Neue Begutachtung

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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doedl
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Neue Begutachtung

Beitrag von doedl » Fr 9. Jun 2017, 10:05

Hallo liebe Angehörige,

wie kommt Ihr mit der neuen Begutachtung durch den MDK klar?

Wie habt ihr die Einstufung vorbereitet?

Wer hat noch Vorerfahrungen aus der Zeit der Pflegestufen und kann die beiden Verfahren vergleichen?

Gruß Doedl


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Griesuh
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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von Griesuh » Sa 10. Jun 2017, 10:24

Hallo,
da ich nun selbst betroffen bin, ( einige wissen was los ist) habe ich vor 5 Wochen einen Einstufungsantrag gestellt.
Bis dato noch nichts vom MDK gehört.
Anruf letzte Woche bei der KK: der MDK kommt mit den Aufträgen nicht nach und habe auch noch Probleme mit der Umsetzung der neuen Richtlinen.
Deshalb hat auch der Gestzgeber, die Strafzahlungen, die anfallen würden, wenn nach 5 Wochen kein Bescheid eingeht, ausgesetzt.
Werde nächste Woche nochmals bei der KK anfragen , wie weit der MDK gekommen ist.
Ich bin sehr gespannt, wenn sie mir schicken werden ( kenne noch sehr viele Gutachter, da ich ja auch einmal für den MDK unterwegs war) und wie das mit der neuen Begutachtung abläuft.
Darüber werde ich euch zu gegebener Zeit berichten.


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von dasklo » Sa 10. Jun 2017, 20:36

Also für Sachsen kann ich schreiben, mit der Einstufung in Pflegegrade des MDK es einfacher geworden ist. Ich bin de Meinung, hier ist was von oben gekommen und Geld spiel kaum noch eine Rolle ...



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*Angie*
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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von *Angie* » Mi 19. Jul 2017, 12:29

Und Griesuh - hat sich bei Dir inzwischen schon etwas getan? Hoffnungsvolle Grüße, Angie


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von Griesuh » Mi 19. Jul 2017, 14:32

Jo, die Gutachterin vom MDK war anfang letzter Woche bei mir. Sie wollte mir erklären wie so eine Begutachtung abläuft. Was ja sinnvoll ist.
Sie hat, wie es schon bisher war, die obligatorischen "Prüfungen" Hände über Kopf, Schürzengriff, Fingerspiel und aufstehen vom Stuhl abgearbeitet. Dann wollte sie sehen wie ich laufen kann, oder auch nicht. Das Bad und das Schlafzimmer war noch von interesse. Es wurde dann abgefragt wobei ich Hilfe benötige, bzw. was ich noch selbst könnte.
Mit anderen Worten, zumindest bei dieser Begutachterin, hat sich beim Abfragen nichts geändert.
Jetzt warte ich auf den Bescheid.


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von Elfriede » Mi 19. Jul 2017, 20:27

Mutter ihren Höherstufungsantrag habe ich vor ..... gestellt.
Die Wartezeiten sind echt irre.

Bei Pflegekunden konnte ich sehen, dass die Prüfer das NBA i´wie kaum verinnerlicht haben.
Die Bescheide waren aber deutlich wohlwollender als bisher.

Nach wie vor ist das "Pflegetagebuch" immens wichtig. - Und heutzutage noch wichtiger.
Wenn Versicherter und Pflegeperson nicht im gleichen Haushalt leben notiert da unbedingt auch die "reine Anwesenheit".
Also auch Zeiten wo ihr da gewesen seid und nicht geputzt oder gepflegt habt.
Von Antragstellung bis Begutachtung kommt da leicht mal das Volumen des Telefonbuchs von Hamburg zusammen.
--- Es lohnt sich aber ! ---


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von Griesuh » Fr 28. Jul 2017, 09:14

Für alle Neugiuerigen ;) :
So mein Bescheid ist da:
Pflegegrad 1. Es fehlen 3,5 Punkte zum Pflegegrad 2.

Habe mir das Gutachten sehr genau durchgelesen, es wimmelt dort nur so von Widersprüchen in sich selbst.
Es hat sich an sich nichts gegeenüber der alten Gutachten geändert, bis eben naja, es gibt keine Minuten mehr, sondern Punkte.

In den Auflistungen stehen wie gewohnt verdrehte Aufzählungen, Angaben wurden nicht mit aufgenommen und nicht beachtet.
Laut Gutachterin hätte ich ein sicheres Gangbild und könnte Treppen allein steigen. Hier fehlt , dass ich mich an etl. Tagen auf allen Vieren die Treppe hochschleichen muss, genaso, dass mir die Beine unvorhersehbar einfach wegbrechen. jana sie hat zumindest angeben, dass schon häusliche Stürze erfolgt seien.
Auch fehlen Angaben zur tatsächenlichen Hilfe, die ich bei der Grundpflege und der Mobilität benötige.
Es wurde auch nicht berücksichtigt, dass ich öfters nur im Bett liege und zu nichts zu bewegen bin, da ich nur schlafen will. An diesen Tagen bin ich völlig antriebslos, oder es gibt Tage, da bekomme ich vor Schmerzen keinen Fuß vor den anderen.
Auch kein einziger Satz im Gutachten über mein chron. Schmerzsyndrom, dass mich in der Mobilität erheblich einschränkt, seelich und körperlich stark belastet. Halte du einmal 24 Stden tgl. Schmerzen aus.
Als Pflegebegründende Diagnosen wurde angegeben man lese: gestörtes Gangbild, ( ich denke ich habe einen sichern Gang), eingeschränkte Mobilität und sonstige Polyneuropathien
In ihrer Wohlmut hat sie sogar mobile Haltegriffe für das Bad angeraten. Vom Treppenlift kein Wort. Gestern kam schon ein Schreiben der Kasse, dass ich mir bei einem der aufgelisteten Händler, einen Haltegriff bestellen könne.
Und ja, sie hat mir auch Kurse angeraten, zur Raucherentwöhnung, zur Gewichtsreduktion, Sturzprophylaxe und zu weiteren präventiven Maßnahmen wie KG und CO. Deshalb würde sich demnächst ein Pflegeberater mit mir in Verbindung setzen.
Ist man jetzt als "Pflegebedürftiger" völlig entmündigt?
Fakt ist, dass ich gegen dieses Gutachten Widerspruch einlegen werde, da es in den wesentlichen und wichtigen Punkten in keinsterweise zutrifft.
Da ich ja, als ich noch im Berufsleben stand, bei Widersprüchen, die ich meinen Kunden aufsetze, eine Er­folgs­quo­te von 98% hatte, sehe ich auch hier keine Probleme für den Pflegegrad 2

Ihr hört wieder von mir
Zuletzt geändert von Griesuh am So 30. Jul 2017, 08:49, insgesamt 1-mal geändert.


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von doedl » Sa 29. Jul 2017, 18:44

Hihi das machst!! 😂😂


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von *Angie* » Sa 29. Jul 2017, 21:52

Ganz schön krass wie man so hängen gelassen wird. Ich drücke Dir alles was ich habe, damit Du die Hilfen bekommst die Du benötigst! Toi toi toi!


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von jjsa » Di 1. Aug 2017, 22:33

Meine Frau erhielt nach dem alten Verfahren die Pflegestufe 1 mit eingeschränkten Alterskompetenz. Damals hatte ich mit der Stufe 1 nicht gerechnet, die Hauptaufgabe bestand eher in der Beaufsichtigung. Zeiten aufzuschreiben empfand ich nicht unbedingt als Zielführend und vor allem als eine Verletzung der Menschenwürde. Die Gespräche habe ich unter Ausnutzung ein kleinen psychologische Trick begonnen. Meine Frau war noch im Bett als die Gutachterin kam und als ich sie geholt hatte wurde sie schnell wieder ins Bett geschickt so dass ich die ganze Gespräche führte und auf die Missständen der damaligen Richtlinien, die ich natürlich zuvor gelesen hatte, aufmerksam machen konnte. Ich war über der Verlauf sehr erstaunt und verunsichert aber das Hutachten war im Endeffekt OK.
Bei der neuen Besuch einer Gutachterin, wusste ich dass mindestens der Pflegegrad 4 in Frage kommen muss. Ich hatte mir zuvor mit die Kriterien befasst, auch die Fragen unter verschiedene Aspekte beantwortet (Pflegekasse freundlich bis Patienten freundlich). Die Gutachterin kam am Morgen, meine Frau war gerade beim Frühstücken. Das Sie Schluckstörung hat und es nicht schafft so zu Essen oder zu Trinken wie es erforderlich wäre musste ich während die Gespräche dafür sorgen dass alles sein geregelten Gang nimmt. Die Gutachterin konnte es "life" erleben, dies hat sicherlich ein Einfluss gehabt, meine Äußerungen haben sicherlich am Glaubwürdigkeit gewonnen. Vom gesamten Ablauf lief es anders als erwartet. Es war ein loses Gespräch, die wichtigste Fragen wurden besprochen, manches ging sicherlich unter oder wurde nicht ganz korrekt erfasst beispielsweise der Besuch beim HA der unterging. Hauptgesprächspartner war wie beim erster mal nicht meine Frau aber ich. Ein wichtiger Punkt ist dass ich über die Krankheit meiner Frau recht gut informiert bin und auch in der Lage bin Gutachten (wegen Hilfsmittel) auseinander zu nehmen, die MDK Ärzte glänzten vor allem durch mangelnde Kenntnisse (meine Frau hat eine seltene Erkrankung). Dies habe ich auch zu verstehen gegeben. Das Gutachten liegt noch nicht vor, die Ergebnisse wurde mir vorab von der Pflegekasse mitgeteilt. Ich bin gespannt.

Ich kann mich nicht beklagen über die 2 Gutachten bezüglich Pflegestufe/Pflegegrad.
Als Resümee würde ich sagen eine gute Vorbereitung, aufmerksames Lesen der Richtlinien, ein freundliches auftreten auf Augenhöhe waren sehr Hilfsreich.



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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von Griesuh » Mi 2. Aug 2017, 12:25

jjsa, prima wenn es bei ihnen so gut geklappt hat.
Es kommt aber immer wieder auf den Gutachter an, der anwesend ist.
Da kann man noch so gut vorbeitet sein, sich noch gut mit Erkrankungen auskennen und selbst wenn nan die BRI auswendig kennen würde,
wenn der Gutachter nicht will, dann will er nicht.
Das ist leider meine Erkenntniss, die ich in über 35 Jahren als Krankenpfleger und Pflegedienstleitung mit eignenen ambul. Pflegedienst, machen musste.
Unzählige Widersprüche habe ich für meine Kunden ausgearbeitet - das hätte nicht sein müssen wenn die Gutachter alles berücksichtigt hätten -,
die Erflogsquote bei diesen Widersprüchen lag bei 98 %.

Und das Gutachten, welches ich für mich erhielt, habe ich in seine Einzelteile zerlegt.
Bin nun einmal gespannt, was die Widerspruchsbegutachtung ergibt.


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von jjsa » Do 3. Aug 2017, 10:41

Hallo Griesuh,

Wichtig, neben der gute Vorbereitung, in unseren Fall die pflegende Person. Auch Nachdruck mit kleine psychologische Tricks können maßgebend sein. Auf Augenhöhe sprechen zu können ist wichtig.
Bei Widersprüche muss man in der Lage sein das Gutachten auseinander nehmen zu können und zu den strittigen Punkte die eigene Begründung klar und unanfechtbar darzustellen.
Ein Gutachten ist eine Empfehlung, die KK halten sich normalerweise dran. Der Widerspruch geht an der Krankenkasse, hier kann sicherlich auch Nachdruck geschafft werden, die Argumenten müssen für die nicht medizinisch ausgebildeten Mitarbeiter der KK verständlich sein. Gegebenenfalls kann sicherlich auch auf eine erneute Begutachtung (andere Gutachter) bestanden werden.

Wenn ich das alte und das neue Verfahren miteinander vergleiche, ist das neuere für viele besser. Der Pflege Aufwand scheint besser berücksichtigt zu sein.



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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von Griesuh » Di 8. Aug 2017, 11:22

Sorry, alles was die Pflege anbelangt bearbeitet die Pflegekasse.
Auch Einstufungsanträge und Widersprüche gehen an die Pflegekasse.

Die neue BRI, bringt in der Tat bessere Möglichkeiten zur Einstufung, und zwar wenn noch kognitive Beeinträchtigungen bestehen.
Besteht der Hilfebedarf überwiegend in Pflege, Ernährung, Mobilität und Ausscheidungen, stehen diese Betroffenen nicht so gut da.
Und beim Ablauf der neuen Begutachtung hat sich zur alten begutachtung NICHTS geändert.
Außer, dass jetzt nach Punkten und nicht mehr nach Minuten bewertet wird.
Wer z. B. auf 23,5 Punkte aus den oben genannten Bereichen kommt, der erhält Pflegegrad 1 ( gibt es ab 12,5 Punkten) und ihm stehen dann monatl. 125€ für Entlastungsleistungen zu. Dieses Geld gibt es nicht abr auf die Hand, sondern kann nur von zugel. Pflegeeinrichtungen abgerufen werden.
Was nützen mir die Betreuungsleistungen, wenn ich hilfe bei der Pflege benötige?
ich kann mir jetzt einen ambul PD suchen und diesen mit der betreuung beauftragen. Die Betreuungskraft geht dann 4 bis 5 x im Monat mittag für eine Stunde mit mir Kaffe trinken.
Welche Irronie.
Für jjsa, hast du schon gelesen welchen Beruf ich ausübte? Nein?
Ich bin Krankenpfleger und Pflegedienstleitung mit einem eigenen ambul. Plegedienst gewesen. Jetzt aus gesundheitlichen Gründen in Rente
Daher kenne ich die Abläufe und die Bewertungsmethoden des MDK zur genüge.


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von Griesuh » Mo 30. Okt 2017, 18:19

Wollte mich mal wieder zum Therma melden.

Wie bekannt hatte ich ja Widerspruch gegen den Bescheid vom 28.7.17 gegen meine Einstufung eingelegt.
Denn es fehlten gerade einmal 3,5 Punkte zum Pflegegrad 2.
Und wie ich ja schrieb, bin ich mir sicher, dass mein Widerspruch zu 98% Erfolg haben wird, da ich aus beruflicher Erfahrung weiß, wo genau angesetzt werden muss..
( das war auch so als ich noch aktiv meinen ambul. PD betrieb und bei meinen Kunden Widersprüche bearbeitet hatte so, Erfolgsqote 98%)

Der Gutachter war vor ca. 2 Wochen zur Widerspruchsbegutachtung bei mir vor Ort.

Heute kam der neue Bescheid.

Das Gehen klappt bei mir 300 Meter mit Rollator, dann bin ich kaputt wegen Schmerzen, Längere Events sind nur mit dem Rolli möglich.
Im Vorgutachten standen bei der Mobilität 0 Punkte, da die Gutachterin meinte ich sei völlig selbstsändig Mobil.

Das war auch einer der Widerspruchsschwerpunkte, die ich angegangen bin.
Auch im Bereich Ernährung , mundgerechte Zubereitung von Mahlzeiten, gab es Punkte, denn meine Mahlzeiten müssen Löffelgerecht hergerichtet werden, was die Vorgutachterin nicht berücksichtigt hatte.

Und siehe da, es wurde mir rückwirkend ab Antragstellung, der Pflegegrad 2 zugesprochen.


Es hilft leider die beste Vorbereitung nichts, wenn die Gutachter, erforderliche Hilfen und Einschränkungen nicht erkennen oder nicht erkennen wollen.
deshalb, wenn die Punkte des Pflegegrades, grenzwertig zum nächst höheren Pflegegrad sind, rate ich jedem, legt Widerspruch ein und lasst euch bei den Widersprüchen von Fachleuten, z. ambul. Pflegediensten, helfen.


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Re: Neue Begutachtung

Beitrag von Elfriede » Di 31. Okt 2017, 17:10

Danke Griesuh und "Schulterklopf" !

Den Bescheid + Begründung sieht sich jeder Pflegestützpunkt oder ambulante Pflegedienst gerne mal durch.
Am Besten direkt beim Pflegebedürftigen zu Hause. Die Bescheide + Begründungen sind offenbar von Flüchtlingen aus Absurdistan verfasst.
Das gleiche Leiden hatte ich bei meiner Mutter. Immerhin wurde ihr der Pflegegrad 3 posthum verliehen.


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