Mobilisieren oder nicht?

Bietet pflegenden und betreuenden Angehörigen die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, Unterstützung bei Konflikten mit Heimen oder ambulanten Pflegediensten oder fachkundigen Rat in speziellen Fragen zur Pflege und Betreuung.
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pegean
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AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von pegean » Mi 20. Okt 2010, 19:09

Und wie sollen fast 30 Leute einbezogen werden?
30 Pflegekräfte in einem WB ?
Es reicht wenn die direkt Pflegenden bei der Fallbesprechung dabei sind .
dass ich die Doku anschaue, aber nicht, dass Menschen, dienicht entmündigt sid, ohne ihren willen und Wissen unter starke Psychopharmaka gesetzt werden?
Darüber war aber hier nicht die Rede .Es geht doch um Mobilisierung .

LG


Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen. Der muss ja auch mit jedem A...h klar kommen!
Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene.(Carl Hilty)

frieda
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AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von frieda » Mi 20. Okt 2010, 19:46

Sorry, pegean,
das mit "Psychopharmaka" war die Antwort auf iceage, der sich auch auf den anderen Thread über Mobbing bezogen hat, da hatte ich u.a.die ältere Geschichte dazu berichtet.



frieda
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AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von frieda » Mi 20. Okt 2010, 19:49

Also, pegean,
laut den "Flursteckbriefen" im Heim sind es bestimmt 25 PK, die mit meiner Mutter direkt zu tun hatten (Waschen, Anziehen, Lagern, Essen geben).



sophie
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AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von sophie » Mi 20. Okt 2010, 19:54

Hallo Frieda,

ich glaube dass bei einer solchen Fallbesprechung oder hier vielleicht auch besser eine Ethikbesprechung (da wäre noch jemand externes dabei) nicht zwingend jede PK anwesend sein muss. Wichtig wäre, dass die PDL/HL, die WBL und die Bezugspflegekraft auf Seite der PK dabei wären. Auch den Hausarzt halte ich persönlich für sinnvoll und natürlich und du.

Das würde meiner Meinung nach ausreichen.

Auch hier stelle ich wieder die Frage: möchtest du das überhaupt?

Sophie


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

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iceage
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AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von iceage » Mi 20. Okt 2010, 20:03

Liebe frieda,Dir will hier niemand was Böses und Du merkst bestimmt,dass die Kollegen sich intensiv Gedanken machen,um Dir zu helfen. Das ist aber leider nicht so einfach,denn zum einen kennen wir nur Deine subjektive Wahrnehmung des Ganzen und zum anderen scheinst Du auch nicht wirklich gewillt zu sein,auf Vorschläge unsererseits zu reagieren bzw. diese umzusetzen. Stattdessen beharrst Du auf Deiner Sichtweise der Dinge. Wenn Deine Mutter,wie Du meinst,geistig soweit "fit" ist,dann kann sie selbst den Mund aufmachen,um ihren Willen zu äußern und auch,um Tabletten abzulehnen bzw. sich erklären zu lassen. Wenn Deine Mutter wirklich adäquat reagiert,also orientiert ist und weiß,was sie möchte,dann ist mir schleierhaft,wie das PP,das ja nun Deine Mutter den ganzen Tag erlebt,etwas erfinden sollte,wie z.B. die "willkürliche Antidepressivagabe". Bitte bedenke frieda,dass Du nur eine sehr begrenzte Einsicht in den Tagesablauf Deiner Mutter hast und aus diesem Grunde würde ich Dir empfehlen,erstmal das Gesräch mit dem HA zu suchen,bevor mit dem PP redest. Die HL würde ich erstmal komplett raushalten,denn Du kennst,so verstehe ich Dich zumindest,keinerlei Hintergründe und ohne diese Kenntnisse ist keine begründete (berechtigte) Beschwerde möglich. Aber da es hier ja um die Mobilisierung Deiner Mutter geht,nun,wenn sie so fit ist,wie von Dir beschrieben,kann sie auch dazu ihren eigenen Willen kund tun und NEIN sagen. Liebe frieda,ich weiß,ich bin ziemlich offen und direkt,aber ich möchte Dich nur davor bewahren,Dich dort in dem Heim völlig zum "Depp" zu machen und denke,Du bist alt genug,um selber Menschenkenntnis usw. zu besitzen,weswegen mich Dein stures "Anprangern" irritiert.



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Beitrag von Suse2 » Mi 20. Okt 2010, 20:33

warum ist es soooo ein Problem wenn Frieda Einsicht in die Doku nehmen möchte/ bzw. nimmt?

haben wir auch schon gehabt das der Wunsch da war und diesem Wunsch wurde auch stattgegeben

ich muss sagen, wenn Angehörige zu mir kommen und Fragen haben oder was auch immer ziehe ich schon von mir aus die Doku hinzu, um evtl. Unklarheiten, Beschwerden oder was auch immer zu entkräften


und was Frieda's Sorge um die Mutter betrifft, es gibt Angehörige die nehmen alles als gut und richtig hin, andere hinterfragen und sind dann zufrieden

und wieder anderen hinterfragen und kontrollieren viel mehr als vielleicht nötig, warum sei dahin gestellt einige sicher um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen...

wer nun was macht...ist letztendlich egal, wir sind das Bindeglied zwischen Bewohner und Angehörigen und sollten versuchen die Sorgen der Angehörigen ernst zu nehmen

was uns sehr geholfen hat im Umgang mit den Angehörigen, war die Fortbildung von 2 MS zum Thema gemeinsame Sorge mit den Angehörigen

http://www.bdp-gus.de/gus/IV-Pflegeheim-Angeh.pdf


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Beitrag von johannes » Do 21. Okt 2010, 08:01

Betrachten wir uns den schriftlichen Werdegang hier im Forum, fällt doch einiges auf.

Frieda schreibt:
Hallo!
wie schon im anderen Thread an Iceage gesagt/gefragt: es gibt mir schon sehr zu denken, dass so viel Aufregung entsteht um die frage, ob Angehörige in die Doku schauen dürfen, aber (fast) keine Aufregung über den Sachverhalt, dass mündige Menschen ohne ihren Willen und ihr Wissen unter Psychopharmaka gesetzt werden, das ganze dann vermauschelt und verlogen wird, anstatt aufzuklären, und dass keinerlei Unrechtsbewusstsein vorhanden ist, nicht beim Arzt, nicht beim Pflegepersonal!
Sorry, aber was ist denn das!?
Dabei hab ich die "Kleinigkeiten" noch gar nicht mal erwähnt: Pillen zwischen die Lippen schieben, Kortison als "Calcium" ausgeben, damit sie´s schluckt, zum Unterschreiben von Dokumenten nötigen, die sie nicht lesen kann....
Wie sie schreibt, verschiedene Heime:

- unterschiedliche Ärzte
- unterschiedliche Pflegekräfte

und immer dieselben Verhaltensweisen?
Zuletzt geändert von Anonymous am Do 21. Okt 2010, 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Textänderung.


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Einer sucht für ein Problem eine Lösung - ein Anderer sucht für eine Lösung ein Problem

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Beitrag von schwarzer sonnenstrahl » Do 21. Okt 2010, 10:53

also johannes ich glaube nicht unbedingt das frieda ihre sorgen und bedenken für ihre mutti aus spaß erzählt. es gibt leider vereinzelt immer wieder solche einrichtungen.


ich schreibe hier alles in kleinschrift, weil man beim sprechen auch nicht großspricht!

iceage
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Beitrag von iceage » Do 21. Okt 2010, 11:13

Hallo schwarzer sonnenstrahl,ja,vereinzelt schon,leider. Aber wenn Du die Threads von frieda komplett liest,wirst Du feststellen,dass friedas Mama bisher in 2 oder mehr Heimen war ....
Ich halte es hier mit johannes,irgendwie kommt mir die ganze Geschichte komisch vor.....
Zuletzt geändert von Anonymous am Do 21. Okt 2010, 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Textänderung



Regina Dettenrieder

AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von Regina Dettenrieder » Do 21. Okt 2010, 11:27

Die Diskussion gerät auf eine ungute Schiene. Darf ich die Teilnehmer bitten, sachliche Fragen und sachliche Antworten einzustellen. Unterstellungen, Verunglimpfungen u.ä. sollen hier keinen Platz haben, zum Schutz aller Beteiligten.



silversurfer
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Beitrag von silversurfer » Do 21. Okt 2010, 12:57

Angehörige oder Bewohner: Wer ist unserer Kunde?
Im Zentrum aller Bemühungen stehen die Bewohner mit ihren individuellen Bedürfnissen. Sie bedingen die Existenz der Einrichtung und sind Mittelpunkt aller Handlungen. Jedoch können viele Bewohner aufgrund ihres Krankheitsbildes ihre Rolle als Kunde nicht wahrnehmen. Stellvertretend sind es häufig Angehörige, die die Wünsche der Bewohner artikulieren Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, müssen alle Mitarbeiter eines Heims die Angehörigen eines Bewohners auch als ihre Kunden sehen und ihre Aufmerksamkeit auch auf dessen Belange richten und ihre Beziehung zu diesem reflektieren.



Die Angehörigen – Fördern oder stören sie den Pflegeprozess?

Schilderung einer Angehörigen„
Ach, wissen Sie, ich habe mir ja nie Gedanken über ein Altenheim gemacht. Man gilt ja als schlecht, wenn man seine Eltern ins Altenheim steckt. Als ich dann vor der Entscheidung stand meine Mutter dorthin geben zu müssen, wusste ich schlicht gar nichts und habe mich auch nicht zu fragen getraut. Man will nicht schon zu Beginn als schwierig und aufsässig abgestempelt werden. So habe ich halt beim Einzug meiner Mutter ein paar Dinge mitgenommen, von denen ich dachte, das diese gut für sie wären. Sachen, die sie brauchen könnte und die ihr das Einleben erleichtern würden. Ein bisschen Kaffeegeschirr, einen Teil ihrer Bettwäsche, Badetücher, das eigene halt. Aber da wurde mir höflich mitgeteilt, das „wir hier“ alles selber haben, ich könne es wieder mitnehmen. Dann wollten wir das Appartement einrichten, Bilder aufhängen und so weiter. Da kam der Hausmeister und sagte, wir brauchen das nicht zu machen das sei seine Aufgabe. So ging es weiter. Ich wusste nicht welcher Zeitpunkt für mich der „ richtige „ war. Mir wurde gesagt ich könne an den Heimveranstaltungen teilnehmen, aber ich hatte nie eine genaue Information darüber wann etwas stattfand. Manchmal habe ich es erst aus der Zeitung erfahren, nachdem die Veranstaltung schon vorbei war. Da war eine große Unsicherheit bei mir, ob es auch wirklich erwünscht war, dass die Angehörigen an den Heimfesten teilnehmen. Viele Dinge mit denen die Pflegenden bei der Arbeit mit meiner Mutter große Schwierigkeiten hatten, habe ich gar nicht oder erst sehr viel später erfahren. Ich habe mich nur über das veränderte Verhalten meiner Mutter gewundert und war auch sehr besorgt. Aber auch da traute ich mich nicht nachzufragen, ich hatte Angst das meine Mutter dadurch Nachteile haben könnte. Ach, und dann bemerkte ich schon nach kurzer Zeit am Befinden und Verhalten meiner Mutter wer gerade Dienst hatte. Aber ich habe nie etwas gesagt. Da ist so was im Verhalten des Personals, das mir das Gefühl vermittelt als ist es eine Gnade das meine Mutter hier gepflegt wird. Nein, wie ein Kunde oder Gast komme ich mir nicht vor. Es ist schon immer noch eine eigene Welt so ein Altenheim, auch wenn sich schon viel verändert hat.“ (2)




Welche Erwartungen werden an den Angehörigen gestellt?

Angehöriger: Muss den Bewohner möglichst unterstützen und fördern. Momentan habe ich große Sorgen, ich weiß noch nicht, ob und wie ich das alles schaffen soll.
 Bewohner: Hoffentlich erhalte ich Unterstützung, aber es soll keine Überlastung entsehen.
 Pflegekraft: Hoffentlich kann er den Bewohner unterstützen, stört uns nicht zu sehr und wird nicht selber noch zum Problem. (1)


Schilderung einer Altenpflegerin„
Wir haben Angst, wenn diese Angehörige kommt. Sie ist immer auf der Suche uns einen Fehler nachzueisen. Sie führt ein schwarzes Buch über unsere angeblichen Fehlleistungen, ich habe es selber schon gesehen. Wenn ihre Mutter nicht mehr lebt will sie alles an die Öffentlichkeit bringen. Sie kontrolliert alles, findet immer irgendeinen Fehler und hetzt gegen uns. Wir tun wirklich alles für die alte Dame, aber es ist nie genug. Jeder ist froh, wenn er der Begegnung mit der Tochter dieser Bewohnerin ausweichen kann. Es ist anstrengender als den ganzen Vormittag baden. Wir haben wirklich schon alles versucht, sie positiv zu stimmen, aber ohne Erfolg. Die Bewohner sind nicht das einzige Problem und das anstrengende. Es sind meistens die Angehörigen die uns das Leben schwer machen.“ (2)

Welche Erwartungen werden an die Pflegekraft gerichtet?
 Angehöriger: Den Bewohner gut zu versorgen. Die Bedeutung des Angehörigen für den Bewohner richtig einschätzen. Auch die Sorgen des Angehörigen sehr ernst nehmen.
 Bewohner: Dessen Bedürfnisse früh wahrnehmen und auf diese einzugehen. Die Besonderheiten meiner Situation einschätzen können.
 Pflegekraft: Möglichst effektiv gute Arbeit über 8 Stunden zu leisten, so dass morgen und übermorgen auch gut gearbeitet werden kann. (1)


Schilderung eines Bewohners„ Wie wird es mir hier gehen? Das Zimmer ist ja ganz schön, aber wo soll ich alle meine Möbel hinstellen? Lassen die mich morgens ausschlafen oder werden sie mich aufwecken? Wie wird wohl das Essen schmecken? Die eine Schwester scheint ja ganz nett zu sein, aber die dunkelhaarige, ich weiß nicht, die kommt mir unfreundlich vor. Und die alten Menschen die im Aufenthaltsraum sitzen, die haben mich vielleicht angeschaut. Ich weiß nicht ob es mir hier gefallen wird. Hoffentlich ist an den ganzen Zeitungsberichten nichts wahres dran. Ich hoffe meine Tochter kommt mich oft besuchen und nimmt mich wieder mit nach Hause, wenn ich es hier nicht mehr aushalte. Ach, wäre ich doch schon gestorben.“


Welche Erwartungen werden an den Bewohner gerichtet?
 Angehöriger: Dass sich dieser gut einpasst, an seine besten Möglichkeiten anschließt um noch lange zu leben.
 Bewohner: Nicht zur Last fallen wollen, aber es geht diesem ziemlich schlecht, und deshalb möchte er, dass man sich um ihn bemüht.
 Pflegekraft: Sollte kooperativ, freundlich, ein wenig dankbar sein. (1)


Der Umzug in ein Heim kann bei Menschen verwirrtes Verhalten auslösen. Der Verlust von Identität und Rollen, von Selbstständigkeit und von Sozialkontakten, finanzielle Belastungen und die Erkenntnis, das es ein letzter Umzug, eine Endstation bedeutet, sind häufig die Auslöser.

Auch die Angehörigen spielen im Rahmen der Heimaufnahme eine wichtige Rolle. Sie fühlen sich oft überlastet, hilflos, enttäuscht, allein, traurig, verärgert und haben das Gefühl versagt zu haben. Dies kann später im Heim zu folgenden Situationen führen:

 Erleichterung und gänzlicher Rückzug von der Betreuung
 Überfürsorglichkeit dem alten Menschen gegenüber, bewusst oder unbewusst aus Schuldgefühlen heraus, die oft die Unselbstständigkeit des Menschen fördert und ihn auch überfordert.
 Konflikte mit dem Pflegepersonal



Konflikte mit Angehörigen
Der Angehörige steht mit dem Einzug seines Verwandten in einem komplexen Spannungsfeld. Sie müssen sich der neuen Situation der Heimunterbringung einer nahe stehender Person stellen Dies ist häufig mit Gefühlen der Schuld und des Versagens verbunden, da sie durch diesen Schritt die Verantwortung für die Pflege und Betreuung an die Pflegeeinrichtung abgegeben haben. Durch den Heimeinzug ändern sich auch die Familienstrukturen. Ein Familienmitglied fehlt, Privates wird öffentlich. Daneben erleben sie den Umstellungsprozess der betroffenen pflegebedürftigen Person mit, die sich mit den neuen Lebensumständen auseinandersetzen müssen. (4)
Bekommt der Angehörige in dieser Situation keine Unterstützung, kann er seine Sorgen und Wünsche nicht äußern oder wird er nicht ernst genommen kann es sehr schnell zu Konflikten mit dem Heimbetrieb kommen. Aber auch das Pflegepersonal ist in dieser Situation sehr stark auf die Unterstützung des Angehörigen angewiesen. Den er kennt die Bedürfnisse seines Verwandten. Er weiß vielleicht warum der Pflegebedürftige in einer bestimmten Situation ein bestimmtes Verhalten zeigt. Darum ist gerade in den ersten Tagen des Heimeinzugs eine gute Zusammenarbeit von Angehörigen und Heimbetrieb sehr wichtig und kann dazu beitragen mögliche Konflikte zu mindern oder zu vermeiden.
Der Prozess der guten Zusammenarbeit sollte jedoch für die gesamte Dauer des Heimaufenthalts des Verwandten und darüber hinaus angestrebt werde. Es wird trotzdem zu Konflikten kommen. Wenn sich aber jede Partei darüber bewusst ist das eine Zusammenarbeit zur Konfliktlösung möglich ist wird ein solcher sicher ruhig und sachlich gelöst

Konfliktauslöser

Durch Angehörige Durch Heimbetrieb
Hilflosigkeit Fehlende Unterstützung
Überforderung Fehlende Informationen
Resignation Falsche Informationen
Unverständnis Fehlende Transparenz
Missverständnis Missverständnis
Angst Unverständnis


Beschwerdemanagement
Jeder Konflikt stellt ein Problem dar, das grundsätzlich lösbar ist. Eine gemeinsame Lösung bringt allen Vorteile. Beschwerden sind häufig die Folgen ungeklärter Konflikte. Genau betrachtet sind Beschwerden ein Ausdruck von Unzufriedenheit. Sie haben das Ziel, auf ein als schädigend empfundenes Verhalten aufmerksam zu machen, eine Wiedergutmachung für erlittene Beeinträchtigungen einzufordern und eine Änderung des kritisierenden Verhaltens zu bewirken.
Beschwerdemanagement umfasst die Planung, Durchführung und Kontrolle aller Maßnamen, die eine Organisation im Zusammenhang mit Beschwerden ergreift. Es will Kundenzufriedenheit wiederherstellen, negative Auswirkungen von Unzufriedenheit verringern und die in Beschwerden enthaltene Hinweise nutzen.

Beschwerdemanagement hat zum Ziel:
 Mitarbeitende im zielführenden Umgang mit Anregung und Kritik zu stärken
 (Fehler)Kosten zu minimieren
 Kundenvertrauen zu stärken
 Anregungen und Wünsche aufzugreifen
 Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeiter stärken

Es zeigt sich, dass z.B. Angehörige der Einrichtung immer dann ein hohes Maß an Vertrauen und Verbundenheit entgegenbringen, wenn sie eine angemessene Lösung ihrer Probleme erfahren haben.



Beschwerden bearbeiten
Beschwerdemanagement kann ohne die Mitarbeiter nicht funktionieren. Sie müssen es tragen und umsetzen. Jeder Mitarbeiter sollte sprachlich und menschlich in der Lage sein, eine Beschwerde so entgegenzunehmen, dass die Beschwerdesituation angstfrei und sachlich erlebt wird. Weiterhin setzt Beschwerdemanagement Vertrauen voraus. Das Team benötigt die Gewissheit dass Beschwerden zum Alltag gehören. Der Eingang einer Beschwerde sollte nicht in erster Linie dazu führen, einen Schuldigen zu suchen, sondern eine Lösung für ein Problem zu finden.
Beschwerden zu bearbeiten, setzt neben fachlicher und strategischer auch ein hohes Maß an sozialer Kompetenz voraus. Das heißt, die Fähigkeit zu besitzen, mit Menschen in Spannungsfeldern umzugehen, wie sie überall dort auftauchen, wo Menschen an die Grenzen ihrer Selbsthilfekompetenz stoßen, wo Netzwerke in die Zerreißprobe geraten oder Überforderung sich nicht immer vermeiden lässt.
Die Ziele des Beschwerdemanagements lassen sich am leichtesten erreichen, wen für unzufriedene Kunden leicht zugängliche Beschwerdewege geschaffen werden, eine sach- und fachgerechte Bearbeitung erfolgt und Beschwerden systematisch ausgewertet werden.
Ein lebendiges Leben in einer Altenhilfeeinrichtung kann entstehen, wenn sich alle Beteiligten mit ihren Wünschen, Vorschlägen und Ideen unter dem Dach der Unernehmensphilosophie einbringen können. In dieser Hinsicht haben Führungskräfte Vorbildfunktion. Die Formen der Beteiligung sind so vielfältig wie die Menschen, die in und mit der Einrichtung leben und arbeiten. (


Gruss Silversurfer



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johannes
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Beitrag von johannes » Do 21. Okt 2010, 15:19

@ Regina Dettenrieder

Diese Diskussion, wie auch andere von "Frieda"
geraten (nicht) auf eine ungute Schiene
sie ist bereits lange darauf.

Wer nur mit Rundumschlägen agiert, darf nicht erwarten, daß dies immer unwidersprochen hingenommen wird.

Es kann nicht sein, daß überall alle schlecht sind und sich falsch verhalten, nur Frieda nicht. Gerade, wenn gutgemeinte Ratschläge erteilt werden, sollten diese ernst genommen werden. Nicht alles läßt sich umsetzen, aber alles läßt sich prüfen, ob es umgesetzt werden kann.

Pflegekräfte sind keine Deppen, die sich von jedem runterputzen lassen müssen, sondern Menschen, die nicht nur selten mit Herzblut ihre Arbeit verrichten. Es wäre wünschenswert, wenn sie auch wie solche behandelt werden.


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Beitrag von sophie » Do 21. Okt 2010, 16:11

Danke Johannes


An den Fragen die sich dir stellen erkennst du das Leben, an den Antworten die du findest erkennst du dich selbst.

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Beitrag von iceage » Do 21. Okt 2010, 16:50

Sehr geehrte Frau Dettenrieder,
ich schließe mich inhaltlich johannes voll an. Wie Sie sehen,sind hier durchaus lebens-und berufserfahrene User beteiligt,die in der Lage sind,sich selbstständig ihr Bild bzw. ihre Meinung zu bestimmten Beiträgen zu bilden und die im Falle des Falles sehr genau abwägen,wie ihre Kritik zu formulieren ist. Leider ist hier wieder mal ein Thread etwas aus dem Ruder gelaufen,wobei ich meine eigene Beteiligung nichtmal abstreiten will. Aber es kann nicht sein,dass "Angehörige" sich hier freiweg "auskotzen"(sorry) können,ohne dies mit wenigstens minimalen Fakten zu belegen,sich völlig "beratungsresistent" zeigen und durch stures Beharren auf ihre eigene Sichtweise eine produktive Diskussion verhindern ! Es kann auch genauso wenig sein,dass Sie,als Mitglied des Pflegenetzteams, hier die "moralische Keule" schwingen,ohne beide Seiten zu würdigen. Unter "moralischer Keule" verstehe ich u.a. private Emails,in denen Sie völlig willkürlich aus dem Zusammenhang gerissene Satzfragmente zitieren und User wie 2.Klasse-Grundschüler abkanzeln ! Liebe Frau Dettenrieder,sicherlich hätte ich Ihnen genauso eine private Mail schicken können,aber ich ziehe es vor,Ihnen meine Kritik öffentlich darzulegen,damit Sie sich Ihres Verhaltens bewußt werden können. Es sind hier,wie gesagt,keine Zweitklässler am Start,sondern lebens-und berufserfahrene User,welche gerne helfen,wo sie können und jedem auf seine Fragen antworten,sich aber keinesfalls von jedem dumm kommen lassen !
In diesem Sinne mit freundlichem Gruß
Elisabeth Bremer



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pegean
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AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von pegean » Do 21. Okt 2010, 19:45

Johannes u. Iceage :

Dank an Euch beide .

Liebe Fr.Dettenrieder :
"Frieda " selbst schrieb daß ein Vetreter des SHV im Heim war und mit dem HL
gesprochen hat .
Hier zur Erinnerung :
eine Mitarbeiterin des Pflege-SHV um Hilfe, sie wandte sich auch an die Heimleitung - und das Resultat: zur Angelegenheit selbst meinte sie nur, sie sei zwar unverständlich, aber der Leiter vertrauenswürdig, und sie machte nebulöse, keine konkreten Andeutungen, dass ich mich falsch verhalten hätte ( ich würde jeden schiefen Blick als böses Omen nehmen und den Pflegekräften nicht wertschätzend entgegentreten.)
Was ist Ihre Meinung zu dieser Aussage ?Sie sind ja nun im SVH .

LG


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AW: Mobilisieren oder nicht?

Beitrag von frieda » Do 21. Okt 2010, 22:06

Verfahren, nicht? Viele von euch denken ich bin die"maligne" Angehörige, ich denke, ich müsste immer neue Begebenheitenund Erlebnisse bringen, um durch Fakten zu überzeugen und werde es doch nicht schaffen...
Ich denke nicht, dass "Deppen" am Werk sind, ich denke, dass wir alle Individuen sind und jeder einzelne anders mit seiner Arbeit und Situation umgeht.
Aber es bringt so zu diskutieren tatsächlich nichts mehr, ich lasse mich nicht beleidigen.
Sorry, wenn ich nicht über Positives gesprochen habe, sber da müsste man dann einen Thread zu dem Thema aufmachen!



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Beitrag von johannes » Fr 22. Okt 2010, 08:17

@ frieda

Frau Dettenrieder hat mir geschrieben,
was Du willst, daß man Dir tun soll, das tue Du dem anderen
genau so, wie es sein sollte. Vielleicht denkst Du einmal darüber nach - lies noch mal Deine eigenen Beiträge - ob Du Dich danach ausgerichtet hast bei Deinen Äußerungen.

Ich denke nicht, daß Du in Lobhudeleien ausarten mußt. Wenn Du ernst genommen werden willst, wirst Du nicht umhin können, als an Deinen Mitmenschen neben ihren Fehlern auch ihre guten Seiten zu sehen. Ich wiederhole mich gern:

Pflegekräfte sind keine Fußmatten, auf der jeder seine schmutzigen Füße abtreten darf.


Pflegekräfte sind Menschen, die das tun, was oft genug niemand anders tun kann - Befähigung, seelische Stabilität, usw. - oder tun will. Wegen eines unmenschlichen Sozialsystems solltest Du also nicht die Pflegekräfte in Bausch und Bogen verurteilen, sie können am Wenigsten dazu.


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Regina Dettenrieder

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Beitrag von Regina Dettenrieder » Fr 22. Okt 2010, 11:58

Liebe Fr.Dettenrieder :
"Frieda " selbst schrieb daß ein Vetreter des SHV im Heim war und mit dem HL
gesprochen hat .
Hier zur Erinnerung :

Zitat:
eine Mitarbeiterin des Pflege-SHV um Hilfe, sie wandte sich auch an die Heimleitung - und das Resultat: zur Angelegenheit selbst meinte sie nur, sie sei zwar unverständlich, aber der Leiter vertrauenswürdig, und sie machte nebulöse, keine konkreten Andeutungen, dass ich mich falsch verhalten hätte ( ich würde jeden schiefen Blick als böses Omen nehmen und den Pflegekräften nicht wertschätzend entgegentreten.)


Was ist Ihre Meinung zu dieser Aussage ?Sie sind ja nun im SVH .


Diese Aussage zeigt mir, dass Frieda außer der Beratung durch den Pflege-SHV noch andere Meinungen hören wollte. Und deshalb waren Sie gefragt.



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