Opi ißt nicht´s

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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kruemel1561
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Opi ißt nicht´s

Beitrag von kruemel1561 » Sa 15. Mai 2010, 00:58

Ich weiß nicht ob ich jetzt hier richtig bin aber ich versuche einfach mal.

Mein Opa ist 87 Jahre alt und ich wir leben zusammen, das heißt, ich pflege ihn.
Er hat die Parkinsonsche Krankheit und ich weiß, dass diese Schluckstörungen mit sich bringt.

Nun ist es so, dass er nicht´s mehr zu sich nimmt obwohl er sich alle Mühe gibt, weil ihm klar ist, das man essen muss. :confused:

Momentan trinkt er noch ziemlich gut und somit versuchen wir immer alles sehr kalorienreich zu gestalten, so z.Bsp. Eis in flüssiger Form oder Kakao mit Sahne.

Essen fiel ihm schon länger nicht mehr so leicht aber, das er innerhalb einer Woche so garnichts mehr zu sich nehmen will erscheint mir seltsam oder ist das "normal"?

Bei meiner Oma, die im November gestorben ist, fing das auch so an. Sie hatte auch die Parkinsonsche Krankheit.Hat das essen nur noch im Mund hin und her geschoben. Leider hatte sie aber keine Reserven in Form von Gewicht wie mein Opi und trinken war immer ein Kampf.

Ich suche noch nach Anregungen oder anderen Möglichkeiten die sich vielleicht noch anbieten.

Anzumerken ist auch, dass er auch keine Suppen mehr will, die er früher sooo geliiiieeebt hat. Ihm schmeckt einfach nichts mehr (haben alle Lieblingsessen probiert).

Von Trinknahrung möchte ich Abstand nehmen, weil diese wiederum Verstopfungen mit sich bringen.

Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen, würde mich freuen, denn meinen lieben, geliebten Opi jetzt auch so schnell zu verlieren würde mir das Herz brechen auch wenn ich mir bewußt bin, dass man das Schicksal nicht aufhalten kann.

LG Heike



katze4377
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AW: Opi ißt nicht´s

Beitrag von katze4377 » Sa 15. Mai 2010, 09:18

Guten Morgen kruemel,

ersteinmal willkommen im Forum :)

Das dein Opa keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen will, ist der normale Krankheitsverlauf. Die meisten können aufgrund der Steifigkeit das kauen nur noch erschwert oder garnicht mehr durchführen und auch das schlucken fällt schwerer, auch kann es im Verlauf dazu führen, das der Geschmackssinn einfach nachlässt.

Das dein Opa essen will, ist doch ein gutes Zeichen :)
Versuch es doch mal mit Süssspeisen, z.B. Milchsuppen. Süsses wird in der Regel besser angenommen und du kannst auch Sahne oder Butter druntermischen. Wir benutzen im Heim auch Cargopulver, um es noch mit zusätzlichen Kalorien anzureichern. Auf jeden Fall ist es auch wichtig, das er viel trinkt.

Zusatznahrung ist auf jeden Fall auch eine gute Zusatzalternative, die es auch in verschiedenen Formen gibt ,z.B. als Trinknahrung oder Puddinge und in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Die kannst du dir auch als Probe anfordern (z.B. bei Fresenius oder Nestle). In der Regen führen sie auch nicht zur Verstopfung, sondern eher abführend.

Du solltest auch schauen, wie es mit dem Abführen bei deinem Opa klappt, denn bei Parkinsonpatienten kommt es häufig zur Verstopfung.

Eventuell würde ich dein Opa nochmal den Neurologen vorstellen, damit er die Medikamente anpasst.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen...und ich wünsche dein Opa und dir alles Gute und viel Erfolg

Lg Katja



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doedl
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AW: Opi ißt nicht´s

Beitrag von doedl » Sa 15. Mai 2010, 14:18

Hallo Krümel

ist der Hausarzt bereits eingeschaltet- sind solche Ursachen wie schlecht sitzende Zahnprothese, Druckstellen im Mund, Pilzbefall etc. bereits ausgeschlossen?

Das Problem wird sein, dem Opa die notwendigen Proteine zuzuführen; passiert dies nicht, wird der Körper an die körpereigenen Proteine gehen- sprich Muskelmasse abbauen.

Es gibt proteinreiche Pulver- entweder Magermilchpulver, Mojar- oder ihr nutzt Quark, Joghurt, um Getränke anzureichern.

Als letzte Möglichkeit wäre noch die Anlage einer PEG Sonde zu erwähnen.

Toi toi

Doedl


Wir müssen die Änderung sein, die wir in der Welt sehen wollen- Mahatma Gandhi

kruemel1561
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AW: Opi ißt nicht´s

Beitrag von kruemel1561 » So 16. Mai 2010, 00:21

An Alle einen herzlichen Dank für die promten Reaktionen!

Das mit dem pürrieren haben wir auch schon versucht, doch schmeckt ihm ja nichts. Zudem sehe ich auch, dass er das Gesicht verzieht wenn er schluckt, quasi Anlauf nimmt um zu schlucken.
Der Hausarzt kann uns auch nicht weiterhelfen und unser Neurologe vergibt einfach Medis und dann hat sich die Sache. Ich kann noch froh sein, dass er die notwendigsten, rezeptpflichtigen Rezepte ausstellt, da sich hier im Osten von Berlin(!!!) kaum noch Ärzte ansiedeln und er einer der Wenigen ist, der in unserer Nähe ist. Den Ritt mit dem Krankentransport möchte ich ihm auch nicht mehr zumuten.

Eine Magensonde will ich ihm nicht antuen, da müsste er doch auch ins Krankenhaus oder?

Die Protese sitzt leider nicht mehr fest und die Zahnärtzin meinte, dass man da auch nichts mehr machen kann. Sie wird jeden Tag gereiningt.

Sobald die Getränke etwas dicker sind, winkt mein Opi ab, insofern "muss" er morgens 1 Kakao mit Sahne trinken also werde ich die Möglichkeit von Quark oder Joghurth nicht nutzen.

Ich werde jetzt noch die Möglichkeit von proteinreichen Pulver probieren.

Ein betäubendes Etwas gibt es zufällig nicht für Schluckstörungen oder ?!

Vielen Dank nochmal an Alle!!!

LG heike



nixe5518
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AW: Opi ißt nicht´s

Beitrag von nixe5518 » So 16. Mai 2010, 10:19

Hallo krümel

Hast du schon mal nach einer ntzündung im Hals oder Mundschauen lassen? Einen Soor vielleicht? denn wenn er schmerzenbeim schlucken hat ich würde noch mal einen HNO hinzuziehen, und das mitder zusatz Nahrung würde auf jeden fall machen er braucht die Kallorien gerade wegen dem Tremor hat er einen erhöhten bedarf



katze4377
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AW: Opi ißt nicht´s

Beitrag von katze4377 » So 16. Mai 2010, 11:17

Guten Morgen,

[quote=""kruemel1561""]

Das mit dem pürrieren haben wir auch schon versucht, doch schmeckt ihm ja nichts. Zudem sehe ich auch, dass er das Gesicht verzieht wenn er schluckt, quasi Anlauf nimmt um zu schlucken.
[/quote]

Wie sieht es denn mit dem Trinken aus?? Trinkt er ausreichend? Habt ihr es schonmal mit Milchsuppen probiert?

[quote=""kruemel1561""]
Der Hausarzt kann uns auch nicht weiterhelfen und unser Neurologe vergibt einfach Medis und dann hat sich die Sache. Ich kann noch froh sein, dass er die notwendigsten, rezeptpflichtigen Rezepte ausstellt, da sich hier im Osten von Berlin(!!!) kaum noch Ärzte ansiedeln und er einer der Wenigen ist, der in unserer Nähe ist.
[/quote]

Das ist natürlich traurig mit anzusehen, nur irgendwann sind leider den Ärzten die Hände gebunden, weil sie leider Medikamentös den Krankheitsverlauf nicht mehr aufhalten können.

[quote=""kruemel1561""]
Den Ritt mit dem Krankentransport möchte ich ihm auch nicht mehr zumuten.
[/quote]

Wobei es die schonenste Möglichkeit des Transportes zum Arzt ist.
Das Transportunternehmen würde deinen Opa direkt mit einem Tragestuhl oder Trage aus der Wohnung abholen und direkt zum Arzt bringen und natürlich wieder zurück. Er bräuchte nicht mal zu laufen. Ein Transport muss jedoch vorher von der Krankenkasse genehmigt werden, aber das machen in der Regel die Transportunternehmen selber. Du brauchst nur ein Krankenbeförderungsschein vom Hausarzt. Und du könntest dir bei Bedarf noch eine zweite Meinung von einen anderen Neurologen einholen

[quote=""kruemel1561""]
Eine Magensonde will ich ihm nicht antuen, da müsste er doch auch ins Krankenhaus oder?
[/quote]

Ja. Es ist ein schneller Eingriff, wo die meisten aber schon nach 3 Stunden wieder zu Hause sind.

Aber...hier gehen die Meinungen immer auseinander, ob eine PEG/PEJ noch gelegt werden soll oder nicht. Und das muss auch jeder für sich selber entscheiden. Auf jeden Fall wird über die PEG der Tagesbedarf an Nahrung und Trinken gedeckt, und dein Opa könnte trotzdem noch oral Nahrung und Trinken zu sich nehmen, solange er es noch kann. Wenn wir im Heim Bewohner haben, wo eine PEG in Frage kommen würde, fragen uns häufig die Angehörigen was wir davon halten. Meine persönliche Meinung dazu ist, wenn ich dem Bewohner was gutes damit tun kann, er nichts mehr essen kann aber will und er sein Lebensmut nicht aufgegeben hat, dann befürworte ich es, aber will er nicht mehr, dann sollte man es auch respektieren. Dann erhält er selbstverständlich die nötige Flüssigkeit über subcutan-Infusionen, falls er nicht ausreichend trinkt, denn wir dürfen keinen verdursten lassen und er darf dann auch in Würde gehen.

[quote=""kruemel1561""]
Die Protese sitzt leider nicht mehr fest und die Zahnärtzin meinte, dass man da auch nichts mehr machen kann. Sie wird jeden Tag gereiningt.
[/quote]

Vielleicht geht das Essen ohne ZAhnprothesen besser, als mit einer Zahnprothese die immer runterrutscht.

[quote=""kruemel1561""]
Sobald die Getränke etwas dicker sind, winkt mein Opi ab, insofern "muss" er morgens 1 Kakao mit Sahne trinken also werde ich die Möglichkeit von Quark oder Joghurth nicht nutzen.
[/quote]

Auch hier meine Frage, trinkt dein Opa ausreichend??

[quote=""kruemel1561""]
Ich werde jetzt noch die Möglichkeit von proteinreichen Pulver probieren.
[/quote]

Forder dir wirklich erstmal die kostenlosen Produkte an

[quote=""kruemel1561""]
Ein betäubendes Etwas gibt es zufällig nicht für Schluckstörungen oder ?!
[/quote]

leider nein. Vielleicht kann ein Neurologe medikamentös noch was machen, oder vielleicht würde das hinzuziehen einer Logopädin noch helfen


Lg Katja



Accellerator
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AW: Opi ißt nicht´s

Beitrag von Accellerator » So 16. Mai 2010, 13:40

Wichtige Frage:
Wie sieht die medikamentöse Einstellung bei ihm aus? Theoretisch müsste er irgendwelche Dopaninpräparate wie z.B. Levodopa bekommen. Bekommt er es zu den regelmäßigen Zeiten? Bzw. min. eine halbe Stunde vor der Nahrungsaufnahme? Wie lange hat dein Großvater schon Parkinson? Wenn es sehr lange ist kann es sein, dass er austheraoiert ist. Aus Erfahrung weiß ich, dass in diesem Fall das Absetzen der Medikation helfen KANN. Dann aber vorher mit HA absprechen. Weiterhin würde ich auch empfehlen, ehr Zusatznahrung auf kohlenhydrate-Basis zu geben. Der Tremor ist nicht weiter wild. Allerdings führt der Rigor (Muskelsteifigkeit aufgrund eines stark erhöhten Muskeltonus) zu einem extremen Energiebedarf. Proteine benötigen zur Aufspaltung zu lange. Ist nützlich, wenn man abnehmen will. Aber im Fall deines Großvaters stehen die Dinge ja anders. In welchen Bezirk von Berlin wohnst du/ihr? Hab im Raum Köpenick mal gearbeitet und kann dir evtl. einen guten Arzt empfehlen...



A.v.Stösser
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Beitrag von A.v.Stösser » So 16. Mai 2010, 14:03

Neben den schon erwähnten körperlichen Ursachen für das nicht mehr Essen können/wollen, drückt sich in einer "Nahrungsverweigerung" nicht selten auch das Bedürfnis aus, ein als sinnlos und nur noch quälend empfundenes Leben nicht weiter zu nähren. Haben Sie schon einmal versucht, sich in die Lage Ihre Opas zu versetzen? Haben Sie sich oder ihn gefragt, wie er sich fühlt? Was und wer ihn noch am Leben hält, außer den Kalorien und Nährstoffen? Dass Sie ihn halten wollen, ist Ihr Bedürfnis. Doch was ist sein Bedürfnis? Er hat das Sterben seiner Frau vermutlich mit erlebt, sieht sich jetzt auch am Rande stehen. Erlebt jeden Tag als Qual, die kleinsten Dinge funktionieren nicht mehr, bei allem braucht er Hilfe. Wissen Sie wie Ihr Opa über das Sterben denkt, ob er künstlich am Leben erhalten werden will, etwa über PEG-Sonde? Gibt es womöglich eine Patienenverfügung? Wenn Ihr Opa noch sprechen oder seinen Willen auf andere Weise ausdrücken kann, sprechen Sie mit ihm. Fragen Sie ihn, zeigen Sie ihm die Alternativen auf. Auf der Seite http://www.nahrungsverweigerung.de finden Sie weitere Tipps und Entscheidungshilfen. Dort finden Sie u.a. auch das Beispiel meines Opas, dessen Sterben als Inbegriff eines natürliches Sterbens verstanden werden kann, das sich in allen Kulturen durch ein abnehmendes Hunger- und Durstgefühl ausgedrückt hat, dem man heute meint entgegen wirken zu müssen.
A.v.Stösser



sophie
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Beitrag von sophie » So 16. Mai 2010, 18:01

Hallo,

wenn die Zahnprothese nicht sitzt kann auch das eine Ursache für das nicht essen sein. Haben Sie es vielleicht schon mal mit Haftcreme probiert? Wenn sie auch dann nicht halten, dann mal probeweise ohne Zähne.

Die Trinknahrung würde ich nicht sehr weit wegschieben. Erstens hat sie viele Kalorien in geringer Menge z.B. Fresubin 2 Kcal hat pro 200 ml Flüssigkeit 400 Kcal. Es gibt sie in sehr vielen unterschiedlichen Geschmacksvarianten (ist im übrigen bei einer Indikation wie ihrem Opa verordnungsfähig durch den Arzt).
Wie oben schon beschrieben wirkt die Trinknahrung eher abführend und könnte bei Ihrem Opa mit dem Parkinson hilfreich sein.


LG
Sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

schwarzer sonnenstrahl
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Beitrag von schwarzer sonnenstrahl » So 16. Mai 2010, 21:30

[quote=""sophie""]Hallo,

wenn die Zahnprothese nicht sitzt kann auch das eine Ursache für das nicht essen sein. Haben Sie es vielleicht schon mal mit Haftcreme probiert? Wenn sie auch dann nicht halten, dann mal probeweise ohne Zähne. [/quote]
was viele nicht wissen ist: es gibt die möglichkeit einer unterfütterung der prothese.da wird ein neuer abdruck des kiefers gemacht und "oben" drauf gesetzt.kostet allerdings ein wenig.wieviel genau, müssest deinen ZA fragen ;)


ich schreibe hier alles in kleinschrift, weil man beim sprechen auch nicht großspricht!

sophie
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Beitrag von sophie » Mo 17. Mai 2010, 16:55

Hallo,

ein "normales Unterfüttern" kostet gar nichts, zahlt die Kasse.

Sophie


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wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

kruemel1561
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AW: Opi ißt nicht´s

Beitrag von kruemel1561 » Mo 17. Mai 2010, 18:39

[quote=""A.v.Stösser""]Neben den schon erwähnten körperlichen Ursachen für das nicht mehr Essen können/wollen, drückt sich in einer "Nahrungsverweigerung" nicht selten auch das Bedürfnis aus, ein als sinnlos und nur noch quälend empfundenes Leben nicht weiter zu nähren. Haben Sie schon einmal versucht, sich in die Lage Ihre Opas zu versetzen? Haben Sie sich oder ihn gefragt, wie er sich fühlt? Was und wer ihn noch am Leben hält, außer den Kalorien und Nährstoffen? Dass Sie ihn halten wollen, ist Ihr Bedürfnis. Doch was ist sein Bedürfnis? Er hat das Sterben seiner Frau vermutlich mit erlebt, sieht sich jetzt auch am Rande stehen. Erlebt jeden Tag als Qual, die kleinsten Dinge funktionieren nicht mehr, bei allem braucht er Hilfe. Wissen Sie wie Ihr Opa über das Sterben denkt, ob er künstlich am Leben erhalten werden will, etwa über PEG-Sonde? Gibt es womöglich eine Patienenverfügung? Wenn Ihr Opa noch sprechen oder seinen Willen auf andere Weise ausdrücken kann, sprechen Sie mit ihm. Fragen Sie ihn, zeigen Sie ihm die Alternativen auf. Auf der Seite http://www.nahrungsverweigerung.de finden Sie weitere Tipps und Entscheidungshilfen. Dort finden Sie u.a. auch das Beispiel meines Opas, dessen Sterben als Inbegriff eines natürliches Sterbens verstanden werden kann, das sich in allen Kulturen durch ein abnehmendes Hunger- und Durstgefühl ausgedrückt hat, dem man heute meint entgegen wirken zu müssen.
A.v.Stösser[/quote]


...ich weiß was sie meinen und doch möchte ich hierzu Stellung nehmen da ich denke, subtil schon irgendwie zu klammern, doch meinen Opa zu nichts zu zwingen was er nicht will. Ich bin mir nicht sicher ob Sie meinen Beitrag genau gelesen haben. Sicherlich ist er nicht mehr der Lebensbejahendste aber ich kann ihn doch nicht verhungern oder verdursten lassen. Ich werde ihn auf keinen Fall quälen, er wird keine Magensonde zur künstlichen Ernährung bekommen (wie auch schon meine Oma nicht) und eine Patientenverfügung haben wir schon vor Jahren gemacht. Wenn es soweit ist, dann ist es so und eigentlich erscheint er mir noch nicht sooo als wenn er schon abgeschlossen hat.Heute sind wir (im Rollstuhl) spazieren gegangen und er fand dies sehr schön. Wenn er die Meisen an unserem Meisenknödel beobachtet, dann lächelt er mal.

Soll ich ihn wirklich fragen ob er sterben will??? Ich möchte ihn nicht erst garnicht auf diese Idee bringen, er soll nach seinem Gefühl gehen und nicht denken "ach das wäre doch eine gute Idee". Ich bin mir schon im Klaren, dass ein Weg beschritten wurde der irgendwann seine "Erleichterung" im Tod finden wird.

Ich leide auch mit ihm wenn ich ihn so sehe und um ehrlich zu sein, hoffe ich, dass das Ende nicht zu lang und quälerisch sein wird sonder er von heute auf morgen friedlich einschläft
.
Oma´s sterben hat er nicht so wirklich mitbekommen, da es doch schnell ging aber und, dass er sie vermisst, da bin ich mir sicher auch wenn er denkt, wie er mal sagte, das sie schon lange tot sei.

Ich möchte halt wissen alles getan zu haben was MÖGLICH ist (und auch hier weiß ich, dass dies egoistisch ist) und wenn man ihm nicht helfen kann, dann ist es so.

Vielen Dank für den Webseitentip, habe mich schon belesen...

P.S. Wo steht denn da etwas über Ihren Opa?!

MfG Heike



A.v.Stösser
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Beitrag von A.v.Stösser » Di 18. Mai 2010, 15:14

Liebe Heike

Ihr Opa kann sich glücklich schätze, eine Enkelin zu haben, die sich so viele Gedanken macht, die die Verantwortung nicht einfach in die Hände von Ärzten und Pflegekräften legt.

Aus der eigenen Unsicherheit heraus vermeiden Angehörige oft über wichtige Dinge mit dem Kranken zu sprechen. Natürlich sollten Sie ihn nicht direkt fragen ob er sterben will. Sie könnten ihm z.B. fragen, ob er denn gar kein Hungergefühl mehr hat oder woran es aus seiner Sicht liegt, dass er nichts mehr isst. Dann könnten Sie ihm erklären, dass Sie sich deshalb Sorgen machen und nicht einfach zusehen können, wie er verhungert. Anschließend können Sie ihm die Möglichkeiten aufzeigen und fragen, ob er es mit einer Sonde probieren will, oder Infusionen bzw. Transfusionen haben will. Solange er selbst seinen Willen äußern kann, haben nicht Sie über medizinische Maßnahmen zu entscheiden, auch nicht Ärzte oder Pflegekräfte, sondern er. Sie können ihn beraten und weiterhin liebevoll, verständnisvoll begleiten. Wenn Ihr Opa Nein sagt, sollten alle dieses Nein akzeptieren. Ist er noch nicht bereit diesen Schauplatz zu verlassen, wird er sich entsprechend äußeren. Lesen Sie vielleicht doch den Erfahrungsbericht von meinem Opa und Schwiegervater, zu finden an 3.oder 4. Stelle unter: http://www.nahrungsverweigerung.de/scri ... hrung.html

Alles Gute, A.v.Stösser



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