Mobilisieren oder nicht?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
frieda
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Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von frieda » Mo 11. Okt 2010, 17:05

Hallo an alle, her eine neue Frage: unsere Mutter, 90, im Pflegeheim, war bis vor kurzem noch täglich auf im Rollstuhl,wurde aber immer schwächer.Wie im anderen Thread (Generalvollmacht) schon beschrieben, wurde sie krank (Brechdurchfall u. Temperatur 38,1, bettlägrig, sie isst seitdem kaum noch, trinkt auch kaum, bekommt Wasser über eine PEG, auf deren Existenz ich jetzt nicht näher eingehen will, das sind lange andere geschichten.
Sie hat 2 Wochen nur gelegen, meistens geschlafen,auf jede Art von Lagerung oder Pflege mit massiver Abwehr (sie will ihre Ruhe) oder starkem Jammern reagiert.

Heute wurde sie zum 1. Mal wieder mobilisiert und rausgesetzt in den Rollstuhl.
Es war aber ene ziemlich Qual für sie, denn sie fand nie die richtige Sitzposition. Da ich da war, habe ich sie halb in Liegeposition gebracht, aber das war auch nicht richtig gut und sie ruft häufig um Hilfe und jammert.

Ich bin so unsicher, was das Richtige ist für sie. Einerseits finde ich es gut, dass sie mobilisiert wird. Andererseits leidet sie so sehr darunter. Und ich denke, sie ist auf dem Weg zum Ende, denn mit der Kalorien-Menge ... Und ohne die Flüssigkeit per Peg wäre sie tot. Und sie ruft oft nach Gott und möchte heim zu ihm.(Sie ist sehr gläubig.)

Wäre es besser, wenn sie im Bett bleiben könnte, dann hätte sie wenigstens nicht diese Anstrengung (sie ist so schwach dass ihr die Brille aus der Hand fällt), sondern könnte liegen.
Was ist hier richtig?
frieda



schwarzer sonnenstrahl
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Beitrag von schwarzer sonnenstrahl » Mo 11. Okt 2010, 19:55

hallö,

also ich sehe es genauso wie gast 1985.
wenn bei mir auf arbeit jemand starke schmerzen angibt wärend oder vor dem mobilisieren, dann belasse ich die menschen auch im bett. wenn sie nicht möchten oder es nicht mehr können, dann haben sie ein recht darauf.
schließlich heißt rente auch lebensabend und wenn diejenigen lieber schlafen möchten, dann ist das halt so. da weigere ich als pflegekraft mich auch die rauszujuckeln, schreibe es in die doku hinein und dann versorge ich den menschen im bett.

lg katharina


ich schreibe hier alles in kleinschrift, weil man beim sprechen auch nicht großspricht!

Dennes
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Beitrag von Dennes » Mo 11. Okt 2010, 20:11

Sicherlich sind Ferndiagnosen immer schwierig.. aber Leute.. hier wird beschrieben wie ein Allgemeinzustand eines Bewohners rapide nach unten geht und wie sich die Bewohnerin lt. Aussage von Frieda (der Tochter) im Rollstuhl verhält. Weitere Aussage von Frieda: sie sei auf dem Weg zum Ende und ohne PEG würde das alles noch "beschleunigt" werden.. so lese ich das jetzt einfach mal heraus..

Der wichtigste Aspekt: Sie ist gläubig und ruft nach Gott. Wie auch immer dieses "rufen" jetzt aussieht.. es sind doch wohl häufig Zeichen in dieser Phase das der Mensch nicht mehr möchte oder sehe ich das falsch?

Ich bin ein absoluter Befürworter, dass man Bew. mobilisiert.
Aber nennt mir bei diesem Beispiel doch mal einen vernünftigen Grund warum man das weiter führen sollte so? Wenn sie sich sichtlich unwohl fühlt..


/E: Sorry wenn ich ohne wirkliches Feingefühl meine Meinung strikt zu deiner Frage schreibe - sicher nicht einfach die ganze Situation


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Als du jung warst und deine ersten Schritte gingst,
hielt deine Mutter deine Hand.
Vergiss nicht ihre Hand zu halten,
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sophie
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Beitrag von sophie » Mo 11. Okt 2010, 20:20

Hallo Frieda,

wir hier im Forum kennen deine Mutter nicht, deshalb ist es auch schwierig hier etwas zu sagen.

Wieso wurde sie denn heute wieder mobilisiert?

In was wurde sie denn mobilisiert? Du hast einen Rollstuhl beschrieben. Vielleicht wäre es möglich sie in einen Pflegestuhl zu mobilisieren, da sie dort, genauso gebettet wird, wie im Bett.
Vorraussetzung hierfür wäre natürlich, dass deine Mutter das auch möchte. Vielleicht hat sie der Mobilisation auch zugestimmt.

Wichtig ist natürlich auch die Dauer der Mobilisation. Du beschreibst, sie habe jetzt einige Zeit nur gelegen, dann kann sie natürlich nicht über Stunden aufbleiben.

Die Pflegekraft, die sie mobilisiert hat, wollte ihr vielleicht was gutes tun. Dachte es wäre eine Motivation für sie, in der Gesellschaft des Wohnbereichs zum Beispiel zu essen (kann den Appetit anregen).

Zusätzllich ist es natürlich eine prophylaktische Massnahme.

Ich kenne deine Mutter nicht, weiss deshalb nicht, wie der Wunsch zu sterben einzuschätzen ist. Es gibt unterschiedliche Motivationen heim (zu Gott) gehen zu wollen.

Ganz wichtig wäre hier allerdings eine adäquate Schmerztherapie, vielleicht kommt dann auch, wenn Brechdurchfall und Fieber abgeklungen sind, der Lebenswille wieder.

Wie gesagt, es kann auch ganz anders sein, und es wäre vielleicht auch besser sie im Bett zu belassen und gehen zu lassen. Dies kann hier im Forum niemand beurteilen.

Sophie


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frieda
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Beitrag von frieda » Mo 11. Okt 2010, 21:13

Hallo und vielen Dank für die vielen und ausführlichen Antworten, das hilft mir sehr, andere und sachkundige Standpunkte zu hören.

An Sophie: warum sie gerade jetzt mobilisiert wurde, weiß ich nicht.
Und ich weiß nicht, was der Unterschied zwischhen Roll- und Pflegestuhl ist. Es ist ein rollstuhl, der auch in Liegeposition zu bringen ist, aber aus irgendwelchen mir unbekannten Gründen will und wollte sie in ihm iht richtg flach liegen, wie im Bett.
Zur Dauer: sie wurde heute von 9 bis 12 rausgesetzt und sie ist desorientierter als vor zwei Wochen. Aber ganz klar zeigt sie, wie wenig sie jede Art Lageveränderungen mag und im Rollstuhl arbeitet sie dauernd an ihrer Positon herum und nickt nur mnachmal für 10, 15 Minuten ein.
Und sie verlangt dauernd Hilfe, fragt mich "Kannst du mir helfen?"
Sie bekommt regelmäßig ein Schmerzmittel, Novamin, glaubich.

Intuitiv würde ich auch denken, lasst sie doch bitte liegen und schlafen, aber vielleicht kann ich das nicht richtig einschätzen.
Danke und viele Grüße
frieda



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Beitrag von Leseratte » Mo 11. Okt 2010, 23:24

Liebe Frieda,
es gibt Pflegekräfte, die müssen immer (auf Teufel komm raus - SORRY) mobilisieren, so unter dem Deckmantel Verhinderung von Komplikationen und sozialer Isolierung und und ......... Es gibt auch Pflegekräfte, die lassen sich von den Bewohnern quasi "auf der Nase rumtanzen" und tanzen nur nachderen Pfeife, also wenn der Bewohner nicht will, bleibt er eben liegen und das nicht nur heute, sondern dauernd, weil manche Bewohner (ENTSCHULDIGUNG!) einfach zu faul zum aufstehen sind.
Die große Kunst ist aber das ausbalancieren, wieviel Mobilisation und wieviel Ruhe ein Mensch braucht Ich finde Du solltest dich auf dein Bauchgefühl verlassen, denn Du bist die Tochter, soviel Nähe, Verbindung wie zwischen Dir und Deiner Mutter kann kein Pflegepersonal haben. Und seien wir mal ehrlich, deine Mutter ist 90 - hat sie da nicht ein Recht in Frieden zu gehen? und so wie du schreibst, ist da vorne weg auch schon einiges, na sagen wir mal: nicht optimal gelaufen. Also versuch einfach die Wünsche deiner Mutter zu respektieren und dem Pflegepersonal gegenüber durchzusetzen.
Und als gläubige Christin noch ein Satz zum Schluss: Wie immer du dich auch entsscheidest, was auch immer du tust -
GOTT LÄSST SICH NICHT INS HANDWERK PFUSCHEN!!!

Alles Gute und Gottes Segen für Dich und deine Mutter



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pegean
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Beitrag von pegean » Mo 11. Okt 2010, 23:49

Vielleicht wäre hier eine Fallbesprechung mit Frieda hilfreich ?

@Frieda : hier eine Erläuterung zu "Fallbesprechung "

http://www.pqsg.de/seiten/openpqsg/hint ... echung.htm

LG


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

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Beitrag von DollscheVita » Di 12. Okt 2010, 12:44

M.E. wäre eine Fallbesprechung hilfreich, wenn diese Einrichtung überhaupt damit arbeitet.
Zudem würde ich mal das Wort - Selbstbestimmung - in die Runde der Pflegenden einwerfen.
Ist derzeit ein Thema bei den MDK Prüfungen.
3 Std. Mobilisation finde ich für den ersten Tag zu viel.


LG - DollscheVita -

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AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von frieda » Mi 13. Okt 2010, 18:34

Ich glaub, die Fakten sprechen für sich. Die letzten 2 Tage durfte sie im Bett bleiben, und wie ich sie heute da angetroffen habe, das sprach eigentlich für sich: so entspannt und friedlich, ohne Kämpfenmüssenund Stress, bisschen reden, bisschen beten, bisschen schlafen, bisschen essen.
Nur abends und morgens muss sie ihre Mitbewohnerin ertragen, die mit Kraftausdrücken nicht geizt. Aber zum Glück ist sie schwerhörig.
Nochmals danke für eure Antworten.
frieda



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Beitrag von frieda » Do 14. Okt 2010, 16:37

Wir, mein Bruder und ich, bemühen uns sehr um Stimulation, vorlesen, Predigten anhören lassen, telefonieren lassen...

Aber ein neuer Aspekt, der noch nicht eingebracht wurde: eine Schwester meinte, Mobilisieren wäre gut wegen des Kreislaufs. Das klingt natürich auch sehr vernünftig.
Was meint ihr dazu?
LG
frieda



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Beitrag von Leseratte » Do 14. Okt 2010, 17:04

Ich glaub, die Fakten sprechen für sich. Die letzten 2 Tage durfte sie im Bett bleiben, und wie ich sie heute da angetroffen habe, das sprach eigentlich für sich: so entspannt und friedlich, ohne Kämpfenmüssenund Stress, bisschen reden, bisschen beten, bisschen schlafen, bisschen essen.


Hallo Frieda,
sicher ist das mit dem Kreislauf nicht von der Hand zu weisen, aber wenn ein Mensch das letzte Wegstück seiner Lebensreise zurücklegt, macht das nur wenig Sinn. mann sollte doch den Menschen einfach in Frieden gehen lassen ohne wenn und aber. Jeder Körper weiß instinktiv selber was in dieser Phase gut für ihn ist und wir sollten uns als Pflegekräfte nicht anmaßen das besser zu wissen nur weil wir die pflegerische oder medizinische Macht dazu haben.
Wir Menschen müssen unser ganzes Leben lang kämpfen, da sollte es uns selbstverständlich werden, in der letzten Phase zur Ruhe zu kommen.

Ich wünsche Dir und Deiner Mutter in jedem Fall, das Ihr die Zeit, die euch noch gemeinsam bleibt in Frieden und Harmonie verbringen könnt.



frieda
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Beitrag von frieda » Do 14. Okt 2010, 17:06

Vergaß oben zu sagen: heute wurde sie wohl wieder mobilisiert und war nachmittags völlig "neben der Kappe", als mein Bruder sie besuchte. aufgeregt, sagte er, deshalb rief ich dann halt doch an und bat, ob das nicht ohne Mobilisieren geht



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Beitrag von sophie » Do 14. Okt 2010, 17:29

Hallo,

noch immer bin ich der Meinung, dass wir alle hier kein Urteil abgeben können.

Zu uns sind schon einige BW zum Sterben gekommen (aus KH), die sich nochmals aufgerappelt haben.

Wichtig ist hier: Was will der BW, welche prämorbide Persönlichkeit hat er.

Des weiteren immer noch wichtig: Die Dauer der Mobilisation. Es ist nicht sinnvoll, eher kontraindiziert, jemanden der länger gelegen hat, über mehrere Stunden zu mobilisieren.

Ausserdem: Wenn eure Mutter eine Mobilisation ablehnt, dann sollte das Pflegepersonal der Einrichtung das beachten. Vielleicht solltet ihr mal das Gespräch suchen. Wie wäre es mit einer Fallbesprechung.

Sophie


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Beitrag von frieda » Do 14. Okt 2010, 18:23

Hallo,
@ Sophie: wer kann es beurteilen?
Mobilisieren für kürzere Zeit - wahrscheilich lohnt sich der Aufwand nicht, es gibt schließlich noch genug zu tun als: Raus aus dem Bett und 60 Min später wieder rein
Ablehnung durch die Mutter: für mich ist es Ablehnung, wenn sie jammert, sagt, sie will ihre Ruhe, dann nach Hilfe ruft, mal sagte :"Ich will auf meine Couch." - was es natürlich nicht ist, sondern Bett. Und nonverbal, wenn sie mit der Lage rumkämpft.
Wie erkennt man eine prmorbide Persönlichkeit? Ich versuche halt, aus den letzten Jahren bis heute mir ein Bild zu machen . Sie hat die letzten 2 Jahre ein wohl abenteuerlicherers Leben (Krankenhaus, Heim, Krankenhaus, Heim, anderes Heim) geführt, als die 20Jahre davor und sie ist jetzt vergleichsweise sehr auf dem Rückzug, nicht nur das Nichtessen, auch ihre sprache wird undeutlicher.
Fallbesprechung: weiß nicht, ob es das dort gibt. Und wie sollen fast 30 Leute einbezogen werden? Außerdem gab es etliche Kommunikationsstörungen, die solche Gespräche auch verhindern werden.



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Beitrag von iceage » Mi 20. Okt 2010, 10:21

Hallo frieda,wie auch in Deinem anderen,aktuellen Thread,stellt sich auch hier die Frage,warum dieser zahlreiche Heimwechsel ? War es in jedem Heim so,wie im Jetzigen ? Ich meine,wenn Deine Mutter aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wird (durch KH-Aufenthalt z.B.) und danach von Heim zu Heim wandert,was,so wie ich Deine Beiträge leider verstehe,vielleicht nicht nach dem Willen Deiner Mutter war,ist es doch beileibe kein Wunder,wenn Deine Mutter sich "zurück zieht" und eine "ablehnende" Haltung einnimmt,denn sie kann sich ja nirgendwo "eingewöhnen",hat ständig andere Leute um sich rum und vermisst unter Garantie ihr altes Zuhause. Wie soll sie mit Dir oder dem Pflegepersonal kommunizieren,wenn das Personal aufgrund der bekannten und viel diskutierten Mißstände kaum Zeit hat und Du mehr mit der Kontrolle des Personals und Beschwerden bei der Heimleitung beschäftigt bist,als mit Deiner Mutter in dieser,für sie neuen,Umgebung ? Nimms mir bitte nicht übel,aber Deine Mutter wird sich bestimmt "abgeschoben" fühlen,wenn Du während des Besuches mehr Zeit dafür aufbringst,zu kontrollieren und Beschwerden bei der HL vorzutragen,als Dich mit Deiner Mutter zu unterhalten.Deine Mama zieht sich dann zurück,ist klar, dies liegt aber nicht an der Mobilisation oder am Willen des Personals dazu,sondern an Deiner Mutter,welche einfach nicht mehr will,weil sie keinen Sinn mehr darin sieht ! Sorry,klingt hart,aber versetz Dich doch mal in Deine Mutter hinein...sie freut sich auf Deinen Besuch und nach 5 Minuten bist Du schon wieder weg,um in der Doku zu gucken,mit dem Personal zu reden oder beim HL anzuklopfen. Geh doch einfach mal Deine Mutter besuchen,ohne alles kontrollieren zu wollen,ohne sie alleine zu lassen und ergründe,warum sie sich so verhält ! Dann wirst feststellen,dass ich vielleicht Recht habe.
Zuletzt geändert von iceage am Mi 20. Okt 2010, 14:24, insgesamt 1-mal geändert.



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Beitrag von frieda » Mi 20. Okt 2010, 18:08

Hallo!
@ Gast 1985: Danke für die Hinweise!

@Iceage: Nein, du gehst von ganz falschen Fakten aus.
1. Meine Mutter wollte den Wechsel ins (2.) Heim, wir waren eher skeptisch.
2. Ich verbringe nicht 5 min. bei ihr und den Rest der Zeit bei HL o.ä., Doku lesen, Zeitveältnis ist eher umgekehrt.

Ich seh auch, dass es schwer ist, hier Sachverhalt rüberzubringen. Plötzlich renne ich "immer " zur HL und lese dauernd doku, was schlicht Käse ist.
Aber jeder pickt sich aus meinem Text das raus, was ihm passt.
Warum geht nur einer auf die Psycopharmaka-Geschichte ein und dann jemand, der in Konkurrenz zur Heimpflege steht? (ambulante Pflege)
Warum bringt es euch in Rage, dass ich die Doku anschaue, aber nicht, dass Menschen, dienicht entmündigt sid, ohne ihren willen und Wissen unter starke Psychopharmaka gesetzt werden?
Merkst du nicht selbst, dass da irgendwas ncht stimmt?



sophie
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Beitrag von sophie » Mi 20. Okt 2010, 19:07

Hallo frieda,
wer kann es beurteilen?
Du schilderst hier Situationen, die du aus deiner Sicht beschreibst. Niemand hier kennt den tatsächlichen Zustand deiner Mutter oder, vielleicht in Anbetracht der weiteren Schilderungen noch wichtiger, niemand hier kann die vorgehensweise der PK/Ärzte beurteilen. Nicht weil wir dich in Frage stellen würden, sondern weil du eben nur deine Sichtweise schildern kannst. Die PK der Einrichtung würden diesselbe Situation ganz anders schildern.

Ich finde es schade, dass du die Vorschläge, das Gespräch zu suchen nicht weiterverfolgst. Ich stelle mir die Situation für deine Mutter sehr schwierig vor. Sie ist nach deinen Angaben sterbend und erfährt, wie du geschildert hast, nur Ablehnung. Hier würde ich (als Pflegekraft) mir wünschen, dass du mit derselben Energie wie du andere Dinge verfolgst, auch an einer guten Lösung für deine Mutter interessiert wärst.

Stattdessen prangerst du hier im Forum an, weshalb "wir" (die wir die Situationen gar nicht endgültig beurteilen können) zu einem Teil deiner Geschichte bzw. gar nichts sagen. Mir kam folgender Gedanke beim Lesen: Wieso nimmt deine Mutter (die du selbst als orientiert beschreibst) Medikamente die sie nicht kennt? Ich kenne das so, dass unsere BW sehr genau nachfragen, wenn sich etwas an ihren Medikamenten ändert. Wieso fällt ihr nicht auf, dass eine Tablette (resp.Tropfen) zusätzlich eingerichtet sind? Diese könnte sie raussortieren, wenn sie sie nicht nehmen möchte.

So das sind meine Gedanken
Sophie

PS: Ich bin absichtlich nicht auf den von dir geschilderten Sachverhalt bzgl. der Medikamente eingegangen.
Zuletzt geändert von sophie am Mi 20. Okt 2010, 19:25, insgesamt 1-mal geändert.


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