Mobilisieren oder nicht?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
iceage
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Beitrag von iceage » Fr 22. Okt 2010, 12:16

Und diese Meinungen wurden,zusammen mit konkreten Vorschlägen,zur Genüge geäußert ! Der Thread geriet erst "aus den Fugen",als durch die TE die "erbetenen"(?) Ratschläge und Meinungen entweder ignoriert oder als von vornherein undurchführbar abgetan wurden,dies allein aufgrund der subjektiven Wahrnehmung des Geschehens der TE ! Außerdem ist es in meinen Augen keine "Beratung",wenn ein Mitglied des SHV bei der HL ohne vorheriges Gespräch mit dem verantwortlichen PP vorstellig wird.



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Jochen
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Beitrag von Jochen » Fr 22. Okt 2010, 14:11

[quote=""iceage""]Und diese Meinungen wurden,zusammen mit konkreten Vorschlägen,zur Genüge geäußert ! Der Thread geriet erst "aus den Fugen",als durch die TE die "erbetenen"(?) Ratschläge und Meinungen entweder ignoriert oder als von vornherein undurchführbar abgetan wurden,dies allein aufgrund der subjektiven Wahrnehmung des Geschehens der TE ! Außerdem ist es in meinen Augen keine "Beratung",wenn ein Mitglied des SHV bei der HL ohne vorheriges Gespräch mit dem verantwortlichen PP vorstellig wird.[/quote]

ich versteh leider kein wort. vieliecht bin ich zu dumm aber kann man dás mal übersetzen'? :)



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Beitrag von iceage » Fr 22. Okt 2010, 14:20

Hallo Jochen,da gibts nichts zu übersetzen :D ! Mach Dir mal die Mühe und studiere aufmerksam beide Threads von "frieda",dann verstehst Du bestimmt ;) !



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pegean
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Beitrag von pegean » Fr 22. Okt 2010, 14:34

[QUOTE

Diese Aussage zeigt mir, dass Frieda außer der Beratung durch den Pflege-SHV noch andere Meinungen hören wollte. Und deshalb waren Sie gefragt.[/QUOTE]

Und sie hat hier letztendlich die selben Antworten bekommen wie von der
SVH-Mitarbeiterin .Und glauben Sie wirklich das die Aussagen :
nebulöse, keine konkreten Andeutungen
waren ? Ich glaube es nicht .

LG


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Beitrag von *Angie* » Fr 22. Okt 2010, 23:37

Mehr Möglichkeiten wird Ihre Mutter nicht haben, um Sie und das Personal zu bitten, endlich den Aktivismus einzustellen und ihren letzten Wunsch zu respektieren!
Danke, Sie sprechen mir aus der Seele!

Wobei ich auch weiß, dass es schwer ist jemanden gehen zu lassen, den man lieber bei sich behalten möchte, weil er dann noch "greifbar" ist.

Für meine Freundin, die im Mai 48jährig verstarb, habe ich glücklicherweise auf diese Form von Egoismus (Entschuldigung, aber es ist wirklich der eigene Egoismus) verzichten können.

Abschiede dieser Art stehen jedem Menschen bevor - leider beschäftigen sich zu Lebzeiten zu wenige damit, weil der Tod noch immer nicht zum Leben dazugehören darf, was er aber unweigerlich tut ....
für UNS ALLE!

In diesem Sinne möge jeder nochmal in sich gehen ...

LG, Angie


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Beitrag von johannes » Sa 23. Okt 2010, 02:42

So geschehen!

Ein außergewöhnlicher Abschied

Wer in seinem Leben mit 93 Jahren noch eine Familie hat, kann sich in Deutschland glücklich preisen. Liebevoll hat sich die Familie bis vor etwas mehr als zwei Monaten um ihre Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter gekümmert. Erst weitere familiäre Belastungen machten den Aufenthalt in unserem Hause nötig. So übernahmen wir die pflegerische Versorgung, damit die Familie sich uneingeschränkt weiterhin der menschlichen Zuwendung widmen konnte.

Wie es oft ist, werden pflegerische Maßnahmen von Fremden leichter angenommen, als von Familienangehörigen. Dadurch war es auch möglich, die Flüssigkeitsaufnahme von rd. 300 ml auf bis zu 1200 ml zu erhöhen. Dies führte dazu, dass unsere Bewohnerin sich auch bei uns sichtlich wohl fühlte. Vorhandene Defizite konnten ausgeglichen werden, auch wenn sie das Bett nicht wieder verlassen konnte. Das Bett wurde über Tag so hoch gestellt, dass sie aus dem Fenster sehen konnte in ihren Ort, der zeitlebens ihr zu Hause war.

Als die Zeichen des nahen Endes deutlicher wurden, informierten wir die Angehörigen. Sie sollten Gelegenheit bekommen, ihre Mutter auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Und sie haben diese Gelegenheit genutzt, wie ich es noch nie erlebt habe. Aus allen Himmelsrichtungen, wohin sich die Familie zerstreut hatte, kamen sie. Kein Weg war ihnen zu weit. Sie haben sich sogar einen Teil ihres Jahresurlaubs genommen, um sie begleiten zu können.

Anfangs antwortete sie noch auf Ansprache, später zeigten ihre Augen dass sie verstand. Sie sprach noch, doch waren ihre Worte nicht mehr zu verstehen. Die Angehörigen sprachen sie immer wieder an, gaben ihr löffelweise Flüssigkeit, manchmal nahm sie auch noch Nahrung an. Immer war ihr Gesicht entspannt, ausgeglichen. Manchmal stahl sich ein Lächeln auf ihre Züge. Sie fühlte sich sichtlich wohl im Kreise ihrer Lieben.

In vorbildlicher Weise hatten die Angehörigen dafür gesorgt, dass sie zu keiner Zeit allein war. Etwas mehr als zwei Wochen begleiteten die Angehörigen sie ohne Unterbrechung. Alles, was nötig war, wurde veranlasst. Die Mitarbeiter versorgten sie mit der gebotenen Sorgfalt. Auf Wunsch waren Angehörige dabei behilflich.

Nach ungefähr 17 Tagen schien es, dass es der Mutter wieder besser ging, trotz der Zeichen des nahenden Endes. Aus diesem Grunde wurden die Wachen über Nacht eingestellt. Am Tag war dennoch meist jemand von der Familie anwesend.

Am Freitag zeigten sich wieder deutliche Zeichen des nahenden Todes. Sofort kamen die gerufenen Angehörigen wieder an ihr Lager und begleiteten sie mit ihrer fürsorglichen Nähe. Am späten Samstagabend fand sie schließlich ihre wohlverdiente Ruhe.

Wenn ein Mensch seinen letzten Lebensabschnitt in einem Pflegeheim verbringt und solche Angehörigen ihn begleiten, bleibt kein Gefühl des Abgeschobenseins. So stelle ich mir eine Zusammenarbeit zwischen Pflegeheim und Angehörigen vor.


Ein Mensch existiert nicht - er lebt!
Keiner ist so blind wie der, der nicht sehen will.
Ich vertrete nicht immer die herrschende Meinung - aber ich habe eine Meinung!
Einer sucht für ein Problem eine Lösung - ein Anderer sucht für eine Lösung ein Problem

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pegean
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Beitrag von pegean » Sa 23. Okt 2010, 03:21

Das tut gut so etwas zu lesen .

Aber in meinen 20 Jahren Nachtdienst habe ich es kaum erlebt daß Angehörige
bereit waren auch nachts zu kommen.
Wie oft lese ich im Stammblatt : nachts nur im Todesfall anrufen oder was noch öfters steht zwischen 22.-06.00 Uhr keine Anrufe .
Und es wird den Angehörigen immer angeboten das sie zu jeder Tages/Nachtzeit
kommen können.

LG


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Beitrag von sophie » Sa 23. Okt 2010, 05:03

Hallo

ich habe es bislang auch nur zweimal erlebt, dass Angeh. auch nachts da sein wollten.

Ich habe aber schon einige sehr berührende Begleitungen erlebt, die es für den betreffenden leicht gemacht haben los zu lassen und zu gehen.

Sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

wenn ein Mensch und ein Hund sich im Himmel begegnen, muss sich der Mensch vor dem Hund verneigen (sibirisches Sprichwort)

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Beitrag von Suse2 » Sa 23. Okt 2010, 07:51

@ Sophie
@ Pegean

bin echt erstaunt über eure Erfahrungen!!

woran liegt das, denn für mich/uns ist das normal, das wir ein Gästebett
rein schieben ??

zur Zeit ist auch wieder ein Übernachtungsgast im Haus

der Mutter geht es schlecht und täglich schlechter
wir haben leider, doch es war der Wunsch bei Verschlechterung, die Tochter
aus dem Dänemark Urlaub zurückrufen müssen

.und wenn nachts Info erfolgt ist dann ist es auch bestimmt zu 80% so,
das die Angehörigen so schnell als möglich kommen..

ist es vielleicht zu wenig bekannt, das die Möglichkeit besteht zu bleiben..


Auch wer nicht zählen kann, zählt mit!
Auch wer nicht sprechen kann, hat was zu sagen!
Auch wer nicht laufen kann, geht seinen Weg!

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Beitrag von iceage » Sa 23. Okt 2010, 08:10

Vielen Dank,lieber johannes für diese berührende Geschichte,welche zeigt,dass Angehörige sehr wohl über ihren "Schatten springen" und Egoismus gepaart mit Schuldgefühlen im Sinne des zu Pflegenden ablegen können. Diese "Zusammenarbeit" würde,käme sie überall und immer vor,die Arbeit von Euch Kollegen der AP unendlich erleichtern. Diese kleine Begebenheit sollte aber auch hier,im aktuellen Thread,dazu anregen,eigenes Verhalten als Angehöriger zu reflektieren und zu überdenken,ob der Wille des zu Pflegenden nicht generell über die eigenen Befindlichkeiten zu gehen hat. Einige Angehörige erkennen leider nicht,dass es nicht um sie geht,dass es nicht sie sind,welche die tiefgreifenden Veränderungen im Leben zu ertragen haben,sondern es der zu Pflegende ist,der als "alter Baum" nochmal "verpflanzt" wird und dass "Anteilnahme" nicht bedeutet,die neue Umgebung des "alten Baumes" zu be-und verurteilen,sondern dass "Anteilnahme" einfach das "Dasein" für den zu Pflegenden bedeutet. Wird diese Prämisse verstanden,erübrigen sich solche "Angehörigenthreads".



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Beitrag von schnecke2003 » Sa 23. Okt 2010, 19:32

danke johannes

das war eine sehr schöne begleitung was die angehörigen der mutter,oma machen konnten.sie konnte in ruhe und frieden gehen.

wir ermöglichen unseren angehörigen auch das sie bei uns im gästezimmer
übernachten können,oder eben in dem zimmer wo vater/mutter wohnen. ich
kann mir auch gut vorstellen das viele angehörige eben angst davor haben
jmd (auch wenns mutter/vater/oma/opa etc ist) zu begleiten, denn der Tod,
das sterben ist immer noch etwas womit nicht jeder umgehen kann/mag.

wir versuchen an angehörigennachmittage die angehörige davon zu überzeugen
das ja alles dazu gehört.



Plüschfussel
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Beitrag von Plüschfussel » Mi 29. Dez 2010, 14:41

CLICK

Angelika Abt-Zegelin hat zur Entstehung der Bettlägerigkeit sehr interessante Studien durchgeführt, deren Ausführungen und Erkenntnisse in dem Zusammenhang sehr interessant sein dürften.
Wenn man unter den Begriff:" Bettlägerigkeit und Zegelin" googelt findet man sehr schnell Informationen zur Studie .
Liebe Grüße Plüschfussel



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