag" macht sich auf der BxLD ja auch gut. "Pflegebedürftiger vergab Darlehensvertrag an Pflegekraft und bekam PÜNKTLICH alles zurück" würde hier niemals thematisiert. .....ich bin übrigens auch sehr abhängig von meinem Stromanbieter und davon, dass mein KFZ-ler meine Radmuttern wieder richtig befestigt.... Meine Güte - ich würde jedenfalls lieber ner zuverlässigen netten Pflegerin n Darlehensvertrag geben und das Risiko eingehen es nicht zurück zu bekommen als es für Ätz-Erben zu lassen die sich Null kümmern und es dann bekommen, nur weil genetische Verwandtschaft besteht. Und wenn ich mein Geld bei voller Zurechnungsfähigkeit in Streifen schneide, im Klo runterspüle oder es von nem Hochhaus regnen ließe.... es ist meine Entscheidung.


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AW: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von Griesuh » Sa 13. Mai 2017, 18:37

Kinner's, sorry aber eben kommt ihr Kilometerweit vom Thema ab.
Deshalb steige ich hier aus der Diskussion aus.


Gute Pflege braucht mehr Zeit

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Re: AW: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von floh0609 » Mo 19. Jun 2017, 10:37

doedl hat geschrieben:
Sa 6. Mai 2017, 21:28
Möglicherweise weiss der Vorgesetzte garnicht, was diese Pflegekraft tut.

Ich würde mit dem Geschäftsführer Kontakt aufnehmen.

Bei uns wäre das ein Grund für ne Kündigung. ..
So für alle die es interessiert.
Besagte Pflegekraft wurde letzten Donnerstag zum Chef bestellt. Da sie zwar unregelmäßig aber eben doch die raten zahlt (es sind 2 Patienten wo sie sich Geld geliehen hat)......bekam sie vom Chef einen erhobenen Zeigefinger und ein du du du (das macht man nicht) und eine Abmahnung. Was der chef nicht weiss ist dass sie einen riesen schuldenberg hat und die ratenzahlung nicht beenden wird.Jetzt lacht sie drüber und findet es lustig.
Es ist eben pflegenotstand und da geht eben alles. Traurig. Ich danke euch trotzdem für eure vielen Beiträge.



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doedl
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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von doedl » Mo 19. Jun 2017, 11:33

Und warum sagt dem Geschäftsführer niemand, was da wirklich abgeht?


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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von *Angie* » Mo 19. Jun 2017, 20:48

Das frage ich mich allerdings auch - und ich frage mich auch, wieso Du als Kollege (reine Verständnisfrage) so gut Bescheid weißt über die finanziellen Verhältnisse? Weißt Du das vom Hörensagen oder kennst Du die Kontoauszüge dieser Mitarbeiterin? Vielleicht wäre ja auch eine Möglichkeit, dieser Mitarbeiterin Hilfe anzubieten zB für einen Gang zu einer Schuldnerberatung - auch damit sie es nicht mehr nötig hat, Klienten anzupumpen? Weißt Du wie hoch die Frau verschuldet ist und warum?


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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von floh0609 » Di 20. Jun 2017, 06:39

Ja ich weiss wie hoch sie verschuldet ist, sehr hoch....6nd ja sie ist dabei privat Insolvenz zu beantragen, aber da sind diese 2 Sachen nicht mit drin, was keiner versteht. Naja ich hoffe dass sie alles auf die reihe bekommt



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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von Sa-Biene » Di 20. Jun 2017, 14:55

Sorry, aber wenn ich Privatinsolvenz beantragen würde, wüssten meine Kollegen garantiert nicht, dass ich das a) tue und b) was da drin steht und was nicht. Mal davon abgesehen, dass ein Auslassen von Verpflichtungen das ganze Verfahren hinfällig machen würde.



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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von floh0609 » Di 20. Jun 2017, 15:11

Alle denk ich wissen das. Sie hat es so erzählt und dass sie die Darlehen da n7cht drin sind,weil sie die ja abzahlt. Ich kenne mich damit nicht aus. Wieso sollte das Verfahren dann hinfällig werden?



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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von Sa-Biene » Di 20. Jun 2017, 15:26

Weil die Angaben über die Verbindlichkeiten dann nicht korrekt sind.



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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von pegean » Di 20. Jun 2017, 19:57

Sa-Biene hat geschrieben:
Di 20. Jun 2017, 14:55
Sorry, aber wenn ich Privatinsolvenz beantragen würde, wüssten meine Kollegen garantiert nicht, dass ich das a) tue und b) was da drin steht und was nicht. Mal davon abgesehen, dass ein Auslassen von Verpflichtungen das ganze Verfahren hinfällig machen würde.
Du bist Dir sicher das aus Deinem Familien/Freundes/Bekannten/Nachbarschafts-kreis niemand diese Website kennt :

https://www.insolvenzbekanntmachungen.d ... l_suche.pl ?

Jeder Beginn einer Insolvenz muß veröffentlicht werden ! Und sehr oft steht auch geschrieben wie sehr der Schuldner überschuldet ist .


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von überflüssig » Mi 21. Jun 2017, 06:26

Wer forstet denn solche Seiten durch? ...irgendwie schräg...
Ich jedenfalls habe kein Interesse daran, ob jemand in meinem Kollegen, -Freundes, Bekanntenkreis Insolvenz beantragt hat, es sei denn er/sie erzählt es mir.
Es geht mich schlichtweg nichts an.
VG überflüssig



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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von doedl » Mi 21. Jun 2017, 08:22

Also Leute,

sollte jemand in unserer Sozialstation von Patienten Geld leihen, hätte er/ sie ein gewaltiges Problem mit mir!

Es geht garnicht, dass eine berufliche Bekanntschaft mit i.d.R. hilfsbedürftigen Menschen für private Zwecke ausgenutzt wird.

Ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass jemand in unserem Team schweigen würde, wenn er Kenntnis von solchen Dingen bekäme. Jedem ist der Ruf unserer Sozialstation sehr ans Herz gewachsen und ein faules Ei in der Mannschaft diskreditiert nicht nur die Einrichtung, sondern jeden anderen Mitarbeiter. Von daher echt undenkbar- sowohl was das geschilderte Verhalten der Mitarbeiter, wie auch das Verhalten der Geschäftsführung angeht.

Gruß Doedl


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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von thomas09 » Mi 21. Jun 2017, 11:23

Hallo doedl,
ich dachte eigentlich, dass wir über diese Argumentation mittlerweile in diesem thread hinaus wären.
Natürlich würde ich aus Sicht eines AG genauso argumentieren und versuchen jegliche unbill als AGvertreter von meinem AG abzuhalten.
Ich denke auch, dass in vielen threads deutlich gemacht wurde, dass Geld leihen bei Kunden keiner für Gut hält oder sogar noch unterstützen würde.

Was mich allerdings ganz gewaltig stört ist, dass jetzt schon wieder jeder Dienstleistungsempänger als "i.d.R. hilfsbedürftig" klassifiziert wird.

Ich behaupte dass viele Menschen lediglich hilfebedürftig und nicht hilfsbedürftig sind und sie entweder selbst oder mit Angehörigen sehr wohl über ihr Leben selbst entscheiden sollten und können und nicht (Achtung Sarkasmus) der aus dem Bettholer, Strumpfanzieher und Hosenhochzieher.

Nochmal - ich gebe mit dem Auftrag mir Strümpfe anzuziehen kein Mandat sich in mein Leben einmischen zu dürfen, egal wie alt ich bin.
Das gebe ich auch keinem Elektriker, Fliesenleger, Installateur, Maler, Bodenleger etc. den ich in meine Wohnung einlade und einlasse.

Generell:
Ein behutsames, vorsichtiges Gespräch mit dem Dienstleistungsnehmer um mir als AGvertreter ein Bild zu machen - ja klar - aber nicht mit der Einstellung
so geht das nicht, da muss ich jetzt was tun, ich muss den Kunden vor sich schützen, mit meinen eigenen, persönlichen moralischen Vorstellungen.

Da erwarte ich mir, dass sich derjenige der meint sich einschalten zu müssen, es sollten meiner Meinung nach ganz klar erfahrene Vorgesetzte sein, ganz genau seine Motivlage hinterfragt.
Will ich primär Schaden von meinem AG abwenden und von mir als Vorgesetzte/r
oder
versuche ich eine Lösung aus Sicht des Kunden zu finden.
und
bin ich bereit auch eine Situation auszuhalen, wenn der Kunde sich entscheidet meinem Rat und wie ich es gern hätte nicht zu folgen, auch wenn der Kunde dadurch evtl. sogar einen hier finanziellen Schaden "erleidet"?

Hilfe anbieten, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt und GEMEINSAM versuchen ein möglichst günstige Lösung für beide Seiten zu finden.

Darf ich mich als PD soweit in das Leben eines Menschen einmischen oder muss ich das sogar?
Ich plädiere in diesem thread immer wieder dafür bevor ich in Aktion trete und was auslöse, was ich vielleicht selbst nicht überblicke, mich und meine Motivation dreimal oder öfters zu hinterfragen und mit entsprechenden Menschen, Kollegen, Vorgesetzten oder/und Eltern, Großeltern (entsprechendes Alter) zu sprechen und die mal zu Fragen, was sie in so einer Situation denken würden, wenn eine wildfremde "Strümpfeanzieherin" sich so in ihr Leben einmisschen würde.

Provokation: Es laufen mir viel zu viel Anderen gutmeinende Menschen vorallem in der Pflege herum, die oftmals Probleme haben ihr eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen, aber anderen gute Ratschläge geben wollen.

Man Verzeihe mir die etwas zugespitzte Wortwahl, schien mir zur Verdeutlichung angebracht.

Als AG würde ich mich genauso über die AN aufregen und dieser ein klare Ansage machen,
wie evtl. als Kunde, wenn sich da jemand einmischt.



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doedl
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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von doedl » Mi 21. Jun 2017, 12:15

Hallo Thanos,

i.d.R. hilfebedürftig- so hatte ich es auch gemeint.

Zur Frage der Bevormundung oder Einmischung:

ein wildfremder Strümpfeanzieher, wie Du es bezeichnest, hat sich nicht in das Leben von Menschen einzumischen, nur weil er diesen Hilfestellung in Dingen gewährt, die sie nicht mehr selbst können und für die sie bezahlen- völlig d´accord.

Ein wildfremder Strümpfeanzieher hat sich aber auch nicht in das finanzielle Leben von Menschen.... einzumischen, indem er sich dort Geld leiht- möglicherweise sogar im Wissen, dieses nie mehr zurück zahlen zu können!

Bei aller Selbstbestimmung jedes einzelnen Individuums- es gibt einfach Dinge, die gehören sich nicht- mehr noch:

Wenn ich Kredit aufnehme im Wissen, diesen nicht zurück zahlen zu können, ist dies eine Straftat und nennt sich Eingehungsbetrug.

Gruß Doedl


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Re: pflegekraft hat sich Geld geliehen

Beitrag von thomas09 » Mi 21. Jun 2017, 13:10

Hallo doedl,
ich glaube du meinst mich und nicht Thanos?

Wieder ein wenig zugespitzt und etwas provozierend:
Bei aller Selbstbestimmung jedes einzelnen Individuums- es gibt einfach Dinge, die gehören sich nicht- mehr noch:
ja und nun. Das ist eine moralische Kategorie, die in Teilen die Gesellschaft aber auch und vor allem meine Erziehung und Sozialisation festlegen und kann per se kein Kriterium für das Handeln für einen anderen Menschen sein. Klar hat seine Grenzen.
Wir erleben täglich, dass Menschen Dinge tun die sich nicht gehören, privat wie dienstlich - ja so ist das.
Deshalb kann ich aber meine persönlichen Moralvorstellungen nicht generell als Kriterium für andere Menschen anlegen.
Wenn ich Kredit aufnehme im Wissen, diesen nicht zurück zahlen zu können, ist dies eine Straftat und nennt sich Eingehungsbetrug.
dies ist die strafrechtliche Komponente - auch hier wieder - ja und nun?
Muss sich ein PD darüber Gedanken machen.
Dafür haben wir einen Staat(sanwaltschaft) der dieses verfolgt.

Das habe ich mein ganzes Leben bisher entschieden ob ich das Risiko eingehen möchte oder nicht.
Und wieder
nur weil ich meine Strümpfe nicht mehr anziehen kann und evtl. über 70 bin darf ich das plötzlich keinen Bockmist mehr in meinem Leben machen und es fühlen sich plötzlich Menschen, die meine Enkel sein könnten
wohlgemerkt ohne einen Auftrag von mir
mich davor Bewahren zu müssen?
Ein wildfremder Strümpfeanzieher hat sich aber auch nicht in das finanzielle Leben von Menschen.... einzumischen, indem er sich dort Geld leiht- möglicherweise sogar im Wissen, dieses nie mehr zurück zahlen zu können!
wohlgemerkt wieder etwas provozierend:
und das bestimmst du?
Mit welchem Auftrag?

Nochmal mir geht es mitnichten darum dieses Verhalten des MA zu verteidigen oder sogar für Gut zu befinden, im Gegenteil.

Mir geht es lediglich darum den Blickwinkel des älteren/alten Menschen einzunehmen, der sich die Dienstleistung Strümpfeanziehen einkauft und sich damit evtl. einen quasi Vormund ins Haus holt.
Mir geht es darum, für den Blickwinkel des Kunden zu werben und bei allen/vielen Aktionen mich als PFK immer wieder u.a. zu Fragen
a) würde ICH das so wollen?
b) würde ICH das so hinnehmen?
c) wie würde es mir dabei gehen?
d) wie hätte ich es gerne, dass man im Alter mit mir umgeht?

Mal aussen vor meine persönliche, moralische Einstellung, sowie die evtl. strafrechtliche Relevanz.
Mir geht es hier ausschließlich um den sensiblen Umgang und mich zu Hinterfragen, wenn ICH meine mich in persönliche Bereiche eines Menschen und sei es ein Kunde einmischen zu müssen.

Ich habe den Eindruck, das wird zu häufig zu wenig getan.

Ich bekomme ein mulmiges Gefühl, wenn ich solch eine Dienstleistung beauftragen müsste, da ich nicht wirklich weiß was ich mir damit Einkaufen würde.



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